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SBK 2011 – FIM Superbike World Championship – Review

Artikel von | 22.05.2011 um 00:00 Uhr

Die Rennserien der einzelnen Rennklassen müssen sich Jahr für Jahr was Neues einfallen lassen. Diesmal hat es funktioniert. SBK 2011 ist ein Schritt in die richtige Richtung. Der Unterschied ist, dass man sich nun von der Formel 1 Konkurrenz etwas inspirieren lassen hat. Die Parallelen sind nicht zu verkennen.

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Einstieg zum Aufstieg

Nachdem man sich für eines von drei Angeboten in der kleinsten STK1000-Klasse entschieden habt, geht’s um Ruhm und Ehre, vor allem aber um Rufpunkte. Sammelt man genug davon, kann man sich von den Hinterbänklern lösen und mit mehr Pferdestärken unterm PoPo die Runden in den Asphalt brennen. Zum Beginn der Saison wird man erst einmal nur im Mittelfeld herumfahren, was vielleicht frustrierend erscheinen mag. Aber umso motivierender ist es, sich dann bis an die Spitze durchzubeißen. Nach und nach tröpfeln auch die ersten Angebote für die höheren Rennklassen ein, bis ihr mit eurem selbst erstellten Charakter schlussendlich in der SBK-Serie mit 1000-ccm-Monstern gegen Max Biaggi, Marco Melandri und Carlos Checa um den Sieg fahrt.

Milestone richtet den Fokus abseits der Piste aber nicht ganz so stark auf das Flair und die Atmosphäre des Sports wie die Vierradkollegen von Codemasters, sodass die Präsentation insgesamt nüchterner wirkt. Dafür gibt es eine der vielleicht besten Funktionen in einem Rennspiel, von der sich etliche Genre-Kollegen wohl eine dicke Scheibe abschneiden werden. In der Box kann man nämlich fröhlich per vorgefertigten Textbausteinen mit eurem Ingenieur reden, um die passende Einstellung für das Rennwochenende zu finden.

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Der Ingenieur ist gefragt

Wenn man zum Beispiel gerade auf der Strecke ist und dazu noch viel zu langsam oder dass das Motorrad beim Beschleunigen aus der Kurve zu instabil auf der Hinterachse ist. All das Feedback, das ihr in der einstündigen Testsitzung sammelt, kann man direkt weitergeben und vom Ingenieur umsetzen lassen – oder aber falsche Einstellungen wieder rückgängig machen. Was genau verändert wird, erzählt uns der Kollege ebenfalls, sodass man ganz nebenbei auch immer mehr Kenntnisse über die Auswirkungen der einzelnen Einstellungen erlangt.

Die höchste Simulationsstufe hätte noch einen Tick knackiger ausfallen können, da die Unterschiede zur mittleren Stufe spielerisch kaum spürbar sind. Enthusiasten wird es nicht weiter stören, schließlich ist SBK 2011 in allen drei Stufen gewohnt simulationslastig und realistisch. Wer sich nicht an die Regel hält, vor der Kurve zu bremsen, um die Kurve zu fahren und erst dann wieder Gas zu geben, wird auf dem Hosenboden landen. Dazu hält sich das Spiel bedeckt, welche Fahrhilfen konkret an- beziehungsweise ausgeschaltet sind.

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Gib Gummi

Wer die Karriere mal an den Nagel hängen und nur so zum Spaß aufs Bike steigen möchte, kann aus einem enorm vielfältigen Angebot aus Zeitrennen, Schnelles Rennen, Rennwochenende oder einer Meisterschaft wählen. Insbesondere die SBK-Tour lockt immer wieder vor den Bildschirm. In 50 Herausforderungen auf allen originalen Strecken der Weltmeisterschaft stellt man sich den Aufgaben, in einer Runde auf eine Wheelie-Zeit von 15 Sekunden zu kommen, nicht zu weit von der vorgegebenen Ideallinie abzuweichen oder an einem Checkpunkt ein bestimmtes Tempo auf dem Tacho zu haben.

Mehrspieler-Modi sind heute ja praktisch Pflicht, hier allerdings auf die Raserei via Internet beschränkt. Vor der eigenen Konsole im geteilten Bildschirm auf die Zweiräder zu steigen ist hier dann doch nicht möglich. Online macht SBK 2011 trotzdem erheblich Spaß, denn die menschliche Intelligenz ist bekanntlich nicht ohne Fehler. Der Computer hingegen spult nicht lernbar und unbeirrt seine Runden ab.

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Grafik Engine

Trotz einer überarbeiteten Grafik-Engine ist das Spiel kein Augenschmaus, ganz im Gegenteil. Zwar sehen die Motorräder und Fahrer noch recht ordentlich aus aber spätestens ein Blick in die Ferne zeigt die große Schwäche: Matschtexturen, magere Effekte und eine so karge Landschaft, dass selbst eingefleischte Motorsportfreunde bekannte Strecken wie den Nürburgring oder Silverstone kaum wiedererkennen. Für heutige Maßstäbe ist das zu wenig. Auch die Motorenklänge mögen nicht so recht zum Rest des Spiels passen, sind sie doch viel zu dünn und erinnern an einen Rasenmäher.

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Ziellinie

Während Optik und Sound enttäuschen macht die Karriere mit den lizensierten Motorädern, Namen sowie Strecken Spaß. Wer in diesem Jahr auf der Suche nach dem realistischen, glaubwürdigen Motorradspiel ist, kommt um SBK 2011 nicht herum. Im nächsten Jahr muss die Konzentration einfach auf das Gesamtpacket gelegt werden, damit es auch abseits vom Mottorrad zum Augenschmauß wird.

SBK 2011 – FIM Superbike World Championship Testbericht

SBK 2011 – FIM Superbike World Championship

  • Release: 06.05.2011
  • Genre: Rennspiel
  • Entwickler: Milestone
  • Publisher: Black Bean

Gutes

guter Karrieremodus
realistisches Fahrgefühl
sehr gute Einstellmöglichkeiten am Motorrad


Schlechtes

Schwierigkeitsgrade undurchsichtig
nicht lernbare KI

8.5 / 10 Sehr gut

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