Salt & Sanctuary im Test – Dark Castlevania Souls

Getestet von | 21.03.2016 um 17:22 Uhr

Die Souls-Reihe wird von Teil zu Teil populärer und mit Lords of the Fallen gab es auch schon einen ersten Versuch, das erfolgreiche Konzept zu übernehmen. Nun sprießen immer mehr ähnliche Spiele hervor und eines davon ist Salt & Sanctuary, welches wir in unserem Test genauer begutachten. Was man bisher am meisten vom Titel gehört hat, war, dass es ein 2D Dark Souls ist. Die Aussage trifft es eigentlich ganz gut, doch noch ein anderes Spiel spendet Elemente, das werdet ihr im Test schon merken.

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Was ist das für eine Insel?

Am Anfang beginnt ihr damit, euch einen Charakter zu erstellen und schon hier geht es mit der Ähnlichkeit zu Dark Souls los. Ihr wählt eine Klasse, ändert die Optik und auch ein erstes Item darf nicht fehlen, genau wie bei Dark Souls. Kurz darauf finden wir uns auf einem Schiff wieder, es geht auch gleich richtig los, denn wir werden angegriffen. Am Ende des Angriffs, finden wir uns auf einer Insel wieder. Wir wissen weder was hier passiert ist, noch wo wir sind. Ab diesem Punkt wird die Story durch verstreute Infos und verschiedenen NPCs erzählt. Diese haben reichlich zu erzählen und bringen auch kleine Quest-Reihen mit sich. Wo wir gerade beim erzählen sind, kommen wir zum ersten und wohl auch Größten Kritikpunkt des Spiels, die deutsche Übersetzung! Katastrophe trifft es hier nicht mal Ansatzweise, wie folgende Beispiele unterstreichen werden und nein, wir scherzen nicht, dass steht wirklich so im Spiel.

“Wir haben in der Nacht bestiegen worden.”
“Es gibt ein leerer Heiligtum bis zum Strand. Sie können es für Ihre Glaubenskenntnis zu erreichen.”

Wie man sicher schon merkt, hat der Google Übersetzer hier wohl ganze Arbeit geleistet. Auf Englisch bestehen diese Probleme zum Glück nicht. Um jedoch auf Englisch spielen zu können, müsst ihr die Systemsprache euer PS4 ändern, denn das Spiel selbst bietet diese Option nicht. Heutzutage ist das schon mehr als schlecht, so was abzuliefern.

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Hey, das ist ja wie in Dark Souls und das auch. Das auch, haha, das ja auch.

Salt & Sanctuay ist wirklich ein reines Dark Souls in 2D, es ist fast schon dreist kopiert, doch das muss ja nichts schlechtes sein. Auch Castlevania hat Einflüsse gehabt, doch dazu kommen wir noch. Es gibt nur wenig, was zumindest bis zu einem gewissen Grad an Dark Souls erinnert. Schreine anstatt Leuchtfeuer zum Leveln und Respawnen. Eine verzweigte Welt mit vielen Abkürzungen. Nachrichten anderer Spieler auf dem Boden. Waffen die zum Nutzen gewisse Attribute benötigen.Waffen gibt es übrigens auch einige, wie Schwerter, Bögen, Speere, Sensen oder Äxte. Es gibt auch Eide die ihr eingehen könnt. Selbst bei manchen Arealen denkt man sich: “Hey das ist der Bereich aus Dark Souls”. Wo wir gerade bei den Arealen sind. Diese sind zahlreich und wie oben erwähnt, miteinander verzweigt. Das funktioniert super und sorgt für viele „Ach da bin ich“-Momente, doch eine Karte wäre ganz hilfreich gewesen. Obwohl es nur ein „kleiner“ Titel ist, ist die Spielwelt doch ziemlich groß und hier und da kann man durchaus ein wenig die Orientierung verlieren und sich verlaufen. Eine kleine Map wäre wirklich nützlich gewesen.

Es gibt aber auch kleine Unterschiede zu Dark Souls. So gibt es einen richtigen Skillbaum, der eher an das Sphärobrett aus Final Fantasy X erinnert. Neben den Seelen, mist, Salz, ich meine Salz. Neben dem Salz gibt es noch Gold, welches ihr zum Einkaufen bei den Händlern braucht. Und dann gibt es da noch die Castlevania Elemente. Wir meinen hier die klassischen Castlevanias, nicht die modernen von MercurySteam. Ihr findet im Verlauf des Spiels verschiedene Fähigkeiten, wie Wandsprung, Wände durchbrechen oder unsichtbare Wege anzeigen. Diese Fähigkeiten eröffnen euch zahlreiche Wege, die vorher nicht begehbar waren und natürlich findet man so auch viele Geheimnisse. Auch gibt es öfters Sprungpassagen, die auch an die klassischen Castlevanias erinnern. Diese werden öfters durch Gegner erschwert, wo wir auch schon wieder bei Dark Souls wären.

