Prototype 2 – Review

Getestet von | 03.05.2012 um 00:00 Uhr

Das die Produktpalette von Activision mehr als nur Call of Duty enthält, wird der ein oder andere nur schwer glauben wollen, doch mit Prototype 2 bringt Activision nun den Nachfolger des 2009 erschienenen Erstlings auf den Markt. Schaffen es die Entwickler von Radical Entertaiment dabei die Fehler aus dem ersten Teil auszubügeln, oder erreicht man bei Activision abseits von CoD nur das Mittelmaß?

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Ausbruch 2.0

Prototype 2 spielt knapp 2 Jahr nach den Geschehnissen des ersten Teils, der Mercer Virus scheint eingedämmt und New York ist offenbar gerettet. Doch ein zweiter Ausbruch stürzt New York wieder ins Chaos, dabei spielen wir nicht mehr Alex Mercer aus dem erste Teil, sondern James Heller, ein Soldat der während des Ausbruchs seine Familie verliert und Alex Mercer dafür die Schuld gibt, in der Überzeugung, dass er genau wie am ersten auch am zweiten Ausbruch Verantwortlich ist. Das Spiel beginnt, als wir uns auf einer Mission durch infiziertes Gebiet befinden und unser Trupp von Mercer angegriffen wird. Als wir uns wieder aufgerappelt haben, beobachten wir Mercer dabei, wie er einige unserer toten Kameraden durchsucht. Wir wollen uns für den Tod von Frau und Kind rächen und greifen Mercer Augenblicklich an, der zeigt sich aber kaum Beeindruck davon, das wir ihm mit einem Messer ein paar neue Körperöffnungen auf den Leib verpassen wollen, stattdessen werden wir durch die Luft gestoßen und landen unsanft auf dem Boden. Doch Mercer greift uns nicht an, stattdessen verfolgen wir ihn durch die zerstörte Stadt. Die Verfolgungsjagd endet in einer Videosequenz, die im Stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Stil gehalten sind. Hier können wir nun nur dabei zusehen, wie Mercer Heller packt und ihn mit dem Virus infiziert, während dem Todeskampf ziehen Bilder der verstorbenen Familie Heller’s über den Bildschirm, dann wird es schwarz. Als nächstes finden wir Heller auf einem Operationstisch wieder, wo Wissenschaftler versuchen ihn wieder zusammenzusetzen. Schließlich werden wir für einige Experimente wieder freigelassen und finden uns in einem hermetisch abgeriegelten Raum wieder, durch das einzige Tor was sich öffnet, strömen zu allem Überfluss ein paar Infizierte herein. Wir dürfen uns gleich mit einigen unserer neu gewonnen Fähigkeiten anfreunden und diese an den Gegnern testen. Irgendwann reicht es aber den hohen Tieren, die uns die ganze Zeit beim Töten betrachten und sie zünden eine Brandbombe, die uns töten soll. Doch weit gefehlt, wir absorbieren kurzer Hand die Wachen, die unseren Tot überprüfen sollen und sind schon wieder bei Kräften. Nun heißt es aus diesem Gefängnis entkommen, was sich mit Superkräften recht leicht gestaltet. In der darauf folgenden Szene treffen wir Mercer wieder, der Heller von seiner Unschuld an dem Ausbruch zu überzeugen versucht. Das ganze ist laut Mercer kein Virusausbruch, sondern ein Biowaffentest von Gentek unter Kontrolle von Blackwatch, doch Heller ist von Mercer’s Geschichte nur wenig überzeugt, allerdings sind Gentek und Blackwatch fortan zumindest ein Teil unserer Gegner. Nach dieser Szene können wir uns frei in der Spielwelt bewegen, zunächst aber nur in dem gelben Gebiet. Dieses kennzeichnet sich durch viele Quarantänebereiche, die durch Blackwatch Soldaten kontrolliert werden. Neben diesem Bereich gibt es noch zwei weitere, den grünen Bereich, wo alles, bis auf ein paar Militärbasen, recht normal wirkt, und den roten Bereich, wo Häuser in Trümmern liegen und Infizierte gegen Soldaten kämpfen, von Zivilisten gibt es dort keine Spur. Diese beiden Bereiche schalten wir jedoch erst im Laufe des Spiels frei.

