Rock Band 3 – Review

Getestet von | 14.11.2010 um 00:00 Uhr

Die beiden großen Firmen EA und Activision liefern sich nun seit einigen Jahren den großen Kampf um die Musikspiele. Die Serien Guitar Hero und Rock Band versuchen sich Jahr für Jahr aufs Neue zu übertrumpfen. Nachdem Activision Guitar Hero Warriors of Rock nun auf den Markt gebracht hat, zieht EA nach und veröffentlicht Rock Band 3 und möchte hiermit erneut das Musikspiel-Genre revolutionieren. Ob sie das schaffen, oder ob nach den ersten Songs die Instrumente wieder weggelegt werden, lest ihr in dieser Review.

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Alles wie gehabt, oder doch nicht?

Schon 2007 konnte der erste der Teil von Rock Band das Musikspielgenre maßgeblich beeinflussen. Während bei der Konkurrenz Guitar Hero nur mit Gitarre gespielt werden konnte, waren bei Rock Band noch ein DrumSet und ein Mikrofon dabei. Seitdem kommt keins der Spiele mehr ohne diese Instrumente aus. Nachdem dieses Instrumente aber mittlerweile zum Standard gehören, möchte EA nun weiter ins Detail gehen und möchte Rock Band 3 ein neues Image und Gesicht geben. Mit dem Keyboard wurde nun das fünfte Instrument eingeführt und so übernehmt ihr mit diesem sämtliche Keyboard-Parts in Songs, die sonst immer mit Gitarre simuliert wurden. Auch bei der Gitarre hat sich was getan. EA möchte den Rockern ein so echtes Gefühl wie möglich bieten und so gibt es zwei neue Pro Gitarren. Eine mit 17 Fretbutton und 6 Strings, die anderen ist basierend auf einer echten Gitarre aufgebaut und hat 6 Strings und ist auch wie eine echte Gitarre voll funktionsfähig. Passend zu den neuen Instrumenten gibt es den Pro-Modus, wo ihr mit diesen Instrumenten spielen könnt. Da wir für unsere Review leider keines der neuen Instrumente zur Verfügung hatten, können wir euch diesbezüglich leider keine Erfahrungen mitteilen.

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Von ganz unten

Folglich müssen wir uns wohl mit den „normalen“ Plastikinstrumenten zufrieden geben. Bei diesen ist alles wie gehabt. Das Spiel simuliert einen Gitarrenhals auf denen Noten in fünf verschiedenen Farben auf euch zu kommen. Ihr müsst alle im exakten Moment mit eurer Gitarre spielen, wenn sie über die Linie laufen. Je schwerer ihr das Spiel spielt, desto schneller und anspruchsvoller wird das Spiel. So funktioniert das auch mit Bass und Schlagzeug. Beim Mikro scrollt der Text ein, genau wie beim Karaoke. Vom Aussehen hat sich bei Rock Band 3 nicht wirklich viel getan. Zwar wurden alle Charaktere grafisch optimiert, aber sonst hat Rock Band 3 den gleichen Look wie sein Vorgänger, was lediglich verändert wurde ist die Anzeige für die Noten, die wurde kleiner, dafür satter gestaltet. Spielerisch ist aber alles gleich. Im Allgemeinen hat die Technik nicht wirklich zugenommen, wurde aber auch nicht verschlechtert und ist zum Glück weiterhin auf einem hohen Niveau. Es gibt keine Grafik-Fehler oder sonstige nervige Fehler. Auch der Sound ist gerad ein Dolby-Surround ein echter Genuss. Das simulierte Publikum, die gerne auch mal mit einstimmen, sorgt zudem für eine tolle Atmosphäre. Spielt ihr schlecht buht das Publikum euch aus, spielt ihr super gibt es großen Jubel zu hören, ganz wie es sein soll. Im Hauptmenü findet der Spieler so ziemlich das gleiche Menü vor, wie schon aus den anderen Rock Band’s bekannt. Neben der Karriere gibt es noch das Schnelles Spiel, Online und einige Einstellungs-Option. Diese wurden aber aus dem eigentlichen Hauptmenü verband und wurden nun anders untergebracht, denn während des gesamten Games, kann jeder beitreten, der ein weiteres Instrument anschließt. Dies ist nicht nur eine Neuerung, sondern auch eine größere Flexibilität die der Spieler nun hat, wenn Freunde gerne mit zocken möchten. Folglich ist das Spiel nun eine große Lobby und die ganzen Einstellungs-Optionen regelt ihr nun unten am Bildschirm in einem kleinen Menü.

