Sonic & SEGA All-Stars Racing Transformed – Review

Getestet von | 30.11.2012 um 00:00 Uhr

Sega schickt seine Helden auf die Piste. In Sonic & SEGA All-Stars Racing Transformed schwingen sich sowohl die Protagonisten ihrer Spieleklassiker als auch einige jüngere Persönlichkeiten, die sozusagen als Gast in der Runde auftreten, hinter das Lenkrad. Mit flotten Karts geht’s rasant über abgefahrene Strecken – doch um Erster zu werden, müsst ihr natürlich nicht nur euer Können unter Beweis stellen, sondern seid bis unter den Fahrzeugboden bewaffnet, um euren Gegnern mächtig einzuheizen. Wir haben Segas Funracer unter die Lupe genommen und geben euch in unserem Review alle Details.

Das Sega Universum als Rennspiel

Der Name des Spiel verrät es schon: Sonic & SEGA All-Stars Racing Transformed vereint Elemente aus allen möglichen Spielen aus dem Hause Sega. Da wir es hier jedoch mit einem waschechten Funracer zu tun haben, halten sich die Gameplayanleihen in Grenzen. Stattdessen erwarten uns aber zahlreiche Figuren, die Sega bekannt gemacht hat und die Spieler über viele Jahre zu lieben gelernt haben. So dürfen wir uns zum einen natürlich gemeinsam mit Sonic ans Steuer setzen, dem blauen Igel, der auch heute noch viele weitere Spiele spendiert bekommt. Doch insgesamt gibt es 22 verschiedene Figuren, da gibt es zum Beispiel Shadow, Sonics Gegenspieler, oder aber auch Ralph aus Disneys aktuellem Film Ralph reicht’s und viele mehr, die typischerweise alle unterschiedliche Merkmale aufweisen: Mit dem einen zieht ihr dem Feld am Anfang des Rennens direkt davon, da ihr über eine unglaublich hohe Beschleunigung verfügt, doch dafür müsst ihr damit rechnen, auf geraden Strecken wieder überholt zu werden, da eure Höchstgeschwindigkeit den Turbo vom Anfang nicht so ganz halten kann. Anpassen könnt ihr eure Figuren auch, doch dazu später mehr.

Zunächst einmal ein Blick auf die Strecken: 25 gibt es an der Zahl, die jeweils auch noch gespiegelt gefahren werden können. Für Abwechslung ist also gesorgt, und das auch noch in mehrfachem Sinne: Nicht nur, dass die einzelnen Strecken untereinander schon sehr abwechslungsreich sind, was dem einfachen Grund geschuldet ist, dass sie ebenfalls, wie die Figuren, Gebieten aus unterschiedlichen Sega-Spielen nachempfunden sind: So gibt es Kurse, die an die Plattformen aus dem berühmten Super Monkey Ball erinnern, oder ein Schlachtfeld aus zahlreichen Luftschiffen, das die Herzen von Skies of Arcadia Fans höher schlagen lassen dürfte, eine andere Strecke dagegen ermöglicht uns eine musikalische Reise im Stile von Samba De Amigo stammen. Genannt haben wir hier nur drei der insgesamt 25 Strecken, es sollte also deutlich werden: Für jeden ist was dabei.

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Anpassungs- und wandlungsfähig

Nicht nur… sondern auch! Im vorherigen Abschnitt klang bereits an, dass nicht nur die Strecken untereinander sehr abwechslungsreich sind. Das liegt daran, dass sich auch jede Strecke für sich genommen beträchtlich verändern kann. Rennen dauern in Sonic & SEGA All-Stars Racing Transformed üblicherweise drei Runden, doch möglicherweise ist die Umgebung in der dritten Runde kaum noch wiederzuerkennen: Neue Hindernisse tauchen auf, Teile der Architektur verfallen, öfter ändert sich sogar der Streckenverlauf komplett.

