Pro Evolution Soccer 2016 im Test – Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung?

Getestet von | 10.10.2015 um 17:17 Uhr

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei und auch im Duell um die Krone der Fußball-Simulationen, zwischen EA Sports FIFA und Konamis Pro Evolution Soccer, ist kein Ende absehbar. Wie jedes Jahr um diese Zeit diskutieren die Spieler wieder darüber, welches denn nun das bessere Spiel sei und warum man das andere Spiel getrost in den Müll kloppen könnte. Nun versuchen wir hier mit dem Test zu Pro Evolution Soccer 2016 etwas Licht ins Dunkle zu bringen und wollen euch zeigen, ob Konamis Simulation trotz der jährlich fehlenden Lizenzen, mit der von EA Sports mithalten kann. Für viele Spieler ist der Unterschied dieser zwei Spiele oftmals derselbe: FIFA sei zu sehr Arcade und PES sei eine Simulation, welche aber in Punkten wie der Präsentation des Spiels nicht mit dem Konkurrenten mithalten könne. Ob dies auch in diesem Jahr zutrifft, erfahrt ihr in unserem Test.

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Feintuning bei den Offline-Modi

Veteranen der Serie werden sich bei der Auswahl der Modi schnell zurechtfinden, denn wie gewohnt hat man die Wahl zwischen diversen Einzelmatches, Wettbewerben (wie Ligen oder Turnieren), dem Meister-Liga-Modus oder dem Werde-zur-Legende-Modus. Auch wieder dabei ist der nützliche Trainingsmodus, der Neulinge in die Grundlagen der PES-Kickerei einführt. Wie jedes Jahr wäre die Erwartung an übertriebene Veränderungen zu weit hergeholt, stattdessen konzentrierte sich Konami darauf, an allem ein wenig zu arbeiten und somit Feintuning zu betreiben. Die Meister-Liga erhielt beispielsweise die schon längst fällige Auffrischung und lässt sich nun im modernen Look blicken. Was sich dadurch zeigt, dass nun statt diesen langweiligen Tabellen ein übersichtliches Startmenü mit Lauftexten, Tabellenstand und aktuellen News vorhanden ist. Auch die Scouting-Abteilung agiert nun besser und sucht nun nach unseren Wünschen gezielt nach Spielern die wir brauchen, um unseren Kader individuell zu verstärken.

Auch an der KI wurde gearbeitet und dies macht sich bemerkbar, denn die Spieler verstehen es nun besser in die Räume zu laufen, sich freizustellen oder als Verteidiger die Lücken entsprechend zu füllen. Auch an der Präsentation des Spiels wurde merkbar geschraubt, so gibt es beispielsweise Zwischensequenzen, wenn ihr einen neuen Spieler verpflichtet. Diese sind zwar nett, aber in Sachen Präsentation kommt Konamis Simulation (noch) nicht an diejenige von EA Sports heran und diese wiederum kommen nicht an die Präsentation eines NBA 2K16s heran, aber dies ist ein anderes Thema. Auch ist nun ein neues Kollisionssystem im Spiel enthalten, auf welches wir im späteren Verlauf des Tests nochmals zurückkommen werden.

Fühlt sich echt gut an

Eine der großen Stärke der Pro Evolution Soccer Reihe seit eh und je, ist das Gameplay, welches man getrost als Schmuckstück der Serie ansehen kann. Auch an diesem tobte sich das Entwicklungsteam aus und optimierte dieses soweit, dass dem Spieler deutlich mehr Optionen im Spiel zur Verfügung stehen. Es ist fast komplett gelungen, die Serien-typische leichte Verzögerung zu beseitigen. Was sich wiederum bei Dribblings auf engem Raum als großer Vorteil erweist, da wir nun verschiedenste Manöver und Tricks auf Lager haben, um die Verteidiger zur Weissglut zu treiben. Jedoch müssen wir aufpassen, dass wir es nicht übertreiben, denn auch an den Zweikämpfen wurde gefeilt und so fallen diese auch wieder schwerer aus, da stämmige Verteidiger in einem Körperbetonten Duell noch immer die Oberhand haben. Auch die Ballphysik erweist sich als Faktor, welcher zu einem dynamischen und spassigen Ablauf der Spiele beiträgt. Auch das bereits erwähnte Kollisionssystem trägt seinen Teil dazu bei, denn die Spieler interagieren nun physikalisch korrekt miteinander, was besonders den Zweikämpfen und Dribblings sehr zu Gute kommt. Dadurch wird der Einsatz von Grätschen umso wichtiger und besser führbar, jedoch gerät diese dadurch nicht zu einer Art übermächtigen Waffe, man muss diese noch immer gut timen, um schlussendlich nicht doch das Foul zu begehen. Zudem muss das Grätschen auch geübt sein, da es schnell einmal zu gelben Karten führen kann, wie dies bei unserem ersten Partien der Fall war. Hier fällt wiederum auf, dass die Schiedsrichter sehr britisch pfeifen und vieles durchgehen lassen, während sie mit dem verteilen von Karten auch wieder zögerlich agieren. So gibt es oftmals für Grätschen von hinten nur eine gelbe, statt einer rote Karte, somit könnten die Schiedsrichter ruhig ein wenig strenger agieren. Ein weiterer Kritikpunkt sind die Torhüter, welche enorme Mühe aufweisen, Schüsse zu entschärfen, welche diagonal abgefeuert werden. Zudem zeigen sie sich auch zögerlich beim Herauslaufen, wehren dafür aber nur noch selten Bälle nach vorne ab und fangen vor allem auch viele Schüsse. Was außerdem wirklich positiv ins Auge fiel, waren die neu vorhandenen Animationen im Spiel, die Anzahl der Animationen hat sich im Vergleich zum Vorgänger verdreifacht. Dies kann man immer wieder in verschiedensten Situationen beobachten, wie etwa bei einem Spieler der nach einer Grätsche ins straucheln kommt, sich aber trotzdem versucht aufrecht zu halten und somit seinen Sprint doch noch irgendwie fortsetzen kann oder bei einem Torhüter, der einen Raketenschuss aus der Distanz mit aller Müh & Not irgendwie über das Gehäuse schiebt. All diese kleinen aber feinen Animationen sorgen für ein authentische Stimmung auf dem Feld, während die Präsentation der Fans neben dem Feld noch immer Verbesserungsüwrdig bleibt. Klar wirkt die Soundkulisse belebt, doch im Gegensatz zum großen Rivalen fehlt es hier an originallen Fangesängen, die einem wirklich das Gefühl geben können, als sässe man selber dort.

PES2016

Gutes

- Gameplay
- Neue Animationen
- Ballphysik
- Offline-Modi haben Erneuerung erhalten

Schlechtes

- Kommentatoren
- Fehlende Lizenzen
- Kader bei Release nicht aktuell
- Präsentation ist ausbaufähig

8.5 Sehr gut

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