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Rambo: The Videogame im Test – Lizenzschrott auf Schienen

Artikel von | 28.02.2014 um 14:22 Uhr

Auf der gamescom 2012 gab es noch Grund zur Freude: Ein Videospiel auf Basis der Rambo-Lizenz wurde angekündigt! Bis Anfang 2014 sollten wir uns aber dann gedulden müssen, ehe wir endlich selbst in die Rolle von John Rambo schlüpfen dürfen. Wie groß war der Schock, als das Spiel noch einmal kurzfristig auf Februar verschoben wurde! Wie groß unser Bedauern jetzt ist, dass dieses Machwerk jemals das Licht der Welt erblickt hat, erfahrt ihr in unserem Test…

Gameplay auf Schienen

Über eine Sache sollte man sich im Klaren sein: Rambo: The Videogame ist ein Railshooter. Das mag auf den ersten Blick veraltet wirken, doch ist ebenso zeitlos, also wieso nicht? Auch andere Spiele setzen auf Skripts in großen Massen, wieso sollte dann also ein komplett durchgeskriptetes Spiel nicht auf funktionieren. Gut ist: Fehler hierbei sind uns im Test keine aufgefallen, das heißt es wurde immer das Vorankommen ausgelöst, entweder, wenn alle Gegner besiegt waren, oder auch durchaus mal willkürlich. Steuern dürft ihr in Rambo: The Videogame genau eines: Das Fadenkreuz eurer ausgerüsteten Waffe, das können schwere Waffen (Gewehre), leichte Waffen (Pistolen) oder auch ein Bogen sein. Über das genaue Waffenarsenal lassen wir uns an dieser Stelle nicht weiter aus, nur so viel: Über die Trautman-Herausforderungen könnt ihr zusätzliche Waffen freischalten.
Was ihr in Rambo: The Videogame dann noch selbstständig machen könnt, ist in Deckung gehen, wenn es gerade geeignete Objekte gibt, sowie das Nachladen. Das Nachladen kann man “normal”, “perfekt” oder mit “Ladehemmung” durchführen, denn es dreht sich ein kleiner Kreis, und wenn man genau im richtigen Moment auslöst, dann wird das Nachladen perfekt, was bedeutet, dass man das doppelte der normalen Munitionsmenge zur Verfügung hat, ansonsten sind es 100% bei normal oder 50% bei Ladehemmung, zudem dauert der Prozess dann wesentlich länger.
Auf der einen Seite cool, auf der anderen Seite nervig ist die Tatsache, dass man sich auch in der Deckung nicht immer sicher fühlen kann. Nervig deshalb, weil man ja nicht ausweichen kann (Erinnerung: Rail-Shooter, Rambo bewegt sich nur wenn er gerade will!) und man möglicherweise dem kompletten Feuer der Gegner komplett ausgeliefert ist. Cool deshalb, weil die Umgebung zerstörbar ist und das Spiel dadurch den Eindruck erweckt, zumindest aus der PS2-Ära zu stammen, doch dazu später mehr.
Ein weiteres Element in Rambo: The Videogame ist der Wutmodus. Eure Gesundheit geht euch in dem Spiel manchmal schneller flöten als euch lieb ist, aber mit dem Wutmodus könnt ihr euch für das Töten von Feinden Lebensenergie wiederholen. Mit den gesammelten Erfahrungspunkten während der Level könnt ihr zudem diverse Fertigkeiten von Rambo aufstocken, so zum Beispiel seine Zähigkeit erhöhen oder den Umgang mit leichten bzw. schweren Waffen verbessern und mehr Schaden verursachen. Zudem könnt ihr Boni auf ihn setzen, sodass sich zum Beispiel die Wut-Anzeige doppelt so schnell füllt. Dieses Levelsystem ist wirklich cool und zeigt, was aus Rambo: The Videogame hätte werden können.
Hin und wieder werden übrigens auch Stealth-Passagen mit Quicktime-Events eingestreut. Diese gehören klar zu den starken Momenten des Spieles, denn dann müsst ihr euch nicht mit dem unglaublich hakeligen Fadenkreuz herumschlagen. Kurzzeitig kommt das sogar Spaß auf, doch leider sind diese Passagen viel zu schnell vorbei.

Rambo The Videogame Test Review 1

Hot News: PS3 jetzt abwärtskompatibel!

