Sherlock Holmes: Crimes & Punishments im Test – Offenkundig gut oder doch trügerisch?

Getestet von | 20.10.2014 um 20:10 Uhr

Es ist nun über 100 Jahre her, seitdem der wohl berühmteste Detektiv aller Zeiten das Licht der Welt erblickte. Sherlock Holmes läutete damals eine neue Ära des Krimi-Genres ein und gilt bis heute als DER Stereotyp eines Detektivs. Den Einfluss, den Sir Arthur Conan Doyle damit seitdem auf die Kriminalliteratur hat, ist in etwa mit dem von J.R.R. Tolkien (Der Herr der Ringe) im Fantasy-Genre gleichzusetzen. Bis heute folgen zahlreiche Neuinterpretationen seiner Werke, von denen sich einige mehr und andere weniger respektvoll an den Originalen orientieren. Wird Sherlock Holmes: Crimes & Punishment der Bürde gerecht? Lest unseren Test und findet es heraus.

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Dem Verbrechen auf der Spur

In den Handlungen von Sherlock Holmes: Crimes & Punishment, werdet ihr in die Zeit des viktorianischen Englands, am Ende des 19ten Jahrhunderts, zurückversetzt. Eine nennenswerte Rahmenhandlung, wie beispielsweise in der BBC Erfolgsserie Sherlock, gibt es nicht. Das mag auf den ersten Blick zwar ungewöhnlich wirken, es bietet einem aber auch die Möglichkeit, sich uneingeschränkt auf den aktuellen Fall zu fokussieren. Davon gibt es in dem Spiel insgesamt sechs Stück, von denen übrigens drei auf Geschichten von Doyle basieren und der Rest der Fantasie der Spielentwickler zuzuschreiben ist. Bei keinem dieser Fälle hat man das Gefühl, er würde dem vorigen gleichen. Das sorgt Anfangs zwar immer für einen gewissen Spannungsschub, aber durch die durchschnittliche Spielzeit von 2-3 Stunden pro Fall, hat man nie wirkliche die Chance, eine tiefere Bindung zu den jeweiligen Charakteren/Geschehnissen aufzubauen. So verspürt man nach der Lösung des jeweiligen Rätsels zwar eine gewisse Befriedigung, die aber schnell wieder vorüber geht. Neben Sherlock Holmes und John Watson trifft man natürlich auch auf viele andere Charaktere, die den meisten aus den Büchern, Filmen oder Serien bekannt sein dürften. Zumindest vom Namen her, denn die meisten Figuren orientieren sich allgemein eher an den Büchern. Und der Unterschied zwischen Original und Neuinterpretation, kann je nach Neuinterpretation, ziemlich groß sein. Bestes Beispiel dafür ist Sherlock Holmes selbst. Wird er in Filmen/Serien oft überspitzt arrogant, unsozial und/oder als regelrechter Soziopath dargestellt, besitzt er im Original zwar auch Anzeichen einiger dieser Züge, hat aber auch ein tiefes, moralisches Einfühlungsvermögen und diese gewisse, feine Englische Art.

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 Danke aber ich schaff das schon alleine

Spielerisch ist Sherlock Holmes: Crimes & Punishment ein klassisches Adventure, das man je nach Vorliebe entweder aus der Third Person oder Ego-Perspektive erleben kann. Wer also Wert auf eine großartige Inszenierung und ein temporeiches Gameplay legt, sollte einen großen Bogen um den Titel machen. Das Spiel ist ganz klar auf das Erkunden und Verstehen der Spielwelt ausgelegt. Diese Spielwelt besteht aus mehreren kleinen Gebieten, die man frei erforschen kann. Je weiter man in einem Fall voranschreitet, kommen immer mehr und mehr Gebiete hinzu. Meist beginnt ein Fall damit, dass Sherlock, bei einem scheinbar unlösbaren Problem, um Hilfe gebeten wird. Nach einer kurzen Überredungsphase (Sherlock ist ziemlich wählerisch, was seine Fälle angeht) begibt man sich dann direkt an den Tatort. Diesen gilt es natürlich zuerst gründlich nach brauchbaren Spuren abzusuchen. Einige von ihnen sind ziemlich offensichtlich, andere hingegen nicht. Letztere findet man nur, wenn man den speziellen Beobachtungsmodus von Sherlock aktiviert, in dem man Sachen sieht, die andere Normalsterbliche nicht sehen. Allerdings wird einem immer angezeigt, wenn man sich in der Nähe eines solch versteckten Beweises befindet, was es einem quasi unmöglich macht, ihn zu übersehen. Einige dieser Beweise sind Anfangs allerdings noch nicht verwertbar, was eine genauere Analyse, einen eigenen Testlauf etc. nötig macht. Dies passiert meist in Form von kleinen Rätseln und Geschicklichkeitspassagen, die vom Schwierigkeitsgrad her, von sehr einfach bis knifflig variieren. Diese Minispiele kann man übrigens überspringen, falls man mal überfordert sein sollte.

Gutes

Respekt vor dem Original
Abwechslungsreiche Faelle
Tolle Atmosphaere

Schlechtes

Teilweise etwas anspruchslos
Keine Bindung zu den Charakteren
Technisch veraltet

7.3 Gut

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