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Skylanders: Spyro´s Adventure – Review

Artikel von | 01.11.2011 um 00:00 Uhr

Kinder, macht schon mal die Regale frei: Skylanders ist da und hat neben dem Hauptspiel noch einige notwendige Besonderheiten in der Verpackung um in den vollen Spielgenuss zu kommen. Voller Spielgenuss dahingehend, dass 32 extra hierfür produzierte Spielzeugfigürchen notwendig sind um tatsächlich das komplette Spiel haben. Obendrein haben die Entwickler einen alten Bekannten aus seinem Tiefschlaf erweckt – ob das Konzept wohl aufgeht?

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Spyro´s Comeback

Vielleicht kennt der ein oder andere noch den kleinen Drachen Spyro. Eine der Ikonen der Playstation-1-Ära, einst ins kalte Wasser geworfen von den Insomniac Games, die aktuell mit Ratchet & Clank sowie Resistance ganz dick im Geschäft sind? Nein, noch nie gehört? Kein Wunder, denn in den letzten Jahren wurde es immer ruhiger um den niedlichen Feuerspucker, das letzte Abenteuer fand im Jahr 2008 kaum Beachtung, stattdessen hagelte es bestenfalls durchschnittliche Bewertungen. Doch statt seinen Frust mit Feuerwasser zu ertränken oder Sankt-Martins-Feuer zu entfachen, werkelten im Hintergrund bereits spitzfindige Entwickler um die Oscarprämierten Drehbuchautoren Joel Cohen und Alec Sokolow (u.a. Toy Story) am Comeback. Die Geschichte hinter Skylanders wird indessen aber keine Preise dieser Kategorie abräumen.

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Von Eon, der nicht der Gott über Strom und Gas ist, wird der Spieler kurzerhand zum Portalmeister erkoren. Eine Ansammlung von fliegenden Inseln über den Wolken, die so genannten Skylands, werden von einem bösen Portal Master angegriffen. Das Böse muss also besiegt werden um die Wolken-Idylle wiederherzustellen. Und wie stellt es ein angehender Weltenretter an? Er nimmt das beiliegende USB-Portal-Podest und schließt es an seine Konsole an, platziert anschließend eine der drei mitgelieferten Figuren darauf. Drache Spyro steht für das Feuer-Element, erwehrt sich dementsprechend mit Feuerbällen. Gill Grunt als Vertreter des Wasser-Elements hat einen Wasserstrahl und Trigger Happy nennt zwei Schießeisen sein Eigen. Skylanders lässt sich zwar mit diesem Starterpaket durchspielen, aber auch schon nach kurzer Spielzeit als Mogelpackung enttarnen.

Acht Elemente der Abzocke

Denn das Grundspiel mit seinem Starterpaket von drei Figuren deckt nur einen Bruchteil des unvermeintlich kompletten Abenteuers ab. Dafür müsste der Käufer noch 29 andere Figürchen der acht Elementartypen Erde, Luft, Feuer, Wasser, Leben, Untote, Zauber sowie Technik erwerben. Mindestens aber pro Element einen Charakter, zumal alle von ihnen verschiedene Herausforderungen, Puzzles, versteckte Areale und Minispiele mitbringen. Ärgerlich: Skylanders lässt sich ohne den Zusatzkauf nicht hundertprozentig meistern. Noch ärgerlicher: In unzugänglichen Bereichen gibt es auch nützliche Extras für bereits vorhandene Figuren, an die man allerdings ohne weitere Investition nicht herankommt. Das Programm erinnert den Konsumenten zu gegebener Zeit und entsprechender Stelle immer wieder daran. Bei einem derzeitigen Stückpreis von bis zu 10 Euro bzw. Dreierpack über 20 Euro ergibt sich so insgesamt ein finanziell happiges Gesamtpaket für den vollen Spielgenuss.

