Resident Evil 6 – Review

Getestet von | 05.10.2012 um 00:00 Uhr

Der Bioterrorismus hält die Welt in Atem. Erneut sorgt eine weiterentwickelte Form des T-Virus für Unruhen in der Menschheit und bereitet ein Treffen der Generationen im Resident Evil Universum vor. Nachdem im März 2012 erschienenem Ableger Operation Racoon City, ist endlich der direkte Nachfolger aus dem Hause Capcom da. Mit drei Kampagnen und sechs spielbaren, teilweise bekannten, Charakteren aus den letzten Resident Evil Teilen, will Capcom ein breites Band an Spielern ansprechen. Sowohl Grusel- als auch Actionliebhaber sollen auf ihre Kosten kommen. Können diese beiden Lager zusammen gebracht und befriedigt werden? Ob hirntote Action oder Spaßgranate, hier lest ihr, was das Spiel ausmacht.

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Ein scheiß Tag

Helena Harper und Leon S. Kennedy flüchten, in einer noch unbekannten Stadt, vor einem Helikopter. Leon´s Begleiterin ist verletzt und er versucht einen Unterschlupf zu finden, um ihre Verletzungen zu versorgen. Nachdem es Helena wieder besser geht, setzt ihr eure Reise fort. Auf ihrem Rundgang durch die Stadt, wird ihnen das Ausmaß der Verseuchung bewusst. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht, denn die Zombie´s sind in der Überzahl und lassen sich so leicht nicht abschütteln. Die Kombination aus wenig Munition und eben der genannten Überzahl, lässt euch die Beine in die Hand nehmen. Die Flucht aus der Stadt wird Actionreich inszeniert und ist mit vielen Quick Time Events bestückt. Ein Beispiel ist der Flug in einem absturzgefährdeten Helikopter. Mit dem linken Analogstick umschauen, im richtigen Moment den Knopf drücken und der tödliche Absturz wird verhindert. Dabei erwähnt Leon gern, was für ein scheiß Tag es ist. Die Flucht führt in ein gläsernes Gebäude und mit dem Auftritt eines unbekannten Wesens, endet der Prolog.

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Wie passt das zusammen?

Die Reihenfolge, mit welcher Kampagne ihr beginnt, ist euch überlassen. Alle Kampagnen sind miteinander so verwoben, dass es egal ist welche ihr zuerst zockt. Denn nichts wird vorweggegriffen, oder gespoilert. Genau das Gegenteil ist der Fall. Es macht neugierig, wie die anderen in diese Situation gekommen sind. Hier ein kleiner Einblick in jede Kampagne. Agent Leon wird gezwungen seinen langjährigen Freund, den Präsidenten der USA, auf einen Empfang in der IVY Universität zu erschießen. Leon war zusammen mit Helena Harper für die Sicherheit des Oberhaupts zuständig. Nun stehen beide im Verdacht die Drahtzieher eines Komplotts zu sein. Beide wollen ihre Unschuld beweisen und machen sich damit auf den Weg. Diese Kampagne soll an die alten Survival-Horror Tage erinnern. Ihr seid auf Friedhöfen unterwegs, besucht Kathedralen und löst, teils zu leichte, Schalter- oder Glockenrätsel. Die Dunkelheit ist euer ständiger Begleiter, schlurfende Zombies und andere Wesen verfolgen das Agententeam. Die Verfolger werden mit Pistolen und Schrotflinten abgewehrt, wenn es die immer knappe Munition zulässt. Leider wird dieses beklemmende Gefühl schnell durch zu viele Actioneinlagen mit Quick Time Events getrübt. Seid ihr mit Chris Redfield und Piers Nivans unterwegs, dann macht euch auf die actionreichste Story gefasst. Chris ertränkt, in einer Kneipe in Osteuropa, das Vergangene mit Whiskey. Der Kampf der B.S.A.A. gegen den Bioterrorissmus ist hart und gegen die Massen an Gegnern, oder die manchmal haushohen Bioorganischen Waffen, kurz B.O.W. hilft nur pure Waffengewalt. Gut das Granatwerfer, Sturmgewehr und Granaten griffbereit sind. Chris und Piers bekommen es mit den J´avo zu tun. Das sind C-Virus infizierte Menschen, die Waffen und Fahrzeuge benutzen können. Diese Form der B.O.W. hat die Fähigkeit, beim Verlust eines Körperteils, dieses mutieren zu lassen. Schießt ihr den Arm ab, mutiert ein noch größerer Arm mit messerscharfen Klauen nach. Beispielsweise verliert ein J´avo seinen Unterkörper und eine riesige, eklige Motte wächst heraus. Mit der Jake Muller und Sherry Birkin Kampagne wollen die Entwickler an den dritten Resident Evil Teil erinnern. So wie Nemesis damals Jill Vallentine verfolgt hat, so verfolgt die B.O.W. Ustanak das Gespann. Lange Rennpassagen, oder das Abwehren der Angriffe von Ustanak gehören hier zum Alltag. Sherry, die Tochter vom G-Virus Wissenschaftler William Birkin aus Raccoon City, arbeitet mittlerweile bei der U.S. Regierung. Jake ist wichtig für die Regierung, da er den Antikörper für den C-Virus in sich trägt. Nebenbei erfahrt ihr mehr über ihn und es stellt sich heraus, dass er der Sohn von Bösewicht Albert Wesker ist. Im Kampf gegen die J´avos lässt Jake die Fäuste sprechen. Mit seiner Körpergröße und der nötigen Nahkampferfahrung, ist er der effektivste im Waffenlosen Kampf. Auch Sherry nutzt nicht nur Schusswaffen. Sie nutzt ihren Elektroschlagstock, wenn der Gegner mal wieder zu nah gekommen ist. In allen drei Kampagnen spielt Ada Wong eine große Rolle. Die Teams begegnen sich nicht nur gegenseitig, sondern auch Ada erledigt, in jeder Teilstory, ihren Auftrag. Es lässt sich aber nicht klar erkennen welche Absichten sie verfolgt. Mehr Antworten soll die Ada Wong Bonus-Kampagne bringen. Diese bekommt ihr aber erst nach erfüllen von bestimmten Voraussetzungen.

