Menü

Rogue Legacy – Review

Artikel von | 06.08.2014 um 07:15 Uhr

Vor etwas mehr als einem Jahr, erschien Rogue Legacy von Cellar Door Games, welches für den PC schnell zum Hit wurde. Kein Wunder also, dass der Action-RPG Plattformer, letzte Woche dann auch für PS4, PS3 und PS Vita erschienen ist. Ob es sich lohnt dieses Erbe anzutreten, lest ihr hier.
Das Spiel beginnt in einer verregneten Nacht und euer Ritter stürmt eine Burg um den König zu töten, diese kurze Abschnitt dient als Tutorial und bringt euch die Kern-Mechaniken nahe, kurz danach beginnt das richtige Spiel mit dem “Nachfahren“ des Ritters.

Und da sind wir auch schon bei einem der wichtigsten Aspekte des Spiels, den “Nachfahren“. Jedes mal wenn ihr sterbt, was einige male passieren wird, könnt ihr aus drei Rittern den Nachfahren des verstorbenen wählen und erneut versuchen die Burg zu stürmen und hinter das Geheimnis des Königs und seines Mörders zu kommen. Die Story des Spiels wird euch durch die, zufällig in der Burg verstreuten, Tagebücher näher gebracht. Sie verraten euch Stück für Stück alles was in der Burg geschehen ist. Viel mehr gibt die Geschichte nicht her, sie ist keine Offenbarung, aber für einen PSN Titel vollkommen ausreichend.

Rogue Legacy_20140804193522

Seid ihr Bereit euer Erbe anzutreten……immer und immer wieder?

Wie das Legacy im Titel schon verrät, geht es um Vermächtnisse und die bereits erwähnten Nachfahren, die sich immer wieder unterscheiden. Am Anfang seid ihr ein gewöhnlicher Ritter, wie man ihn sich vorstellt. Beim nächsten Durchgang könnt ihr dann zwischen euren drei Nachfahren wählen. Diese sind zufällig generiert und so könnt ihr vom Ritter plötzlich zum Magier oder Assassinen werden. Es gibt insgesamt 10 verschiedene Klassen, bis auf zwei Ausnahmen, lassen sich alle Klassen dazu noch durch ein Upgrade weiter entwickeln. An sich hört sich das zwar nicht sonderlich spannend an, doch genau da kommt der Kniff des Spiels. Die verschiedenen Klassen und Nachfahren kommen auch mit den verschiedensten Eigenschaften und Merkmalen daher – die durchaus amüsant sein können. Es kann sogar passieren, dass ihr einen Zwergwüchsigen mit Tourette-Syndrom bekommt, der dann auch noch einen Reizdarm hat. Dies zeigt sich dann auch deutlich im Spiel, wenn ihr bei jedem Treffer eines Gegners eine wütende Sprechblase seht und bei einem Sprung sogar mal einen fahren lasst. Diese Beispiele, haben im Vergleich zu anderen Merkmalen, jedoch keinen Einfluss auf das Gameplay. Bei anderen Merkmalen ändert sich das aber. Bei Schwindel, steht beispielsweise das komplette Level auf dem Kopf und bei Demenz, werdet ihr langsam wahnsinnig und seht Gegner, wo keine sind. Ihr habt auch immer einen Zauber dabei, von denen es 14 verschiedene gibt und welche sich auch von Klasse zu Klasse unterscheiden. Selbst die Grafik ändert sich durch die Merkmale. So gibt es Farbenblindheit, Kurzsichtigkeit oder Nostalgie, wo über das Spiel ein Filter gelegt wird, der dem Spiel einen “Alte Film“ Look verpasst. Es kann auch vorkommen, dass ein Ritter keine Merkmale hat und ganz Normal ist, aber das ist eher selten der Fall, ihr habt so gut wie immer ein oder zwei, der insgesamt über 30 Merkmale, um euren Nachfahren einzigartig zu machen.

