Remember Me im Test

Getestet von | 12.06.2013 um 14:10 Uhr

Mit dem Erinnern ist es immer so eine Sache. Manchmal fällt einem etwas ein, woran man schon jahrelang nicht gedacht hat, doch in den wirklich wichtigen Momenten sind die Erinnerungen an Gesagtes oder Gesehenes ein schier ungreifbarer Nebel. Manchmal erlebt man etwas, das man gerne ungeschehen machen würde, dass man vergessen möchte, denn es ist für einen selbst so schrecklich, dass allein das Erinnern schmerzt. Und manchmal wünscht man sich, Erinnerungen an etwas längst Vergangenes, einen bestimmten Ort oder ein besonderes Erlebnis zu besitzen, allerdings sind diese Erinnerungen für uns ungreifbar. Nicht so für Nilin. Nicht so für die Kunden von MemorEyes. Und nicht so für alle Spieler, die in die Welt von Remember Me eintauchen.

newUploads_2012_0813_3206068e218abdca414a2b7cb21c50e4_Nilin_ArtworkDie Sache mit den Erinnerungen

Wir schreiben das Jahr 2084 und befinden uns in einer Stadt namens Neo-Paris. Zu Beginn erfahren wir, dass eine der gefürchtetsten Gedächtnisjägerinnen der Stadt dazu verurteilt wurde, ihr Gedächtnis zu verlieren. Sie soll nun ihre Strafe in der Bastille weit unter der Stadt absitzen, doch gelingt ihr die Flucht. Und nun ist Nilin auf der Suche: Nach sich selbst, nach ihren Erinnerungen, ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft. Schon bald trifft sie auf den Eoristen Edge, der ihr verschiedene Aufgaben gibt, doch diese Ausmaße lassen sich nicht so einfach mit den Werten unserer Protagonisten vereinbaren. Sie sieht, welche Zerstörung sie anrichtet, welches Leid sie den Menschen bringt und fragt sich, wofür sie das alles tut. Welchen Sinn hat ihr Handeln? Wird so wirklich eine neue Welt geschaffen?

Im Grunde dreht sich in Remember Me alles um die Erinnerungen der Menschen. Die Einwohner von Neo-Paris sind Kunden des Unternehmens MemorEyes, das es einem ermöglicht, schöne Erinnerungen zu erhalten, andere zu löschen oder einige zu speichern und zu sichern, sodass man immer wieder darauf zugreifen kann. Nilin ist eine Gedächtnisjägerin, das bedeutet im Grunde nur, dass sie verschiedenen Aufgaben nachkommt und dabei die Gedächtnisse ihrer Ziele verändert, oft zum Negativen hin, sodass sich das Ziel häufig selbst richtet, da es mit den Schmerzen der Erinnerungen nicht mehr zurechtkommt. Der Gedanke, dass Nilin all dies vergessen hat und ihre Erinnerungen nur langsam zurückkehren, lässt einen schaudern.newUploads_2012_0813_9f57ed5b8ad29b43ee90d568f2736a9a_RememberMe_GC12_Screenshots 6

Die Geschichte in Remember Me ist gut und schlüssig erzählt, auch wenn der Einstieg vielleicht ein wenig grob erscheinen mag, doch dies ist passend zur Geschichte, da weder wir noch unsere Protagonistin wissen, was überhaupt passiert ist. Aufgrund der doch recht krass gezogenen Gedankengänge der Entwickler, hat es uns immer wieder beim Spielen in Erstaunen versetzt, denn unsere Erinnerungen sind etwas Kostbares. Sie machen uns zu dem, was wir sind, wer wir sind, und wenn man diese verliert, fängt man von vorn an, in einem Leben, das man bereits lebte. Dass man so leichtsinnig mit diesen Erinnerungen spielt, ruft bei uns nur Entsetzen hervor, dennoch ist das Setting umwerfend, das gesellschaftskritische Thema perfekt gewählt und gut umgesetzt.

newUploads_2013_0214_c5aed22d49f0c476476685ba529b476d_leapers_beauty_shotv2Impressonen als Waffe

Nilin kämpft, wenn man es grob nimmt, nicht mit Waffen. Sie bekommt zwar im Laufe des Spiels eine Art Pistole, aber eigentlich ist diese für das Öffnen von Türen oder Lösen von Schaltern gedacht. Wer will, kann damit auch kämpfen, allerdings ist diese Schusswaffe nicht besonders stark, sodass man doch schnell auf den Nahkampf zurückweicht – Und der hat es in sich!

Im Verlauf des Spiels erhält man sogenannte Impressonen. Hierbei handelt es sich um unterschiedliche Nahkampfangriffe, die auch noch über verschiedene Fähigkeiten verfügen. So gibt es heilende und durchschlagende Impressonen. Es gibt jene, die die Wartezeit auf besondere Angriffe verkürzen. Und dann gibt es noch die Impressonen, die alle vorherigen verketten und noch mächtiger werden lassen. Mit dieser hübschen Auswahl könnt ihr dann eure Kombos zusammenstellen. Hier gibt es nur ein Problem, da ihr jede Impresson nur einmal in allen Kombos verwenden dürft. Habt ihr also beispielsweise die erste Impresson in der ersten Kombo, könnt ihr diese erst wieder verwenden, wenn ihr sie aus der ersten Kombo entfernt habt. Aber in der Regel hat man genügend Impressonen, um sensationelle Kombos zu basteln.

newUploads_2013_0214_d47c872cad1965b4ab11b87cf5c51737_RM_PressTour2013__14

Die Tastenkombinationen für die einzelnen Kombos sind auch leicht zu merken und beziehen sich lediglich auf Viereck und Dreieck. Auch das Timing für die Kombos ist gut gesetzt. Es lohnt sich nicht, sinnlos auf den Tasten rumzuhämmern und wie bei einem Beat’em Up zu hoffen, dass was Cooles passiert. Ihr solltet eher mit Bedacht die Knöpfe drücken und jedes Mal, wenn Nilin eine Aktion ausführt, könnt ihr die nächste Taste betätigen. Das macht unglaublich viel Spaß, sorgt jedoch manchmal auch für Frust, wenn die Tasten nicht reagieren oder man noch immer krampfhaft nach einem flächendeckenden Schaden sucht, aber hierfür hat man dann später die Logikbomben, die man an einem Gegner befestigen kann.

Im Übrigen habt ihr ein eigenes Sensen integriert. Sensen ist eine Implantation, die es euch ermöglicht, verschiedene Erinnerungen abzurufen und zu speichern. Auch ist Sensen in der Lage, euch den Weg zu weisen und euch so zu zeigen, wo ihr lang müsst. Eine gute Erfindung finden wir, denn manchmal ist es gar nicht so ersichtlich, wo man in der doch linearen Welt hin muss.

newUploads_2012_0920_342fc471eb064838470e0b1a893a48bf_RM_TGS_screenshot03

Gutes

+ Gute Story
+ Detailreiche Umgebung
+ Gelungenes Kampfsystem
+ Interessante Rätsel
+ Schöner und passender Soundtrack

Schlechtes

- Asynchronität
- Emotionen der Synchronsprecher passen oft nicht zur Situation
- Tasten reagieren manchmal nicht

9.0 Must Have

Kommentare

Du hast etwas zu sagen?

Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

Das könnte dich auch interessieren