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Socom: Special Forces – Review

Artikel von | 11.05.2011 um 00:00 Uhr

3rd-Person Shooter sind auf der PS3 deutlich weniger vertreten, wie 1st-Person Shooter. Eine Spielereihe, die sich seit Jahren zur Spitze der 3rd-Person Shooter zählen kann, ist die Socom Reihe aus dem Hause Sony. Diese Reihe steht für Taktik, Realismus und trockene Militär-Missionen. Nachdem Fanprojekt von Slant Six, übernehmen nun einmal mehr Zipper Interactive das Zepter und bringen Socom 4: Special Forces auf den Markt. Doch kann dieses Socom den mittelmäßigen Vorgänger hinter sich lassen? Dies lest ihr in unserer Review.

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Richtungswechsel

Vielen ist er sicher noch bekannt, der Titel Socom Confrontation, der mit vielen Bugs und Fehlern zu Release zu kämpfen hatte, der nur einen Multiplayer-Modus bot, mit einem doch sehr Einsteiger unfreundlichem System. Ausgerechnet ein eher mittelmäßiges Socom ist das Erste der Next-Generation. Umso wichtiger für Sony also nun, den neuen Sprössling der Serie von solchen Übeln zu befreien. Doch auch Socom 4 steht unter einem dunklen Stern. Nicht etwa wegen des Games, sondern wegen Sony selbst. So erschien der Titel in mitten des Daten-Fiaskos von Sony, sodass jeglicher Online-Part verwehrt bleibt. Folglich können wir vorerst nur auf den Offline-Part zugreifen. Aber immerhin, denn so einen gab es nicht im Vorgänger und hier haben wir bereits die erste große Veränderung. Socom hat sich vom 30 Euro MP-Titel zu einem Vollpreisspiel mit viel Umfang gemausert. Im Hauptmenü finden wir neben Multiplayer nun also auch den Punkt Story vor, selbstredend auch Optionen oder Credits. Hinter der Story befinden sich nun die Kampagne vom Spiel und benutzerdefinierte Missionen. Kurz noch zwischen Schwer; Mittel und Leicht entscheiden und dann geht es auch schon los. Starten tun wir mit einer Sequenz in der wir als ein uns unbekannter Mann, ein Gespräch zwischen einer Frau und einem Offizier mit bekommen. Nachdem das Gespräch zu Ende ist, sind wir selbst an der Reihe und werden herzlichst in Empfang genommen. Wir befinden uns in Asien in einer großen Stadt, in der örtliche Miliz-Streitkräfte die Gegend auf Trab halten. Wir selbst sind NATO-Commander und werden nun selbst in den Kampf geschickt. Direkt nach der Sequenz, befinden wir uns in einem Gebäude und sollen nach Überlebenden unserer Truppen suchen. Hier beginnen nun ein Tuturial und die erste Mission, von insgesamt 14 der Kampagne.

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Alles hört auf mein Kommando!

