R.A.W. Realms of ancient War – Review

Getestet von | 12.11.2012 um 00:00 Uhr

Schnetzelkunst ist wohl eines der altbekanntesten Fähigkeiten in der Spielindustrie. Somit sollte man meinen, dass man auf der sicheren Seite steht, wenn man ein Hack n‘ Slay Spiel produziert. Leider aber gibt es immer wieder Möglichkeiten das genannte Genre total zu versauen.

Hilferuf eines Königs
Eine Fantasy-Welt ist in Not, schon wieder könnte man hier sagen. Und das stimmt leider auch. R.A.W. – Realms of Ancient War ist im Kern ein reinrassiges Hack n‘ Slay Spiel, das im hart umkämpften Genre was bewirken wollte. Doch kommen wir zuerst zur Geschichte die, tataa, altbekannte Klischees bereithält. Ein großer Kontinent, unterteilt in 4 Zonen, die klassischer nicht sein konnten, wird von Elfen, Zwergen und natürlich Menschen bewohnt. Diese einzelnen Gebiete ernennen je einen König. Doch zu lange wurde ein Krieg ausgefochten, wo man die Anfänge, ja den Grund dafür nicht mehr kennt. Um diesen sinnlosen Krieg zu beenden, wurden die vier Könige auf den Plan gerufen. Durch ein altes Ritual, wo die Könige ihr Blut vermischten, sollte das Böse endgültig vertrieben werden. Doch just in diesem Moment als die Vier um den alten Altar standen, griff das Böse an und vernichtete die einzelnen Könige fast gänzlich. Während drei von ihnen sich mühevoll befreien konnten, wurde der Nordkönig in einem magischen Kristall gefangen genommen.
Es kommt wie es kommen sollte. Jahre später als ein einfacher Mensch seiner Reise nachging, passierte das Unvorstellbare. Ein Portal öffnete sich aus dem Nichts und der Mensch schritt hindurch, nur um nachher mit einer zusätzlichen Persönlichkeit im Körper wieder zurückzukommen. Der Nordkönig hat sich befreit und hofft auf die Hilfe des Menschen. Denn einer der Könige hat beim Ritual falsch gespielt und das Böse auf die Welt gelassen. Die Aufgabe ist schnell geklärt, durch das Einschalten der vier Portale, die in den einzelnen Gebieten verstreut sind, sollte man den Nordkönig wieder zum echten Leben verhelfen. Ob dies gelingt, liegt wohl alles in der Hand eines kleinen schwachen Menschen.

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Klischee durch und durch
Die Helden, die man auswählen kann, sind auch altbekannt. So gesellt sich ein murrender Krieger, der mit Schwert und Axt gut umgehen kann, eine Waldläuferin, die den Bogen in Perfektion beherrscht, und natürlich der magische Zauberer, der aber der schwächste der drei zu sein scheint hinzu. Leider bergen all die Klischee-Rassen nix Neues, denn auch die Fähigkeiten sind mehr oder weniger von anderen Hack n‘ Slays bekannt. Egal ob Schwertkämpfer oder Magier, man hat es irgendwie schon in anderen Spielen erleben dürfen, und das teilweise auch noch besser. Zwar erhält R.A.W. ein Level Up System, das ist aber so unausgewogen, das man nie weiß wieso und weshalb man jetzt einen Levelpunkt bekommen hat oder nicht. Auch wenn man jetzt hofft, seinen Recken individuell ausrichten zu können, wird man schon leicht enttäuscht. Es gibt ein paar Fähigkeiten, die man auswählen kann, die spezifisch für seine Klasse bereit stehen. Doch schon die zweite Reihe hat schon fast jede Charakterklasse wieder. Sprich: schlussendlich kämpft man nur mit 4 bis 6 individuellen Kräften, während die späteren Kräfte teilweise auch bei den anderen Charakteren zur Verfügung stehen. Durch die Punktvergabe kann man die ausgewählten Fähigkeiten natürlich noch weiter steigern, um der Effekt noch spürbarer zu machen.