Zu welcher Konsole diese Abwärtskompatibilität nachgereicht worden sein muss, könnt ihr selbst entscheiden, wenn ihr euch einmal eine Episode unseres Let’s Plays zu Rambo: The Videogame anschaut. Fakt ist: Das Spiel ist technischer Vollmurks auf fast kompletter Ebene. Die Cutscenes (gerendert!) ruckeln, die Texturen stammen aus einem noch ferneren Zeitalter als die von Aliens: Colonial Marines (!), in der Umgebung gibt es mehr Popups als in allen Spielen in denen wir das bisher bemängelt haben zusammen und die KI ist auch nicht die hellste, da fest vorgeskriptet.
Tatsächlich hat Rambo: The Videogame aber auch in der Technik eine unerwartet starke Seite, nämlich die Wassereffekte. Diese sind wirklich hübsch und in den zwei oder drei Tauchgängen, die man im Spielverlauf unternimmt, macht das Spiel wirklich den Eindruck, ein vollwertiger PS3-Titel zu sein. Wieso die Entwickler das nicht auch auf das restliche Spiel übertragen konnten, bleibt ein Rätsel.
Sehr gute Arbeit geleistet haben Teyon ebenso beim Soundtrack, aber wahrscheinlich bloß aus dem einfachen Grund, dass dieser nur aus den Filmen übernommen wurde. Ja, das Videospiel bietet die Originalmusik und echte Tonaufnahmen aus den Rambo-Filmen, was wirklich gut ist und für eine gewisse Atmosphäre sorgt, gerade weil die Qualität dem Alter der Aufnahmen entsprechend natürlich nicht berauschend ist.
Auch wenn wir es vermeiden wollten, müssen wir an dieser Stelle doch noch einmal anfangen zu meckern, denn der unausgegorene Schwierigkeitsgrad gemeinsam mit merkwürdig gesetzten Kontrollpunkten sind noch so ein Ding, was an Rambo: The Videogame tierisch nervt. In den Schleichpassagen, in denen einem in der Regel kaum etwas passieren kann, wird teils nach jedem Gegner ein Kontrollpunkt gesetzt, dafür aber in absolut nervigen, weil unverhältnismäßig schweren Ballereinlagen nicht. Dann muss man mehrere Sequenzen an Gegnern nochmal spielen, die natürlich immer genau gleich ablaufen. Umso größer der Frust, wenn man immer wieder von der gleichen Granate getroffen wird, da Rambo diese einfach mal wieder nicht treffen will…

Rambo The Videogame Test Review 2

It’s over, John!

Rambo: The Videogame war in unserer dreieinhalbstündigen Testphase (danach war die Story ein Mal beendet) eine Erfahrung, die nicht nur für Frust sorgte, sondern uns auch zum Lachen gebracht hat. Ob wahre Rambo-Fans dieses Spiel sogar mögen könnten oder einfach nur geschockt in die Ecke werfen, konnten wir für uns nicht ganz klären. Fakt ist, dass wir technisch wohl kaum etwas Schlechteres in der Zukunft auf der PS3 vorfinden dürften und dass es auch vom Gameplay her nur noch besser werden kann. Wir fanden es einfach nur schade, was hier aus der großartigen Lizenz gemacht wurde – Gelungene Elemente wie das Levelsystem zeigen ja, was möglich gewesen wäre. Und auch das Genre Railshooter hätte man mit besserer Technik gelungen auf die aktuelle Zeit anpassen können, denn sogar im Gameplay gibt es die wenigen starken Momente, die nicht durch die unglaublich hakelige Steuerung oder merkwürdig gesetzte Kontrollpunkte zunichte gemacht werden. Schade, schade, bleibt uns da nur zu sagen: Wir empfehlen euch: Falls ihr wirklich einen eigenen Eindruck von Rambo: The Videogame haben wollt nehmt es mal aus Videothek mit, aber gebt bloß nicht mehr als fünf Euro dafür aus!

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Rambo – The Videogame Testbericht

Rambo – The Videogame

  • Release: 21.02.2014
  • Genre: Action
  • Entwickler: Reef Entertainment
  • Publisher: Reef Entertainment

Gutes

+ Originalton und Musik
+ Level- und Bonisystem
+ Zerstörbare Umgebung
+ Hübsche Wassereffekte

Schlechtes

- Technischer Vollmurks
- Cutscenes direkt der PS1 entsprungen
- Hakelige Steuerung
- Unnachvollziehbares Bewertungssystem
- Unausgegorener Schwierigkeitsgrad
- Merkwürdige Kontrollpunkte

3.2 / 10 Ist das eine Alpha?

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