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Ratchet & Clank Trilogy – Review

Artikel von | 29.06.2012 um 00:00 Uhr

Was tut ein Konzern, wenn kaum Innovation, neue Ideen und fähige Entwickler zur Verfügung stehen, um Geld in die Kasse zu bringen und den Kunden ein einigermaßen zufrieden stellendes Produkt zur Verfügung zu stellen? Richtig, sie spielen den Joker und in der Gaming-Sparte heißt das, HD-Remake. Einfach die erfolgreichen und Nostalgiegetränkten Spiele ein wenig aufpolieren, schnell ein Trophäenset ausgedacht und ab dafür. Die Ergebnisse können dabei unterschiedlicher nicht sein, denn von fehlerhafter Überarbeitung bis hin zu Glanzleistungen ist alles dabei. Das nächste Remake gehört einem unvergleichlichen Duo, welches aus der PlayStation Sparte nicht mehr wegzudenken wäre, nämlich Ratchet und Clank. Nachdem All 4 One, der zehnte Teil, nur mäßig erfolgreich war, versucht Sony nun die Helden wieder ins Rampenlicht zurück zu holen, indem sie die ersten drei Teile in HD überarbeiten, mit Trophäen und 3D ausstatten und sie dann zu einem günstigen Preis verkaufen. Ob dieses HD-Remake geglückt ist, lest ihr in der nachfolgenden Review, auf PS3inside.de

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Das waren noch Zeiten

Nostalgie steht natürlich weit oben, wenn es um HD-Remakes geht und so sind es besonders die hartgesottenen Fans der Serie, die sich natürlich bestens mit den Anfängen der Serie auskennen, denn in Insiderkreisen werden die ersten drei Teile sowieso als die besten Titel gehandelt, umso größer sicherlich die Neugier der Fans, die erst mit der PS3 zu der Serie gefunden haben, denn diese haben mit der Trilogie eine wahre Fundgrube gefunden, aber fangen wir mal ganz von vorne an.
2002 beginnt die Serie aus dem Hause Insomniac Games ihren Streifzug exklusiv für Sony’s PlayStation. Starten tun wir hier auf einem Planeten, wo wir gerade eine uns unbekannte Person an einem Schiff werkeln sehen. Die Idylle hält nicht lange, denn ein kleines Schiff, mit einem Roboter als Insasse, wird abgeschossen und landet ganz in der Nähe der Person. Diese ist natürlich Ratchet und so neugierig wie er ist, machen wir uns umgehend auf den Weg zu dem Schiff. Wir dürfen nun selbst das Zepter in die Hand nehmen und können uns an die Steuerung gewöhnen. Da diese aber fast identisch mit den PS3 Spielen ist, ist man nach wenigen Minuten bereits bestens vertraut und auch Neulinge lernen die Steuerung schnell, doch zwei merkliche Unterschiede gibt es. Das Waffenrad kann zwar ausgewählt werden wie immer, doch das Spiel pausiert nicht und auch die Schultertasten können nicht zum Seitwärts laufen benutzt werden, was es ein wenig kniffelig macht zu zielen, aber man darf nicht vergessen, es war das erste Spiel und das Spiel steckte noch in den Kinderschuhen. Nachdem wir den Roboter nun gerettet haben, erwacht dieser zum Leben und stellt sich Ratchet vor und hat auch gleich eine wichtige Mission zu erledigen. Der Roboter sucht eine heldenhafte Person, um die Galaxie vor dem Untergang zu bewahren. Der Roboter hat nämlich herausgefunden, dass der oberste Vorsitzende Dreg, von dem Volk der Blarg, einen neuen Heimatplaneten erschaffen möchte für sein Volk. Sein Plan, alle guten Teile von anderen Planeten herausreißen und sie dann zu einem neuen Ganzen zusammenfügen. Die ganzen Opfer bei dem Vorhaben scheinen dabei eine eher untergeordnete Rolle zu spielen. Da Ratchet nicht groß an etwas gebunden ist, beschließt er, den Roboter, der sich unterdessen als Clank bekannt macht, zu einem Superhelden zu bringen. Das Abenteuer beginnt. Es folgt nun das typische Szenario. Ihr landet auf einem Planeten, auf denen es mindestens ein Fragezeichen gibt. Diese stehen für Punkte, die meistens eine Sequenz und neue Planetenkoordinaten enthalten, doch auch Unterschiede, im Vergleich zu den heutigen Titeln gibt es. So zum Beispiel die Lebensanzeige. Ratchet hat nur vier Leben, die als vier Nanotechkugeln dargestellt sind. Jeder Feind kann euch auch immer nur eine Kugel pro Treffer abziehen. Man mag das für recht einfach halten, aber weit gefehlt. Ratchet and Clank ist der eindeutig schwerste Teil der gesamten Serie. Dies liegt aber hauptsächlich an den Waffen. Auch hier waren die Waffen natürlich schon das wichtigste Spielelement und es gibt auch eine reichliche Auswahl, aber mit den Waffen passiert nichts. Kein Hochstufen, keine Gimmicks wie Säure, oder verbessertes Zielen, all das gibt es im Erstling nicht. Demnach ist man quasi schon zu verwöhnt von den späteren Titeln. Es fällt außerdem auf, dass dieser Titel noch deutlich mehr Jump’n’Run Elemente hat, als spätere Titel. Die Story selbst hat einen recht großzügigen Umfang und dauert 8-10 Stunden. Im weiteren Verlauf der Story, entpuppt sich der Superheld, den Clank um Hilfe bitten möchte, sehr schnell als Captain Quark, den es fortan zu suchen gilt. Die Story ist dabei recht R&C-typisch. Es gibt Wendungen, viel Humor und viele kürzere Sequenzen.