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Womit soll ich dich jetzt töten?

Unsere nächsten Aufträge gelten Blackwatch und Gentek und dem vereiteln weiter Experimente. Doch um sich auch gegen größere Feindverbände wehren zu können, ist es von Vorteil sich mit der doch recht komplexen Steuerung von Prototype 2 auszukennen. Zunächst fängt es bei Springen mit X und Gleiten mit R2 ja noch einfach an. Auch haben wir nur zwei Angriffe, die wir vorher über L1 festgelegen und mit Dreieck und Viereck ausführen, mit R1 blocken wir. Doch nun wird es schon komplizierter, denn mit Kreis können wir unter anderem Gegner greifen, diese dann absorbieren, um unsere Energieleiste wieder aufzufrischen, oder neue Nebenmissionen zu erlangen. Zudem können wir uns über das Steuerkreuz in das zuletzt absorbierte Opfer verwandeln und uns so unbemerkt unter unsere Gegner mischen, der Einsatz dieser Fähigkeit wird in verschieden Stealth ähnlichen Missionen von Nöten sein, jedoch gestaltet sich das ganze als recht simpel. Lediglich einige Detektoren können uns wirklich entdecken, wenn wir uns aber nicht ganz dämlich anstellen, werden wir aber so gut wie gar nicht entdeckt. Mit der Kreistaste können wir aber nicht nur Personen und Gegner greifen, auch Waffen können wir so aufnehmen, die wir mit R2 abfeuern, mit L2 können wir zudem noch mehr schlecht als recht Zielen. Des Weiteren können wir mit Kreis noch Objekte, wie Fahrzeuge greifen und auf Gegner werfen oder aber auch in Panzer oder Helis steigen und diese dann selbst steuern. Recht viel für eine Taste, oder? Dazu kommen dann noch bestimmte Tastenkombinationen mit denen wir weitere Angriffe ausführen können. So braucht es eine ganze Weile bis man vollkommen hinter die Steuerung von Prototype 2 gestiegen ist, da nicht nur das Layout an sich gewöhnungsbedürftig ist, sondern auch die Tatsache, das einige Tasten doppelt belegt sind und sich bei bestimmten Aktionen noch weitere Unteraktionen anschließen – welche wir aber erst im Laufe des Spiels Freischalten. Beispiel, betätigen wir die Kreistaste wenn wir uns bei einem feindlichen Panzer befinden, können wir erst einmal in den Panzer einsteigen, als zweites können wir ihn zerstören, dann noch die Raketenwerfer an den Seiten abmontieren und als Waffe nutzen, und dann noch wieder absteigen. Zwar möchte man nicht wirklich auf irgendeine der Aktionsmöglichkeiten verzichten, da sie Prototype 2 einfach ausmachen, für die vielen Spielmöglichkeiten verantwortlich sind und schlussendlich auch den ganzen Spaß hinter Prototype 2 bringen, jedoch ist die Steuerung schon zu Anfang recht Umfangreich und während des Spielens kommen immer weitere Aktionen dazu. Da verwundert es auch nicht, dass wir gelegentlich nicht die gewollte Aktion durchführen.