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Die Charaktere werden demnach auch nicht einfach über ein herkömmliches Menü oder Knopfdruck gewechselt, sondern auf das Portal platziert – ohne sonstige Umwege wird der spielbare Protagonist so ins Spiel integriert. Besonderer Clou dabei: Ausrüstung, gesammeltes Gold, verdiente Fähigkeiten und alle sonstigen Daten werden in eben jenem greifbaren Spielzeug abgespeichert und darf so wie es ist auch auf den anderen Konsolen mit vorhandenem Portal gespielt werden – sei es nun Nintendo Wii, 3DS, PC oder Xbox360. Das hat uns durchaus gefallen. Ein fader Beigeschmack spielt leider immer mit, dabei ist das Spiel an sich in seiner Simpelhaftigkeit für die angedachte Altersklasse sogar ziemlich gut. Über weite Strecken führen lineare Wege durch die zerstückelte Welt der Skylands, man sammelt in erster Linie Goldschätze sowie bestimmte Siegel um diese für Upgrades einzutauschen und vermöbelt natürlich unterschiedlichste Gegnertypen oder die vereinzelten großen Zwischengegner. Auch kleinere leichte Rätsel gehören zum Repertoire, über Sachen verschieben oder Schlüsselsuche gehen diese aber nur selten hinaus.

Zusammen in den Skylands

Den größten Spaß bringen die Mehrspieleroptionen in Skylanders, die auch kooperatives Spielen des Abenteuers an einem Bildschirm ermöglichen. Auf den geteilten Bildschirm sowie Online-Funktionen wird also vollständig verzichtet. Darüber hinaus können waschechte Tag-Teams gebildet werden um bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Das genaue Gegenteil bietet hier ein Battle-Modus, der, wie es die Bezeichnung schon vermuten lässt, Duelle zwischen den Spielern zulässt und in Arenen stattfindet.

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Technisch niedlich

Von der technischen Seite gesehen wirkt Skylanders überaus solide, ohne jedoch besonders detailliert zu sein. Hier liegt der Fokus klar auf bunten Farben und Knuddeloptik. Am niedlichen Design der Spielwelt und witzig animierten Figuren wird schnell klar, dass sich dieses Spiel eher an Kinder ab sechs Jahren richtet. Insgesamt dürften die schwebenden Inseln in luftigen Höhen aber etwas abwechslungsreicher gestaltet sein. Gelungene Sprachausgabe sowie Texte sind in gutem Deutsch verfügbar, lassen sich aber auf Wunsch auch in Englisch umstellen. Die Steuerung funktioniert sehr gut und geht angenehm unkompliziert von der Hand, lediglich die feste Kamera und eine fehlende aktive Sprungtaste stören ein wenig.

Zweifelhaftes Konzept: Das Fazit

Eigentlich ist Skylanders um einiges besser als es die Wertung erahnen lässt. Grundvoraussetzung dafür ist allerdings, dass der Besitzer des Grundspiels mit Starter-Paket einsieht, neben dem ohnehin schon happigen Ladenpreis noch zusätzlich in unzählige Erweiterungen zu investieren. Erst dann ist dieses Spiel komplett, das dann aber auch mindestens so teuer sein kann wie deren drei oder vier, nämlich mehr als 200 Euro (Stand Ende Oktober 2011). Dies ist nicht nur weit über dem Preis eines aktuellen Videospiels inklusive Download-Content sondern auch ungeheuer schade. Das Wiedersehen mit Spyro sorgt nämlich durchaus für ein paar kurzweilige Stunden auf der Konsole.

Skylanders: Spyro’s Adventure Testbericht

Skylanders: Spyro’s Adventure

  • Release: 13.10.2011
  • Genre: Action, Adventure
  • Entwickler: Activision
  • Publisher: Activision

Gutes

+ schönes Design
+ niedliche Aufmachung
+ guter Mehrspielermodus
+ flottes Abenteuer für Kinder
+ deutsche Sprachausgabe und Texte

Schlechtes

- fragwürdiges Konzept
- feste Kamera
- nicht gerade herausfordernd
- keine aktive Sprungtaste

6.0 / 10 Nicht so gut

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