Shift 2 Unleashed – Review

Getestet von | 17.04.2011 um 00:00 Uhr

Es ist noch nicht sehr lange her, da kam, wie jedes Jahr, ein neues Need for Speed auf den Markt. Neu war die Tatsache, dass Erfolgsstudio Criterion Games daran werkelte und sich wieder zum Ursprung der Serie besann. Doch wurde der klassische 1-Jahreszyklus kurzerhand umgestellt und so befindet sich schon jetzt das neuste NfS in Händlerregalen. Es ist ein direkter Nachfolger von Need for Speed Shift, welches 2009 auf den Markt kam. Hier geht es erneut weg von der Straße und illegalen Rennen, dafür auf die abgesperrte Rennstrecke mit strengem Regelwerk und jeder Menge aufgedonnerter Karren. Kann Shift 2 seinen Vorgänger übertrumpfen, oder ist es doch bloß ein Aufguss der Serie? Dies beantworten wir euch in unserer Review.

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Der Rennsport ruft

Nachdem Slighly Mad Studios, ein eher unbekanntes Studio, 2009 erfolgreich mit Shift einen guten Teil der NfS Serie ablieferte, ist es kaum verwunderlich das EA das Studio prompt mit einem neuen Teil beauftragt. Doch was für viele sicherlich verwunderlich ist, ist das Erscheinungsdatum. So kam der Titel schon Anfang April auf den Markt. Zu seinem direkten Vorgänger stellt das Spiel einen starken Kontrast dar. Simulation statt klassischer Arcade-Raserei. Legale Rennen mit hochgezüchteten Sportwagen auf abgesperrten Rennstrecken, statt illegale Straßenrennen mit Serienkarren gegen die Polizei. Schon seit 2007 versucht die Need for Speed Serie ein großes Spektrum der Vielfalt mit Hilfe der Simulation zu bekommen, doch Pro Street floppte und erst Shift konnte diesbezüglich begeistern. Von daher stürzen wir uns nun direkt ins Spielgeschehen. Wie schon im Vorgänger habt ihr im Hauptmenü einiges an Auswahlmöglichkeiten. Das Hauptmenü ist zudem sehr ansprechend gestaltet. So ist man in mitten eines Fahrerfeldes bei Nacht und die einzelnen Menüpunkte sind nun um einen schicken Nissan GTR V-Spec verteilt, den man so aus allen Perspektiven zu Gesicht bekommt. Eine nette und gelungene Idee. Herzstück ist und wie sollte es anders auch sein, der Karriere Modus von Shift 2. Dieser beginnt sogar exakt so, wie er bei Shift 1 angefangen hat. Ihr bekommt ein nettes Video zu Gesicht und werdet dann von einem echten Rennfahrer begrüßt. Dieser ist sozusagen euer Coach und kontaktiert euch bei Anfang und Ende eines Rennevents. Außerdem leitet er stets die einzelnen Kategorien ein. Eure erste Aufgabe ist es nun, einen Nissan GTR V-Spec über einen kleinen Rundkurs zu jagen, um die perfekte Steuerung für euch zu finden. Diese erstreckt sich über ein breit gefächertes Feld von Einstellungen. So findet das Spiel nicht nur die Art der Steuerung, sondern auch weitere Einstellungen und die Auswirkung dieser anhand eures Fahrstiles für euch heraus. So kann man beispielsweise ganz ohne Hilfen fahren, oder mit allen Hilfen die das Spiel zu bieten hat. Bei bestimmten Schwierigkeitsgraden sind jedoch bestimmte Einstellungen wie der Bremsassistent, oder Lenkhilfe nicht mehr verfügbar. Nachdem die Einstellungen stimmen, dürft ihr diese gleich unter Beweis stellen, indem ihr mit dem gleichen Wagen, auf dem gleichen Kurs ein kleines Rennen fahrt. Anhand dessen, legt das Spiel den allgemeinen Schwierigkeitsgrad der KI fest. Dieses sind die drei Klassiker Leicht, Normal und Schwer. Nachdem das kleine Intro-Tuturial zur Karriere gemeistert ist, müsst ihr euch nun euer erstes Gefährt aussuchen, um dann euren Aufstieg zur Rennikone zu beginnen. Zu Beginn stehen einem natürlich die schwächeren Wagen, wie etwa ein Audi A3, oder einem Chevrolet Cobalt SS zur Verfügung. Wie auch schon in anderen Need for Speeds, sind die Fahrzeuge in Kategorien eingeteilt. Diese gehen von D bis A. Die Wagenauswahl ist in Shift 2 Unleashed imens und es wurde jede erdenkliche Marke, ausgenommen Ferrari, ins Spiel mit aktuellen Fahrzeugen integriert. Ob Audi, Dodge, Pagani, oder Lamborghini. Von Sport, über Muscle-Cars, bis hin zu Super-Sportwagen ist alles vertreten. Wir entscheiden uns erst mal für einen Audi A3 und werden nun mit der eigentlichen Karriere konfrontiert.