Die Wandlungsfähigkeit bezieht sich auch auf die Fahrzeuge, was sich schon im ‚Transformed’ im Spieletitel widerspiegelt: Nicht nur auf Asphalt sind wir unterwegs, sondern auch zu Wasser oder in der Luft. Ja, nach einem spektakulären Sprung aus schwindelerregender Höhe landen wir möglicherweise geschickt im Wasser, oder werden in die Luft katapultiert und können dann einen kleinen Abschnitt fliegen. Je nach aktueller Gegebenheit passt sich euer Fahrzeug natürlich entsprechend an. Blaue Ringe auf der Strecke markieren die Stellen, an denen sich das Gefährt transformiert – manchmal habt ihr verschiedene Möglichkeiten: Dann müsst ihr herausfinden, ob der Wasser- oder Luftweg der kürzere ist, um die beste Zeit herauszuschlagen.

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Aber auch jetzt ist die Dynamik von Segas Funracer noch lange nicht an ihrer Grenze: Auch eure Figuren könnt ihr nach Wunsch anpassen, um ihre Charakterwerte aufzubessern. Im Laufe der Karriere schaltet ihr mittels der gesammelten Sterne nicht nur neue Events oder eine neue Welttour, sondern auch weitere Modifikationen frei. Beispielsweise gibt es ‚Geschwindigkeit’, die entsprechenden Wert verbessert, dafür aber die Beschleunigung reduziert, was zum Beispiel für ein Zeitrennen hilfreich sein kann. Wählt ihr dagegen die Modifikation ‚ausgewogen’, seid ihr oft auf der sicheren Seite. Mithilfe dieser Modifikationen kann man mit fast jedem Charakter brauchbare Werte erreichen, nur der Einstieg kann schwerfallen, wenn noch keine verfügbar sind: Für jeden müssen sie individuell gewonnen werden. Da ist es gar nicht so einfach, aus den ganzen Sega-Lieblingen zu wählen!

Einfacher wäre das Wählen bei den Waffen, die in Sonic & SEGA All-Stars Racing Transformed natürlich nicht fehlen dürfen. Doch hier ist man auf sein Glück angewiesen: Die Waffen verstecken sich in Kapseln auf der Strecke, fahrt ihr durch eine solche durch, erhaltet ihr eine der verschiedenen Möglichkeiten, um entweder eure Gegner anzugreifen oder euch einen Vorteil zu verschaffen. Es fängt mit dem Kugelfisch an, den ihr hinter euch auf die Strecke setzt, fährt einer eurer Gegner hinein, dreht es ihn kurz und er fällt möglicherweise einige Positionen zurück. Aktiv angreifen könnt ihr beispielsweise mit der Eiskanone: Treffen alle drei Geschütze einen anderen Fahrer, wird er für kurze Zeit zum Eisklotz. Der König unter den Waffen ist der All-Star: Er verschafft euch einen satten Geschwindigkeitsschub und macht zudem unverwundbar. Insbesondere, wenn man den All-Star in der letzten Runde bekommt, kann man damit noch ohne weiteres von Platz 5 auf Platz 1 gelangen – wenn einem das Glück hold ist! Dann kann es nämlich immer noch passieren, dass ein anderer einen Wespenschwarm auf die Strecke setzt, der immer vor dem ersten Spieler auftaucht. Es ist wahrlich schwierig, da heile durch zu kommen!

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Spielmodi und Gameplay

Sonic & SEGA All-Stars Racing Transformed bietet einen umfangreichen Einzelspielermodus, einen Onlinemodus sowie einen Splitscreen für bis zu vier Spieler an einer Konsole. Entgegen der Erwartungen müssen wir sagen, dass der Einzelspielermodus und nicht der Onlinemodus für den meisten Spaß sorgte. Ähnlich wie die Figuren und Strecken besticht er durch den hohen Abwechslungsreichtum, des Weiteren aber auch durch Umfang und den knackigen Schwierigkeitsgrad, der jedoch selten für Frust sorgt.

