Silent Hill: Downpour – Review

Getestet von | 09.04.2012 um 00:00 Uhr

Kommt man auf das Thema Horror Games zu sprechen, gelangt man fast automatisch zur Silent Hill Reihe. Seit der PlayStation 1 begeistert Konami die Schocker-Fans mit Spielen um die mysteriöse Stadt. Während die Serie zu PlayStation 2 Zeiten zu Hochform auflief, mussten die letzten Teile immer wieder einiges an Kritik einstecken. Ob die Jungs von Vatra Games es mit Downpour besser machen, oder ob sich der negativ Trend der letzten Teile fortsetzt, erfahrt ihr in der folgenden Review.

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Ein wässriger Start

Schon kurz nach dem Starten bemerkt man, dass es sich bei dem Beinamen „Downpour“ nicht nur um einen x-beliebigen Titel handelt, sondern er durchaus für einige Veränderungen bei Silent Hill steht. So wird in dem neusten Ableger dem Element Wasser eine größere Bedeutung zugemessen, deren Ursache sich in der Vergangenheit des Akteurs Pendelton Murphy findet, doch sich uns erst im Laufe des Spiels völlig erschließt. Mit Pendelton Murphy steuern wir dieses Mal einen Häftling, der kurz vor seiner Verlegung in ein anderes Gefängnis steht. Die Umstände, warum Murphy hinter schwedischen Gardinen sitzt, lässt das Spiel lange Zeit ungeklärt und weckt so durchaus den Forscherinstinkt in uns, ist Murphy ein gemeingefährlicher Verbrecher, oder sitzt er womöglich unschuldig hinter Gittern? Der richtige Zeitpunkt um darüber nachzudenken, kommt vermeintlich, als wir mit anderen Häftlingen zusammen mit einem Bus in ein anderes Gefängnis verlegt werden sollen. Doch die Reise dauert nur kurz, denn nachdem der Bus von der Fahrbahn abkommt und in einem Wald landet, beginnt unser unfreiwilliger Abstecher nach Silent Hill. Doch zunächst finden wir uns bei dem Wrack des Busses wieder, Handschellen und andere Häftlinge sind spurlos verschwunden, und auch wir wollen möglichst schnell von dort verschwinden. Da der Weg zur Straße aber blockiert ist, müssen wir uns einen Weg durch den Wald bahnen. An einer Schlucht angekommen, müssen wir über einen Baumstamm balancieren, welcher auch kurz nachdem Überqueren in die Tiefe stürzt, und gerade als wir weiter des Weges gehen wollen, taucht auf der anderen Seite der Schlucht das erste bekannte Gesicht auf. Da dies der Polizistin Cunningham gehört, sieht sie uns nicht grade freundlich an. Mit erhobener Waffe versucht sie, über einen schmalen Pfad an dem Ende der Schlucht, zu uns herüber zu gelangen. Kurz bevor sie uns erreicht rutscht sie jedoch ab, kann sich aber gerade noch festhalten. Hier bietet uns Silent Hill die Möglichkeit ihr zu helfen, oder einfach weiter zu gehen. Für was wir uns entscheiden ist aber für die unmittelbar folgende Szene uninteressant, Cunningham stürzt so oder so ab, und auch in anderen Entscheidungssequenzen ist es zunächst recht irrelevant wie wir uns entscheiden, erst im späteren Spielverlauf haben unsere Entscheidungen Auswirkungen.