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Wer braucht denn noch Helden?

Und schon sind wir beim nächsten der drei Titel angelangt, bei Ratchet and Clank 2, der zeitlich gesehen direkt ein Jahr nach dem ersten Titel erschien, also 2003. Unsere Helden haben sich ein wenig Auszeit nach den Geschehnissen aus Teil 1 gegönnt, da werden sie auch prompt in eine andere Galaxie teleportiert. Mr. Fizzwidget, Gründer und Vorstand der Megacorp, ein Waffenunternehmen, ganz wie Gadgetron, berichtet Ratchet und Clank das ein geheimes Experiment gestohlen wurde und sie beide sollen es wiederbeschaffen. Beide willigen ein und so beginnt ein weiteres Abenteuer. Schon gleich zum Start fallen hier erste Weiterentwicklungen gegenüber Teil 1 auf. Das ganze Spiel wirkt schon viel mehr wie der heutige Standard der Serie. Die vier Nanotechkugeln wurden gestrichen und durch eine futuristische Leiste ersetzt. Das Nanotech kann hochgestuft werden und somit gesteigert werden. Hochstufen ist das Zauberwort bei Teil 2. Denn hier dürfen erstmals auch die Waffen gesteigert werden, doch auch das läuft ein wenig anders, wie man es aus den PS3 Titeln kennt. Jede Waffe wird nur einmal hochgestuft, erhält dann aber auch gleich ein großes Update, indem Leistung und Aussehen erheblich verbessert werden. Ratchets Arsenal im zweiten Teil ist darüber hinaus sehr umfangreich und hier gibt es viele einzigartige Waffen zu bestaunen, die in späteren Titeln so nie wieder hinein gefunden haben. Auch bessere Rüstungen kann Ratchet erbwerben und hält so mehr Schaden aus. Wieder ist die Story sehr umfangreich und bietet bis zu 10 Stunden Unterhaltung, mit vielen Extras. Gladiator-Arenen, Weltraumschlachten mit dem Raumschiff und Hoverbikeraces sind in diesem Spiel an der Tagesordnung und sorgen daher für viel Abwechslung, wie sie sonst in kaum einen anderen Ratchet & Clank je vorkam. Die Story selbst ist nach dem Erfolgsrezept gebraut. Spannend, mit Wendungen und viel Witz, sorgen auch im zweiten Abenteuer für einiges an Spaß. Die Steuerung wurde hierbei auch überarbeitet, denn so pausiert das Spiel, wenn ihr eine Waffe über euer Waffenrad auswählen wollt und auch das Seitliche Ausweichen funktioniert. Grafisch hat sich der Titel gegenüber dem Erstling allerdings kaum weiter entwickelt, doch die Grafik war auch schon im ersten auf hohem Niveau.