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Nur nicht gierig werden, ganz in Ruhe…..verdammte $+#*/?%& Scheiße!

Volle Kraft vorraus mündet hier oft im Tot. Man muss umsichtig und behutsam vorgehen und natürlich auf seine Ausdauer achten. Immerhin muss man immer genug Ausdauer zum Blocken oder für die Ausweichrolle haben. Geübte Spieler werden später auch kein Schild mehr benötigen, außer vielleicht zum parieren, dass geht natürlich auch. Bosse dürfen natürlich auch nicht fehlen und die sind zahlreich und abwechslungsreich. Öfters brauchten wir mehrere Anläufe, da wir uns erstmal mit den Angriffen der Gegner vertraut machen mussten.  Wenn wir dann nach einem anspannenden Kampf endlich den Sieg errungen haben, gibt es natürlich die Bossseele, verdammt, das Ohr des Bosses, mit dem ihr dann eine besondere Waffe herstellen könnt. Bei den Bossen ist uns aber aufgefallen, dass das Dark Souls Konzept nicht perfekt auf 2D übertragbar war. Die Ausweichrolle hat irgendwie nicht immer funktioniert, da man ja immer nur in 2 Richtungen ausweichen kann und wenn die Hitbox des Gegners dann zu groß ist, könnt ihr die Rolle noch so gut timen, es gibt trotzdem auf den Sack. Das ist aber das einzige, wirkliche Manko, was und im Kampf aufgefallen ist. Kämpfen kann man natürlich auch gegen andere Spieler, denn PvP darf in einem echten Souls Spiel nicht fehlen. Genauso wenig wie Koop mit anderen und das funktioniert in Salt & Sanctuary sogar lokal! Naja, eigentlich nur lokal, online spielen ist nicht. Wenn ihr mit einem Freund spielen wollt, müsst ihr eine Statue eurem Schrein opfern und schon kommt ein zweiter Spieler angelaufen. Damit dieser dann in die Action eingreifen kann, braucht ihr nur noch einen Account mit einem weiteren Spielstand. Hierbei sind die Level egal, ein Level 100 Charakter kann problemlos mit einem Level 1 Charakter umherziehen. Wenn einer der beiden dann stirbt, müsst ihr ihn einfach am Schrein wieder abholen. PvP funktioniert eigentlich fast genauso. Einziger Unterschied ist, dass einer der Spieler ein Ei des Zorns zerbrechen muss und schon kann man sich gegenseitig die Rübe einschlagen.

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So, dass war schon das wichtigste, kommen wir noch zu ein paar Kleinigkeiten. Die Steuerung funktioniert verdammt gut und ist schnell erlernt, besonders wenn man Souls Spiele kennt. Die Optik ist auch gut, wenn auch der Stil etwas eigen ist. Irgendwie ist es eine Mischung aus Wasserfarben/Cel-Shading und einem Puppenspiel. Klingt komisch, ist aber so. Der Sound ist auch klasse und die Musik kommt mit leichten Rock-Einflüssen daher, was aber durchaus stimmig ist. Bleibt noch die Spielzeit. Die liegt bei ~20 Stunden beim ersten Durchgang, je nach Skill mehr oder weniger. Dann ist da aber noch New Game+ und damit erhöht sich die Spielzeit natürlich auch nochmal.

Fazit – Ja, es ist ein 2D Dark Souls und es ist gut

Salt & Sanctuary überträgt die Dark Souls-Formel sehr gut ins zweidimensionale und wir würden uns nicht wundern, wenn es sich gut verkauft und eine Fortsetzung nach sich zieht. Zum Preis von €17,99 bekommt man einiges geboten und jeder der Spiele wie Dark Souls oder 2D Castlevania mag, wird hier definitiv seine Freude dran haben. Es ist natürlich nicht perfekt, besonders die deutsche Übersetzung ist einfach nur lächerlich schlecht und eine Karte wäre nett gewesen, doch der Rest passt einfach. Wir sprechen eine klare Empfehlung aus.

Randnotiz: Wäre nicht die unglaublich schlechte Übersetzung gewesen, hätte das Spiele eine 9er Wertung verdient.

Gutes

- Abwechslungsreiche und verzweigte Spielwelt
- Fordernde Gegner und Bosse
- Lokaler Koop und PvP
- Massig Waffen, Rüstungen und Gegenstände
- Charaktervielfalt durch großen Skillbaum
- Viel Spiel, für wenig Geld

Schlechtes

- Deutsche Übersetzung ist eine reine Katastrophe
- Eine Karte der Welt wäre hilfreich gewesen

8.6 Sehr gut

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