Risen 2: Dark Waters – Review

Getestet von | 14.08.2012 um 00:00 Uhr

Piranha Bytes dürfte vor allem Rollenspiel Fans und PC Gamern ein Begriff sein. Bereits mit der Gothic Reihe verbuchte man gute Erfolge und auch das 2009 erschienene Spiel Risen konnte bei den Kritikern punkten. Doch hatten ihre Titel neben der gelungenen RPG Erfahrung auch immer wieder einen faden Beigeschmack in Form von Bugs und diversen Fehlern. 2012 erscheint nun der Nachfolger von Risen, Risen 2: Dark Waters und diesmal auch für die Konsolen und damit auch für die PS3. Doch erwartet uns hier der potenzielle Rollenspielhit des Jahres, oder wird der erste Ausflug von Piranha Bytes auf die PS3 ein Bugdesaster, wie man es von so manchem ersten Versuch eines Entwicklers auf der PS3 kennt?

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Ahoi Piraten

Risen 2: Dark Waters ist der direkt Nachfolger des 2009 erschienenen Erstlings und somit führt man auch die Geschichte im zweiten Teil nahtlos weiter. Der namenlose Held ist dabei der gleiche, mit dem wir bereits im ersten Teil gegen die Titanen in den Kampf gezogen sind und einen ersten Erfolg verbuchen konnten. Doch die Titanen lassen sich davon nur wenig stören und machen sich fortan verstärkt daran die gesamte Welt in Schutt und Asche zu legen. In der Not hat sich unser alter Ego der Inquisition angeschlossen, da diese scheinbar die einzigen sind, die noch über etwas Feuerkraft verfügen. Doch auch das Leben bei der Inquisition ist nicht das Wahre und so gibt sich der Held des Spiels dem Alkohol hin. Sobald scheint sich daran auch nichts zu ändern, denn die Schifffahrtswege werden von der Titanin Mara kontrolliert und diese schickt ihre Seekraken los, die Schiffe der Inquisition zu zerstören. Wir werden hier also wohl noch länger festsitzen, aber zumindestens Rum ist in genügender Menge da und warum soll man nicht auch mal Urlaub vom Weltretten nehmen? Natürlich weil sonst das Spiel verdammt langweilig wäre und so muss uns das Spiel was zu tun geben, denn als eines Abends ein Schiff versucht im Hafen anzulegen, wird es von einem Kraken angegriffen und in die Tiefe des Meeres gezogen. Die Besatzung scheint verloren, dennoch machen wir uns auf den Weg zum Strand, um nach Überlebenden zu suchen und tatsächlich hat es zumindestens eine Frau geschafft sich an Land zu retten. Doch Unglück kommt selten allein und so machen sich gerade ein paar Sandteufel über sie her. Schnell eilen wir zu Hilfe und mit unserem Schwert sind die kleinen Biester schnell erledigt. Da nun endlich etwas Zeit zum Verschnaufen da ist, fällt uns bei genauerer Betrachtung auf, das wir die eben angespülte Frau kennen, es ist Patty, die einige noch aus Teil Eins kennen werden. Sie ist zurückgekommen, da sie wichtige Informationen hat und selbstverständlich unsere Hilfe braucht. Der Weltretter darf somit wieder in Aktion treten. In dem folgenden Gespräch mit Kommandant Carlos erfahren wir auch was es für wichtige Neuigkeiten gibt, so kennt Patty einen Weg Mara zu besiegen und zwar mit vier Waffen, die sich allerdings im Besitz verschiedener Piratenkapitäne befinden, der eine ist Pattys Vater Stahlbart, der sich gegen Mara gestellt hat und sie vernichten will. Die anderen Piratenkapitäne haben sich jedoch teilweise auf die Seite von Mara geschlagen, an ihre Waffen werden wir also nur mit Gewalt kommen. Für die Inquisition kommt das ganz passend und so schicken sie uns auf den Weg uns Stahlbart anzuschließen, die Waffen zu finden und Mara zu besiegen. Mit dem nächsten Schiff machen wir uns zusammen mit Patty auf den Weg nach Takarigua, wo das Schiff von Stahlbart vor Anker liegt und wir uns seiner Mannschaft anschließen wollen.