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Uncharted Evil

Die Action steht klar im Vordergrund. Aus diesem Grund wurde das Steuerungssystem überarbeitet. Nicht neu revolutioniert, aber klar verbessert. Zu vergleichen ist es mit dem Abenteuer von Drake in Uncharted, aber noch lange nicht so flüssig in der Steuerung und dem Ablauf. Bewegung und Zielen wurde endlich vereint und auch ein Deckungs- und Ausweichsystem kommen hinzu. Mit einem Knopfdruck lässt sich ein Sprung über einen Tisch durchführen, oder ihr weicht Angriffen mit einer Seitwärtsrolle aus. Es ist sogar möglich sich auf den Rücken zu werfen und weiter auf Gegner zu feuern. Bei den Schießereien ist eine Deckung zu suchen immer nützlich. Leider geht das nicht immer und das System funktioniert nicht einwandfrei. Die neue Bewegungsfreiheit ist sinnvoll und bei Gegnermassen und Bosskämpfen besonders wichtig. Das Nahkampfsystem wurde mit einer Ausdauerleiste erweitert. So lassen sich Tritte und Fausthiebe, begrenzt durch diese Leiste, austeilen. Die Ausdauer regeneriert sich und der Gebrauch eurer Gliedmaßen spart somit wertvolle Munition. Natürlich seid ihr nicht allein, denn euer Partner hilft wo er nur kann. Gerade wenn euch ein schwerer Schlag niedergestoßen hat, ist der Partner da, um zu helfen. Was aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass der Teamkollege nie nach Munition fragt, oder dass wir helfen mussten. Es hatte den Anschein, dass er unendlich Energie und Munition besitzen würde. Seltsam, oder nur vorsichtig und sparsam? Sollte doch Bedarf für ein Gespräch bestehen, so lassen sich einfache Befehle, wie „Komm her“, oder „Hier entlang“ geben. Das ist wichtig, gerade wenn die Areale groß und die Infizierten in der Überzahl sind. Manchmal passiert es in einem engen Gang, mit mehreren Gegnern, dass die Übersicht verloren geht. Das liegt an der Kamera, die zu nah am Protagonisten ist. Es gab auch schon öfters die Situation, dass Feinde uns angegriffen haben, ohne dass unser Partner geholfen hat. K.I. Aussetzter hat aber nicht nur der Begleiter, sondern auch die Widersacher. Schlau handeln sie in den meisten Fällen, aber auch genauso oft stehen sie einfach nur rum und warten darauf von euch umgenietet zu werden. In den meist verwinkelten Orten kann es vorkommen, dass ihr euer Ziel verliert. Mit einem Druck auf L2 bekommt ihr über das Handy einen Wegweiser, sehr hilfreich. Das HUD ist in jeder Kampagne unterschiedlich, aber die Funktion ist die gleiche. Mit dem Digi-Kreuz gibt es eine Schnellanwahl für Waffen und Granaten, oder ihr geht direkt ins Menü um z. B. Kräuter zu kombinieren. Aus dieser Kombination erhaltet ihr Gesundheitstabletten für die Genesung. Während den Kapiteln gibt es auch einiges zu sammeln. Waffen, Munition und auch Schlangenembleme wollen gefunden werden. Letzteres ist mit den B.S.A.A. Emblemen aus Teil 5 zu vergleichen. Mit diesen Emblemen schaltet ihr Geheimakten und Figuren frei. Anzuschauen sind diese in den Zusatzinhalten. Die gefundenen Waffen können nicht verbessert werden, stattdessen investiert ihr mit Fähigkeitspunkte in Schusswaffen- oder Nahkampfkraft. Das Repertoire an Power-Ups ist Standard und Einzelne können aufgestuft werden. Die Punkte bekommt ihr aus Behälter, von Feinden und am Ende eines jeden Kapitels, je nachdem wie euer Ranking ausgefallen ist.

