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Portal 2 – Review

Artikel von | 30.06.2011 um 00:00 Uhr

Kaum zu glauben, aber wahr. Im letzten Jahr kündigte Gabe Newell Portal 2 an und, was das überraschende war, auch für die PS3, sogar mit exklusiven Inhalten. Portal 2 ist der Nachfolger von Portal, dem Favoriten der Orange Box, die vor ein paar Jahren erschien. Hier wird weder geschossen, noch gelevelt, oder das Gaspedal ins Blech gedrückt, nein, hier wird gegrübelt, geknobelt und das Hirn angestrengt. Ist der Nachfolger des gefeierten Portal ein weiterer Geniestreich, oder doch nur ein weiteres Spiel im weiten Spieleuniversum? Dies werden wir in dieser Review beantworten.

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Willkommen zurück

Bevor wir uns jetzt allerdings mit dem eigentlichen Spiel beschäftigen, sollte man erst mal die Frage beantworten, was genau Portal eigentlich ist und was man da denn so alles macht. In erster Linie ist Portal 2 ein First-Person Shooter, allerdings völlig anders als man das jetzt vermutet. In Portal 2 läuft der Spieler in der First-Person Sicht umher und hat in der Hand eine Portalkanone, mit der er schießen kann, jedoch keine scharfe Munition, sondern, wie es das Spiel schon verrät, Portale. Mit Hilfe dieser Portale löst der Spieler nun Rätsel für Rätsel in der Spielwelt. Böse Zungen würden jetzt behaupten, dass sie dem Spiel rein gar nichts abgewinnen können, dies sollte man jedoch nicht zu voreilig sagen, denn Portal 2 hat, um dies bereits vorweg zu nehmen, durchaus das Potential Spiel des Jahres zu werden.

Steigen wir aber nun mit dem Hauptmenü ins Spiel ein. Einzelspieler; Coop-Modus und Optionen werden euch angeboten. Hauptbestandteil ist natürlich die Story im Spiel, die wir nun als erstes betreten. Starten tut das Spiel wohl sehr ungewohnt, nämlich in einem kleinem Raum, wo uns mit einmal ein kleiner runder Roboter an der Decke uns begrüßt. Er erzählt uns, das die Anlage zusammenbricht und das er uns hier raus holen wolle. Gesagt, getan, der Roboter holt euch samt Zimmer aus der Anlage raus, naja, er versucht es zumindest, denn schnell findet ihr euch am Boden irgendwo in dem riesen Gebäudekomplex wieder. Der Roboter der euch in diese Lage versetzt hat schlägt euch vor, die Portalkanone zu finden und hier beginnt nun der Spaß. Schnell wird klar, dass Portal eine klare Vorgabe gibt, wo und wie man lang laufen darf, denn ein weites Gebiet zum Erkunden gibt es hier nicht, muss es auch nicht, denn das was Portal so einzigartig macht, sind die Rätsel. Mit diesen macht ihr sehr schnell Bekanntschaft, denn ein Rätsel jagt das Nächste. Die Rätsel drehen sich immer um die Portale, durch die man hindurch gehen kann. Zu Anfang sind die Portale vorgegeben und man muss sich immer das richtige Aussuchen. Wer jetzt jedoch anhand dieser Rätsel auf die nächsten der kommenden 10+ Stunden an Spielzeit schließt, der hat weit gefehlt, aber dazu kommen wir zu einem späteren Zeitpunkt. Schnell findet ihr die Portalkanone. Mit Hilfe dieses Geräts könnt ihr nun eure eigenen Portale erzeugen. Es gibt jedoch gewissen Spielregeln in der Welt von Portal, womit wir nun bei den eigentlichen Kammern angelangt wären.

