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Singstar: Made In Germany – Review

Artikel von | 29.11.2009 um 00:00 Uhr

Und es ist wieder so weit: Sony schickt die Singstar-Reihe in eine neue Runde und versucht ein weiteres Mal Karaoke-Fans zu begeistern. Ob der mittlerweile zehnte PS3-Ableger, welcher dieses Mal unter dem Motto „Made In Germany“ erscheint, ein voller Erfolg ist, oder ob das Spiel die richtigen Töne verfehlt hat, erfahrt ihr in unserer Review.

Von Connor bis hinzu Selig

Mit dem neuesten Singstar-Erlebnis dankt Sony alle deutschen Fans. Dieser ist nämlich, ähnlich wie z.B. „Singstar – Schlager“ oder der „Mallorca Hits“ -Ableger, wieder Deutschland-Exklusiv und bietet demnach auch ausschließlich Songs, die hierzulande produziert wurden. Das, was man von dem Titel „Made In Germany“ erwartet, bekommt man auch geboten. Ob es zeitlose Klassiker wie „Flieger, Grüß Mir die Sonne“ oder „Über Sieben Brücken Musst Du Gehn“ sind, oder aktuelle Chart-Songs á la Eisblume und Toten Hosen – Alle möglichen Genres aus allen möglichen Jahrzehnten sind vertreten.
Insgesamt werden einen 30 Songs geboten, alle im Grunde genommen mehr oder weniger bekannt. Die Trackliste ist im Endeffekt zwar reine Geschmackssache, bietet allerdings kaum unbekannte Lückenfüller. Lediglich ein BEN*JAMMIN wirkt zwischen musikalischen Größen wie Rosenstolz oder den Fantastischen Vier etwas deplatziert. Auch die Songauswahl der einzelnen Künstler ist im Wesentlichen gelungen. Die Entwickler haben sich bemüht, bekannte Titel der einzelnen Musiker auszuwählen. Ist es in alten Teilen schon mal vorgekommen, dass die Trackliste zwar bekannte Artisten beinhaltete, deren Songs allerdings nur Musikkennern etwas sagte, sollte der Großteil der Spieler dieses Mal spätestens nach dem ersten Mal anhören die Tracks identifizieren können.
Trotzdem sei gesagt: Der Fun-Faktor steht bei solch einen Spiel ganz oben. Und genau der kommt etwas kurz, wenn man zwar durchaus bekannte Lieder singt, von diesen aber alle Mal den Refrain kennt. Sony hätte die gesamte Trackliste eher nach diesem Punkt gestalten sollen. Bekannt sind die Songs, keine Frage, allerdings nicht immer mitsingfähig, egal ob es an dem Text oder an der Melodie liegt.

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Neuer Name – Altes Spiel

Wirkliche Neuerungen darf man beim Kauf nicht erwarten. Auch bei diesem Ableger wurde wieder auf altbewährtes gesetzt. Das Menü ist immer noch gleich strukturiert und sowohl alte Singstar-Hasen, als auch Neueinsteiger finden sich schnell zurecht. Mit wenigen Klicks gelangt ihr zur Songauswahl.
Egal ob Duell, Duett oder Teamkämpfe, alle altbekannten Modi sind auch in „Made In Germany“ wieder vorhanden. Geändert hat sich nichts, im Punkto Spielmodi vermisst man allerdings auch nichts. Ein Karrieremodus wäre für Singleplayer wohl eine Motivation, ist aber bestenfalls zweitrangig und auch ohne diesen kann man auch alleine trällern.
Am Spielprinzip selber hat sich genauso wenig geändert. Den gesamten Song über, neben der normalen Version ist auch fast immer eine verkürzte Version vorhanden, gilt es, das Lied Karaoke-Getreu nachzusingen und dabei die richtigen Töne zu treffen. Am Ende des Songs bekommt man vom System das Ergebnis seiner Sing-Versuche angezeigt. Während man im Duell gegeneinander antritt, bestreitet man im Duett den Song gemeinsam und die einzelnen Punktzahlen werden zusammenaddiert. Besonders spaßig sind dann die Songs, die Harmoniegesang bieten. Das heißt, dass beide Sänger im selben Moment unterschiedliche Texte singen müssen, der eine beispielsweise den Front-, der andere den Backgroundgesang.
Für jede Party geeignet ist der angesprochene Teammodus. Hierbei können bis zu vier Spieler pro Team in verschiedenen Disziplinen antreten. Dabei werden durch Zufall die Songs ausgewählt, die besungen werden müssen.

Eines der neuesten Features ist die Sprachsteuerung. Sobald ihr im Songauswahl-Menü seid, könnt ihr, vorausgesetzt die Sprachsteuerung ist eingeschaltet, allein durch eure Stimme ein Lied auswählen. Egal ob ihr den Interpreten oder den Titel nennt, die Songs nach Genres sortiert oder einfach durch die Liste blättern wollt, das alles ist nun komplett ohne Controller möglich. Dies gelingt außerordentlich gut, kleinere Aussetzer kann man dabei in Kauf nehmen.
Ein weiteres, für alte Teile schon als Software-Update erschienendes, Feature ist die PS2-Disc-Kompatibilität. Solltet ihr zuhause noch ältere Singstar-DVD’s haben, könnt ihr sie mit Hilfe eures PS3-Spiels problemlos abspielen.
Auf Funktionen, welche sich die Singstar-Community gewünscht hat, wurde aber auch bei diesem Ableger verzichtet. Eine Möglichkeit, seine Songsammlung in Listen zu sortieren fehlt gänzlich. Besonders für Partys und den Zufallsmodus wären solch Wiedergabelisten allerdings gut geeignet. So ließen sich Songs auch ohne Löschen von der Festplatte gut aussortieren.