Im Folgenden können wir uns nun mit der Steuerung des Shooters vertraut machen und eins ist klar, hier müssen mehr Befehle beherrscht werden, als in einem Ego-Shooter. Doch das Positive ist, dass die Steuerung nach kurzer Eingewöhnungszeit doch flink von der Hand geht und jeder Befehl einwandfrei funktioniert. Auch haben Zipper Interactive die Steuerung einfacher gehalten als es bei einem Socom üblich ist. Das Ergebnis ist eine Einsteiger freundliche Bedienung, die nicht erst tagelanges Training abverlangt. Wir schlagen uns nun also durch die teilweise zerstörte Stadt und haben ein paar Gegner, die sich uns in den Weg stellen. Hier kommt des Soldaten größter Freund zum Einsatz und zwar die Waffe. Ihr könnt immer zwei von den Dingern bei euch führen. Beim ersten Feuern auf den Gegner merkt der Spieler jedoch gleich, mit was er es hier zu tun bekommt. Das Waffenhandling ist in Socom eine Ecke schwerer als man es in anderen Games kennt. Dies ist auch kein Wunder, steht die Serie ja immerhin für Realismus. Doch auch hier sei gesagt, dass Zipper abermals Entschärfungen mit eingebracht hat. So realistisch ist es dann doch nicht, denn ob man bei zig Metern mit einer MP noch zielgenau in den Kopf trifft, lassen wir mal so dahin gestellt. So ist zwar das Waffenhandling freundlich zu Neulingen, doch Veteranen werden hier ein wenig vor den Kopf gestoßen, denn für sie wird das Gameplay deutlich einen Schritt nach Hinten gemacht haben. Es steht außer Frage, dass Socom 4 auch unter Einfluss von massentauglichen Spielen wie CoD und BF BC stand. Eigentlich schade, da so ein, unter Umständen, wichtiger Aspekt ein wenig in den Hintergrund rückt. Trotzdem wird das Waffenhandling euch ein wenig mehr abverlangen als man es gewohnt ist und das ist auch gut so. Nach kurzem Weg müssen wir nun per Luftschlag unsere Basis von gegnerischen Panzern befreien und danach noch einen feindlichen Geschützturm der Gegner platt machen. Nachdem das geschafft ist, weiß unser Commander erst nicht, wie es denn nun weiter gehen soll. Die Basis wurde zerstört und nur eine Einsatzleiterin ist übrig. Sie befiehlt ihm, zu einem nah gelegenen NATO-Stützpunkt zu fahren. Gesagt, getan. Neben euch sind auch zwei weitere Soldaten mit dabei. Dies sind eure Kameraden, die ihr schon lange kennt und befehligen könnt. Dies ist nun der taktische Anteil des Games, denn einfach drauf los rennen ist häufig nicht die intelligenteste Lösung. Per Knopfdruck können Wegpunkte für eure Kameraden festgelegt werden, oder aber auch Feinde können markiert werden, die dann sofort ausgeschaltet werden. Das funktioniert auch einwandfrei und bereitet keine Probleme, ist leider oft nur zweitrangig und muss nicht unbedingt gemacht werden. Wer das ganze Spiel ernst angeht, kann das zwar immer machen, aber es reicht auch seine Kameraden einfach immer um sich zu haben. So wurde auch ein weiterer Aspekt der früheren Teile ein Stück weit nach Hinten gefahren und wurde zu Gunsten von Einsteiger relativiert. Wir befinden uns nun in mitten von bergigen, tropischen Gebiet. Ein Flugzeug wurde abgeschossen und wir wollen heraus finden, was da passiert ist. Beim Flugzeug angekommen, treffen wir lediglich zwei Überlebende vor. Eine davon die Frau aus der ersten Sequenz und einer ihrer Soldaten. Sie wurden quasi in ein Himmelfahrtskommando geschickt und sind nun unseren Befehlen unter geordnet. Eure Gruppe besteht also nun aus fünf Leuten. Dadurch wird die Taktik gleich wieder ein Stück weit angehoben. So sind die beiden das Gold-Team und auf leise, getarnte Angriffe spezialisiert, während eure Kameraden vom Anfang auf den frontalen Kampf geschult sind. Nach wie vor ist es aber nicht von Nöten, taktische Glanzleistungen zu vollführen.

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Wie ein Uhrwerk

Doch was ist nun eigentlich unser Ziel? Nun, dies sind in erster Linie die Naga. So nennen sich nämlich die Miliz-Einheiten, die vom Militär deutlich unterschätzt wurden. Unser Commander weiß, da kann was nicht stimmen und dies ist in erster Linie eure Mission, die Naga-Aktivitäten stoppen und gucken, wer dahinter steckt. Die Nachfolgende Story hat sehr viel Abwechslung zu bieten, gespickt mit trockenem Militär-Humor und ethischen Hinterfragungen. Anders als in den Vorgängern wird die Story hier auch authentisch mit den Charakteren aufgebaut und erzählt. Auch hier gibt es nämlich den großen machthaberischen Bösewicht, jedoch erscheint das Szenario um einiges glaubwürdiger und die Atmosphäre wird dadurch gut vermittelt. Besonders bei Grafik und Sound darf Zipper gelobt werden. So sieht die Grafik gut aus und überzeugt dank vieler Details, unzähligen Deckungen und dem Feuer, welches brillant aussieht. Zwar gibt es zwischen drin mal ein paar kleine Fehler und auch ein wenig Treppchen Bildung am Rand, das fällt aber kaum auf. Auch der Sound passt gut. Ob es nun Flora und Fauna, die Charaktere oder die Waffen sind, alles ist real gehalten und kann auf ganzer Linie überzeugen. Vor jedem Auftrag bekommt ihr im Übrigen eine Konversation zwischen eurem spielerischen Ich und Oracle, der Einsatzleiterin, mit. Hier wird der Plan aufgestellt, den ihr nun ausführt. Dies ist nach einem bestimmten Muster aufgebaut. Da ihr ja innerhalb von 6 Tagen die Story erlebt, gibt es logischerweise unterschiedliche Tageseiten. In der Nacht wird immer das neue Einsatzgebiet erkundet. Das macht ihr als 45, die Frau in eurem Team. Sie ist für solche Stealth-Missionen perfekt gerüstet. Hier kommt es nun auch auf Fingerspitzengefühl an. Euch wird stets per Funk gesagt, was zu tun ist, doch verlangen diese Missionen einen viel ab, denn sobald man entdeckt wird, ist es aus.

