Resident Evil: The Darkside Chronicles HD – Review

Getestet von | 02.08.2012 um 00:00 Uhr

Capcoms neuster Streich ist nix anderes als eine lau aufgewärmte Sauce für die PS3. Doch das Mahl, das man zuerst auf der Wii serviert hatte, kommt jetzt verspätet und verbessert auf die grosse HD Konsole der PlayStation 3. Hat sich das Warten gelohnt?

Gut portiert ist halb gewonnen
Nein, The Darkside Chronicles ist kein neuer Ableger der Horror Serie. Ursprünglich erschien dieser Titel im Jahre 2009 exklusiv für die Wii und wurde hierzulande natürlich gleich auf den indiziertem Haufen geworfen. Da man es ausschliesslich mit dem Wii-Mote-Controller spielen konnte, ist eine Fassung für die HD Konsolen eigentlich nicht gedacht. Doch Sony konnte ja nicht anders und warf ein paar Jahre später ihr eigenes Motion Gerät Move auf den Markt. So war es eigentlich absehbar, dass Capcom früher oder später das hochgelobte Wii Spiel auf die PS3 portiert. Doch auch wenn man das Ganze mehr oder weniger gut portiert hat, so kann das Spiel die Herkunft nicht verleugnen. Für Spieler, die kein Move Gerät ihr eigen nennen können, hat Capcom Abhilfe geschaffen. Denn der Ableger ist auch mit dem Pad spielbar, wenn auch eher schlecht als recht. Trozdem erhält jeder Pad-Spieler ein kleines Look on Hilf System: Hin und wieder zentriert sich das Fadenkreuz automatisch auf die Gegner. Kopfschüsse werden so erschwert, aber dies ist ohnehin schwer bei der Wackelfahrt und nicht genauer Kollisionsabfrage.
Am Gameplaymechanismus wurde nicht rumgefeilt geschweige denn Umbrella mässig herum experimentiert. The Darkside Chronicles ist ein altmodischer Railshooter. Sprich, im Verlauf der Story schaltet man hin und wieder neue Waffen frei, die immer vor einem Kapitel ausgewählt werden können. So befinden sich normale Pistolen, die immer Munition haben im Gepäck, oder auch ein Maschinengewehr, Schrotflinte oder andere Schießprügel, die man findet. Natürlich dürfen Granaten und Messer zur Selbstverteidigung nicht fehlen. Waffen dürfen nach jedem Level aufgewertet werden, sofern man die digitale Geldbörse unterwegs mit Geld gefüllt hat. Die typischen Resident Evil Heilkräuter sind ebenfalls mit an Bord und sogenannte Heilsprays. Das letztere funktioniert automatisch nach einem Pixeltod. Spielen zwei Helden zusammen, werden die aufgenommenen Magazine nicht aufgeteilt. Beide Spieler greifen auf denselben Munitionsstand zurück, den sie haben. Hin und wieder erhält man die Möglichkeit alternative Routen zu wählen, die aber kaum ins Gewicht fallen. Auch kommen die QTE zum Einsatz. Wenn auch sporadisch und dies vor allem bei den Bosskämpfen. Wer gekonnt die Umgebung zusammenschießt, erhält hin und wieder geheime Umbrella Icons. Damit schaltet man Infos und Hintergründe zur Serie frei, aber auch Musikstücke, Informationen zu den Gegnern und Personen, Konzeptgrafiken und Sonstiges, sofern man schnell genug ist, um das kurze Aufblinken des Emplems zu erkenn und darauf zu drücken.