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Ruhm, Rum und Gold

Ab hier beginnt das Spiel so richtig und wir erkennen das typische Rollenspiel sofort wieder. Neben unserer Mission uns Stahlbart anzuschließen können wir noch andere zahlreiche Nebenquests absolvieren um Ruhm und Gold anzusammeln. Ruhm benötigen wir um die Attribute unseres Charakter aufzuleveln, wir haben dabei die Wahl zwischen Klingen, Feuerwaffen, Härte, Gerissenheit und Voodoo. Jeder Level verbessert dabei noch einmal bestimmte Talente. Bei Klingen steigert sich so der Grundwert für die Talente Hiebwaffen, Stichwaffen und Wurfwaffen. Die Talentwerte können wir noch durch das Tragen bestimmter Gegenstände verbessern, wie Ringe oder auch Bekleidung. Doch was bringt uns das Hochschrauben dieser Werte? Die Talentwerte sind für den Einsatz unserer Waffen, aber auch für Fähigkeiten wie Schlösser knacken essentiell wichtig und ermöglichen uns auch neue Varianten, Quests abzuschließen. Die Attribute sind, nachdem sie unsere Talente steigern, auch für das Erlernen neuer Fähigkeiten wichtig. So können wir uns im Kampf mit dem Säbel nur verbessern, wenn wir einen bestimmten Level bei Klingen haben. Diese neuen Fähigkeiten können wir bei Experten auf dem jeweiligen Gebiet erlernen, natürlich wollen die für ihre Mühe auch noch etwas Gold haben. Doch die die neuen Fähigkeiten und Verbesserungen sind ihr Geld wert, denn bereits im nächsten Kampf merken wir einen teilweise deutlichen Unterschied. Einen großen Kostenpunkt an Ruhm und Gold kennen wir nun, doch unser Gold können wir noch bei den verschiedenen Händlern loswerden, die uns mit neuen Waffen, Sachen und sonstigen Brauchbarem versorgen. Wer hier sparsamer Leben möchte, kann sich auch auf den verschiedenen Inseln auf die Suche nach wertvollen Gegenständen machen, die uns entweder bereits so einen Nutzen bringen, oder indem wir sie verkaufen und unser Goldberg noch etwas weiter wächst, damit wir uns bald die nächste Waffe oder Rüstung leisten können. Auch zusätzliche Aufgaben finden wir genügend in der Welt von Risen 2, sei es die Suche nach vergrabenen Schätzen, das Ansammeln von Ruhm im Kampf mit den Kreaturen, oder das Bewältigen von Nebenquests. Doch gerade hier ist Obacht geboten, denn je nach Reihenfolge wie wir die Quests abarbeiten, können wir uns spätere Quests verbauen, dabei macht das Spiel aber auch nicht halt vor den Hauptquests. Zwar stehen wir so nicht vom Game Over, dass wir das Spiel nicht beenden können, doch werden diese Szenen unlogisch und wenig nachvollziehbar gelöst.

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Eine Seefahrt die ist lustig