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Singstar goes to HD?

Seit dem ersten PS3-Singstar versprechen die Entwickler bereits Musikvideos in HD-Qualität. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass diese bereits in HD gedreht wurden oder im Nachhinein hoch poliert wurden. Ersteres ist so gut wie nie der Fall, ein Großteil der Lieder ist einfach zu alt, dass man es von ihnen erwarten kann. Auch zweiteres wird wohl selten getan. Im Endeffekt heißt dies für den Spieler, dass er die versprochenen HD-Musikvideos nur im aller seltensten Fall zu Gesicht bekommt. Das war beim ersten Singstar so, und ist auch bei „Made In Germany“ noch so.
Viel zu oft fallen einen auch Fehler im Text oder der Tondarstellung auf. Bei solch einem minimalen Entwicklungsaufwand darf man eigentlich erwarten, dass alles fehlerfrei läuft. In „Countdown to Insanity“ sind kleinere Textpannen vorhanden und im Prinzen-Lied sind einige Töne zu lang, sodass es sich nicht richtig singen lässt.

Bei Musikspielen kommt es auch auf den Sound an. Dieser kann sich durchaus hören lassen. Die Aufnahmen klingen glasklar und lassen keine Wünsche offen. Des Weiteren kann der Spieler die Gesangsspur der Songs auch komplett ausschalten, die eigene Stimme kommt dabei 1A hervor. Kurioserweise ist dies nicht bei allen Liedern möglich, bei einigen muss man mit dem Original-Gesang leben.

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Zeige der Welt dein Talent!

Auch von Anfang an dabei: My Singstar Online. Solltet ihr im Besitz einer „Eye Toy“ Kamera oder der „Eye-Cam“ sein, seid ihr in der Lage, eure Perfomance aufzunehmen. Anschließend könnt ihr sie euch zusammen mit Freunden anschauen oder eben auf „My Singstar“ online stellen. Weltweit können dann andere Spieler sich diese dann anschauen, bewerten und kommentieren. Natürlich könnt ihr euch auch durch die Aufnahmen anderer wälzen. Vom singenden Chewbacca bis hin zu richtigen Talenten ist alles dabei.
Von vielen „Singstars“ wird auch ein Online-Spielmodus gefordert. Im Anbetracht dessen, dass die Singstar-Reihe von Grund auf ein Party-Spiel sein soll, ist solch ein Modus aber eher überflüssig.

Natürlich hat man mit „Made In Germany“ auch den Zugriff zum oft beworbenen Singstore. Dieser ermöglicht es euch, eure Songbibliothek zu erweitern. Pro Lied verlangt Sony von euch 1,49 €, verbilligte Songpacks könnt ihr auch erwerben. Mit mehr als 1000 Liedern ist der Store äußerst umfangreich und sollte für jeden etwas bieten. Zu bemängeln ist lediglich die Auswahl an deutschen Liedern. Hauptsächlich werden Ballermann-Hits angeboten, für Partys durchaus akzeptabel, deutschsprachige Songs anderer Genres würden dem Store allerdings auch gut tun.
Die noch relativ junge Store-Abteilung „Features“ bietet kostenlose und –pflichtige Zusatzfunktionen. Der Inhalt ist mit aktuell drei (Sprachsteuerung, Video- und Backgroundeditor) zwar noch mager, wird laut Sony in Zukunft aber noch aufgefüllt.

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Das Ende vom Lied

Alles in allem haben Sony und die London Studios auch diesmal wieder ein solides Karaoke-Spiel veröffentlicht. Warum nur solide? Es wird sich einfach zu sehr auf den Lorbeeren ausgeruht und kaum Neuerungen eingebracht. „Singstar: Made In Germany“ macht selbstverständlich genauso viel Spaß wie noch ältere Teile und erfüllt auch seinen Zweck. Aber besonders Kleinigkeiten, wie Wiedergabelisten, würden dem Spiel gut tun.
Die Songauswahl ist in diesem Fall größtenteils gelungen. Aber auch hier hätte man mehr darüber nachdenken müssen, wofür das Spiel entwickelt wird. Einige Songs sind für Partys und zum Mitsingen eher ungeeignet.
Die angepriesenen HD-Videos stehen immer noch im Hintergrund und auch kleinere Text-Fehler tun dem Spielspaß doch einen geringen Abbruch. Die Sprachsteuerung hingegen erweitert das Spiel sinnvoll und ist auch brillant umgesetzt.
Der Singstore bietet eine unglaubliche Auswahl, sowie gemeinsam mit der PS2-Kompatibilität, die Möglichkeit, seine Singstar-Bibliothek um ein vielfaches zu vergrößern.

Singstar: Made in Germany Testbericht

Singstar: Made in Germany

  • Release: 06.11.2009
  • Genre: Musik, Party
  • Entwickler: Sony London
  • Publisher: Sony

Gutes

+ immer noch ein Partyspaß
+ umfangreicher Singstore (1000+ Songs)
+ gut funktionierende Sprachsteuerung
+ PS2-Disc-Kompatibilität
+ "My Singstar Online" immer noch sehr spaßig

Schlechtes

- teilweise schlecht ausgewählte Trackliste
- kleinere Textfehler
- keine Neuerungen
- für Einzelspieler langweilig

8.0 / 10 Sehr gut

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