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Um die Ecke denken

Die Level sind letzen Endes immer in Kammern unterteilt. Ihr befindet euch im riesigen Aperature Science Gebäude. Ein Forschungsinstitut, welches Menschen Rätsel abschließen lässt. Genau das tut ihr jetzt, also zurück zu den Kammern. Ziel ist es immer, das Rätsel zu lösen und die Kammer durch die Tür zu verlassen, um dann wieder zur nächsten zu kommen. Die Rätsel bestehen hierbei aus allerlei Elementen, die nach und nach immer hinzukommen und euch echten Denksport abverlangen. Anfangs braucht ihr bloß ein wenig Portale an weiße Wände zu schießen, dann kommen kleine Würfel und Laser hinzu, bis dann auch noch Laserbrücken, Sprungfedern und verschieden Gele hinzukommen. Die Kombinationen an Elementen für die Rätsel sind wahrlich groß und genau das ist so ziemlich die größte Stärke an Portal 2. Die Rätsel die es zu lösen gibt, denn diese sind nicht nur schwer, sie sind zum Teil so umfangreich, dass man alleine 5 Minuten damit verbringt, sich alles in Ruhe an zu sehen und aus zu probieren. Das Geniale ist zudem, dass die Entwickler so abstrakt gedacht haben, dass es für viele Rätsel mehr wie eine Lösung gibt. Oftmals sind Lösung recht simpel und leicht zu durchschauen, doch manchmal braucht man einfach nur etwas Glück, oder enorm viel Hirnschmalz. Doch gibt es auch eine kleine Kritik hinter den ganzen Loben, denn so schön und umfangreich die enorm vielen Rätsel gestaltet sind, so wären kleine Hilfen in -Form von Tipps, oder kleinen Einstiegshinweisen in die Rätsel nett gewesen. Das ist jedoch nur ein kleiner Makel auf den sonst sehr hohen Niveau der Level und Rätselgestaltung.

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Mörder!

Die Aperature Science Anlage wird übrigens eigens von Robotern geleitet und intakt gehalten. Dies ist ein weiterer Punkt den das Spiel perfekt beherrscht, nämlich die Art wie die Story erzählt wird. Man mag es sich schwer vorstellen eine Story in ein Spiel wie Portal 2 zu bringen, doch auch das haben Valve mit Bravour gemeistert. Die Roboter wirken wie Menschen und das ist auch der Witz daran. Sie sprechen von Gefühlen und lassen sich zu Emotionen hinreißen, obwohl Roboter diese nicht haben können. Zudem sind unglaublich viele Gags und Sprüche gegen die eigene Figur darin. Ihr seid in übrigen eine Frau und zwar jene, die ihr auch in Teil 1 spielen durftet und das Spiel führt die Handlung aus diesem Teil fort. Ihr gelangt daher schnell zu einer Art Ruine, wo die Überreste eines gigantischen Roboters liegen. Durch eine ungeschickte Verhaltensweise eures kleinen Begleitroboters, womit wir wieder bei der Story wären, schafft ihr es diesen Roboter wieder zu Leben zu erwecken. Dieser ist kein geringer als Glados, eine Robo-Frau, die ihr im ersten Teil „getötet“ habt. Sie sinnt nun nach Rache und lässt euch eben jene Kammern nach und nach durchlaufen. Von ihr kommen ständig Sprüche, sarkastische Bemerkung, oder einfach nur gnadenlose Beleidigungen, die aber die Story eben so genial und vor allem einzigartig machen. Zeit, um mal einen Blick auf Technische Komponente des Games zu werfen. Im allgemeinen ist das Valve nichts vor zu werfen. Die Grafik ist gut und macht keine Fehler, sie passt perfekt zum Game, kann jedoch nicht mit Grafikwummen wie Uncharted oder Killzone mithalten, dies macht sie jedoch durch die Tatsache wieder weg, dass sie wirklich nicht die geringsten Fehler aufweist. Ebenso sieht es mit der Technik aus. Die Steuerung ist einfach, macht keine Probleme und passt gut in das Spiel. Auch der Sound kommt sehr gut rüber, gerade die Sprecher der Roboter wurden perfekt gewählt und vermitteln ein gutes Gefühl. An der ein oder anderen Stelle wäre jedoch noch ein wenig mehr musikalische Untermalung nett gewesen, da Portal 2 fast ohne diese auskommt. InGame-Music gibt es hier leider nicht.

