Saints Row IV – Review

Getestet von | 31.08.2013 um 20:09 Uhr

Verblüfft waren wir über die Ankündigung von Saints Row IV. Eigentlich sollte ein DLC für den, im November 2011 erschienen, dritten Teil der Serie herausgebracht werden. Enter the Dominatrix lautete der Titel und bei der Entwicklung merkte das Studio Volition, dass der DLC einfach zu groß wird und so entschied man sich, noch für diese Konsolengeneration, einen eigenständigen Titel auf den Markt zu werfen. Ob das eine weise Entscheidung gewesen ist, seht ihr in den nächsten Zeilen. Willkommen in der Matrix oder auf dem Raster oder dem größten Spielkasten der Welt.

Saints Row 4 Gang

Diese smarten Damen und Herren sorgen für Spaß auf dem Bildschirm

Yes, we can

„Alles bloß nicht zu ernst nehmen“ ist ein guter Rat, wenn ihr dieses Spiel einlegt. Für Veteranen dieser Serie ist es keine Überraschung, aber diejenigen, die sich eine Alternative zu GTA suchen und die Wartezeit zum neusten Teil verkürzen wollen, sollten keine Storyliebhaber oder Logikfetischisten sein. Für die besonderen Verdienste eurer Saints Truppe, dieses Land gegen Terroristen verteidigt zu haben, erhaltet ihr, als Boss, die größte Auszeichnung. Ihr werdet Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Eure Regentschaft verläuft aber nicht reibungslos, denn Aliens aus dem Zin Universum, angeführt von dem Herrscher Zinyak, überfallen den blauen Planeten, um die Menschheit zu versklaven. Als The Saints Gangboss-Präsident steht ihr auf Action, schnappt euch die dicksten Wummen und versucht die Invasion zu stoppen. Leider gelingt es nicht ganz, denn Zinyak entführt euch und eure Gang. Ihm gefällt der Mut und so tötet er euch nicht einfach, nein, er bringt die Widerständler in die Computersimulation 31. Hier will er euch für die Gegenwehr zu Zucht und Ordnung erziehen. Die Stätte Sim nennt sich Steelport, ist in drei Stadtteile aufgeteilt und sollte aus dem Vorgänger bekannt sein. Hier hat sich nicht viel verändert. Ab jetzt ist vieles schon frei begehbar, aber es ist aus der Erfahrung heraus immer besser, erst den Hauptplot für eine Weile zu verfolgen. Die Stadt ist unter der Kontrolle der Zin. Ihr schafft es schnell aus dieser Sim zu fliehen, aber es überschlagen sich die Ereignisse und ihr beschließt, mit der Hilfe eurer Agentenfreundin Kinzie, wieder in das Projekt einzutauchen, um Zinyak endgültig zu vernichten. Ihr findet das übertrieben? Wartet es ab.

Saints Row 4 Zinyak

Herr Zinyak will von euch die Füße geküsst bekommen.

Ohne Ohren, grinsen im Kreis

Mehr wollten wir nicht zu der Story erzählen, da sie überdrehter nicht sein kann. Dabei hilft dann der eine oder andere Tiefschlag gegen andere Klassiker aus der Spiele- und Filmbranche und die sollen hier nicht alle verraten werden. Von nun an könnt ihr an Portalen in die reale Welt zurückkehren. Die Stadt steht euch frei zur Verfügung und lädt mit allerlei Aufgaben und anderen Aktivitäten, mit viel Abwechslung, zum Erkunden ein. Wie schon erwähnt, müsst ihr versuchen aus dem Programm heraus Zinyak zu vernichten. Es wäre jetzt langweilig, wenn der Präsident auf politische Art und Weise zeigt, er wäre der mächtigste Mann der Welt. Vielleicht kann er die Invasoren mit Politik zum Schlafen bringen. Das wäre aber nicht Saints Row Style. Der mächtigste Redenschwinger – und glaubt mir, derbe Sprüche hat er sensationell drauf – bekommt Superkräfte geschenkt. Die KI der Sim gibt euch Aufgaben an bestimmten Unregelmäßigkeiten im Programm. Dort erhaltet ihr neue oder verbesserte Kräfte. Auch das Erledigen bestimmter Zin Wächter wird mit einer neuen Kraft belohnt. Mit dem Auto durch die City fahren dauert, mit dem Sprint und dem Supersprung gepaart sind Strecken binnen Sekunden zurückgelegt. Das ist nur eine kleine Auswahl derer, die ihr noch drauf habt oder freispielt. Mehrere Feinde werden mit dem Eisstoß eingefroren oder werft mit der Telekinesekraft Autos, Passanten oder anderes Zeug auf die Brut. Mit diesen Kräften kommt richtig Spaß auf und zeigt ein weiteres Mal, dass hier in Steelport nichts unmöglich ist. In der realen Welt könnt ihr nicht mehr auf eure Kräfte zählen. Hier hilft wahre Waffengewalt in Form von einem Mechroboter. Vernichtet mit diesem die Zin und ihre Roboter. Letzteres hat eine frappierende Ähnlichkeit mit den Terminatoren aus dem Film.

Ein schier unendlich, umfangreicher Charaktereditor erwartet euch, bevor der Spaß richtig losgeht. Hier könnt ihr euch nach Herzenslust austoben, denn ob Mann oder Frau, mit viel oder wenig Sexappeal, das Gesicht blutverschmiert oder Mann mit Peggy Sue Frisur, es ist eure Entscheidung. Allein das Formen unseres Präsidenten hat Spaß gemacht und kann viel Zeit schlucken. Steelport bietet, wie anfangs erwähnt, eine große Bandbreite an Aktivitäten. Lauft durch die Stadt und „überzeugt“ die Zin aus einigen Stadtteilen zu verschwinden, damit sie unter eurer Kontrolle stehen. Von nun an müsst ihr hier keinen Angriff mehr durch die Aliens erwarten. Oder hackt Klamotten- oder Waffenläden. Das Hacken läuft mit einem Minispiel unter Zeitdruck ab. Verbindet zwei Punkte mit vorgegeben Elementen, damit die Energie fließen kann. Zu Beginn simpel, später echt herausfordernd, gerade wegen des Zeitlimits. Je mehr Läden unter eurer Kontrolle stehen, umso mehr Waffen und Kleidungsstücke stehen zur Auswahl. Auch hier ist der Kreativität (fast) keine Grenzen gesetzt worden. Ob Raver, Gothic oder alles quer Beet gemischt am Leib, es ist alles für kleines Geld, zu haben. Tragt den neusten Schmuck oder lauft auf Tanga durch die Gassen. Niemanden stört es, denn auch die Passanten laufen an euch im Hasenkostüm vorbei.

Gutes

+ Story sehr abwechslungsreich und unterhaltsam
+ Großer Umfang mit vielen Freiheiten
+ Endlich Superkräfte
+ Derber, schräger Humor

Schlechtes

- Technisch veraltet
- Häufige Glitches und Tearing
- Gegner KI äußerst unfähig

8.0 Sehr gut

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