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Ruiner im Test – Wer still steht muss sterben

Artikel von | 26.09.2017 um 15:10 Uhr

Ende 2014 wurde das Entwicklerstudio Reikon Games gegründet. Dieses besteht aus Leuten, die unter anderem an den The Witcher, Dead Island und Dying Light gearbeitet haben. Ihr erstes, eigenes, Projekt trägt den Namen Ruiner und wird von Devolver Digital vertrieben. Wir haben uns den Cyberpunk Top-Down-Shooter genauer angeguckt und verraten euch, ob sich ein Kauf lohnt.

Kill the Boss!

Mit diesem Auftrag beginnt Ruiner und so simpel wie es klingt, ist es auch. Nachdem einem die Steuerung und die Kernelemente des Gameplays näher gebracht wurden, steht man kurz davor, den Boss zu töten. Dann geht aber etwas schief und man rettet sich halbtot in eine naheliegende Stadt. Dort wird man dank einer mysteriösen Dame, die einfach nur “SIE” heißt, und einem Mechaniker wieder auf trab gebracht. Hier erfährt man auch, dass das Gehirn unseres Protagonisten gehackt und sein kleiner Bruder gefangen genommen wurde. Das Ziel ist nun simpel, Rache an den Hackern nehmen und den Bruder retten. Es kommt zwar noch ein interessanter Twist zum Ende, doch alles in allem ist die Handlung recht simpel gehalten und bietet keine Offenbarung. Die Charaktere stechen da schon etwas mehr hervor, da keiner von denen so wirklich normal im Kopf ist. Leider hat man meist nur mit “IHR” zu tun und mit den jeweiligen Bossen der einzelnen Bereiche. Ein wenig mehr Interaktion wäre hier nett gewesen. Auch ein wenig Schade ist, dass es keine Sprachausgabe gibt, sondern nur Textfenster. Hierbei darf man immer wieder mal eine Antwort wählen, doch einen wirklichen Unterschied, bringen diese nicht.

Karma ist ne Bitch

In Ruiner wird gekämpft, und zwar sehr viel. Müssten wir das Gameplay möglichst schnell erklären, würden wir es einfach mit Hotline Miami vergleichen. Es bietet zwar einige Unterschiede, ist jedoch recht ähnlich. In der Iso Perspektive rückt man zahlreichen Gegnern mit Schuss- und Schlagwaffen zu Leibe. Dabei geht es recht Blutig zur Sache und man hat zahlreiche Spielzeuge zur Auswahl. Schade hierbei ist jedoch, dass sich nur wenige Waffen merkbar unterscheiden. Schlagwaffen sind spielerisch fast allesamt gleich, lediglich Schusswaffen bieten da mehr Abwechslung. Da gibts Pistolen, MPs, Granatwerfer, Shotguns, Flammenwerfer und mehr. Diese sind jedoch durch Munition limitiert und Schlagwaffen gehen mit der Zeit auch kaputt. Weit mehr Tiefgang bieten jedoch die Fähigkeiten. Diese werden durch Skillpunkte und Levelaufstieg freigeschaltet. Letzteres geschieht durch Karma, welches die Erfahrungspunkte in Ruiner darstellt. Bei den Fähigkeiten gibt es einige zur Auswahl – manche mehr, manche weniger nützlich. Zu Beginn hat man eine Dash Fähigkeit, eine Schlagwaffe und eine Schusswaffe, die Ruiner. Die Dashs sind von Anfang an freigeschaltet, da sie essentiell im Kampf sind. Hier geht es nämlich recht schnell und hektisch zur Sache und man muss nicht selten auf Abstand gehen oder Gegnern ausweichen.