Doch kommen wir wieder zurück zu unserem Ziel uns Stahlbarts Crew anzuschließen, dafür müssen wir ihm zeigen, dass wir ein harter Hund sind und so machen wir uns alleine auf den Weg verschiedene Quests zu bewältigen, um uns Stahlbart zu beweisen. Patty bleibt bei ihrem Vater zurück, was Kämpfe dann etwas schwerer macht. Gerade wenn wir es alleine gegen mehrere Widersacher zu tun bekommen. Was aber nicht nur daran liegt das wir jetzt alleine kämpfen, sondern auch an dem Kampfsystem an sich. So ist gerade das Wechseln zwischen Gegner im Kampf nicht immer eine Freude, mal wird zu einem beliebigen Gegner gewechselt, nur nicht zu dem, den wir wollten, dann wird auch mal gar nicht gewechselt und hin und wieder kommt es auch vor, dass das Anvisieren an sich schon zum Problem wird und wir ein paar Mal auf die Parieren-Taste, L1, drücke müssen, bis das Spiel überhaupt einen Gegner anvisiert hat. Diese Probleme können uns dann schon mal etwas Lebenssaft kosten, da unser Held nur den Gegner pariert, den er gerade anvisiert hat. Bei den Kämpfen an sich versucht Piranha Bytes mehr Abwechslung rein zu bringen, so haben wir im Kampf Zugriff auf eine Hauptwaffe, die entweder ein Schwert oder ein Gewehr darstellt, mit der wir mit Viereck kämpfen, und eine Nebenwaffe, wie unter anderem einen Dolche oder eine Pistolen, mit der wir mit R1 unsere Gegner attackieren. Hier kann man somit schon etwas taktieren, wie man den Gegnern gegenüber tritt, da auch diese auf Haupt- und Nebenwaffe zurückgreifen. Dennoch bleiben die Kämpfe weit hinter der versprochenen Dynamik zurück. Da ist es Schade, dass man bei Risen 2 auf einige Waffenarten verzichtet hat. Aber es ist ja nicht so, dass wir nur noch mit einer Waffe in den Kampf ziehen, die Auswahl an Waffenarten ist immer noch recht groß. Und wenn wir im Kampf unsere Taktik und unsere Waffe ändern wollen, können wir weitere Waffen noch auf eine Schnellauswahl legen, im Kampf können wir dann mit dem Steuerkreuz auf 8 Waffen oder Gegenstände zurückgreifen. Recht praktisch. Benötigen wir einmal etwas was nicht auf der Schnellauswahl liegt können wir mit der Kreis-Taste jederzeit ungestört in das Inventar, auch während Kämpfen, wobei es da nicht immer garantiert ist, das wir auch tatsächlich in das Inventar gelangen, manchmal wird die Eingabe ignoriert oder es dauert mehrere Sekunden bis wir im Inventar sind. Sind wir knapp an Leben und wollen schnell an eine Flasche Rum oder Grog, kann es da zu lange dauern und bis das Inventar geöffnet ist sind wir schon gezwungen den letzten Speicher zu laden. Auf die automatische Speicherfunktion sollte man dabei nicht vertrauen, dass man kurz vor dem todbringenden Kampf wieder startet. Selbst an scheinbar logischen Punkten speichert das Spiel nur selten von alleine, hier ist man gezwungen das Spiel selbst zu sichern, es sei denn man möchte regelmäßig längere Spielabschnitte und teilweise ganze Quests wiederholen. Doch auch dies ist mehr eine Gewöhnungssache als ein ständiges Ärgernis und so schaffen wir es dann doch recht schnell unsere Qualität Stahlbart unter Beweis zu stellen. Fortan dürfen wir weitere Inseln in der Welt von Risen 2 bereisen auf der Suche nach den vier Waffen, dabei erhalten wir nur nach und nach Zugriff auf die verschiedenen Inseln, zu denen wir später aber jeder Zeit mit dem Schiff reisen können. Auf den einzelnen Inseln können wir dann zudem noch eine Schnellreisefunktion nutzen, um rasch an die verschiedenen Orte auf der Karte zu reisen. Dabei sind vor allem die kurzen Ladezeiten von Vorteil und das Reisen zwischen Orten, aber auch den Inseln geht recht schnell.

