Pro Evolution Soccer 2017 im Test – Zurück an die Spitze?

Getestet von | 09.10.2016 um 15:52 Uhr

Ja liebe Freunde, es ist wieder einmal Zeit für den einen Vergleich, welcher jedes Jahr zur ungefähr gleichen Zeit in den Weiten des Internets umher geistert und die Fußball Liebhaber auf dem Globus in zwei Lager teilt. Natürlich sprechen wir vom alljährlichen Duell um die Krone der besten Fußballsimulation, zwischen EA Sports FIFA und Konamis Pro Evolution Soccer. Nachdem es Konami gelang, einen Exklusiv Deal mit dem FC Barcelona abzuschließen und somit das Camp Nou aus FIFA zu verbannen, waren die Spieler natürlich gespannt, ob es die Herren aus Asien auch wieder einmal nach ganz oben schaffen würden und FIFA den Titel der besten Fussball-Simulation streitig zu machen. Lionel Messi, Neymar und Luis Suárez haben den FC Barcelona nochmal auf ein neues Niveau geschossen, seit die drei als unwiderstehliches Trio auf Torjagd gehen. Doch gelingt ihnen dies auch mit Pro Evolution Soccer 2017? In unserem Test versuchen wir genau diese Frage zu beantworten.

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Coachen, Dribbeln und Jubeln

Mit dem FC Barcelona, FC Liverpool und den Borussen aus Dortmund konnte sich Konami drei weltweit beliebte Vereine als Lizenz sichern, zudem sind fast alle Ligen und Pokale Südamerikas dabei. Doch auch in diesem Jahr wird es wohl nicht reichen, um das Lizenz Paket von EA Sports zu knacken, jedoch bleiben wir ambitioniert und schauen uns ein weiteres mal sowohl die Stärken, als auch die Schwächen dieser Simulation an. Wir beginnen bei der Auswahl der Modi, welche zwar keine spektakulären Neuerungen präsentieren können, jedoch gewohnt souverän daherkommt. Man hat die Wahl zwischen diversen Einzelmatches, Wettbewerben (wie Ligen oder Turnieren), dem Meister-Liga-Modus oder dem Werde-zur-Legende-Modus. Auch wieder dabei ist der nützliche Trainingsmodus, der Neulinge in die Grundlagen der PES-Kickerei einführt. Natürlich lassen sich schon allein in den einzelnen Modi mehrere Stunden verbringen. Sei es beim Versuch seinen Spieler vom Nobody zum absoluten Weltstar zu führen oder eine Mannschaft wie ein Guardiola oder Mourinho zu übernehmen und an der Weltspitze zu etablieren. Was hier ein besonderes Lob verdient, sind die immer vorkommenden Sequenzen, beispielsweise wenn die Wahl zum Fußballer des Jahres stattgefunden hat. Es kommt ein kleines Video, bei dem der Gewinner des Pokals an einer Pressekonferenz sitzt und sich anschließend mit dem Objekt der Begierde ablichten lässt. Ist keine große Sache, sorgt jedoch trotzdem für ein wenig Stimmung und Abwechslung. Jedoch muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass der Fortschritt in Sachen Spielmodi eher stagniert, als sich weiter zu entwickeln – und dies nun seit einigen Teilen der Serie. So ist beispielsweise der „Werde zur Legende“ Modus zwar ganz nett, jedoch ohne wirklichen Tiefgang, weil man einfach mal aufgestellt wird oder nicht, man aber nicht erkennt womit man sich dies nun verdient hat oder was man verbessern könnte. Auch gibt es keinen Bezug oder ähnliches zum Profileben, welches sicher viele Spieler interessieren würde. Zusätzlich hat man auch keinerlei Ansprechpersonen oder Vorgaben und Ziele die es zu erreichen gilt. Man wird stattdessen einfach in ein Spiel gebracht, erledigt seine Aufgaben (Also der Stürmer erzielt seine Tore, der Verteidiger verhindert diese und so weiter) und es geht weiter. In Sachen Regie, Spannung und Drama ist dies einfach nicht mehr Zeitgemäß, vor allem wenn wir zur Konkurrenz schauen, welche dieses Jahr erstmals das Leben und den Aufstieg eines Profis wirklich inszeniert auch mit originalen Stars aus der Welt des Fußballs, da kommt wieder die starke FIFA Lizenz zum Einsatz. Zudem kann man dazu noch zum Pionier in Sachen Sportsimulation hinüber schauen und wird bemerken, dass 2K seit Jahren bei der NBA 2K Reihe in solchen Dingen viel Aufwand investiert und deshalb auch seit Jahren Preis und Lob aus allen Richtungen erntet.