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Einer gegen Alle

Nachdem man sich einigermaßen in die Steuerung eingefunden hat, kann es dann auch endlich mit der Story weitergehen und hier bemerken wir bald, dass wir nur wenig Verbündete im Kampf gegen unsere zahlreichen Gegner haben, so können wir grob drei Gegnergruppen ausmachen. Zum einen Gentek und Blackwatch, die menschlichen Gegner, die mit Gewehren, Panzern und Helis versuchen uns das Leben schwer zu machen. Dann hätten wir da noch die Infizierten, wo wir es mit verschiedenen mutierten Gegnern, zu Land und zu Luft zu tun bekommen. Zum Schluss kommen dann noch die „Evolved“, Gegner, welche über die selben Fähigkeiten verfügen wir Mercer und Heller. Gegen jeden Gegner gilt es dabei unterschiedlich vorzugehen, um den größtmöglichen Schaden zu erzielen, genug Attacken gibt uns das Spiel schließlich. Dabei wird in den Kämpfen nicht an roten Lebenssaft gespart, auch können wir mit Finishern unsere Gegner sauber zerteilen, bevor wir sie schlussendlich absorbieren. Zu der Haupthandlung an sich gibt es dagegen nur wenig zu erzählen, diese verläuft insgesamt recht oberflächlich, zumal die Schimpftiraden einiger Charaktere, die ein oder andere Szene schlicht zerstören. Man sollte also kein story-technischen Meisterwerk erwarten, die Story führt uns grob von Mission zu Mission, ohne dabei all zu sehr in die Tiefe zu gehen. Neben den Missionen, bietet Prototype noch eine Menge an Nebenmissionen und Nebenaufgaben, was angesichts der nur durchschnittlichen Storylänge auch begrüßenswert ist, zumal Prototype 2 auch nur die Story bietet, zwar noch eine New Game + Option, aber eben keinen Onlinemodus. Die Nebenmissionen spielen sich und hier kommt schon das aber, alle recht gleich. Der Ablauf ist fast immer so, dass wir eine bestimmte Person absorbieren müssen, um Zugang zu einem Terminal zu erhalten, dann kommt die eigentliche Mission, wo wir in der Regel eine bestimmte Feindgruppe ausschalten müssen, dabei haben wir zwar die Wahl unserer Mittel, dennoch wäre es nett gewesen, wenn man uns, wie in der Story, auch mal bestimmte Waffen oder Fahrzeuge von vorne herein für die Mission zur Verfügung stellt. Über diese Nebenmissionen, wie auch die verschiedene Nebenaufgaben, wo wir Nester von Infizierten säubern, oder mehrere Blackboxen bergen müssen, erhalten wir Auflevelungen für unsere Kräfte und neue Fähigkeiten. Dabei bietet der Skilltree von Prototype 2 einen guten Umfang und auch die Freischaltungen sind ganz nützlich, so können wir später weiter Gleiten, werden schwerer entdeckt, oder halten auch mehr aus.

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Kein Augenschmaus, aber besser

Wer bereits Prototype kennt, dem wird sofort die deutlich verbesserte Grafik in Teil 2 auffallen. Sicher, Prototype 2 ist auch jetzt keine wirkliche Schönheit, doch befindet es sich nun auf einem gutem Grafikniveau, mit kleineren Fehlern hier und da. Vor allem sind es aber wieder die Zwischen- und Videosequenzen die wirklich überzeugen, hier ist gerade die Aufmachung der Erinnerungssequenzen, nachdem wir ein Ziel absorbiert haben, wie bereits im ersten Teil gelungen. Aber auch die Schwarz-Weiß-Videosequenzen sind schön gemacht, auch wenn der geschichtliche Inhalt Stellenweise fehlt, aber das ist ein Kritikpunkt an der Story an sich und nicht an der Grafik. Der Sound und hier vor allem die Effekte können auch überzeugen, lediglich die Synchronisation weist ein paar mal gravierende Fehler auf, so scheint man bei Prototype 2 gerade an weiblichen Sprechern gegeizt zu haben und nutzt in Sequenzen, weiblicher Absorbierter auch männliche Sprecher. Sonst gibt es aber gerade bei den Sprecher der Charaktere für die Story wenig zu meckern, nur der bereits angesprochene hohe Schimpfwortanteil fällt hier und da negativ auf. Doch befindet sich Prototype 2 insgesamt auf einem soliden bis guten technischen Niveau, ohne all zu große und nervende Fehler.

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Fazit

Im vergleich zum ersten Teil hat sich wahrlich viel getan, Grafisch hat man ein gutes Niveau erreicht, trotz dessen bleiben auch alte Probleme, wie die überladene Steuerung und die oberflächliche Hintergrundgeschichte. Wer auf brutale Kämpfe, mit vielen Möglichkeiten die Gegner zu erledigen steht, wird, wie auch Freunde des Erstlings, seinen Spaß haben und kann nahezu bedenkenlos zugreifen.

Gutes

- viele Möglichkeiten im Kampf

Schlechtes

- überladene Steuerung
- oberflächliche Story

8.0 Sehr gut

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