Insgesamt bietet der Singleplayermode vier verschiedene Spielmodi, das Herzstück ist dabei die Welttour, die wiederum verschiedene Touren umfasst. Ein weiterer Modus ist der Grand Prix, ein Element, dass wir bei vielen anderen aktuellen Rennspielen vermissen: Hier fahrt ihr nacheinander vier normale Rennen, sammelt Punkte gemäß eurer Position – habt ihr am Ende am meisten Punkte, gewinnt ihr den Cup und schaltet den nächsten frei. Es gibt nur fünf Cups, daher hat man diesen Modus schnell absolviert, jedoch könnt ihr natürlich danach eure Punktzahl noch perfektionieren, in dem ihr zum Beispiel tatsächlich in jedem Rennen Erster werdet. Als dritten Modus gibt es das Zeitfahren: Hier ist eure einfach klingende Aufgabe, die Bestzeiten auf den einzelnen Strecken zu schlagen. Das ist durchaus knifflig, denn hier kommt es auf euer tatsächliches Können auf der Straße an. Nur die Turbofelder auf der Strecke sowie ein zusätzlicher Turbo pro Runde stehen euch als Hilfe zur Verfügung. Für zwischendurch gibt es dann noch das ‚Schnelle Rennen’. Habt ihr nur wenig Zeit, könnt ihr hier ein kurzes einzelnes Rennen gegen die KI Gegner absolvieren.

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Die Welttour, die wir schon als Herzstück bezeichnet haben, vereint diese Spielmodi sowie weitere: In verschiedene Events ist sie aufgeteilt, die entweder normale Rennen, Sprints (=Zeitfahren), Ringrennen (hier müsst ihr innerhalb eines Zeitlimits durch alle Ringe entlang der Strecke fliegen), Driftherausforderungen, Kampfrennen, Verfolgungen oder ‚Verkehrsstau’-Events (hier kämpft ihr euch innerhalb eines Zeitmlimits durch dichten Verkehr auf der Strecke und könnt zwischenzeitlich immer wieder Zeitboni einsammeln) sind. Diese könnt ihr auf jeweils drei Schwierigkeitsstufen absolvieren, der C-, B- oder A-Klasse, wobei A die schwierigste ist. Und tatsächlich ist dies häufig eine Herausforderung: Einige der Events werdet ihr auch am Ende der Welttour wohl erst mit C abgeschlossen haben, wenn ihr zuvor nicht zu viele Versuche investieren wollt: Das Spiel ist dabei jedoch nie frustig, obwohl es häufig einfach auch etwas Glückssache ist: Bekommt man in der letzten Runde die beste Waffe oder nicht?

Das Gameplay zeigt sich während der Welttour sehr abwechslungsreich. Das größte Fest für alle Actionfans bieten die normalen Rennen: Mit immerhin neun NPCs seid ihr auf der Strecke und versucht alles, um Erster zu werden. Dazu setzt ihr Waffen ein, versucht die beste Abkürzung zu finden und die meisten Turbofelder, die sich auf der Strecke befinden, zu erwischen. Im Gegensatz zu anderen Funracern haben aber auch eure Fahrkünste in Sonic & SEGA All-Stars Racing Transformed zumindest etwas Bedeutung. Das Wichtigste hierbei ist das Driften: Drückt ihr L2, driftet ihr sofort und kommt so möglichst geschickt und ohne großen Geschwindigkeitsverlust um die Kurve. Man muss aber relativ präzise steuern, um nicht irgendwo anzuecken. Das erfordert etwas Übung, wurde aber sehr gut umgesetzt. Durch eine besser genommene Kurve optimiert ihr eure Rundenzeit und zieht irgendwann auch am unerreichbar wirkenden ersten Fahrer vorbei.
Auch für Driftherausforderungen solltet ihr das Driften natürlich einigermaßen beherrschen: Hier werden auf der Strecke nämlich immer wieder bestimmte Bereiche markiert, innerhalb derer ihr möglichst viele Punkte erzielen müsst. Das erfordert Präzision, denn sammelt ihr nicht genügend Punkte, läuft die Zeit irgendwann ab und ihr erreicht nicht das Ziel des Kurses – Event gescheitert! Erwähnenswert sind noch die Verfolgungsrennen: Hier fahrt ihr hinter einem Panzer her, sammelt nach und nach Waffen ein und müsst das riesige Gefährt vor euch zerstören. Dabei setzt euer Widersacher jedoch entweder Hindernisse auf die Strecke oder greift euch sogar an. Diese Rennen sind eine ganz nette Abwechslung, kommen aber zum Glück nicht allzu oft vor, denn das Prinzip nutzt sich recht schnell ab, zumal man die Angriffe des Panzers sehr leicht umgehen kann, da sie immer nach dem gleichen Schema ablaufen.

In unserem Video zum Review bekommt ihr auch Infos zu den Spielmodi und seht ein Rennen aus der Welttour!

