Resident Evil: Operation Raccoon City – Review

Getestet von | 30.03.2012 um 00:00 Uhr

In Japan, dem aufgehenden Land der Sonne, ist Resident Evil unter dem Namen Biohazard bekannt. Während wir auf Biohazard 6, dem offiziellen Nachfolger warten, entschied sich Capcom einen weiteren Ableger der Resident Evil Reihe ins untote Leben zu rufen. Nur dieses Mal gab Capcom das Zepter an die preisgekrönten Slant Six Games Studios ab. Bekannt sind sie durch die SOCOM Reihe geworden. Von Anfang an war klar, dass dieser Ableger ein Third Person Action- Shooter mit dem Schwerpunkt Teamplay wird. Nicht nur für Fans dieser Serie, sondern auch für Resident Evil Neulinge soll diese Review dazu dienen, um herauszufinden, ob es sich hier um einen hirntoten Ableger oder um einen sinnvollen Shooter im Resident Evil Gewand handelt. Ein Hinweis: Die deutsche Version wurde geschnitten. Dieser Test bezieht sich auf die USK Fassung.

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Hinter den Kulissen

Die Story ist Zeitgleich an dem zweiten Resident Evil Teil angesiedelt. Es ist September 1998 und der Konzernriese Umbrella, verantwortlich für die Entwicklung für Bio- organische Waffen (B.O.W.), versucht den Ausbruch ihres G- Virus in Raccoon City mit allen Mitteln zu vertuschen. Umbrella schickt die Hauseigene Eliteeinheit Umbrella Security Service (U.S.S.) in die verseuchte Zone, um potenzielle Überlebende zu eliminieren und jegliche Beweise zu vernichten. Um dieser Vertuschungsaktion entgegen zu wirken, sendet die US Regierung ihre Sondereinheit ins Krisengebiet. Wie ihr vielleicht noch aus dem zweiten Teil wisst, befinden sich in diesem Moment auch die Hauptprotagonisten Leon S. Kennedy und Claire Redfield vor Ort. Claire ist auf der Suche nach ihrem Bruder Chris, der nach den Ereignissen aus dem ersten Resident Evil losgezogen ist, um Umbrella das Handwerk zu legen. Leon hat einfach nur Pech im verseuchten Raccoon City zu sein, denn es ist sein erster Arbeitstag als Polizist der R.C.P.D.. Beide begegnen wir im Verlauf der Operation Raccoon City Kampagne. Der eigentliche Clou an der Sache ist, wir sind nicht auf der Seite der US Regierung sondern auf der Seite der U.S.S. Einheit und es kommen die Ereignisse zum Vorschein, die im zweiten Nachfolger im Hintergrund liefen.