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Sieht das scheußlich aus

Diese Aussage ist sehr positiv gemeint. Zombies wirkten noch nie (un) toter und auch die Mutierungen sehen super aus. Vom Riesen-Golem, über infizierte Insekten, bis hin zur mutierten Schlange scheint das Gegnermodel direkt aus den Albträumen der Entwickler zu kommen. Auch die Zwischensequenzen haben Kinocharakter und sehen spektakulär aus. So gut die Zombies auch aussehen und auch wie gut die einzelnen Trefferzonen funktionieren, einige Texturen lassen einem den kalten Schauer über den Rücken laufen. Bei näherer Betrachtung sehen einige Oberflächen verwaschen und unnatürlich aus. Das ist aber auch schon alles. Kein Tearing, keine Ruckler, alles läuft flüssig. Die Charaktermodelle von Leon, Chris und Co., sowie die Umgebungen sehen super aus. Angenehm ist auch, dass die Figuren komplett deutsch synchronisiert wurden. Das hört sich professionell an und wirkt authentisch. Leider haben die Überlebenden, denen man unterwegs begegnet, ihre amerikanische Sprache beibehalten. Ist aber nicht bei allen so. Sämtliche Geräusche im Hintergrund, von Zombies, oder Schreie der Verwundeten lassen einem das Blut in den Adern gefrieren. Auch die Waffen und Explosionen hören sich vernünftig an. Die musikalische Untermalung ist über alle Zweifel erhaben.

Weltweite Epidemie

Zwei weitere Spielmodi sind der bekannte Söldner-Modus und der neue Jagd den Agenten-Modus. Der Söldner- Modus ist mit einem Zeitlimit versehen und ihr müsst so viele Punkte sammeln wie möglich. Im Jagd den Agenten- Modus seid ihr eines dieser grauenhaften Wesen im Spiel eines anderen Zockers. Das Ziel ist es natürlich den Spieler zu töten und Punkte zu kassieren. Die Wahl der Kreatur ist Zufall und passt sich der Kampagne bzw. der Umgebung an, in der, der Gejagte sich befindet. Sehr unterhaltsam und genau wie der Söldner- Modus, eine bereichernde Spielerfahrung. Eurer eigenen Spielkampagne kann jederzeit ein Freund beitreten oder ihr spielt im Split- Screen zusammen die Story. An bestimmten Stellen im Spiel ist es sogar möglich, nur diesen Abschnitt zu viert online zu absolvieren. Ein Beispiel ist der Kampf gegen Ustanak in dem Jake, Cherry, Leon und Helena verwickelt sind. Damit ihr ein bisschen individueller werdet, gibt es für online Einsätze Dog Tags, die selbst zusammengestellt werden können.

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Sind alle glücklich?

Das Streitthema Nr. 1 wird die übertriebene Action sein, in der man nicht einen Moment Ruhe findet. Aber ist es nicht normal wenn die Welt im Chaos versinkt? Resident Evil 6 hat Blockbuster Niveau und unterhält auch so. Die überarbeitete Steuerung ist sinnvoll eingesetzt, wenn es auch mit dem in Deckung gehen etwas hakt. Der Sound ist tadellos und das Capcom das Spiel komplett lokalisiert hat ist auch eine Erwähnung wert. Der Umfang mit drei Haupt-, zwei Bonuskampagnen plus Koop Spiel, Söldner- und Agentenjagd- Modus sollte ebenfalls positiv hervorgehoben werden. Schade ist die Tatsache, dass Waffen nicht mehr verbessert werden können. Auch die KI ist nicht immer die aller schlauste und einige Texturen, lassen das sonst so imposante Spiel, verwaschen aussehen. Man muss es selbst erlebt haben.

Gutes

+ Story im Blockbusterformat
+ Großer Umfang
+ Überarbeitete Steuerung

Schlechtes

- Wenig Gruselmomente
- Verwaschene Texturen
- Kein Aufbessern der Waffen

8.5 Sehr gut

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