Singstar Dance – Review

Getestet von | 25.01.2011 um 00:00 Uhr

Seit nun fast mehr als sieben Jahren beglückt uns Sony in regelmäßigen Abständen mit immer wieder neuen Ablegern ihres Karaoke-Welterfolges Singstar. „Neu“ aber nur mehr oder weniger – während Tracklisten thematisch immer wieder angepasst wurden, machte die Kreativabteilung der London Studios lange Zeit eine Pause. Auf der letzt jährigen E3 dann aber die große Enthüllung – „Singstar Guitar“ und „Singstar Dance“ haben das Licht der Öffentlichkeit erblickt und sollten der leicht angestaubten Serie einen neuen Reiz geben. „Singstar Guitar“, welches spielerisch an die großen Namen des Business „Guitar Hero“ und „Rock Band“ angelehnt ist, haben wir von PS3inside bereits genau unter die Lupe genommen. Nun folgt unser kritischer Blick auf den zweiten Titel im Bunde. Ob „Singstar Dance“ das ist, was es sein will, oder ob es qualitativ völlig aus der Reihe tanzt, erfahrt ihr in unserem Review!

Screenshot

I Like To Move It

Bevor wir zu den fassettenreichen Neuerungen und der eigentlichen Spielmechanik kommen, werfen wir vorerst einen ersten Blick auf die Songliste. Wie für Singstar üblich, besteht diese aus nur lediglich 30 Songs. Kenner der Serie stören sich an diesem Fakt mittlerweile wohl nicht mehr. Im Anbetracht der Konkurrenz, die mittlerweile doch auf umfangreichere Songlisten setzt, sollten Sony aber doch so langsam ihr Veröffentlichungskonzept überdenken. Nichtsdestotrotz hat man wieder ein Händchen für gute, beziehungsweise passende Musik bewiesen. Zur Thematik und besonders zum neuen Spielgefühl passt die Auswahl nämlich ausgezeichnet. Relativ neue Chart-Songs wie Pop-Queen Lady Gaga mit ihrem „Pokerface“ oder „Don’t Cha“ von den Pussycat Dolls reihen sich ein neben Klassikern aus alten Dekaden – die Backstreet Boys sind ebenso vertreten wie Gloria Gaynor mit „I Will Survive“ oder Cyndi Lauper mit ihrem Welterfolg „Girls Just Wanna Have Fun“. Im Endeffekt ist die Trackliste natürlich wieder Geschmacksache und jeden wird sie mit Sicherheit auch nicht begeistern können. Wer zu „Living La Vida Loca“ oder „I Like To Move It“ aber nicht sein Tanzbein schwingen will oder kann, ist wohl aber generell fehl am Platz bei „Singstar Dance“. Selbstverständlich wird einem aber auch wieder die Möglichkeit geboten, seine Songbibliothek mit Hilfe des Singstores zu erweitern. Während die Auswahl generell bereits schier erschlagend ist, hält sich die Anzahl der Songs, die tanzbar sind, noch in einem sehr überschaubaren Rahmen. Aber immer noch regelmäßig wird der Store aktualisiert, sodass auch immer mehr „Dance“-Songs für insgesamt je 1,89 € verfügbar gemacht werden.

Screenshot

Schwing dein Tanzbein!

Betrachtet man nur ein Teil vom Spiel, könnte man meinen, dass Sony und Singstar mal wieder total stagnieren. Der Karaoke-Part – der, auch wenn der Schwerpunkt des Spiels möglicherweise auf das Tanzen liegt, selbstverständlich wieder enthalten ist – funktioniert nämlich komplett gleich wie in den vorherigen Ablegern. Mit Hilfe der kabelgebundenen oder Wireless-Mikrofonen ist es eure Aufgabe, in einem von drei Schwierigkeitsgraden durch präzises Singen in der richtigen Tonhöhe eine möglichst gute Punktzahl zu ergattern. Auf den von euch gesungenen Text wird dabei nicht geachtet, lediglich die exakte Höhe und ein guter Melodieverlauf sind entscheidend. Wahlweise ist dies entweder alleine, zusammen mit oder gegen einen Partner oder sogar in einer ganzen Gruppe möglich. Singstar-Kenner merken bereits: In Punkto Karaoke-Gameplay und Spielmodi hat sich nahezu nichts geändert. Ob dies nun einen großen Kritikpunkt darstellt, muss jeder für sich selbst wissen – Spaß bringt das alteingesessene Spiel nämlich auf jeden Fall noch immer.
Innovationsfanatiker freuen sich aber wohl mehr über das neue Spielelement, den Tanz-Modus. Mit Hilfe des neuartigen Move-Controllers wird es euch möglich gemacht, neben dem Gesang auch körperlich aktiv beim Song mitzuwirken. Die Funktionsweise ist hierbei blitzschnell erklärt. Nach der schnellen und unkomplizierten Kalibrierung, die wie für Move üblich allerdings vor jeder Spiel-Session neu vorgenommen werden muss, geht es auch schon sofort los. Am unteren Bildschirmrand wird eine kleine Figur eingeblendet, die euch sämtliche Schritte und Bewegungen vormacht. Ihr als angehender Detlef D! Soost seid im Handumdrehen gefordert – sofort müsst ihr die angesprochenen Moves nachahmen, selbstverständlich so gut und professionell wie es nur geht. Die Erkennung funktioniert einwandfrei, eure Figuren werden 1 zu 1 ins Spiel übernommen. Auch die Tanzschritte selbst können überzeugen. So weit wie möglich versuchten die Entwickler sich am Original zu orientieren. Öfters entdeckt man Bewegungen, die so auch im Musikvideo wieder zu finden sind oder zu mindestens thematisch stark an dem jeweiligen Track angelehnt sind. Lediglich der Fakt, dass die einzelnen Schritte nicht im Voraus auf dem Bildschirm präsentiert werden, lässt das Ganze etwas weniger intuitiv werden. Mit reinrassigen Tanzspielen, die vielleicht auch vielmehr auf Skills ausgelegt sind, kann „Singstar Dance“ also definitiv nicht mithalten. Will es aber vielleicht auch gar nicht, der Party-Spaß steht – wie auch die teilweise arg verrückten Choreos zeigen – eindeutig im Vordergrund.