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Action statt Gruseln

Die Kampagne lässt sich in einer privaten, oder in einer öffentlichen Sitzung starten. In der öffentlichen Variante kann zu jeder Zeit in die laufende Kampagne ein Freund aus eurer Liste oder jemand Fremdes hinzukommen. Startet ihr eine private Session können nur Freunde eurer Einladung folgen. Vor Beginn einer Mission können wir unser vierköpfiges Team zusammenstellen und wir sind der Squadleader. Zur Auswahl stehen die folgenden Charaktere: Bertha ist der Sanitäter und unterstützt den Trupp mit Heilung während Christina „Four Eyes“ Yamata die Wissenschaftlerin des Team ist. Der Sprengstoffexperte ist Hector „Beltway“ Hives und Karena Lesproux, genannt Lupo, ist eine perfekt ausgebildete Sturmsoldatin. Spectre ist der Codename für Vladimir Bodrovski, seines Zeichens Überwachungsexperte und zu guter Letzt gibt es den Nahkampferprobten Vector über dessen Herkunft nur spekuliert werden kann. Ist das Team zusammengestellt beginnt auch schon die Mission. Unsere Einheit befindet sich im Hive, dem Unbrella Forschungslabor. Er befindet sich direkt unter der Stadt. Ein Tutorial entfällt wir befinden uns direkt an Ort und Stelle. Dennoch ist der Auftrag klar: Den Virus sicherstellen und den Schöpfer des Virus William Birkin eliminieren. Mit den ersten Schritten fällt uns auf, dass die Steuerung direkter ist und nicht so schwammig wie früher. Leider sind die Bewegungsabläufe sehr steif geraten. Nach einigen Schusswechseln mit den US Soldaten nehmen die Dinge ihren Lauf und das Team schafft es nicht Birkin aufzuhalten. Er injiziert sich den Virus selbst und mutiert. Während dem Schusswechsel gehen einige Behälter kaputt und der G- Virus wird in die Umwelt freigesetzt. Raccoon City ist dem (un)Tode geweiht. In Deckung gehen und die Gegner flankieren führen in einem Feuergefecht schnell zum Erfolg. In den ersten Minuten leistet auch nur die Spezialeinheit der US Regierung widerstand. Damit geht diese Taktik auf. Je tiefer das U.S.S. Team aber in die Stadt vordringt, werden die Probleme immer grösser. Hier trifft die Einheit auf viele Zombies, Tyranten, Hunter und Licker. Die sind schnell zu Fuß, da bleibt leider keine Wahl: Wir müssen in Bewegung bleiben. So ganz unbeholfen ist unser Trupp aber auch nicht, denn es stehen einige Waffen zur Auswahl. Mitführen dürfen wir aber nur eine Handfeuerwaffe und ein schweres Gewehr. Vom Sturmgewehr über den Granatwerfer bis hin zum Flammenwerfer, die Auswahl ist groß. Auch einige Granaten, wie z.B. Blend- und Splittergranaten dienen zur Feinddezimierung. Rückt uns ein Feind zu nah auf die Pelle, lassen wir das Messer oder unsere Fäuste sprechen. Nicht auf Anhieb tödlich aber es hält das verseuchte Pack auf Abstand. Sollte sich doch ein fieser Zombie in euch verbissen haben, gibt es mehrere Arten zu sterben. Neben dem sofortigen Tod durch einen schweren Schlag gibt es noch das Verbluten. Es dauert nicht nur eine gewisse Zeit bis der Zustand vorüber ist, sondern lockt auch noch die Untoten an. Der andere Effekt ist die Infizierung mit dem G- Virus. Hier hilft nur ein Impfspray oder ihr könnt eurem Charakter bei der Verwandlung zu sehen. Nett gemacht ist die Zombiecam, die euch als Infizierten zeigt, wie ihr die Gegend nach Fressbarem absucht.

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Einer der Neuerungen neben der Action ist das Teamplaygefühl. Es ist wirklich nur ein Gefühl, da keine Befehle an unsere Mitglieder gegeben werden können obwohl wir Squadleader sind. Echt schade, denn es wäre bitter nötig gewesen. Eine dermaßen unkluge KI gab es wohl noch nie. Deckungen werden umrannt oder erst gar nicht genutzt und jede Haftmine wird betätigt. Gefolgt von einer Explosion. Zur Verteidigung unserer Kameraden, die Gegnerische Seite ist nicht besser. Bis auf die Untoten und Mutierten, die haben eine Entschuldigung. Am besten ihr tauscht die KI Kameraden gegen eure Freunde aus und dann macht es richtig Laune. Ein Headset wird auch unterstützt. Fernab von all den Kämpfen in einem ruhigen Moment, bekommen wir sogar einen Anflug von Nostalgie. Während wir so durch die Gassen und Gebäude der Virusverseuchten Stadt gehen werden bekannte Orte, wie z.B. das Polizeigebäude, Kendo´s Waffenladen und auch neue Orte betreten. Am Ende jeder Mission erhält unser Reinigungstrupp eine Bewertung. „S“ ist dabei die beste und „D“ die schlechteste Bewertung. Die Einstufung wird beeinflusst durch die eigenen Tode, die erledigten Gegner und die Dauer der Mission. Wenn ihr mal mit einem Ergebnis nicht zufrieden seid, dann spielt die Mission einfach nochmal. Für den Abschluss gibt es EXP, die wiederum für neue Waffen und spezielle Fähigkeiten ausgegeben werden können. Die freischaltbaren Waffen werden dann dauerhaft im Inventar Verfügbar sein. Die Fähigkeiten unterscheiden sich unter den Teammitgliedern und passen zu dem jeweiligen Job. Zudem besteht die Möglichkeit diese weiterzuentwickeln. Zu ihnen zählt z.B. die Fähigkeit schnelles Nachladen, für eine kurze Zeit unendlich Munition, der Röntgenblick oder die Fähigkeit für eine gewisse Zeit brennende Munition zu verschießen. Das entwickeln der einzelnen Kameraden ist sinnvoll und gut gelungen. Mit dem Sammeln der EXP erhöht sich auch der eigene Level, was aber nur für den Multiplayer interessant ist. Zusätzlich lässt sich zwischen den Missionen die Teamaufstellung ändern. So darf jeder einmal an die Front, um Zombies zu jagen.