Immerhin gibt es in der Meisterliga, die erneut lediglich offline spielbar ist, einiges an Veränderungen. So entwickeln sich die Spieler nun anders und verfügen je nach Spielart eine Persönlichkeit (Leidenschaft, Ausstrahlung, Taktik, Technik), was wiederum mehr Möglichkeiten ergibt. So können sich diese Persönlichkeiten auch aufs Training auswirken, denn man kann innerhalb des Trainings für jeden Spieler nicht nur die möglichen Spezialpositionen trainieren lassen, sondern auch auch einzelne Fähigkeiten wie z.B. den Distanzschuss oder Elastico einstudieren, falls er die Voraussetzungen erfüllt. Eine weitere nette Dreingabe ist die Tatsache, dass man nun bei Freundschaftsspielen einen Versus-Modus aktivieren kann, der alle Partien statistisch und taktisch erfasst, so dass man eine Bilanz gegen diese Gegner entwickeln kann – sei es gegen Freunde oder die KI.

Der Fußball in all seiner Schönheit

Kommen wir nun zum technischen Aspekt, was hat sich denn am Gameplay, der Spielphysik und all den anderen Punkten geändert? Naja, einiges! Mit PES 14 erfolgte damals der Wechsel auf die Fox-Engine, welcher nicht gerade perfekt funktionierte, denn die neue Technik sorgte auf PlayStation 3 nicht für die erhoffte Euphorie, sondern für reichlich Bugs und unzufriedene Spieler, was sich mit entsprechenden schlechten Wertungen zeigte. In den nächsten Jahren ging es dann aber stets immer weiter nach oben und mittlerweile ist das Ganze wirklich gut umgesetzt. So ist dies auch im neusten Teil spürbar. Das Ganze ist weiter gereift und man merkt dies auch an den Animationen, welche nun weicher wirken. Die Kollisionen sehen nun echter aus, dass Verhalten der Figuren ist spürbar intelligenter und die Ballphysik wirklich authentischer. Deutlich spürbar wird dies alles bei den Tempowechseln, mit welchen man versucht den echten Fußball wieder spiegeln zu können. Vor allem taktisch macht das einiges her, so reicht es heutzutage nicht mehr einfach die perfekte Formation zu finden, sondern man muss diese auf jeden einzelnen Spieler anpassen um somit einen Vorteil gegenüber dem Gegner zu besitzen, welcher sich oftmals und vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden als echt knifflig präsentiert. Somit muss man die gegnerische Taktik überlisten und eine eigenständige Lösungen finden, um zum Erfolg zu kommen. Zudem kann man während des Spiels über L2 + Steuerkreuz aus zwei weiteren defensiven, sowie offensiven Zusatztaktiken wählen, welche für spontane Änderungen in den Positionen und Laufwegen sorgen, welche dann wiederum sofort spürbar sind und somit dem Spiel einen neuen Tiefgang erlauben. Dank der griffigen Steuerung und der realistischen Ballphysik entstehen in PES 2017 abwechslungsreiche Matches: Vom blitzsauberen Flachpass-Spielzug bis zum mit letzter Kraft über die Linie gestocherten Ball, gibt es viele Wege, Tore zu erzielen.

pes2017_psinside.de

Gutes

- Verbesserte Grafik und Animationen
- Neue taktische Möglichkeiten
- Verbesserte Zweikämpfe und Physik
- Präzise und flüssige Steuerung

Schlechtes

- Völlig veralteter Karrieremodus
- Schwache deutsche Kommentatoren
- Schwächen in der Präsentation der Fans
- Lizenzen

8.2 Sehr gut

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