Der Online-Modus: Spielermangel und Verbindungsprobleme

Üblicherweise sorgt der Onlinemodus in einem Funracer wie diesem für viele Stunden Spaß. Prinzipiell ist das auch in Sonic & SEGA All-Stars Racing Transformed denkbar, denn die Rennen mit echten Mitspielern sind wirklich spannend und bringen noch mehr Dynamik als die im Einzelspielermodus. Jedoch hat der Onlinepart leider mit einigen Problemchen zu kämpfen: Öfter waren kaum Spieler online, sodass man in einer Lobby mit maximal vier bis fünf Spielern fahren konnte. Das ist etwas schade, da das Spiel dann nicht sein ganzes Potential entfalten kann. Hinzu kamen auch einige Verbindungsprobleme, die das Rennen immer wieder abbrachen. Dennoch sollte man hier nicht locker lassen, denn die Möglichkeiten sind allemal da!

Wunderschön und schnell, mit einem kleinen Dämpfer

Technisch kann sich Sonic & SEGA All-Stars Racing Transformed kaum etwas ankreiden lassen: Grafisch sind alle Strecken eine Augenweide und ziehen insbesondere durch ihre extrem liebevolle Gestaltung sowie die Dynamik in ihren Bann. Auch die Figuren und Fahrzeuge sind sehr gelungen, das Transformieren in Schiff oder Flugzeug sieht beeindruckend aus. Auch das Geschwindigkeitsgefühl ist insbesondere in der C-Klasse beeindruckend und sorgt schon für sich genommen für Spannung. Der Sound fügt sich gut in das Geschehen ein, nur der im Hintergrund immer wieder auftretende Kommentator kann mit der Zeit etwas auf die Nerven gehen, meldet sich aber zum Glück nicht ständig, sodass es nicht wirklich stört.
Einen kleinen Dämpfer gibt es aber dennoch, denn offenbar mussten die Entwickler aufgrund der vielen Details der Strecken und der Action auf dem Bildschirm die Bildrate etwas zurückschrauben. Wirklich heftige Ruckler oder Slowdowns gibt es zwar nie, aber manchmal wirkt das Geschehen in Sonic & SEGA All-Stars Racing Transformed nicht wirklich hundertprozentig flüssig – insbesondere dann, wenn wir zu Wasser unterwegs sind. Dann gibt es zwar sehr schöne Effekte zu bestaunen, aber das Geschwindigkeitsgefühl wirkt nicht mehr ganz rund. Hier hätten die Entwickler noch etwas optimieren können, glücklicherweise hält sich aber auch dieser Makel in Grenzen.

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Fazit

Mit Sonic & SEGA All-Stars Racing Transformed ist Sega definitiv einer der besten Funracer der letzten Zeit gelungen. Wunderbar hat man viele seiner bekannten Franchises in ein Rennspiel gepackt, die sich über die zahlreichen Figuren sowie die sehr liebvoll gestalteten, sehr abwechlungsreichen und dynamischen Strecken wiederspiegeln. Der Einzelspielermodus bietet einen sehr großen Umfang und sorgt für zahlreiche spaßige Stunden – ob trotz oder gerade wegen des mitunter sehr anspruchsvollen Schwierigkeitsgrades vermögen wir nicht ganz zu sagen. Die Rennen spielen sich hervorragend und auch technisch braucht sich Sonic & SEGA All-Stars Racing Transformed nicht zu verstecken, da insbesondere die Strecken wahre Augenweiden sind. Hätten die Entwickler die kleinen Probleme mit der Bildrate noch in den Griff bekommen und hätten wir im Onlinemodus nicht so häufig mit Verbindungsproblemen zu kämpfen gehabt, wäre auch eine noch höhere Wertung drin gewesen. Dennoch sprechen wir dem Spiel eine klare Empfehlung für alle aus, die mit dem Genre und/oder den bekannten Inhalten auch nur im Entferntesten etwas anfangen können.

Gutes

+ Wunderschöne und dynamische Strecken
+ Umfangreicher Einzelspielermodus
+ Abwechslungsreiche Rennarten
+ Knackiger Schwierigkeitsgrad, der nicht frustig ist

Schlechtes

- Probleme mit der Bildrate
- Verbindungsprobleme im Onlinemodus
- Kommentator kann mit der Zeit nerven

8.5 Sehr gut

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