Wir haben das Grauen gesehen und gehört

Grafisch ist das Spiel gehobener Durchschnitt. Die Zwischensequenzen sehen gut aus aber im Spiel tritt häufig das Tearing (Bildzerreißen) auf. Die Umgebung mitsamt den Mitwirkenden ist nicht zeitgemäß. Die grafische Qualität des fünften Teils konnte nicht gehalten werden. Die düstere Atmosphäre untermalt von der stimmigen Soundkulisse ist aber passend. Das stöhnende Geräusch eines Zombies oder der angsteinflößende Schrei des Unbekannten. Im Hintergrund gibt es immer irgendetwas zu hören. Die deutsche Synchronisation ist besonders mies geraten. Am besten ist es, wenn ihr von Anfang an die Sprache auf Englisch stellt. Der Untertitel bleibt nämlich auf Deutsch.

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Die Seuche geht um

Der Multiplayer ist, um es vorweg zu nehmen, echt gut gelungen. Hier zeigen sich die Stärken des Teamplays. Folgende Modi sind online spielbar: Bei Team Attack bekriegen sich der US Spezialtrupp und die U.S.S. Einheit. Für den zusätzliche Stress sorgen die Zombies und B.O.W.´s. Der Biohazard- Modus lässt beide Seiten nach G- Virus Proben suchen, um sie anschließend ins Hauptquartier bringen zu lassen. In Survival kämpft ihr euch durch die verseuchte Stadt zum rettenden Helikopter. Es sind nur wenige Plätze frei. Als besonderes Schmankerl gibt es den Helden Modus. Hier dürft ihr in die Rollen der Hauptprotagonisten und Schlüsselfiguren des Raccoon City Vorfalls schlüpfen. Die letzten die wir euch noch vorstellen wollen ist die Spezialeinheit der US Regierung. Sie stehen nur im Multiplayer zur Auswahl. Tweed ist im Umgang mit Minen und Explosionswaffen sehr begabt. Dee-ay kann eine Art Schutzbarriere errichten und sich so vor Kugeln schützen. Harley ist derjenige der verwundete Mitglieder wieder zusammen flickt. Willow hat die Fähigkeit sich unsichtbar zu machen und Shona kann durch eine bestimmte Handlung den G-Virus so umändern, dass ihr die Zombies gehorchen. Last but not least gibt es Party Girl. Sie unterstützt aus dem Hintergrund als Scharfschützin. Es sei noch zu erwähnen, dass die freigespielten Fähigkeiten und Waffen aus der Kampagne auch online zur Verfügung stehen.

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Totes Fleisch oder quick Lebendig?

Als Resident Evil Fan fühlt man sich gleich in Raccoon City wohl. Bekannte Orte erzeugen ein „ach ja da war doch was“ Gefühl. Für die nicht Resi´s ist es nur ein Third Person Shooter. Ein Guter, aber das war es auch schon. Das Aufbessern der einzelnen Charaktere sollte auch noch positiv erwähnt werden. Der Multiplayer ist wirklich gut gelungen und durch die mehreren Modi vergeht die Zeit wie im Flug. Negativ aufgefallen, ist die nicht mehr zeitgemäße Grafik und die dumme KI. Auch Innovation sucht man mit der Pinzette und die typischen Rätseleinlagen fallen ganz weg. Wer schon immer mehr Action und Munition in einem Resident Evil haben wollte, kann beruhigt zugreifen. Besorgt euch aber vorher ein paar Kumpels, um die Kampagne zusammen zu erleben. Ein riesen Spaß.

Gutes

+ Gute Resident Evil Atmosphäre
+ Viele Fertigkeiten zum Aufwerten
+ Multiplayer macht Spass

Schlechtes

- Grafisch kein Highlight
- Dumme KI
- Keine Neuerungen

7.5 Gut

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