Rise of the Tomb Raider im Test – Kann Drake sich frisch machen?

Getestet von | 20.10.2016 um 17:44 Uhr

Im März 2013 erschien Tomb Raider und leitete den Reboot der Reihe ein. Nach sehr guten Kritiken und kommerziellem Erfolg, war eine Fortsetzung nur logisch. Diese kam dann auch im November 2015 mit Rise of the Tomb Raider, doch vorerst nur für Xbox One und Xbox 360. Heute, ein knappes Jahr später, ist der Titel in der 20 Year Celebration Edition auch für die PlayStation 4 erhältlich. Nun ist auch für uns die Zeit gekommen, sich den Titel genauer anzuschauen und euch zu verraten, ob man die Qualität des Vorgängers erreichen oder sogar toppen kann. Aber auch wichtig ist, ob sich das warten gelohnt hat und im Vergleich zur Xbox One Version irgendwas geändert hat.

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Willkommen zu den Hunger Spielen

Nach den Ereignissen des ersten Teils, verschlägt es die junge Archäologin Lara Croft nach Syrien, da sie vermutet, dort Hinweise auf die Quelle des ewigen Lebens zu finden. Diese suchte auch ihr Vater und diese Suche zerstörte seinen Ruf und machte ihn wahnsinnig. Durch den Fund erhofft Lara sich, die Weste ihres Vaters rein zu waschen und zu erfahren, ob er schon immer Recht hatte. Dabei verschlägt es sie wenig später auch ins eisige Sibirien, wo der Hauptteil des Spiels stattfindet. Natürlich ist nicht nur Lara auf der Suche nach der Quelle. Die Sekte Trinity hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, sie zu finden und ewiges Leben zu erlangen. Zusätzlich zu Lara und Trinity, gibt es auch noch die Einheimischen. So werden schon mal einige Charaktere geboten, die größtenteils auch interessant geschrieben sind. Gleiches gilt auch für die Handlung. Diese ist zwar kein Meilenstein, bietet aber Spannung und ein paar nette Twists. Zeitgleich trifft man aber auch auf ein paar klischees des Genres und hier und da sind “unerwartete” Ereignisse nicht so überraschend wie vielleicht gewollt. Alles in allem fanden wir das Ganze aber spannender und besser als noch im Vorgänger. Doch nicht nur das hat sich zum Vorgänger geändert, sondern auch Laras Stimme. Lieh damals noch Nora Tschirner Lara ihre Stimme, ist es jetzt Maria Koschny. Der Name sagt den meisten sicher nichts, doch ihr Stimme kennt fast jeder. Sie ist die Synchronsprecherin von Jennifer Lawrence. Sie spricht diesmal wieder eine starke Frau, mit langem braunen Haar, die einem Bogen mit sich trägt, Zufall? Vielleicht. Auch die anderen Stimmen sind ziemlich gut gelungen und immer wieder mal erkennt man die Stimmen auch. Hier und da ist das BlaBla nicht ganz Lippensynchron, aber dabei handelt es sich eher um die Ausnahme der Regel.

