Sorcery – Review

Getestet von | 13.06.2012 um 00:00 Uhr

Als 2010 das exklusive Move Action Adventure angekündigt wurde, waren viele PlayStation Fans außer sich vor Freude. Leider dauerte die Entwicklung so lange, dass man fast genau zwei Jahre darauf warten musste, doch jetzt ist er da, der Harry Potter Verschnitt. Ob er es besser macht als der große Zaubererlehrling aus der Literatur?

Kleiner Zauberer, mächtig groß.
Das ganze Abenteuer startet und endet in einem fiktiven Fantasykönigreich. Finn, ein Zaubererlehrling, der von blauem Blute abstammt, probiert sich in Sachen Magie aus. Doch sein Meister ist nicht wirklich überzeugt von ihm. Dazu gesellt sich noch eine Katzendame namens Erline, die mit ihrem losen Mundwerk die passenden Situationen mit ihren Kommentaren versüßt. Es musst kommen, wie es kommen musste, denn durch die Übermut, die Finn an den Tag legt, passierte ein Missgeschick. Doch um das Ganze zu vertuschen, macht er sich mit Erline auf, um in die sogenannte Feenwelt hinabzusteigen und die passenden Zutaten zu suchen. Doch kaum in der anderen Welt angekommen, werden sie von sogenannten Schrecken angegriffen. Es stellt sich heraus, dass die böse Altptraumkönigin nach dem Leben von Erline trachtet und alles in ihrer Macht stehende tut, um dieses Leben in die Finger zu bekommen. Würde Finn ein Amerikaner sein, würde die hochklyschierte Geschichte dem zurzeit grassierenden Amipatriotismus in Nichts nachstehen. Zum Glück ist er keiner und man bekommt einfach eine normale klischeebedingte Geschichte zwischen Gut und Böse, die wir alle schon im Schlaf beherrschen. Doch die Geschichte ist nicht das, was Spaß macht an Sorcery; es ist das PlayStation Eingabegerät Move.

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Denn mit dem Move und seinem passenden Navigationkontroller bewegt man Finn durch die malerische Umgebung der Feenwelt. Die Bewegungen werden eins zu eins übernommen ohne Verzögerungen oder sonstige Fehlern. Durch Schwenken des Move-Corsers und der ruckartigen Stoppung lässt man Zauber vom Stapel. Die PS3 Kamera leistet einen hervorragenden Dienst und erkennt jede noch so kleine Bewegung, die man mit dem Movegerät ausführt. Auch das imaginäre Zielen funktioniert einwandfrei, sofern man das Ganze richtig kalibriert hat. Damit man trozdem trifft, erhält der Spieler ein sogenanntes imaginäres Look on System. Auch wenn man kein Fadenkreuz auf dem Bildschirm entdecken kann, treffen die Zauber trozdem ins Schwarze. Man muss den Movecursor nur in die richtige Richtung schwenken und der Zauber trifft mehr oder weniger an der gewünschten Stelle ein. Da ein zweiter Stick wie üblich fehlt, könnte man meinen, dass die Kamera hier der größte Kritikpunkt ist, aber das ist sie nicht. Erstaunlicherweise macht sie eine hervorragende Arbeit und zeigt immer das Wichtigste. Während man ausserhalb der Action-Szene die Umgebungen nach Schätzen oder leicht verzweigten Wegen absucht, konzentriert sich die Kamera immer automatisch hinter Finn. Wahlweise kann man sie mit einem leichten Druck auf die L1 Taste auch zentrieren. Sobald Gegner auftauchen, konzentriert sich die Kamera automatisch auf die Gegner, egal, ob man jetzt seitwärts oder rückwärts läuft. Man behält die Gegner stets im Blickfeld. Hin und wieder kann es passieren, dass man zu weit nach vorne rennt und die von hinten anstürmenden Gegner nicht bemerkt bis sie mit dem Messer am Hals von Finn kleine Narben hinterlassen.