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Mittendrin statt nur dabei

Die Karriere ist aus Tickets aufgebaut. Unter diesen Tickets gibt es bis zu 4 Kategorien, unter diesen sind dann nochmal mehrere Tickets und darunter dann die Events. Klingt jetzt recht kompliziert, ist es aber nicht. Weitere Tickets schaltet ihr durch Rangaufstiege frei. Diese bekommt ihr während des Rennens und diese sind auch von Shift 1 übernommen worden. Anders jedoch als in Shift 1, entscheiden sie nicht mehr, ob ihr fair oder aggressiv seid. Außerdem gibt es nur noch 20 Rangaufstiege und nicht mehr 50. Punkte für Rangaufstiege sammelt ihr wie bereits erwähnt in Events für bestimmte Dinge, wie auf Ideal-Linie fahren, Höchstgeschwindigkeit, oder sauberes Überholen. Auch gibt es pro Event immer bestimmte Ziele, wie etwa eine Runde die Führung halten, oder eine bestimmte Zeit unterbieten. Nach kurzer Zeit hat man sehr viele Events freigespielt, was dem Spiel leider negativ an zu rechnen ist, denn dies geht eigentlich viel zu schnell. Kaum ist man mit den Klasse D Events fertig, kann man schon fast die Hälfte der Events machen und nach kurzer Zeit kann der Spieler schon an den Finalevents teilnehmen. Hier sollte das Spiel in dem Sinne etwas strenger sein, sodass man zumindest ein wenig mehr leisten muss, um weiter zu kommen. Ein positiver Nebeneffekt ist jedoch, dass man so sehr schnell unglaublich viele Events aus ganz unterschiedlichen Bereichen zur Verfügung hat. Tatsächlich hat Shift 2 Unleashed einen sehr großen Umfang mit einer großen Anzahl an Events. Man kann sich hier glatte 15 Stunden aufhalten und hat immer noch nicht alle Events einmal gespielt. Auch die Anzahl an Modi ist vertretbar und gut gemixt. So gibt es natürlich erst mal die Einteilung in den vier Fahrzeugklassen und dann in die Tickets. Da gibt es dann normale Einzelrennen, Grand-Prix’s, Zeitfahren Challenges, Eliminator, Drift, Hersteller-Rennen, oder Duelle. All diese Eventtypen werden von Zeit zu Zeit durch kleine Videos eingeleitet und immer ist ein Profirennfahrer zu sehen, der sozusagen euch durch das Video führt. Die Videos sind meist so aufgebaut, dass ihr am Ende eine Challenge vom jeweiligen Fahrer bekommt, das wenn ihr die Meisterschaft gewinnt, ihr den speziellen Wagen des Fahrers bekommt. Die Videos sind ganz nett, hätte man sich jedoch auch sparen können, zudem sind die deutsche Synchro hierbei sehr schwach aus. Hat man sich dann für eine Rennevent entschieden, dann wird man nach annehmbarer Ladezeit sofort an die Start/Ziellinie gesetzt. Der Spieler hat nun fünf unterschiedliche