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Shadow of the Colossus (Remake) im Test – Einzigartig

Artikel von | 16.02.2018 um 12:00 Uhr

2006 erschien Shadow of the Colossus erstmals auf der PlayStation 2. Damals konnte noch keiner ahnen, dass der Titel sich zu einem der besten Spiele aller Zeiten mausern wird. 5 Jahre später erschien der Titel dann in HD auf der PlayStation 3 und hat viele neue Spieler begeistert. Heute, 12 Jahre später, erscheint Shadow of the Colossus auch auf Sonys neuester Konsole, der PlayStation 4 und diesmal gibt es nicht nur ein HD Remaster, sondern ein waschechtes Remake. Wir haben den Titel getestet und verraten euch, ob er immer noch überzeugen kann………was für eine Frage.

Ein Mann und sein Pferd

Die Geschichte von Shadow of the Colossus fängt erstmal mit einer recht langen Videosequenz an. Der Protagonist Wander reitet mit seinem treuen Pferd Agro in ein verbotenes Land, da es heißt, dass dort die Toten zum Leben erweckt werden können. Er hat eine junge Frau dabei, welche den Namen Mono trägt, und genau diese gilt es zum Leben zu erwecken. Als er sie auf einem Altar ablegt, ertönt eine geheimnisvolle Stimme. Einer der Dormin erkennt das uralte Schwert von Wander und macht ihm ein Angebot. Er bringt Mono zurück, doch dafür muss er 16 Kolosse töten. Ohne große Umschweife macht er sich auf dem Weg, denn kein Opfer scheint ihm zu groß. Wer den Titel kennt, weiß ja wie das ausgeht, alle anderen dürfen sich überraschen lassen.

Wenn man ganz ehrlich ist, ist die Story eine kleine Schwachstelle des Titels, da sie im Grunde nur als Motivation des Protagonisten dient. Bis hin zum eindrucksvollen Finale passiert erzählerisch nämlich auch nicht mehr viel und man legt einfach nur einen Koloss nach dem anderen, bis es halt zur Auflösung am Ende kommt. Die Charaktere bieten auch nicht mehr – Wander tötet halt Kolosse und Mono ist, naja, tot. Aber in gewisser Weise passt dieser minimalistische Stil zum Spiel. Es gibt nur euch, euer Pferd und die 16 Kolosse in einer sonst verlassenen Welt. Dadurch kommt ein Gefühl der Einsamkeit auf und man ist noch tiefer in der Welt drin. Und wenn man dann endlich auf einen der Kolosse trifft, ist es wirklich was besonderes, auch wenn man sie töten muss. Das kann sogar dazu führen, dass man sich ein wenig schlecht fühlt. Immerhin wollen einen die Kolosse nichts Böses und man richtet diese majestätischen Kreaturen einfach hin. Doch wie macht man das eigentlich? Nun.

Boss, Level und Rätsel in einem

Die meiste Zeit des Spiels verbringt ihr auf dem Rücken eures treuen Pferdes Agro oder auf dem eines Kolosses. Diese sind meistens nämlich, wer hätte das gedacht, verdammt groß und irgendwie muss man sie ja zu Fall bringen. Der erste Schritt ist hierbei die Suche nach den Riesen. Dafür nutzt man das uralte Schwert, welches das Sonnenlicht reflektieren kann. Dieses Licht weist euch dann den Weg zu euren Widersachern. Wenn ihr sie dann erreicht, ist das Schwert direkt wieder nötig. Das reflektierte Licht zeigt nämlich nicht nur den Weg zu den Kolossen, sondern auch deren Schwachstellen. Sobald ihr diese gefunden habt, kommt der nächste Schritt – diese Schwachstellen erreichen. Dafür müsst ihr die Kolosse erklimmen und das ist leichter gesagt als getan. Denn meist muss man erstmal dafür sorgen, dass diese euch bemerken und dann muss man noch einen Punkt finden, an dem man sich festhalten kann. Ist das auch geschafft, gehts erst richtig los, denn nun muss man die Schwachstellen erreichen und bei der Größe der Kolosse, kann das ein wenig dauern.