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Dunkle Vergangenheiten

Schlussendlich, sind wir nun bei dem letzten Titel der Trilogie, dem dritten Teil der Serie, der 2004 erschienen ist. Nachdem auch in der Bogon-Galaxie wieder alles seiner gewohnten Ordnung nachgeht, entspannen sich unsere Helden in ihrer Wohnung. Clank profitiert von seiner Bekanntheit und ist nun der Star eine Serie, die Geheimagent Clank genannt wird (daher auch der gleichnamige PSP-Titel). Ratchet dagegen spielt die zweite Geige. Mit einem mal werden im Fernsehen jedoch Bilder von Veldin, Ratchets Heimatplaneten, übertragen. Der Planet steht unter dem Angriff von Thyrannoiden. Ratchet und Clank fackeln nicht lange und fliegen zurück in ihre Heimatgalaxie, um den Planeten zu retten. Schnell wird daraufhin klar, die Thyrannoiden wurden angesetzt und zwar von keinem geringeren als Dr. Nefarius, einem Roboter-Supergenie. Dieser hat einen Hass auf sämtliche organische Lebensformen und verfolgt daher einen teuflischen Plan, der ihn schließlich zur Weltherrschaft führen soll. Doch dieses Mal sind Ratchet und Clank nicht auf sich alleine gestellt. Die Armee der Galaxie, genannt „Die Galaktischen Schutztruppen“, stehen unseren Helden mit voller Unterstützung zur Seite. Naja, nicht so wirklich, denn in Wirklichkeit sind diese Truppen totale Angsthasen. So liegt es erneut an Ratchet und Clank, das Universum zu retten. Schon in dem Teil werden teilweise Dinge aus den beiden vorherigen Teilen beantwortet. Ein aufeinanderfolgendes Durchspielen ist daher von Vorteil. Ratchet and Clank 3 stellt dabei den Höhepunkt der Trilogie dar. Nicht nur, weil dieses Spiel das erste war, welches den Stand der meisten PS3 Ableger entspricht vom HUD und Waffenverhalten, aber auch, weil Teil 3 einen Multiplayer hat. Dieser ist in Form eines Third-Person-Shooter im R&C Stil gehalten. Man darf sich das nun in etwa so vorstellen: Es gibt Team Rot und Team Blau. Beide Seiten haben maximal vier Spieler pro Team. Auf zehn verschiedenen Karten können sich die Spieler in unterschiedlichen Modi messen. Der Königsmodus, eine Art Zonenmodus, besteht darin, Zonen auf der Karte einnehmen zu können. Diese Zonen haben aber immer einen Schutz, der erst besiegt werden muss. Zonen stellen Fahrzeuge wie Hoverschiffe und Buggys zur Verfügung. Auf der Map liegen dann Waffen, Perks, Munition und Leben herum. Ziel ist es dann, die Homebase der Gegner einzunehmen. Auch gibt es Modi wie EDF, oder Team-Deathmatch. Man erstellt sich natürlich noch einen Charakter und kann als einer von vielen lustigen Charakteren auf dem Spielfeld umher laufen. Der Multiplayer kann auch im Splitscreen ausgetragen werden an einer Konsole.

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Wie seht ihr denn aus?

Für die Überarbeitung war Idol Minds hauptverantwortlich, haben aber eng mit Insomniac Games zusammen gearbeitet. Die Überarbeitung ist im Großen und Ganzem recht überzeugend. Ganz ohne Fehler ist sie jedoch nicht. So gibt es Tonfehler beim Laden der nächsten Planeten, also dort, wo man das Schiff durch den Weltraum fliegen sieht. Auch der Helm in Sequenzen ist nicht so ganz richtig. Dieser sitzt nicht richtig auf dem Kopf und steht sozusagen etwas darüber. Das ist zwar nicht beeinträchtigend, aber nerven tut es doch ein bisschen. Der Ton wurde auch nicht gut überarbeitet, denn dieser wurde generell nur in seiner Gesamtlautstärke angehoben und mit viel zu starken Bass hinterlegt. An manchen Stellen dröhnt der Bass unnötig laut und viel zu dumpf, als das sich das gut anhören würde. Grafisch sieht die Überarbeitung jedoch sauber aus, lediglich richtige Zwischensequenzen laufen auf der PS2-Grafik und sind auch nur in 4:3 zu sehen. Wie alle Collections hat jedes der drei Spiele ein eigens Trophäenset und ist mit Stereoscopic 3D versehen.

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Fazit:

Zum zehnten Geburtstag bekommt die Ratchet and Clank Serie nochmal ein besonderes Präsent. Die ersten drei Spiele und damit auch drei sehr erfolgreiche Spiele kommen zusammengefasst auf eine Blu-ray. Die Überarbeitung ist bis auf kleine Schönheitsfehler gut gelaufen und kann als Gesamtpaket überzeugen. Da nun wirklich jeder weiß was Ratchet and Clnak ist, weiß an dieser Stelle jeder selbst, ob er das Ding kauft oder nicht. Wir wollen an dieser Stelle jedoch allen neueren Fans, also die erst mit der PS3 auf den Zug mit aufgesprungen sind, nahe legen sich die ersten drei Teile nicht entgehen zu lassen, denn es lohnt sich.

Ratchet & Clank Trilogy Testbericht

Ratchet & Clank Trilogy

  • Release: 29.06.2012
  • Genre: Adventure, Jump'n'Run
  • Entwickler: Insomniac
  • Publisher: Sony

Gutes

+ Drei Spiele + Multiplayer
+ Gute Überarbeitung
+ Nostalgiewert
+ Günstiger Preis

Schlechtes

- Kleinere Schönheitsfehler
- Tonqualität etwas misslungen

8.0 / 10 Sehr gut

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