Rain im Test

Getestet von | 04.10.2013 um 22:24 Uhr

Sony Computer Entertaiment Japan ist schon lange dafür bekannt, die etwas andere Art von Videospielen zu programmieren oder andere Studios in dieser Hinsicht zu unterstützen. Mit Rain haben sie wieder eines dieser Spiele hervorgebracht. Diesmal ein Adventure, das buchstäblich in den Regen fällt. Mit Regenschutz und Schirm gingen wir auf Wanderung und erzählen euch jetzt was.

Es war einmal eine ruhige, stille Nacht

Als der kleine Junge aus dem Fenster in die Regennacht hinausblickte, erhaschte er eine Silhouette im Regen. Ein kleines Mädchen rannte die menschenleere Gasse entlang. Auf der Suche nach einem Ausweg, wie es den Anschein hatte. Der Junge war wohl so fasziniert von diesem Anblick, dass er sich aus dem Hause schlich und dem Mädchen nachrannte. Dadurch stolperte er in eine andere Welt, die durch Regen getränkt ist. Zu seiner Verwunderung verlor er seine Gestalt und wandelte fortan auch als Unsichtbarer durch diese Welt. Auf der Suche nach diesem einen Mädchen, das ihm helfen konnte.
Der Auftakt zu Rain ist dramatisch und kommt mit keinem Wort rain 03aus. Schon in der ersten Viertelstunde ist man fasziniert von der Spielweise. Während man in den offenen Bereichen, wo der Regen fällt, keine Probleme hat den Charakter zu steuern, wird es bei bedeckten Flächen schon interessanter. Nur noch die nassen Fußspuren sieht man für einen kurzen Augenblick auf dem trockenen Boden bis auch diese verschwinden. Danach ist man auf sich allein gestellt. All dies wäre nicht so einfach, wenn die beiden Protagonisten nicht auch noch ständig von Kreaturen gejagt werden würden. So sind trockene Stellen überlebenswichtig für beide.

Ein kurzes Vergnügen

Rain ist in erster Line ein lineares Adventure. Der Spieler wird in dem vier- bis fünfstündigen Abenteuer regelrecht an die Hand genommen. Ausflüge auf den Karten oder Levels gibt es kaum, auch wenn es hin und wieder kleinere Verstecke gibt. Diese sind dann für den zweiten Durchlauf gedacht. Da schaltet man nämlich Erinnerungen frei. Auch wenn Rain im Kern ein ruhiges Spiel ist, scheucht es den Spieler gerade am Anfang regelrecht durch die Geschichte. Aus dem einen Grund, dass ein Geschöpft euch immer wieder findet und nach eurem Pixelleben trachtet. Wieso das so ist, wird kaum verraten.
Ist man im ersten Drittel noch damit beschäftigt davon zu rennen, sich zu verstecken / unentdeckt zu bleiben, ändert sich die Spielart leicht, als man das Mädchen eingeholt hat. Jetzt kommen noch vereinzelt Rätselpassagen vor. Sie halten sich aber in Grenzen und sind auch nicht wirklich schwer zu meistern. Auch die Rennpassagen in dem der Spieler gejagt wird, sind kaum nennenswert. Doch wer trotzdem noch Probleme mit einigen Stellen hat, erhält eirain 04ne Hilfe durch die Select-Taste. Es ist interessant zu sehen wie das Spiel eine Atmophäre erzeugt, die beklemmend ist, aber auch zugleich friedlich und Geborgenheit vermittelt. Dies ist vor allem dem Soundtrack des Spiels zuzuschreiben. Zudem hat der Regen eine beruhigende Wirkung auf die Menschen selbst. Die Umgebungen der Stadt gaukelt einem eine teilweise große Welt vor, doch der Weg ist bekanntlich linear. Trotzdem bleibt man gerne mal stehen oder läuft langsam durch die Welten, um das Gezeigte in Ruhe aufzunehmen.

Das Abenteuer fällt in den Regen

Wie schon angedeutet, birgt Rain kaum Herausforderung für gestandene Spieler. Auch wenn SCEJ ihre Arbeit gekonnt abgeliefert haben, schlichen sich die üblichen Macken ein, die man auf der PlayStation 3 schon genügend zu Gesicht bekommen hat. Matschtexturen, leichtes Tearing und Clippingfehler dürfen bestaunt werden. Da aber der Regen die Protagonisten mehr oder weniger durch das ganze Spiel begleitet, sieht man es kaum, dass die Technik dahinter hin und wieder patzt. Die Geschichte wird als Erzählfrom wiedergegben. Teilweise eins zu eins was gerade passiert ist oder passieren wird. Leider wurden diese kleinen Sätze nicht vertont, sondern erscheinen an den Wänden, Böden oder in der Luft in der Spielwelt. Hier hätte man lieber einen Sprecher organisieren sollen, das hätte der Atmphosäre noch einen Hauch zusätzlicher Magie verliehen.

 rain 06

Sony Compupter Entertainment Japan hat es wieder geschafft mit einer seichten Idee ein kleines Meisterwerk abzuliefern. Rain ist im Kern genommen ein lineares Adventure mit einer hübschen Erzählstruktur. Doch leider verschenkt das Studio genau in diesem Punkt viel an Potenzial. Man muss sich die wichtigsten Eckpunkte nämlich selber zusammenreimen. Auch fehlen die typischen knackigen Rätsel, die dem Spiel eine bestimmte Würze geben konnten. Dafür ist der Soundtrack gelungen. Einen kleinen Wiederspielwert gibt es ebenfalls. Ab dem zweiten Durchgang darf man nämlich noch Errinerungen suchen. Spieler, die gerne mal abseits des Mainstreams etwas erleben möchten, werden mit Rain sehr gut bedient.

Gutes

- stimmiges Adventure
- gelungener Soundtrack

Schlechtes

- kurzes Vergnügen
- störrische Kamera

7.5 Gut

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