Zu lange darf man aber auch nicht herumklettern, denn man hat nicht unendlich Ausdauer. Wenn einem dann am Kopf der Kolosse die Puste ausgeht, fällt man sehr tief und das tut weh und auch Energie hat man nicht unendlich. Glücklicherweise kann man sowohl die Ausdauer, als auch die Energie erhöhen. Für die Ausdauer muss man sich auf die Suche nach Eidechsen begeben. Diese sind an den Speicherpunkten in der Welt zu finden. Nachdem ihr dann mit eurem Bogen den leuchtenden Schwanz der Echse erwischt habt, müsst ihr diesen nur aufsammeln und schon könnt ihr länger klettern. Für Energie hingegen müsst ihr kleine Bäume mit Äpfeln suchen und diese einfach vom Baum schießen. Also reiten, klettern und Kolosse töten, joa, mehr macht man in dem Spiel nicht. So simpel wie das klingt, so gut ist es auch. Da jeder der Kolosse einzigartig ist und andere Herangehensweisen verlangen, kommt viel Abwechslung auf.

Nach etwa 6 Stunden habt ihr alle Kolosse erlegt, doch dann gibt es noch mehr zu tun. Da wäre einmal der Schwere Modus, bei dem ihr weniger Ausdauer und Energie habt, auch die Schwachstellen der Kolosse sind teilweise abgeändert. Desweiteren gibt es noch den Zeitangriff Modus, sowohl im normalen, als auch im schweren Modus. Hier müsst ihr die Kolosse in einer vorgegebenen Zeit erlegen und wenn euch das gelingt, gibt es sogar Belohnungen. Dadurch erhaltet ihr beispielsweise Explosionspfeile, einen Fallschirm um Stürzen zu entgehen oder ein neues Schwert. Doch das wissen Kenner des Spiels ja schon. Viel interessanter ist die Frage, was es neues gibt. Hier eine kleine Auflistung:

  • Verschiedene Filter, die den Look ein wenig ändern
  • Einen Foto Modus
  • 79 versteckte Goldmünzen zum sammeln und ja, es gibt eine besondere Belohnung wenn man alle hat
  • Verbesserte Steuerung
  • Verändertes Interface
  • Galerie mit Vergleichsbildern
  • Neues Spiel + Modus
  • Massive technische Verbesserungen, zu denen wir nun im Detail kommen

Unglaublich

Kommen wir nun zu den technischen Aspekten. Hier beantworten wir auch die Frage, warum es ein Remake und kein Remaster ist. Letzteres bohrt die Grafik nur ein wenig auf und bietet halt eine höhere Auflösung. Die neueste Version von Shadow of the Colossus bietet aber so viel mehr. Die Optik wurde komplett überarbeitet und auf die aktuellen Standards gebracht. Hier sehen sogar viele andere PS4 Titel im Vergleich alt aus. Texturen, Animationen, Beleuchtung, einfach alles wurde auf ein hohes Niveau gehoben. Was den Stil angeht, konnte der Titel 2006 schon überzeugen und mit der neuen technischen Power, wurde ein absolutes Meisterwerk geschaffen. Ehrlich gesagt gab es nur eine Kleinigkeit, die uns nicht ganz gefiel. Die Gesichter der Charaktere wirken leider sehr ausdruckslos und platt. Doch mehr gibts nicht zu meckern, ganz im Gegenteil. Wenn ihr nämlich eine PS4 Pro habt, profitiert ihr von sehr netten Vorteilen. Hier hat man nämlich noch zwei extra Grafikmodi zur Auswahl. Entweder ihr nehmt 4K Auflösung bei 30fps oder 1080p bei 60fps. Während die 60fps zu 99% gehalten werden und das Spiel butterweich läuft, sind die 30fps bei der 4K Auflösung etwas öfters am stocken. Die Ruckler sind aber mitnichten so schlimm, dass es den Spielfluss stören würde.