Hin und wieder lassen Gegner Rüstungen fallen, die in diversen Kategorien unterteilt wurden. Von Normalen, Guten bis hin zu Epischen Fundstücken können so angezogen werden. Jeder dieser Gegenstände birgt noch Attribute, die den Kämpfer noch stärker werden lassen. Hat man genügend Geld auf seinem fiktiven Konto kann man solche Rüstungen und Zusätze auch bei den Händlern kaufen, die hin und wieder in den einzelnen Kapiteln auftauchen. Leider muss man sagen, dass der Platz des Inventars arg begrenzt ist und man schnell mal an seine Grenzen stößt.

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Schönes Land, nix dahinter
Ob Wüste, seichter Sumpf oder dunkle Dungeons. R.A.W. bietet eine wunderschöne Grafik. Das Ganze wurde stimmig eingefangen und es würde Lust machen, die Gegend zu erforschen, wenn nicht alles so linear wäre. Die Effekte, die die Helden von sich geben, können sich sehen lassen. Soundtrack ist ebenfalls nicht schlecht. Leider muss man sich mit vielen Textbalken begnügen, die die Geschichte weitervorantreiben. Vor allem ist das dann nervig, wenn diese Textbalken inmitten der Kämpfe aufploppen und man sich eigentlich aufs Kämpfen konzentrieren sollte. Zwar spendieren die Macher eine Sprachausgabe und Cutscenes, die sind aber so extrem selten, sodass man sie schnell wieder vergisst, auch wenn sie recht ansehnlich daherkommen. Auch kann man die Kamera in keiner Sekunde justieren, sie zeigt störrisch das Ganze von Oben, was nicht immer gute Einblicke in das Spiel gibt. Die KI ist nicht schlecht, eckt aber an vielen kleinen Gegenständen an. Und auch sonst hat sie hin und wieder grobe Aussetzer, die man schlagartig ausnutzt. Das Gegneraufkommen ist sehr groß. Als Solospieler kann es schon vorkommen, dass man schlichtweg überrannt wird. Wer gut aufpasst und das ist auch nicht sonderlich schwer, findet in R.A.W. kleinere Nebenaufgaben, die man im Vorbeilaufen erledigen kann. Das Suchen & Finden, von Nebenquests und Gegenständen hält sich arg in Grenzen. Aus dem Grund da die Karten linear aufgebaut wurden. Die einzelnen Kapitel wurden wohl so konzipiert, dass man diese zwischen 10 und 20 Minuten beenden kann. Man bekommt nur eine Weltkarte zur Navigation durch die einzelnen Kapitel. In den einzelnen Kapiteln ist schlussendlich nur ein Pfeil vorhanden, der dem Spieler zeigt, wo das Ziel der Aufgabe / Nebenaufgabe befindet.

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Da R.A.W. drei Recken beherbergt, darf sich zu jederzeit einen zusätzlichen Mitstreiter in das Geschehen einklinken. Da es ein PlaystationNetwork-Spiel ist, könnte man meinen, dass man dies auch mit Onlinekumpels aus seiner Freundesliste spielen kann. Leider ist der Kooperativer Modus nur Offline zu genießen. Das ist einbisschen schade, denn zu zweit oder zu dritt macht das Abenteuer gleich doppelt Spaß. Gruppen, die nicht vorsichtig ihre Kräfte abwiegen und miteinander arbeiten, beißen bei den Gegnerhorden schneller ins Gras als ihnen lieb ist. Nur die Waffen und Rüstungen müssen gekonnt aufgeteilt und getauscht werden. Hier gibt es dann im Koop-Modus ein durcheinander bis jeder die Waffen oder Rüstungsteile hat, die er anziehen möchte.

Gutes

- kurzweiliges Vergnügen
- Kooperativer Modus
- hübsche Grafik

Schlechtes

- kleinere Fehler
- Geschichte zu vorhersehbar
- kein Onlinemodus

7.5 Gut

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