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Das richtige Fingerspitzengefühl

Abseits der Story kann jederzeit noch ein wenig am eigenen Spielstil und Skill gefeilt werden. Es gibt nämlich einige Kampagnenabschnitte die erneut gespielt werden können. Ihr habt hier immer zwei Ziele, entweder feindliche Daten sichern oder einen feindlichen Commander eliminieren. Das besondere ist nun, dass ihr neben dem Schwierigkeitsgrad auch die Menge an Gegner einstellen könnt. So kann man individuell mal verschieden Dinge probieren. Man kann sich einfach eine knochenharte Herausforderungen suchen, ein paar neue Techniken trainieren, oder einfach ein wenig Spaß haben. Darüber hinaus kann Socom auch mit Sonys Move Controller gespielt werden. Auch hier sei gesagt, dass die Verwendung eines Sub-Controllers deutlich besser ist, als die eines herkömmlichen DualShocks. Die Move-Steuerung wurde sehr gut in das Spiel integriert und ist momentan so ziemlich die Beste Umsetzung in Vollpreisspielen die man finden kann. Durch die Dritte-Person Ansicht wirkt die Handhabung deutlich leichter und spielt sich gleich sehr gut. Dadurch das viele Dinge eingestellt werden können, lässt die Steuerung kaum Wünsche offen. Apropos einstellen. Dies spielt auch bei Beginn einer jeden Mission eine wichtige Rolle. Hier darf sich der Spieler nämlich zwei Waffen aussuchen, die er mit in die Mission nehmen möchte. Es gibt insgesamt 5 Klassen an Waffen. Sturmgewehre, MG’s, MP’s, Schrotflinten und Scharfschützengewehre. Zipper hat sehr viele Waffen in das Spiel geholt und einen guten Mix geschaffen. Jede Waffe hat zudem seinen eigenen Erfahrungs-Balken. Dieser kann insgesamt fünf Mal gefüllt werden, wobei das jedes Mal mehr Kills erfordert. Dadurch bekommt ihr Ausrüstung für die Waffen, wie Visiere, größere Magazine und Schalldämpfer.

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Der Kampf geht weiter.

