SOCOM: Confrontation – Review

Getestet von | 22.05.2009 um 00:00 Uhr

Sony hat einen neuen Shooter am Start. Das Team SOCOM gibt sein Debüt auf der Playstation 3. Nach unzähligen Vorgängern, die sich auf PS2 und PSP längst etabliert haben, ist die Spezialeinheit endlich in der Gegenwart angekommen. Ob der Ausflug ein Reinfall ist oder die Mission accomplished wurde, erfahrt ihr natürlich auf PS3INSIDE.

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Die US Special Operations Command, auch USSOCOM genannt, ist ein übergeordneter Zusammenschluss sämtlicher US-amerikanischer Spezialeinheiten der Navy, Army, Air Force und Marine Corps. Aufgabe von SOCOM ist es, einen gleichbleibend hohen Standard aller amerikanischen Spezialeinheiten zu garantieren und direkt im Rahmen der weltweiten Terrorismusbekämpfung tätig zu werden. Hier kommen wir auf den Plan. Mit insgesamt bis zu 32 Spielern wird in den Krieg gezogen. Und da liegt auch schon der Hase im Pfeffer. Der Spieler hat nur online die Möglichkeit, ins Kampfgeschehen einzugreifen. Eine Singleplayer-Kampagne gibt es nicht. Ebenfalls gespart wurde an einem Tutorial oder einem Trainingsareal. Für Neulinge ist es also ein schwieriges Unterfangen, bei SOCOM: Confrontation einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Hat man sich damit allerdings abegefunden, so stehen dem Online-Krieger sieben verschiedene Spielmodi zur Verfügung. Die Aufgaben gestalten sich Shooter-klassisch. Entweder müssen Gebiete gestürmt oder kontrolliert oder es muss eine Bombe geborgen und für eigene Zwecke genutzt werden. Das Eskortieren von Personenen durchs Feindgebiet ist ebenso mit dabei wie die klassische Geiselbefreiung. Die letzten beiden Spielvarianten sind Modifikationen von Team-Deathmatch, allerdings ohne Respawn der eigenen Spieler. Die Spielmodi können hinsichtlich Rundendauer, Respawn, Friendly Fire und Tageszeit angepasst werden. Die größtmögliche Selbstverwirklichung kann der Spieler allerdings bei der Gesaltung seines eigenen Egos walten lassen. Der Charakter kann hinsichtlich Aussehen und Ausrüstung verändert werden. Das beginnt bei der Auswahl des Gesichts und endet bei der Zufügung von Narben, die das Leben des Soldaten zeichnen. Waffen, Panzerung und Kopfbedeckung können ebenfalls nach eigenem Belieben modifiziert werden. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ebenfalls wird die Bildung von Clans bei SOCOM unterstützt. Was Umfang und das Fehlen der Trainingsoptionen vermuten lassen ist, dass SOCOM: Confrontation sich an fortgeschrittene Shooter-Freunde richtet.

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Spielerisch beschreitet SOCOM auch auf der Playstation 3 einen eigenen Weg. Während sogenannte Edelshooter wie Killzone und Call of Duty auf prachtvolle Grafik und massenkompatibles Gameplay setzen, punktet der Shooter aus dem Hause Sony mit Realismus pur. SOCOM fühlt sich so wirklichkeitsnah an, dass es schon fast wieder fremd wirkt. Die Figuren bewegen sich langsamer und Hindernisse lassen sich nicht so schnell überwinden wie bei anderen Genre-Vertretern. Bewegungen der Figuren sind dafür realistisch und durchgehend flüssig. Man ist halt nur nicht mehr so fix unterwegs auf dem Schlachtfeld. Es gibt zwar genügend Deckungen, die müssen aber erst einmal erreicht werden. Außerdem muss nicht erst ein ganzes Magazin in den Gegner gepumpt werden bevor dieser zu Boden geht. Leider gilt dies auch für den eigenen Kämpfer. Die Schwierigkeit, die sich durch dieses Gameplay ergibt, kann nur durch Übung und Teamwork überwunden werden. Wir gestehen: Als wir SOCOM die ersten Stunden gespielt haben, wollten wir es gleich ganz weit hinten im Regal verschwinden lassen. Dieser anfängliche Frust weicht aber bald jeder Menge Spielspaß, wenn man gelernt hat, sich den realistischen Eigenschaften des Spieles anzupassen. Und wer jetzt immer noch kein Headset hat, sollte sich ernsthaft überlegen das Bundle mit Bluetooth-Headset zu erstehen. Der Vorteil der Absprache mit den Team-Mitgliedern war noch nie so kampfentscheident wie bei SOCOM: Confrontation.

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Abzüge gibt es bei der Grafik. Während der Sound dem realistischem Gameplay entspricht und einfach fetzt, wurde die Grafik nicht ganz so einwandfrei umgesetzt. Die Texturen und das Level-Design wirken insgesamt ein wenig altbacken. Die Spieler sehen trotz liebevoller Gestaltung des eigenen Egos während der Schlachten alle irgendwie gleich aus. Dafür sind die Feuerstöße und Explosionen wiederum gelungen. Die Karten selbst orientieren sich nicht an irgendwelchen realistischen Szenarios sondern sind im Sinne einer Shooter-freundlichen Umgebung gestaltet. In keiner Ecke ist man wirklich sicher. Spätestens hier scheint sich unsere Vermutung zu bestätigen. Sony wendet sich mit SOCOM nicht an den kurzweiligen Grafik-Fetischisten sondern an langanhaltenden Spielspaß mit Lerneffekt. Was sich hier vielleicht unglaublich öde anhört, entpuppt sich nach einer gewissen Dauer jedoch als regelrechter Suchtfaktor. Aber bevor es soweit ist, muss wirklich viel Geduld und Beharrlichkeit aufgebracht werden. Es ist ein langer Weg bis zum Höhepunkt des Spielspaßes und die Grafik kann verschmerzt werden. Es gibt ja schließlich auch genug Gamer, die immer noch Counterstrike spielen. Zusätzlich gibt es natürlich Ranglisten und Statistiken, die den Soldaten zu neuen Höchstleistungen anspornen.

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Es ist schwer, dieses Spiel zu bewerten. SOCOM: Confrontation macht vieles richtig, was andere Shooter falsch machen. Darunter leidet die Grafik leider ein wenig. Also muss sich letztendlich jeder selbst die Frage stellen, wie realistisch er die Gefechte haben möchte. Aber alle, die dieses Spiel bis zum Äußersten spielen haben unseren Respekt verdient. Härter geht es eigentlich nicht! Zusätzlich ist der Umfang ein wenig mau ausgefallen. Der fehlende Trainingsmodus tut weh und ein paar BOTs wären auch nicht schlecht gewesen. Sony sollte Anfängern nächstes Mal zumindest die Chance geben, einfacher ins Spiel zu finden. Ansonsten kann es gut sein, dass einige Spieler nicht so beharrlich sind wie wir und das Spiel doch ganz schnell hinten im Regal verschwinden lassen.

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Gutes

Realistischer gehts nicht!
Genialer Sound
Umfangreiche Charakteroptionen

Schlechtes

Geringer Umfang
Keine Trainingsmöglichkeiten
Keine BOTs
Veraltete Grafik

7.5 Gut

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