Screenshot

Pure Nostalgie… für Fans
The Darkside Chronicles erzählt die Geschichte von Resident Evil 2 und Code Veronica. Hin und wieder in einer anderen, leicht abgewandelten Form. Schon nur deswegen, weil man zur jeder Zeit zu zweit die einzelnen Abschnitte spielen kann. Während Neulinge schon in den ersten paar Minuten des Spiels den Durchblick verlieren und in dem recht schnellen Erzähltempo gänzlich aus der Bahn geworfen werden, jauchzen hingegen die Serien Veteranen am Stück. Wenn man mit Clair Redfield und Leon Kennedy in der pompösen Halle der Racoon City Policestation steht oder dem mutierten Endgegner eines Dr. Birkins gegenüber steht. So werden Kenner der Serie sich im arktischen Südpol wohl wie zu Hause fühlen oder wenn sie gegen Alexia Ashford kämpfen müssen. Für Fans der Reihe gibt es viele solche Aha-Erlebnisse während die anderen schön brav im Regen stehen gelassen werden. Doch dies ist nicht weiter schlimm, denn die einzelnen Railshooterpassagen gehen nie länger als 15 Minuten und schlagen hin und wieder leicht andere Passagen ein als die Original Spiele zur ihrer Zeit. Nein, vor allem am Anfang wird man gekonnt mit kleinen Häppchen versorgt. Während man sich gekonnt schlagfertig durch die verseuchte Stadt Racoon City ballert. Erst wenn man in den Abschnitten von Code Veronica stößt, fangen die Levels an Länge zu gewinnen, was dem Spiel sehr gut tut. Auch sonst trifft man neben den normalen Kanonenfutterzombies auch auf Likers, Riesenspinnen, mutierte Frösche, aggressive Vögel oder Fledermäuse und auch die mutierten G-Virus befallenen Personen. Eigentlich alles was das Resident Evil Herz doch sooo benötigt.

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Das etwas andere Resident Evil
The Darkside Chronicle ist im Herzen ein reinrassiger Resident Evil Titel. Auch wenn man diesmal auf Schienen gebettet wurde. So hat es eigentlich alles, was ein Resident Evil Titel ausmacht. Altbekannte Heroen, schlurfende Zombies, mutierte Lebewesen, viel eklige Bosskämpfe eine leicht verwirrende Geschichte und trozdem wird unterm Strich nur ein OK herauskommen. Wieso das?
In erster Linie hat Capcom es verpasst, diesem Ableger irgendwas Spezielles dazuzugeben. Wenn man zur Konkurrenz blickt, so erhascht man Minispiele, oder sekundäre Feuerkraft. Sowas Ähnliches oder was Neues vermisst man in the Darkside Chronicles gänzlich. Zwar muss man sagen, dass die Portierung super ausgefallen ist. Vor allem in den vereinzelten Außenbereichen bekommt man schöne Gegenden zu Gesicht. Leider spiegelt sich solche Grafikpracht nicht in den Gebäuden wieder. Hier ist die Wii Geburt schon eher zu erkennen. Zwar wurden Matschtexturen, so gut es ging, getilgt, doch beim näheren Betrachten findet man immer noch einige Pixeltexturen, die einfach dem Gesamtbild nicht gut tun. Das Kantenflimmern wurde, so gut es ging, getilgt hin und wieder flackert da mal was. Das wäre weiter nicht schlimm, wenn z.B. die Taschenlampe eine Echtzeit Schattenberechnung erhalten hätte. Da sie aber nur Licht spendet, wird hier viel von der Atmosphäre geopfert. Auch bei der Kollisionsabfrage könnte man Kopfschütteln, wenn es ein reinrassiges HD Spiel wäre. Da die Geburt aber auf der Wii war, kann oder muss man schlussendlich das eine oder andere Auge zudrücken. Auch wenn es schade ist, dass gewisse Zombies mit einem Kopfschuss niedergestreckt werden können und sein Kumpel daneben frisst ein halbes Magazin bis auch dieser endgültig bewegungslos liegenbleibt. Auch die Synchronisation wurde nicht ganz so gut verändern, wenn überhaupt. Etliche Male wird man zwar Gerede der Helden hören, doch in den Gesichtern der Einzelnen passiert in der Regel nichts oder einfach viel später. Doch all das ist nichts im Gegensatz zur grässlichen Kamerafahrt die The Darkside Chronicles an den Tag legt. Keine einzige Sekunde vergeht, in dem die Kamera nicht stillhalten kann. Das ist zwar bei einem Railshooter üblich, aber was Capcom hier auftischt, geht auf keine Kuhhaut – da fühlt sich eine Rollercoasterfahrt wie eine seichte Kinderbahnfahrt an. Auch kann man dem ständigen Gewackel nicht Einhalt gebieten. Man muss damit leben und halt hin und wieder pausieren, um nicht seekrank zu werden.

Gutes

- viele Aha-Erlebnisse für Veteranen
- solide Portierung des Wii Titels
- viel freischaltbare Infos zur Serie
- Kooperation zur jederzeit Möglich

Schlechtes

- Wackelkamera
- Serien Neulinge werden im Regen gelassen

8.0 Sehr gut

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