Nach langem Warten steht uns also nun endlich auch der Multiplayer Modus des Games zur Verfügung. Ohne große Umwege, verbindet das Game sofort mit den Servern. Hier eröffnet sich einem nun ein großes Menü. Zunächst sei noch gesagt, das Clans auch hier auf ihre Kosten kommen und einen Clan erstellen können. Ist man Mitglied in einem, wird das nun angezeigt, man trägt ein Kürzel vor dem Namen und sieht wie viele Mitglieder gerade online sind. Darüber hinaus kann man in einem Menü noch in das Spiel von seinen Freunden joinen. Auch gibt es für Clans eine Art Funktion um Clanspiele zu spielen. Hier kann man gegen einen zufällig gewählten Gegner ein kleines Match bestreiten. Ansonsten hat sich sehr viel zu Confrontation geändert. In erster Linie gibt es drei wesentliche Änderungen, von denen leider nur zwei überzeugend sind. Da wäre zuerst die Tatsache, dass auf die große Kritik des Respwans eingegangen wurde. So findet der Spieler jetzt Ranglisten-Spiele mit- und ohne Respawn vor, was sowohl für Socom Fans und Neulingen ein gutes Kompromiss geworden ist. Denn in den klassischen Modi für Socom, muss man nach einem Tod warten, um wieder neu ein zu steigen. Dadurch wird natürlich wesentlich taktischer und bedachter gespielt. Ganz im Gegenteil zu den Respwan-Spielen. Hier verändert sich die Spielweise von bedacht in ein wahres Geballer-Wirrwarr, was trotzdem einen heiden Spaß bereitet. Dazu tragen auch die recht unterschiedlichen Maps bei, die natürlich alle aus der Story entsprungen sind und sehr anspruchsvoll und taktisch gestaltet sind. Auch gibt es einige Variationen, da es große Maps gibt, die für bis zu 32 Spieler ausgelegt sind und auch kleinere, die für 16 ausgelegt sind. Die Mapanzahl ist dementsprechend auch ordentlich. Auch Modi bietet das Spiel einige. So natürlich der Klassiker, Team-Deatmatch. Aber auch Modi wie Zonen kontrollieren, Bomben platzieren und Daten klauen. Darüber hinaus gibt es noch vier spezielle Modi, die viel mehr auf Spaß ausgelegt sind. Sie wurden von den Entwicklern mit speziellen Anforderungen erstellt, etwa wie gemoddete Server auf dem PC. So gibt es einen Modus, der nur Sniper und Schrotflinten erlaubt. Die nächste großer Veränderung im Bunde ist das Fehlen eines Klassen Systems. So hat der Spieler nun nicht mehr ein Menü, um sich für beide Parteien, Special Forces und Miliz, einen Charakter zusammen zu basteln und sich nur eine Waffe aus zu suchen. Stattdessen habt ihr nun dasselbe Menü wie in der Kampagne und könnt nun zwei Waffen euch aussuchen, natürlich zwei unterschiedliche Waffentypen und dann geht’s auch schon los. Nach jedem Tot, kann man sofort seine Ausrüstung bearbeiten. Auch das Upgrade System der Waffen findet der Spieler hier wieder. Auch kann man bestimmte Waffen erst spielen, sofern man einen bestimmten Rang erreicht hat. Auch hat man eine Waffenteilung vorgenommen. So kann man nicht jede Waffe auf beiden Seiten spielen, sondern die eine Hälfte auf der einen, die Andere auf der anderen Seite. Jetzt aber zum dritten und letztem wichtigen Punkt, der leider als ein Kritikpunkt gesehen werden muss. Socom 4 macht bisher fast nichts verkehrt, doch warum man auch hier auf einen Serverbrowser verzichtet, leuchtet uns nicht ein. So hatte der Vorgänger Confrontation einen zu bieten und warum hier jetzt darauf verzichtet wird, können wir uns nicht erklären. Denn bietet ein Serverbrowser deutliche Vorteile gegenüber einer einfachen Spwan-Funktion. So kann man beispielsweise nie kontrollieren, welche Map gespielt wird. Es kann lediglich zwischen zwei Maps abgestimmt werden am Anfang einer Runde. Möchte man jedoch eine bestimmte Map spielen, sucht man sich dumm und dämlich. Auch werden nicht immer alle Modi gespielt. Wir konnten einmal bloß den Team-Deathmatch Modus benutzen, da alle anderen zu schlecht besucht waren. Eigentlich schade, da das Game sonst wie bereits angemerkt, nichts verkehrt macht, aber der fehlende Serverbrowser ist ein Dorn im Auge.

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Gemeinsam ist man stark

Als letzten Modus gibt es online noch den Koop für bis zu fünf Spieler. Hier spielt man ebenfalls die Karten und Modi aus dem Trainingsmenü des Singleplayer. Der Unterschied ist eben nur, dass ihr nun zu fünft seid. Auch in diesem Modus kann man bequem mit Freunden spielen, oder einfach ein Schnelles Spiel suchen. Man kann zudem jede Waffe aus der Story benutzen und hat auch den Fortschritt mit der Waffe. Das Zusammenspiel funktioniert hierbei recht gut und es gibt so gut wie nie Probleme, wie Verbindungsabbrüche. Auch das Sprechen via HeadSet funktioniert einwandfrei und die Sprachqualität ist ok.

Fazit:

Socom Special Forces hat die Serie also ein wenig neu definiert und verzichtet ein wenig auf Aspekte der älteren Teile zu Gunsten neuer Spieler, zu leiden der eingefleischten Socom Spieler. Der jetzt endlich funktionierende Multiplayer unterstreicht noch mal den Singleplayer, hebt jedoch die Wertung nicht nochmal höher. Auch wenn der Multiplayer nicht viel falsch macht, so wurde auf den Serverbrowser verzichtet, was nicht gerade zur Langzeitmotivation beiträgt. Trotzdem ist das Gesamtpaket überzeugend und ist daher auch zu empfehlen.

SOCOM: Special Forces Testbericht

SOCOM: Special Forces

  • Release: 20.04.2011
  • Genre: 3rd Person Action, Action, Online, Shooter
  • Entwickler: Zipper Interactive
  • Publisher: Sony

Gutes

Schlechtes

8.0 / 10 Sehr gut

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