Kameraperspektiven, mit denen dieser fahren kann. Wie im Vorgänger gibt es auch die beliebte Cockpit-Perspektive, die nun erweitert wurde. So gibt es die im Vorfeld angekündigte Helmkamera. Dies soll euch noch intensiver ins Renngeschehen holen und das Rennen sozusagen direkt aus den Augen des Fahrers zeigen. Zusätzlich neigt der Fahrer immer seinen Kopf in Kurvenrichtung. Die Helmkamera ist in jedem Fall gut geworden und erfüllt ihren Zweck, jedoch braucht der Spieler erst ein wenig Übung. Wir sind dann doch lieber bei der normalen Cockpit-Ansicht geblieben. Positiv sind in dem Zusammenhang noch die Effekte zu nennen. So verschwimmt das Cockpit bei höherer Geschwindigkeit immer mehr und der Fahrer konzentriert sich immer mehr auf die Strecke. Der Tunnelblick wird dadurch gut rübergebracht und die Atmosphäre ist dementsprechend. Auch die Grafik ist sehr ansprechend und so haben Slighly Mad wieder ihre eigene spezielle Engine benutzt. Gerade die Stadtkurse Miami und London kommen in HD sehr gut rüber. Aber auch offene Rennstrecken gefallen und überzeugen mit einigen Details. Zwar sehen Gras und Streckenrand manchmal ein wenig mau aus, aber wer bleibt in einem Rennen stehen, um sich Gras an zu schauen? Auch die Wagenmodelle wurden detailgetreu und gut in das Spiel eingearbeitet. Natürlich kommt man nicht an ein Gran Turismo 5 ran, aber vor der Konkurrenz muss Shift 2 sich keineswegs verstecken. Bei der Steuerung und dem allgemeinen Gameplay sieht es dann nicht ganz so rosig aus. Dies liegt an der Auslegung des Games. So funktioniert die Steuerung zwar gut, jedoch fühlt sich diese nicht so simulationslastig an, wie man es erwartet. Dies liegt unter anderem daran, dass euer Wagen bei jeder kleinsten Berührung mit anderen Wagen oder der Bande, sich entweder sofort dreht, oder wackelt was das Zeug hält. Gerade in der Cockpit-Perspektive nervt das ein wenig. Auch haben manche Wagen eine nicht ganz direkte Lenkung, was sich sofort bemerkbar macht. Die KI macht es da einem leider nicht leichter. Selbst auf dem leichten Schwierigkeitsgrad ist das Spiel ordentlich und ist eigentlich nichts für Einsteiger, sonder schon eher für Fortgeschrittene. Auch büßen KI-Fahrer bei einem Fehler ihrerseits nichts ein. So werden wir bei einem kleinem Fahrfehler sofort überholt, während ein Gegner vor uns in die Bande fährt und dann sofort mit affenzahn heraus beschleunigt und uns sogar noch davon fährt. Das hätte man auch anders machen können. So ist eigentlich nicht ganz richtig, Shift 2 eine Simulation zu nennen, eher ein Mix aus Arcade und Simulation, der mehr in Richtung Simulation geht.