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Wir sind wirklich verflucht

Was noch vor einiger Zeit bei fast allen Rollenspielen ein großes Ärgernis war, waren Ruckler und ständige Slowdowns, vor allem in Kämpfen war dies doch sehr nervend. Mittlerweile scheinen es die Entwickler jedoch in den Griff bekommen zu haben und auch Risen 2: Dark Waters macht hier eine weitestgehend solide Figur. Wir können uns meist absolut flüssig bewegen, lediglich wenn das Spiel abspeichert stockt das Spiel kurz. Auch der Großteil der Kämpfe lässt sich ohne gravierende Slowdowns und Ruckler spielen, nur bei größeren Gegnerscharen bekommen wir Probleme, dann aber auch so richtig, sodass Kamerabewegungen und Angriffe ein Glücksfall sind. Auf viele Eingaben scheint das Spiel in solchen Fällen nur noch auf gut Glück zu reagieren und während wir auf die Angriffstaste einschlagen, steht unser Protagonist nur stumpf in der Gegend rum und lässt auf sich einschlagen. Doch auch wenn alles nahezu flüssig läuft, tauchen immer wieder Probleme auf. Bei Kämpfen stört da vor allem die Ungenauigkeit des Spiels, so sieht man den Gegner oder den eigenen Charakter deutlich vorbei schlagen, der Treffer wird dennoch gelandet. So lässt es sich nur schwer abschätzen wie weit man sich von einem Gegner entfernen muss um nicht mehr getroffen zu werden oder wie nah man heran muss um schon zu treffen. Grafisch lässt sich Risen 2 aber durchaus sehen, die Welt ist recht schön gestaltet, auch kleinere Details lassen sich immer wieder finden. Zwar hat man Nachladen von Texturen und Gegenständen, doch es gab schon hässlichere Welten. Da sind die hölzernen und sich wiederholenden Animationen, gerade in Unterhaltungen störender. So kennt man nach ein, zwei Gesprächen alle Bewegungsabläufe, die die Figuren drauf haben und so verwundert es nicht, das einige Bewegung auch nicht wirklich zum Gesagten passen. Die Vertonung ist da im Übrigen recht gelungen, die deutschen Sprecher machen einen ordentlich Job und bügeln die Fehler bei der Animation so gut sie es können wieder aus. Gerade der Humor von Risen 2 kann überzeugen, in fast jedem Dialog haben wir die Wahl auf eine sarkastische, spöttische Antwort. All das wird auch überzeugend gesprochen, nur selten gibt es Sprechsequenzen die da aus dem Rahmen fallen. Der größere Kritikpunkt hier ist, das es bei Dialogen immer wieder zu Tonaussetzern kommt, oder das Spiel auch mal Sprechpassagen überspringt. Der restliche Spielsound kann weitestgehend auch überzeugend, aber auch hier fallen einem Tonaussetzer immer wieder auf, gerade in Kämpfen passiert es doch öfters als uns lieb ist, das wir nichts mehr hören.

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Fazit

Risen 2: Dark Waters ist auf den ersten Blick ein gutes Spiel, eine ordentliche Story, gute Sprechpassagen, eine gelungene Grafik und auch das Kampf- und Talentsystem kann anfänglich überzeugen. Doch mit fortschreitender Spielzeit fallen einem immer mehr Fehler auf, einige weniger gravierende, einige doch recht störende. Und so ist eher die Fülle an Fehlern, die dem Spiel eine höhere Bewertung verdirbt, denn wir haben fast immer einen der vielen Fehler im Spiel und das nervt auf lange Sicht doch etwas. Dennoch ist Risen 2: Dark Waters ein gelungenes Rollenspiel und Rollenspielfans die nicht auf den PC ausweichen können, sollten einen Blick riskieren, denn Spielspaß wird in Risen 2: Dark Waters geboten, auch wenn er durch viele Fehler getrübt wird.

Gutes

+ humorvolle Unterhaltungen
+ große Spielwelt
+ viele Möglichkeiten der Gestaltung des Protagonisten

Schlechtes

- Soundaussetzer
- Steuerungsfehler
- schlechte Animationen, vor allem in Unterhaltungen

7.5 Gut

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