Rogue Legacy_20140804192814

Einzigartig könnt ihr ihn auch durch die vielen Ausrüstungsgegenstände und Runen machen, welche ihr in den zahlreichen Kisten der Burg finden könnt. Als Ausrüstung gibt es je 15 verschiedene, Schwerter, Helme, Rüstungen, Glieder und Umhänge, welche eure Verschiedenen Attribute wie Leben, Mana, Schaden oder Abwehr verstärken und manchmal auch ein paar nette Fähigkeiten dabei haben. Zum Beispiel Vampirismus, durch welche ihr für jeden getöteten Gegner etwas Energie bekommt oder Luftsprung, was euch erlaubt einen Doppelsprung zu machen oder Sprint mit dem ihr euch sehr schnell über eine gewisse Strecke bewegen könnt. All diese Fähigkeiten sind stapelbar, wodurch ihr bei Bedarf 5 oder 6 Sprünge in der Luft ausführen könnt. Die Runen, die ihr finden könnt, haben auch besagte Fähigkeiten. Mit jedem Rüstungsteil könnt ihr eine von 11 verschiedenen Runen einsetzen, um so euren Nachfahren zu Individualisieren. Dies müsst ihr natürlich alles kaufen und das solltet ihr zwischen den Durchgängen auch, da ihr vor jedem betreten der Burg all euer übriges Gold abgeben müsst, später lässt sich diese Gebühr reduzieren. Zwar gibt es so gesehen reichlich Vielfalt und Sachen, die ihr nach eurem Belieben anpassen könnt, aber leider gibt es zum Kämpfen nur das Schwert, was irgendwann etwas langweilig werden kann. Ein Bogen oder eine Axt wären vielleicht auch Interessant gewesen, um für ein wenig Abwechslung im Kampf zu sorgen. Noch weiter Ausbauen könnt ich euren Nachfahren durch verbessern eures Anwesens, was ihr mit in der Burg gefundenem Gold machen könnt. Dieses Ausbauen geschieht durch das Kaufen von neuen Klassen, Upgrades und Attribut-Verbesserungen auf eurem Anwesen, etwas besser auf dem Bild unten zu sehen.

Rogue Legacy_20140804192800

Alles ist dem Zufall überlassen

Nun zur Burg, diese ist immer komplett zufällig generiert und besteht aus vier großen Bereichen. Dem Schloss, dem Wald, dem Turm und dem Verlies, welche jeweils einen Boss hat, den ihr besiegen müsst, um zum Endboss zu gelangen. Vom Look unterscheiden sich diese sehr und haben hier und da Bereichsspezifische Gegner. Auch die Gegner auf die ihr trefft, sind logischerweise immer anders positioniert. Wenn man einen neuen Raum betritt und direkt vor einem Gegner steht und keine Chance zum ausweichen hat oder wenn ohne Vorwarnung ein Zombie aus dem Boden geschossen kommt, dann stellt es sich manchmal als recht unfair heraus.
Falls ihr mal in einem Leben nicht alles erkunden konntet oder nicht aufs Neue den Weg zum Boss suchen wollt, nutzt ihr den Architekten um eine Burg festzusetzen, damit sie sich nicht wieder verändert. Jedoch müsst ihr dann auf 40% eures gesammelten Goldes verzichten, denn das ist die Gebühr für den Architekten. Es gibt hier und da auch einige spezielle Räume. Dort bekommt ihr eine bestimmte Aufgabe gestellt und müsst dann alle Gegner erledigen oder eine Truhe erreichen, ohne einen Treffer einzustecken. Da kommen wir zu einem weiteren Problem des Spiels: wenn ihr eine Truhe erreichen müsst ohne zu springen und ihr habt keinen Sprint dabei, um den Abgrund zu überwinden oder ihr müsst alle Gegner töten und diese sind hinter Wänden und ihr habt nicht den passenden Zauber dabei um anzugreifen, kann das manchmal schon sehr nervig sein. Allgemein gibt es öfters Truhen, die ihr nicht erreichen könnt oder Situationen, die unnötig schwer sind, weil ihr nicht die benötigte Fähigkeit dabei habt, was nach einer Weile schon sehr stören kann. Nun zu den anderen Truhen. Es gibt auch normale Truhen, die einfach so rumstehen und meistens nur Gold beinhalten. Und dann gibt es noch Gold-Truhen, die ihr kriegt, wenn ihr Mini-Bosse besiegt, diese Truhen enthalten so gut wie immer neue Ausrüstungsgegenstände oder Runen. Auch nach den richtigen Bossen gibt es immer eine Belohnung, neben reichlich Gold, gibt es noch eine Riesen-Truhe, die Attribut-Verbesserungen beinhalten. Wie ihr sicher schon merkt, gibt es reichlich Truhen zu finden.