Screenshot

Zeig es deinen Freunden – oder der ganzen Welt!

Auch das Aufnahme-Feature bekommt durch den neuen Spielmodus einen völlig neuen und interessanten Nutzen. Wie bereits in vergangenen Teilen ist es euch gestattet, das Playstation Eye anzuschließen, um eure Perfomances aufzunehmen. Durch die teilweise recht amüsanten und auch peinlichen Tanzdarbietungen dürfte im Freundeskreis kein Auge trocken bleiben, wenn die aufgenommenen Tanzvideos vorgeführt werden. Und solltet ihr nach dem kritischen Feedback eurer Bekannten noch immer planen, eine Weltkarriere als Background-Tänzer der großen Stars des Business zu starten, so könnte die Online-Community des Spiels euer großes Sprungbrett sein: Sämtliche eurer Videos könnt ihr im Singstar-Netzwerk hochladen und somit die ganze, weite Welt von eurem Talent überzeugen. Bekannt ist das zwar auch schon aus alten Titeln, aber besonders durch den oben angesprochenen Peinlichkeitsfaktor, der mit „Dance“ definitiv einen neuen Höhepunkt erreicht, gewinnt die Plattform an neuen Reiz.

Technischer Standard

Ein immer wiederkehrendes Thema bei Reviews, die sich auf die „Singstar“-Reihe beziehen, ist die technische Umsetzung der Spiele. Ausreichen würde es wahrlich, wenn einfach ein Abschnitt aus einem älteren „Singstar“-Bericht zitiert wird. Geändert hat sich in Punkto Grafik, Sound, Technik & Bedienung nämlich rein gar nichts. Die Gestaltung der Menüs, sowie das Design des ganzen Spiels haben sich keineswegs geändert. Noch immer ist alles vollkommen übersichtlich. Eine schnelle und einfache Bedienung, die es selbst Neulingen ermöglicht, schnell ins Spiel einzusteigen, runden dieses Bild ab. Des Weiteren läuft das ganze Spiel flüssig. Hätte man bei einer solch einfachen Spielmechanik allerdings auch noch mit Framerate Einbrüchen & Co. zu tun, würde der Spaß am Spielen aber wohl vollends verfliegen. Über den leidigen Punkt „Qualität der Musikvideos“ muss wohl kein Wort mehr verloren werden – erneut versäumte man es im Hause London Studios, die Clips, die auf Wunsch während der gesamten Perfomance im Hintergrund laufen, auf ein qualitativ höheres Niveau zu heben, wie man es von heutigen Videos dieser Art schon fast gewohnt ist. HD ist immer noch kein Thema bei Singstar und man muss keines Falls ein Star-Analyst sein, um zu vermuten, dass sich das auch bei den folgenden Ausgaben nicht ändern wird. Zu mindestens beim Sound kann „Singstar Dance“ wieder vollends punkten. Wie für ein anständigen Musikspiel schon fast Voraussetzung, ist der Sound glasklar und einwandfrei implementiert.

Screenshot

Zeug zum Tanzsternchen?

„Singstar Dance“ kämpft mit den für die Reihe üblichen Schwächen. Die Songliste ist zwar thematisch gut angepasst, fällt allerdings abermals recht mager aus. Einzelspieler werden auch diesmal recht wenig Spaß am Spiel haben und die Qualität der Musikvideos befindet sich noch immer auf einem recht niedrigen Level. Erneut beweist „Singstar Dance“ aber auch, dass die Reihe auf der Playstation 3 unangefochtener Meister der Partyspiele ist. Der Karaoke-Part des Spiels wurde wieder brillant umgesetzt, besonders in der Gruppe entfaltet das Spiel sein gesamtes Potenzial. Und das eben auch durch den, in diesem Teil selbstverständlich in den Vordergrund gerückten, neuen Spielmodus. Als Tänzer könnt ihr euch zusammen mit Sängern oder einem Tanzpartner auf die Bühne wagen und die Party rocken! Im Gegensatz zum „Guitar“-Feature wurde der Dance-Modus nämlich unheimlich gut umgesetzt. Die Choreographien sind genau auf den Song zugeschnitten und die Erkennung funktioniert meist einwandfrei. Die oft recht verrückten Schritte sorgen wohl auch des Öfteren für den einen oder anderen Lacher.
Alles in allem ist „Singstar Dance“ endlich eine sinnvolle Erweiterung, die zeigt, das möglicherweise doch noch mehr Potenzial im Franchise steckt, als man in den vergangenen Monaten geglaubt hätte. Singstar-Fans können hier genauso unbesorgt zugreifen wie Nachwuchstänzer!

Gutes

- gewohnt guter Party-Spaß
- Tanzschritte spaßig & passend zum Lied
- gute Erkennung
- Dance-Wiederholungen lösen neuen Reiz in der Community aus
- gute und ausgewogene Tracklist...

Schlechtes

- ...die aber leider wieder nur 30 Songs umfasst
- alleine recht langweilend
- erneut nur mittelmäßige Video-Qualität

8.0 Sehr gut

Kommentare

Das könnte dich auch interessieren