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Upgrade über Upgrade

Mit fortschreitender Karriere bekommt ihr auch immer mehr Geld, mit dem ihr euch neue Karren kaufen könnt, oder sie aber auch aufmotzt. Richtig, das Tuning ist wieder da und bietet wieder allerlei Möglichkeiten sein Wägelchen zu einem Rennboliden zusammen zu basteln. So können u.a. Motor, Reifen, Fahrwerk und Bodykits gekauft und verändert werden. Auch kann euer Wagen in jeder erdenklichen Farbe lackiert werden und mit allen erdenklichen Aufklebern bestückt werden. Habt ihr einmal alles an eurem aufgerüstet, kann dieser dann noch mit einem speziellen Upgrade zu einer Rennmaschine umgebaut werden. Ihr könnt dann euren Wagen speziell auf Strecken und Modi mit unterschiedlichen Einstellungen einstellen und Testfahrten machen. Hier kann man sich auch Stunden beschäftigen, die passenden Einstellungen für seinen Boliden zu finden. Auch nett ist, dass man im Laufe der Karriere immer mal wieder einen Wagen bekommt, durch Rangaufstiege, oder durch Erreichen bestimmter Ziele. Die Wagen haben zudem einen guten Sound im Spiel. Auch die Musik Auswahl ist gut getroffen. Zwar gibt es nur 10 Lieder, diese wurden jedoch von einigen Komponisten ein wenig neue abgemixt. Außerdem hört man Musik nur zwsichen den Rennen im Menü, ausgenommen den Driftrennen. Seine eigene Musik kann man leider nicht hören und es gibt leider auch keine Option, die Musik auch während Rennen an zu schalten. Apropos Rennen, die Pistenauswahl ist wirklich ein wahrer Augenschmaus und wird dem großen Umfang gerecht. So gibt es zwar viele Strecken aus dem Vorgänger, doch da dies fast nur reale Rennstrecken sind, ist dies nicht wirklich schlimm. Ein paar ausgedachte und neue Kurse gibt es jedoch trotzdem. Das bereits erwähnte Miami, Shanghai, oder Australien sind neu im Bunde. Zu den Weltstrecken zähen sich die Nordschleife, Brands Hatch, oder Spa. Eine weitere Neuerung sind auch die Nachtrennen. Auch diese sind grafisch sehr gut gemacht und kommen sehr gut rüber. Neben dem Karriere Modus, kann der Spieler natürlich auch ein ganz normales Quickrace spielen, oder sich online Duelle liefern. Online kann man Ranglistenrennen machen, die auch für euren Rank gewertet werden. Bei einem Privaten Rennen kann jederzeit ein Freund eingeladen werden. Online funktioniert das Spiel sehr gut und auch der Sprachchat bereitet keine Probleme. Auch gibt es jetzt eine Art Turnierfunktion online. Ihr habt hier sozusagen mehrere Runden, wo ihr immer ein Duell gegen einen anderen Fahrer fahren müsst. Beide fahren denselben Wagen, dieser wird vom Spiel ausgesucht, genauso wie Strecke und Rundenanzahl. Mit wem ihr spielt ist in dem Fall natürlich Zufall, da es darauf ankommt, in welcher Kategorie ihr beim Turnier fahrt. Bei einem Sieg steigt ihr immer eine Kategorie auf, bei einer Niederlage bleibt ihr einfach auf eurem derzeitigen Level. Leider merkt man bei diesem Modus wieder die Unsportlichkeit einiger Gegenspieler. So wird einem oft am Start mit Gewalt in das Heck gerammt, um dadurch ungehindert gewinnen zu können. Dies ist mehr oder weniger der einzige Frustpunkt bei dem Modus, da es sonst eigentlich eine tolle Idee ist und auch gut funktioniert.

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Ein Auge auf Alles

Was vielen Spielern zu Anfang eventuell gar nicht sofort auffällt ist, dass auch Shift 2 Unleashed mit dem von Criterion entworfenen Autolog Feature auftrumpft. Wie auch schon in Hot Pursuit, speichert Autolog sämtliche Rundenzeiten und zeigt euch zu jedem Event eine Rangliste der Freunde. Auch empfiehlt Autolog euch Events aufgrund eurer Events und zeigt euch neue Wall-Einträge und Rekorde eurer Freunde. Auch kann man Events direkt an Freunde empfehlen und Screenshots in der eigenen Bilder-Galerie veröffentlichen. Was in Shift 2 sehr angenehm ist, ist die Tatsache das einem Autolog nicht so sehr aufgedrückt wird. Es kann jederzeit per Select im Menü aufgerufen und wieder geschlossen werden und ersetzt in dem Sinne nicht das komplette Menü. Es wurde trotzdem darauf geachtet, dass Feature gut unter zu bringen und das ist sehr gut gelöst worden, sodass Shift 2 Unleashed von Autolog profitiert.

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Fazit:

Shift 2 Unleashed ist ein gutes Rennspiel, welches allerdings nicht so wirklich in Arcade passt, aber auch nicht so ganz in die Simulation. Es ist ein Mix aus beiden, was den Titel aber nicht schlechter macht, sondern eher seine eigene Note aufdrückt. Slighly Mad haben zudem gute Arbeit geleistet und so wurde Shift 2 Unleashed gegenüber zu Shift 1 noch mehr optimiert und der Umfang ist in Form von Features, Events und Autos gestiegen und ist erfreulich groß ausgefallen. Natürlich erfindet Shift 2 Unleashed nichts neu, lohnt sich jedoch trotzdem zu kaufen.

Gutes

+ Imenser Umfang
+ Schöne Grafik und gute Technik
+ Helmkamera sorgt für genügend Adrenalin
+ Autolog Feature gut genutzt

Schlechtes

- Fahrer-Level sind viel zu schnell erledigt und obendrein noch weniger als der Vorgänger
- Die KI ist eindeutig zu schwer

8.5 Sehr gut

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