Rogue Legacy_20140804193446

Es kann durchaus passieren, dass manche Gegner oder Räume der Burg für große Probleme sorgen und ihr sehr häufig sterbt. Denn das Spiel hat einen sehr knackigen Schwierigkeitsgrad. Besonders die ”Remixes” der Bosse werden sicher bei einigen für Frust sorgen. Gegen diese sind jede vorher festgelegte Ausrüstung und Attribute egal, alles wird vom Spiel vorgegeben und ihr müsst mit diesen Bedingungen euer Können unter Beweis stellen.
Und auch ohne diese Vorgaben würde sicherlich der ein oder andere nach wenigen Versuchen aufgeben, weil diese Bosse wirklich sehr schwer und teilweise unfair sind. Besonders bei einem Boss hätten auch wir fast aufgegeben, denn dieser verbindet viele Probleme des Spiels in einem Kampf. Zum einen gibt es da, die teilweise seltsame Hitbox, wodurch ihr des Öfteren Treffer abkriegt, denen ihr eigentlich ausgewichen seid oder ihr werdet von Gegnern und Projektilen getroffen, die aus einem nicht einsehbaren Bereich des Raums kommen, da die Kamera teilweise zu nah an euch dran ist und ihr nicht seht, dass ein Stück neben oder unter euch schon ein Gegner wartet. Aber wenn es doch jene unter euch gibt, denen das Spiel vielleicht noch zu leicht ist, gibt es noch “Neues Spiel +“, wo ihr alles übernehmt und dann im nächsten Durchgang, auf noch stärkere Gegner trefft und das geht so bis zu Neues Spiel +20 oder höher. Neben stärkeren Gegnern gibt es in NS+ noch die besten Ausrüstungsteile und noch eine spezielle Klasse freizuschalten. Nebenbei bemerkt hat das Spiel auch eine Platin-Trophy und zwar eine, die es in sich hat. Alleine schon durch die Boss ”Remixes”, doch wenn man sie bekommt, dann ist man einer von wenigen und das hat natürlich auch was.

Wie Damals……

So, fast geschafft – kommen wir zur Grafik, Sound und der Steuerung. Das Spiel kommt mit einem sehr charmanten 16-Bit Look daher, der einfach super zu dem Spiel passt. Unterstrichen wird das Ganze noch durch einen stimmigen Chiptune Soundtrack. Man fühlt sich manchmal wirklich wie in einem SNES Klassiker zurückversetzt, natürlich nur aufpolierter. Das Spiel läuft auf allen 3 Systemen in 60 Frames pro Sekunde und auf PS4 und PS3 in lupenreinen 1080p. Es gibt zu keiner Zeit irgendwelche Ruckler oder sonstige Probleme bei der Grafik. Ab und an hat die KI der Gegner kleinere Aussetzer, was sich darin zeigt, dass manchmal ein Gegner nur stur gegen eine Wand läuft. Das Gegner Design ist an sich auch Klasse, aber nicht allzu vielfältig, da sich viele nur durch Details oder durch andere Farben unterscheiden lassen. Selbst die Bosse sind nur größere und Stärkere Versionen von normalen Gegnern. Steuern lässt sich das Spiel sehr direkt und das geht locker von der Hand, was durch manche Gegner und Räume auch dringend notwendig ist um zu überleben.

Rogue Legacy_20140804192836

Ein Stück Nostalgie

Schlussendlich noch ein kleines Fazit: Leute, die es gerne mal etwas Herausfordernder haben und mit Spielen wie Dark Souls oder den klassischen Castlevanias oder allgemein Metroidvanias was anfangen können, werden reichlich Spaß mit Rogue Legacy haben. Wir haben für 3 komplette Durchgänge und allen Freischaltungen ca. 38h gebraucht und etwa 170 Nachfahren, bzw. Tode, was für einen PSN Titel beachtlich ist. Natürlich kann man noch reichlich länger mit dem Spiel beschäftigt sein, wenn man es immer schwerer und schwerer haben will. Für 12,99€ ist es im Store zu haben, wir können euch das Spiel nur wärmstens empfehlen, also schlagt zu.

Rogue Legacy Testbericht

Rogue Legacy

  • Release: 28.07.2014
  • Genre: Action
  • Entwickler: Cellar Door Games
  • Publisher: Cellar Door Games

Gutes

+ Audiovisuell sehr charmant und nostalgisch
+ Herausfordernd und motivierend
+ Lange Spielzeit für PSN Titel
+ Amüsante Charaktermerkmale
+ Bringt durch Zufallsgenerierung viel Abwechslung

Schlechtes

- Nur Schwert als Waffe ist etwas langweilig
- Teils unfaire Gegnerplatzierung
- Öfters Truhen nicht erreichbar wegen falscher Fähigkeiten
- Wenig Gegnervielfalt

8.5 / 10 Sehr gut

Deine Meinung? Let's Chat!

Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

Anmelden