Was die anderen Fähigkeiten angeht, werden aktive und passive geboten. Bei den passiven wird die Gesundheit oder Munition für Waffen erhöht. Die aktiven kommen mit Granaten, Schutzschilden oder Gegner Hacks daher. Die aktiven Skills benötigen Energie und diese gibt es nur begrenzt. Wer also denkt, er kann mal eben alle Gegner mit Granaten wegsprengen, wird hier nicht weit kommen. Allgemein wird man hier und da Probleme haben, da Ruiner alles andere als einfach ist. Das liegt zum einen an den Gegnern, zum anderen an der Steuerung, doch eins nach dem anderen. Bei den Gegner wird eine gute Auswahl geboten, die auch mit zahlreichen Unterschieden daherkommen. Es gibt schnelle Nahkämpfer, die später auch Dashs haben, aber auch Gegner mit Schusswaffen und Schutzschilden. Manche Gegner teleportieren sich, andere halten mehr aus und wiederum andere laufen einfach auf euch zu und jagen sich in die Luft. Besonders schwer wird es hier, wenn viele verschiedene am Start sind und man sich erstmal zurechtfinden muss. Ebenso fordernd sind die Bosse. Diese halten, logischerweise, mehr aus und haben meist besondere Fähigkeiten und Bewaffnung. Hier muss man teilweise erstmal in ein paar Versuchen die Angriffsmuster erkennen, damit man diese im nächsten Anlauf entsprechend kontern kann. Das ist alles soweit nicht schlimm, wäre da die Steuerung nicht im Weg. Sie funktioniert zwar und ist an sich auch recht leicht zu erlernen, doch selbst nachdem wir mit dem Spiel durch waren, was so 4-5 Stunden dauert, waren wir noch nicht so richtig drin in der Steuerung. Hier kommt der Vergleich mit Hotline Miami nochmal ganz gut. Während man dort bereits recht früh lange Kombos hingelegt hat und sich super Badass gefühlt hat, passiertdas bei Ruiner irgendwie nie so wirklich. Es wirkt einfach unsauber und nicht wirklich rund. Sie funktioniert, ist nicht überladen oder hat Fehler, doch sie wirkt einfach nicht so direkt und sauber wie in anderen Spielen, es lässt sich schwer erklären. Vielleicht ist das auch nur ein persönliches Problem und andere Spieler finden sich sofort zurecht und fühlen sich wunderbar wohl mit der Steuerung.

Blade “Cyberpunk” Runner

Was die Optik und den Stil angeht, erinnert Ruiner nicht selten an den Sci Fi Klassiker Blade Runner oder Deus Ex. Eine futuristische Cyberpunk Welt. Hierbei bekommt man meist sehr mechanische und industrielle Gebiete vors Auge gesetzt und die sehen auch hübsch aus, ähneln sich insgesamt aber ein wenig zu sehr. Dabei gibt das eigentliche Setting eigentlich viel her und die Stadt in der man sich am Anfang wiederfindet, sieht auch super aus. Es ist düster, dreckig und blutig, doch leider macht man damit nicht so viel, wie möglich wäre. Leider gibt es auch ab und an kleiner Ruckler, wenn es richtig auf dem Bildschirm zur Sache geht. Diese sind nun keine Katastrophe, doch man bemerkt sie schon. Was den Sound angeht, gibt es jedoch nix zu meckern. Dieser wirkt immer passend und stimmig und trägt viel zur Atmosphäre bei. Ein kleinen Makel gibt es aber leider noch, die Übersetzung. Nicht nur hat sie hier und da kleine Fehler, wie fehlendeleerzeichen, sie wechselt auch manchmal von deutsch auf englisch.

Fazit

Ruiner ist nicht perfekt, doch für das erste, eigene Spiel von Reikon Games, hätte einiges mehr schief gehen können. Der Stil ist super, die Charaktere interessant und auch das Gameplay ist wunderbar kurzweilig. Die Welt und Story sind durchaus nett, hätten jedoch mehr bieten können. Bei der Übersetzung wurde hier und da ein wenig geschlampt und auch die Steuerung konnte uns nicht zu 100% überzeugen, da sie irgendwie ein wenig unsauber wirkte. Alles in allem hat Ruiner jedoch durchaus Spaß gemacht und wer Spiele dieser Art mag, wird auch seinen Spaß mit dem Titel haben.

Kurze Anmerkung: Zum Test Zeitpunkt war das Spiel noch nicht offiziell erschienen, daher ist ein Day 1 Patch, der etwaige, kleine Fehler ausmerzt, nicht auszuschließen. 

Ruiner Testbericht

Ruiner

  • Release: 26.09.2017
  • Genre: Action, Shooter
  • Entwickler: Reikon Games
  • Publisher: Devolver Digital

Gutes

- Toll designte Cyberpunk Welt
- Kurzweiliges und rasantes Gameplay
- Abwechslungsreiche und fordernde Gegner

Schlechtes

- Story hätte mehr bieten können
- Steuerung nicht wirklich rund
- Hier und da kleinere Fehler

7.6 / 10 Gut

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