Nun zum Sound…….oh gott der Sound. Während auf dem Weg zu den Kolossen nur das Pferdegalopp und der wehende Wind zu hören sind, was Atmosphärisch einfach super passt und die trostlose Einsamkeit unterstreicht, gibt es bei den Kämpfen einfach nur einen Ohrgasmus. Während der Einstieg meist sehr ruhig und mystisch untermalt ist, wird im Moment des Kampfes einfach nur purer Bombast und Epik geboten. Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass Shadow of the Colossus einen der besten Soundtracks aller Zeiten bietet. Wenn da die Inszenierung, die Optik und der Sound zusammenkommen, wird da einfach etwas geboten, dass kein anderes Spiel bisher bieten konnte. Was nur noch zwei Punkte vor dem Fazit lässt, die Steuerung und die Kamera. Ersteres war damals, nunja, etwas schwerfällig und bisweilen umständlich. Die Steuerung ist zwar manchmal immer noch ein wenig träge, doch es fühlt sich ein wenig intuitiver an. Nur unser Ross Agro spielt ab und an trotzdem nicht mit. Das muss aber nicht zwangsläufig an der Steuerung liegen, es hat manchmal einen eigenen Kopf, den es gerne gegen eine Wand rammen möchte, was schon mal nerven kann. Die Tastenbelegung wurde auch ein wenig verändert, damit Ausweichrollen und anderen Aktionen leichter von der Hand gehen. Die Kamera hingegen, wurde nicht wirklich optimiert und bei manchen Manövern gibt es immer noch Probleme mit der Übersicht, doch das ist nur ein kleiner Makel.

Fazit – Zeitlos

Was kann man noch zu Shadow of the Colossus sagen, was nicht schon gesagt wurde? Klar, die Story und Charaktere sind etwas minimalistisch gehalten, bieten aber eine interessante Botschaft. Die Steuerung ist manchmal etwas träge, besonders auf Agros Rücken, doch im Vergleich zum Original gab es hier Verbesserungen. Von der Kamera kann man das nicht behaupten, die stänkert immer noch ab und an. Abseits davon, gibt es eigentlich nichts zu meckern. Die 16 Kolosse sind einzigartig und Abwechslungsreich, genauso wie sie eindrucksvoll sind. Durch die technischen Möglichkeiten der PS4, wird das Ganze auf ein neues Level gehoben. Grafisch und stilistisch werden hier so einige PS4 Titel in den Schatten gestellt. Besonders PS4 Pro Besitzer bekommen mit 4K oder wahlweise 60fps, nochmal ein wenig mehr Glanz. Dazu einer der wohl besten Soundtracks aller Zeiten und man bekommt etwas geboten, was man so noch nie erlebt hat. Shadow of the Colossus ist einzigartig, phänomenal, ein Meisterwerk, ein Meilenstein, ein Erlebnis……..einfach eines der besten Spiele aller Zeiten.

Shadow of the Colossus (PS4) Testbericht

Shadow of the Colossus (PS4)

  • Release: 07.02.2018
  • Genre: Action
  • Entwickler: Bluepoint Games, Japan Studio
  • Publisher: Sony Interactive Entertainment (SIE)

Gutes

- 16 opulente und einzigartige Kolosse
- Technisch und stilistisch grandios (besonders auf der PS4 Pro)
- Einer der besten Soundtracks aller Zeiten
- Ein Erlebnis wie kein anderes
- Foto Modus, Grafikfilter, Sammelgegenstände und mehr neues

Schlechtes

- Kamera gelegentlich nicht optimal
- Story und Charaktere für manch einen zu minimalistisch erzählt
- Steuerung könnte etwas intuitiver sein

9.1 / 10 Must Have

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