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Albtraum oder Realität

Allein machen wir uns also auf den weiteren Weg und gelangen auch bald wieder auf asphaltierten Untergrund und trotz des Silent Hill typisch dichten Nebels, erspähen wir schnell ein paar Häuser. Doch befinden wir uns noch nicht in Silent Hill, sondern am Fuße eines Berges, der eine alte Mine beherbergt. Das ganze wurde als Touristenort aufgezogen und trägt den Namen „Devil’s Pit“. Um nach Silent Hill zu kommen, müssen wir diesen durchqueren. Unser Weg führt uns zunächst in ein Restaurant,was, wie so ziemlich alle Gebäude sehr düster gehalten ist und seit Ewigkeiten verlassen wirkt. Unser Weg führt uns in die Küche des Restaurants, wo wir zu allem Übel Gasgeruch bemerken. Wir gehen also zum Gashahn und drehen am Rad, doch statt das der Gasaustritt versiegt, steht die Küche kurzer Hand in Flammen. Toll gemacht, Murphy. Nun, schnell den Feuermelder betätigt und die Sprinkleranlage ausgelöst. Doch wieso verschwimmt der Bildschirm und wer hat gerade die Schwerkraft ausgestellt? Als sich dann auch noch Wände, Decken und Fußboden auflösen ist die Küche nicht mehr wieder zu erkennen. Wir befinden uns in der Otherworld, einem mystischen Ort innerhalb der Silent Hill Welt, der sich durch einen rost-braunen Farbton kennzeichnet und in Downpour einer Art schwarzen Loch, vor dem wir die Flucht mit R1 antreten. Wer das Unheil dabei genauer betrachten will, kann mit L1 hinter Murphy sehen. Unsere Flucht endet aber irgendwann als wir in einen scheinbar endlos langen Gang geraten und unser Verfolger verschwunden ist. Da gerade aus kein Ende in Sicht ist drehen wir kurzer Hand um und nach nur ein paar Schritten in die Entgegengesetzte Richtung stehen wir wieder in der Küche. In den folgenden Spielstunden schlagen wir uns durch das Devil’s Pit und treffen auch auf die ersten Gegner. Bei den Gegnern haben wir es zwar nur mit einer Handvoll verschiedener Widersacher zu tun, jedoch besitzt jeder Gegnertyp eigene Angriffe und spezielle Verhaltensweisen. Hier kann lediglich das Gegnerdesign, vor allem die Kenner der Vorgänger, nicht vollends überzeugen. Das Kampfsystem an sich offenbart es sich einem auch nicht gerade als das Ausgereifteste. Angegriffen wird mit Vierreck, schwere Schläge können wir nach Halten der Viereck Taste ausführen und geblockt wird mit Dreieck. Die Kämpfe spielen sich dabei recht träge und teilweise holprig, vor allem, wenn wir es mit mehr als einem Gegner zu tun bekommen, dann sind Kämpfe eher ein Krampf. Aber gut, bei Silent Hill geht es auch mehr um Survival-Horror, als um knallharte Kämpfe. So sorgt das Kampfsystem dafür, dass wir einen gewissen Respekt vor Gegner entwickeln und Kämpfe eher scheuen, wie es ja auch eher seien sollte, als das wir uns mit Kampfgeschrei auf die Bestien stürzen. Man könnte auch sagen, es trägt zur Atmosphäre bei. Nachdem wir das Devil’s Pit endlich durchquert haben breitet sich endlich die vernebelte Stadt Silent Hill vor uns aus. Ab hier können wir uns frei bewegen, während die vergangene Spielzeit doch sehr linear gehalten war.

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Silent Hill

Wie bereits das Devil’s Pit zuvor ist Silent Hill komplett verlassen, fast zumindest, denn neben den Monstern treffen wir auch hier und da auf überlebende Einwohner, die bei unserer Flucht jedoch keine große Hilfe sind. Im Gegenteil, sie scheinen verwirrt und gehen ihren alten Gewohnheiten nach, als ob nichts passiert wäre. Als würden keine Monster umherlaufen und einem nach dem Leben trachten, wären Häuser noch bewohnt und nicht heruntergekommen und teilweise eingefallen. Uns bleibt somit nichts weiteres übrig, als allein durch die verlassenen Straßen zu streifen, durch den dichten Nebel der über der gesamten Stadt liegt nicht weiter als ein paar Meter sehend, wodurch wir uns in unserer Situation noch einsamer und verlassener fühlen. Doch sind die Straßen, gerade im Vergleich zum düsteren, verfallen Lock im Inneren der Häuser, recht trist gehalten. Zudem ruckelt hier das Spiel Stellenweise doch deutlich, was neben der sowieso nur durchschnittlichen Grafik schon ein Ärgernis ist. Hier reißt es vor allem die Atmosphäre in den Hauptmissionen und den verschiedenen Zwischensequenzen wieder raus, auch wenn Downpour mit richtigen Schockmomenten eher geizt. Es steht vielmehr das bedächtige Erkunden der verlassenen Spielwelt, und der Vergangenheit und Person Murphys im Vordergrund. Neben unserer knapp neunstündigen Flucht aus Silent Hill, bietet Downpour aber noch einige Nebenmissionen, die das Bild um Murphys Person abrunden, oder uns mit neuen Waffen und Equipment versorgen. Über die Nebenmission, aber auch über einige Hauptmissionen stolpern wir manchmal nur per Zufall, wenn wir zum Beispiel in einen bestimmten Abschnitt der Stadt gelangen, oder aber bestimmte Objekte finden. Gerade bei den Nebenmission müssen wir, um weiter zu kommen, verschiedene Sachen finden, die teilweise über die ganze Stadt verstreut sind, wodurch wir manchmal lange und doch recht öde Wege in Kauf nehmen müssen. Oft ist die Lösung für ein Rätsel dabei auch nicht gerade die Offensichtlichste, dafür wird unser Eifer mit gelungen Szenen und eben neuen Waffen und Infos belohnt.

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Fazit

Silent Hill Downpour ist ein solides Horrorspiel, mit einer gelungen Story und einer guten Portion an Rätseln. Wer auf der Suche nach einem ordentlicher Horror-Game ist wird an Downpour kaum vorbei kommen und wer bereits an den Vorgängern seinen Spaß hatte, wird die doch deutlich vorhandenen Fehler verschmerzen können.

Gutes

- subtiler Horror
- anspruchsvolle Rätsel

Schlechtes

- veraltetes Kampfsystem
- technisch unsauber

8.0 Sehr gut

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