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4 Portale, 2-facher Ärger

Kommen wir zum nächsten Teil des Games, nämlich zum Coop-Modus. Hier darf Valve erst mal sofort gelobt werden, da diese das Crossplattform Gameplay mit Portal 2 ermöglichen und so können PS3-Spieler ganz bequem mit PC-Spielern zusammen spielen. Dies funktioniert über Valve’s Steam, welches ihr benötigt, um Portal 2 online spielen zu können. Aber keine Sorge, Valve hat dafür gesorgt, dass ihr euch mit eurem PSN Daten per Steam einloggen könnt, so muss nicht extra ein neuer Account gemacht werden. Die Anmeldung bei Steam geht sehr schnell, funktioniert in seltenen Fällen aber nicht immer sofort. Der Coop-Modus kann zudem online, oder an einer Konsole gespielt werden. Der Modus ist zudem sehr umfangreich und damit sind Spielzeiten von mindestens 3-5 Stunden gemeint. In Zeiten kurzer Spiele wie Homefront, Call of Duty oder Killzone sind das schon fast andere Dimensionen, aber ein klarer Pluspunkt für Valve. Der Coop besteht aus einen Tuturial und danach 5 Kapitel mit je acht Level. Auch diese Level gehen von sehr einfach bis hin zu knackig schwer. Storytechnisch ist der Coop zudem in die Story eingebunden, und zwar spielt sie am Ende vom Einzelspieler. Der Coop ist wie der Singleplayer aus einzelnen Kammern zusammen gesetzt und bietet Rätsel die für zwei Spieler ausgelegt sind, die also auch insgesamt 4 Portale erzeugen können. Dementsprechend schwer und auch komplex sind die Rätsel, die im Coop zur wahren Größe auffahren und auch hier die Schwerpunkte auf einzelne Elemente setzen. So werden auch hier allerlei Kniffe und Tricks abverlangt. Das Verbinden mit einem Partner geht zudem sehr schnell und auch die Headset-Qualität während des Spiels ist einwandfrei. Leider hat auch Portal hier seinen zweiten kleinen Schwachpunkt und zwar die Ladezeiten. Der Verbindungsaufbau dauert schon ein kleines bisschen, aber die Ladezeiten zwischen den einzelnen Level sind wirklich enorm lange und hätten sicherlich ein wenig kürzer ausfallen können. Nichts desto trotz ist auch der Coop im allgemeinen sehr gut bis perfekt gemacht. Als nette Spielerei könnt ihr mit eurem Partner ein paar kleine lustige Dinge wie Schere, Stein, Papier spielen, oder euch über ihn lustig machen. Auch genial ist das System, mit dem ihr euch auch ganz ohne Headset verständigen könnt. So könnt ihr euren Partner immer ein Symbol dorthin machen, wo er z.B ein Portal setzen soll, oder einen Counter starten, wenn ihr gemeinsam eine Tür öffnen müsst. Mit Hilfe solcher Elemente lässt der Coop kaum Frust aufkommen.

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Fazit:

Man muss nicht lange drum herum reden, Portal 2 ist nahezu perfekt und hat sich bereits jetzt den inoffiziellen Titel ‚Spiel des Jahres‘ gesichert. Das Spiel ist frisch, innovativ und vor allem mit einiges an Umfang ausgestattet, zudem noch Crossplattform-Gameplay und PS3 Spieler bekommen die Vollversion für PC gratis. Portal 2 macht zudem fast nichts verkehrt und die zwei kleinen Makel als grobe Fehler zu bezeichnen, ist schon an den Haaren herbei gezogen. Man kann also sagen, dass man Portal 2 gespielt haben muss, denn der Titel ist ein klares Muss.

Portal II Testbericht

Portal II

  • Release: 19.04.2011
  • Genre: Ego Shooter, Puzzle, Shooter
  • Entwickler: Valve
  • Publisher: Electronic Arts

Gutes

+ Sehr Innvotaiv
+ Fordernde Rätsel
+ Einzigartzige Steuerung und Story
+ PC-Version für PS3 kostenlos
+ Gigantischer Umfang
+ Steam Anbindung und Plattform übergreifendes Gameplay

Schlechtes

- An einigen Stellen wären Hilfen nett gewesen
- Online etwas zu lange Ladezieten

9.0 / 10 Must Have

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