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Fantastische Fähigkeiten
Die Zauberfähigkeit von Finn erweitert sich von selbst, wenn er in bestimmten Abständen gewisse Arkanensteine gefunden hat. Die damit verbundene Kraft erlernt er dann automatisch. So gesellen sich neben dem Arkanenblitz, auch Feuer, Eis, Wind und ein zweite blitzmächtiger Zauber hinzu. Doch jede Zauberart hat zwei Eigenschaften, die man mit dem Movecorser auslöst. Je nachdem, wie man den Zauberstab Move hält, löst man flächendeckende Magie aus, oder man lässt die Blitze oder solche in einer schönen Kurve auf die Gegner los. Doch wer in Sorcery überleben möchte, kommt nicht drum herum die einzelnen Kräfte miteinander zu Combos zu verbinden. Mit einem lasziven Schlenker der Hand erzeugt man eine Feuerwand, lässt einen Windwirbel darüber „fahren und schon hat man seinen Feuersturm. Wahlweise kann man noch Blitze reinschleudern, die dann als kleine Feuerbälle unkontrolliert in der Gegend einschlagen. Das Effektgehasche ist ein reiner Augenschmaus, und trotzdem verliert man die Figur zu keiner Zeit aus den Augen. Will man inmitten des Gefechtes einen anderen Zauber auswählen, so drückt man die Movetaste. Solange man diese gedrückt hält, darf man durch die passenden Bewegungen aus den Kräften auswählen. Da die Gegner recht schnell und treffsicher angreifen, verlangsamt sich das Geschehen auf dem Bildschirm bis man den Zauber ausgewählt hat. Hin und wieder kommt man an Wege vorbei, wo man nicht weiterkommt. Hier dürfen sich Finn und Erline in Tiere verwandeln. Sprich entweder in eine Ratte oder in einen Vogel. Diese Passagen sind leider recht uninspiriert herausgekommen.

In erster Linie ist Sorcery ein reinrassiges, lineares Action Adventure. Zwar erhält man hin und wieder die Möglichkeit, kleinere Abstecher zu machen, doch entpuppen sich diese als belanglos, weil schlussendlich am Ende des Weges nur eine Schatzkiste darauf wartet, geöffnet zu werden. In diesen Schatzkisten findet man immer was Nützliches. Denn solche Gegenstände wie Trinkflaschen oder Zutaten wie Beeren, Schweißtropfen oder anderes werden gebraucht, um Finn stärker zu machen. In einen recht überschaubareren Levelsatz kann man die passende Tinktur zuerst erfinden und danach mit den passenden Zutaten zusammenbrauen. Auch hier kommt der Movecontroller zum vollen Einsatz. Rühren, schütteln, zerkleinern. Es ist nichts Besonderes lockert aber den monotonen Spielverlauf immer ein klein wenig auf. Da man aber nie genug Trinkflaschen und Item bei sich hat, muss man sich entscheiden auf welche Kräfte man setzt. Will man lieber mehr Lebenspunkte oder Magiepunkte? Soll der Feuerzauber aufgewertet werden oder eher der Rabatttrank, um billiger einzukaufen? Aber auch kleinere magische Getränke gibt es, die keinen großen Nutzen haben. Aber es ist herrlich zu sehen, wie sich Finn in ein Backtörtchen verwandelt oder sonstigen Schabernack mit seinem Körper betreiben kann. Die Individualisierung ist extrem auf den Spieler zurechtgeschnitten, weil man schlussendlich nie alle Zaubertränke erschaffen und trinken kann.

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Und der Rest?
Das Abenteuer ist quietschbunt herausgekommen. Die Unreal Engine macht mehrheitlich einen gute Arbeit. Hin und wieder aber zeigt sie kleine Macken. So kommt es häufig vor, dass das Spiel kurz stockt, oder dass die Framerate kurz einbricht. Auch kann man lustigerweise bei den kleinsten Passagen einige Clippingfehler sehen sowie Texturplopps erhaschen. Hin und wieder macht die KI kleinere Aussetzer, aber im Ganzen ist das Spiel so stimmig und fesselnd, dass man sich auf die Fehler gar nicht konzentriert.
Spieler die eine Herausforderung suchen, können das Spiel wahlweise in vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden spielen. Das letzte Magische an Sorcery, ist noch, dass die Cutscenes ausschließlich in leicht animierten Comixstrips erzählt wird. Die deutschen Sprecher machen eine gute, aber keine hervorragende Arbeit. Es fühlt sich alles zu sehr aufgesetzt an. Spielt man es mit der englischen Tonspur, erhält man exzellente arbeit. Zum Schluss noch das: Das Spiel kann man seelenruhig auf der Couch, im Sessel oder in einer sonstigen Position spielen. Stehen, muss nicht sein.

Gutes

- funktionierendes Movegameplay
- gute Technik und hübsche Grafik
- innovatives Move Spiel

Schlechtes

- lineares, leicht monotones Spielerlebnis
- vorhersehbare Geschichte
- kaum wiederspielwert
- leichte technische Fehler

8.0 Sehr gut

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