Quer um den Globus

Herzstück des Spiels ist selbst verständlich der Karriere Modus von Rock Band 3, der euch wieder auf eine große Reise quer über den Globus mitnimmt. Die Karriere wurde in Rock Band 3 allerdings merklich verändert. So startet ihr wirklich ganz von Vorne und seid unbekannte Newcomer, die sich in kleinen Städten erst mal einen Name machen müssen, um später dann zu Landesweiten- und irgendwann zu Weltstars zu werden. Leider ist die Karriere nicht mehr so schön aufgebaut wie sie es einst in Rock Band 2 war, da sich das ganze Spiel nur auf Challenges stützt. Für jedes Instrument gibt es nämlich einige Herausforderungen, wie etwa einen bestimmten Song auf Experte, oder 500 Hammer-Ons spielen. Für bestandene Herausforderung gibt es Fans, die euch in eurer Karriere weiter bringen. Die Karriere besteht allerdings nur aus vorgefertigten „Stops“, die ihr mit eurem Tourbus einlegt. So müsst ihr einfach an drei oder vier Städten kleine Setlisten spielen, eine bestimmte Anzahl an Sternen sammeln und dann habt ihr die Serie beendet und könnt weiter machen. Lohnen tut sich das Ganze nicht wirklich, da ihr jeden Song bereits zu Beginn verfügbar habt. Zwar bietet die Karriere einen angemessenen Umfang und ist durch kleine Videos auch nett gemeint, aber die Lust vergeht einem recht schnell. Der Charme und das was die Karriere aus den Vorgängern ausgemacht hat, sind leider verschwunden und wurden durch die weniger spektakulären Herausforderungen ersetzt. Apropos Herausforderungen. Die ganzen Herausforderungen aus Rock Band 2 die Abseits der Karriere zu holen waren, gibt es auch nicht mehr.

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Mehr denn je

Aber neben der Karriere bietet ja auch noch das Schnelle Spiel seinen Reiz, welches auch ein wenig überarbeitet wurde. Zur großen Freude vieler Fans, sind sämtliche DLC’s des Games auch mit dem dritten Teil kompatibel, seien es einzelne Songs, ganze Alben oder sogar ganze Importe von anderen Rock Band’s. Die Anzeige wurde nun mit viel mehr Infos gefüllt, so natürlich mit den neusten Schwierigkeiten der neuen Instrumente, aber auch was für ein Genre das Lied hat, oder wie lange es dauert. Außerdem kann man Songs bewerten. Je höher ihr einen Song bewertet, desto wahrscheinlicher ist diese in einer zufälligen Setlist in eurer Karriere. Außerdem habt ihr für jeden Song eine Ranglisten-Anzeige, wo ihr Platzierungen eurer Freunde mit demselben Instrument sehen könnt. Somit ist auch hier der Konkurrenz-Kampf eröffnet. Ihr könnt natürlich jederzeit online oder offline die ganzen Songs spielen. Offline mit bis zu vier verschiedenen Leuten an einer Konsole, wobei sei hier gesagt, dass jeder ein anderes Instrument benutzen muss. Während bei der Konkurrenz Guitar Hero mittlerweile jede Kombination möglich ist, muss bei Rock Band weiterhin die strenge Bandformation angenommen werden. Auch bei den Spielmodi online hat die Konkurrenz die Nase vorn, wartet Rock Band 3 mit recht spärlicher Auswahl auf. Auch hat Rock Band 3wie fast alle anderen Musikspiele den großen Nachteil, das ihr ohne Freunde auf der FL so gut wie nie online spielen könnt, da es keine Spieler gibt.

Umstritten

Nun aber mal zum wesentlichen und wohl wichtigsten Punkt eines jeden Musik-Games, nämlich, was es denn überhaupt so für Musik gibt. Hier sei gesagt, dass sich hier deutlich das neue Gesicht von Rock Band zeigt, denn bedingt durch das neue Keyboard wurden auch nur dementsprechend die Songs ausgesucht. Hard-Rock, Metal und sonstige härtere Klänge sind fast komplett durch Synthie-Pop und Rock und seichteren Klängen gewichen. Zwar gibt es natürlich weiterhin einige Metal und Hard-Rock Lieder, doch diese sind im Gegensatz zu den älteren Teilen sehr rar geworden. Dementsprechend „einfach“ sind die Lieder und fordern kaum einen geübte Spieler. Auch gibt es sehr viel Songs aus den 70er- und 80er Jahren, darunter sehr viel bekanntes unter anderem von Foreigner, Dire Straits und The J-Geils Band. Die härteren Songs kommen von bekannten Bands wie Anthrax, Slipknot, oder HIM. Im großen und ganzen hat die Setlist aber abgebaut, denn viele Songs sind zwar nett fürs Keyboard, aber gehören nicht richtig in ein Rock Band Spiel, eigentlich schade, da die Serie mit Rock Band 2 auf einem hohen Stand war.

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Fazit:

Neue Instrumente sollen Rock Band 3 revolutionieren. Die Revolution gibt es tatsächlich, zu leiden aller Spieler, die weiterhin nur mit ihrer Plastikgitarre spielen wollen, denn die Setlist hat zu Gunsten des Keyboards stark abgebaut. Die Idee des Keyboards war zwar sehr originell, vergrault aber alle Spieler die gerne härteren Sound als Synthie-Rock genießen möchten. Auch die Karriere wurde stark zurückgefahren und kommt nicht an der seines Vorgängers heran und die vielen Herausforderungen entschädigen dies nicht. So kann man eigentlich nur sagen, dass das Spiel Instrumenten-technisch einen großen Schritt nach Vorne, aber vom Gesamtpacket einen großen Schritt zurück gemacht hat.

Gutes

Neue "echte" Instrumente
Neue Innovationen die erfrischenden Wind in die Serie bringen
Großer Umfang an Songs durch etliche DLC
Setlist gut auf alle Instrumente abgestimmt...

Schlechtes

... zu leiden vom eigentlichen Rock und Metal
Keine motivierende Karriere
Sonst zu wenig Spielmodi

7.5 Gut

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