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Déjà-vu

Bereits recht früh in ihrem neuen Abenteuer wird Lara von ihrer Begleitung getrennt und ist angeschlagen und allein in der Wildnis. Nachdem sie sich einen Bogen besorgt hat, geht es erstmal kurz auf die Jagd. Das kennen wir doch schon oder? Dieses Gefühl kommt immer wieder mal während des Spiels auf, da man scheinbar des öfteren mal zum Erstling und zu anderen Vorlagen geschielt hat. Dies ist nicht unbedingt schlimm, doch es fällt einem schon auf, besonders an einer bestimmten Stelle, doch dazu kommen wir am Ende nochmal. Auch beim Kern-Gameplay hat man nicht groß etwas verändert und bleibt so ziemlich beim Alten. Es gibt zwar auch ein paar Neuerungen, aber nichts gravierendes. Doch auch das ist ok, denn was im Vorgänger schon super funktioniert hat, das klappt jetzt immer noch, auch wenn man man etwas kreativer hätte sein können. Wieder werden viele offene und große Areale geboten und laden zum ausgiebigen Erkunden ein. Das fällt sogar noch ausgiebiger aus, als noch beim letzten Teil. Bei manchen Bereichen verbringt man mehr Zeit damit jede Ecke und jedes Geheimnis zu suchen, als mit dem eigentlichen Missionsziel. Wer also auf Erkunden, entdecken und sammeln steht, wird seine helle Freude haben. Dabei wird dann natürlich auch oft geklettert und ab und an gibt’s auch mal ein wenig Peng Peng. Ja, richtig gelesen, ein wenig. Nachdem es im ersten Teil zuerst keine Kills gab, dann den schockierenden ersten und danach dann unzählige, geht man hier etwas humaner an die Sache ran. Natürlich fehlt die Action nicht und es knallt auch oft ordentlich und Inszenatorisch geht’s ab, aber das alles wirkt viel stimmiger und besser gebalanced. Man hat nie das Gefühl, dass es zu krass mit der Action oder den unzähligen Gegnern wird. Selbst wenn mal Gegner auf den Plan treten, kann man diese diesmal oft heimlich einem nach dem anderen ausschalten und teilweise sogar komplett umgehen. So bringt man natürlich auch eine gewisse Abwechslung in die Kämpfe, da man mal Rambo spielen kann, aber manchmal auch Snake.

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Wieder mit dabei sind die Gruften, muss ja auch sein bei Tomb Raider. Diese sind zahlreicher als zuvor und auch die Rätsel sind besser gelungen, nachdem man in Teil 1 nur selten groß überlegen musste. Zusätzlich gibt es noch vereinzelte Nebenmissionen von den Einheimischen. Hier müsst ihr manchmal Dinge zerstören, Ressourcen sammeln oder Gefangene befreien. Als Belohnung gibt es dann Upgrades für eure Waffen. Diese kann man aber auch in Gräbern und Kisten finden, ebenso wie Bauteile für neue Waffen. Es gibt auch zahlreiche Ressourcen zu finden mit denen ihr Munition, Heilung oder größere Taschen herstellen könnt. Letzteres braucht man um mehr Munition und Ressourcen tragen zu können. Im Verlauf gibt es auch immer wieder Gegenstände, die das vorankommen im Spiel einfacher gestalten. So kann man Anfangs beispielsweise keine Holzwände hochklettern, sondern braucht dafür erst spezielle Pfeile, die man später findet. Dadurch wird auch das besuchen bekannter Bereiche gefördert, da es immer wieder Geheimnisse gibt, die man erst später mit der richtigen Ausrüstung entdecken kann. Durch die nützliche Schnellreise-Funktion an Lagerplätzen, kann man so gut wie immer, alle bereits entdeckten Bereiche neu erkunden. Die Lagerplätze sind auch dazu da, Waffen zu verbessern und auszuwählen, man kann nämlich immer nur 4 dabei haben. Diese sind in die Kategorien Überlebender, Kämpfer und Jäger unterteilt und bieten jeweils etwa 18 Fähigkeiten. So könnt ihr mehr Munition mit einmal herstellen, heilt euch schneller, könnt höhere Stürze überstehen oder schaltet neue Exekutionen frei. Dazu müsst ihr aber im Level steigen, was durch EP passiert, die es eigentlich für nahezu alles gibt, was man machen kann. Letztlich kann man noch sein Outfit am Lagerplatz ändern. Diese sehen nicht nur Hübsch aus, sondern bringen manchmal nette Vorteile mit sich, wie das abschrecken von kleineren Tieren oder das tragen von mehr Munition.

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Gutes

- Gute Story mit interessanten Charakteren
- Alle DLC + neue Inhalte
- Super Optik & Klasse Sound
- Kampf oder schleichen, beides geht

Schlechtes

- Input-Lag stört beim Zielen mit Waffen
- Gameplaytechnisch nicht wirklich viel neues
- Die letzten 5 Kapitel

8.5 Sehr gut

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