Playstation All-Stars: Battle Royale – Review

Getestet von | 05.01.2013 um 00:00 Uhr

Wenn die bekanntesten Größen der Playstation Geschichte aufeinander treffen, ist die Schlacht eröffnet – wilkommen bei Playstation All-Stars: Battle Royale! Der Party Brawler läd die Prominenz aus dem Sony Universum zum Kräftemessen ein. Aber das Spielkonzept kennen wir doch? Was Nintendo bereits seit Jahren erfolgreich mit der „Super Smash Bros.“ Reihe abliefert, will man mit Battle Royale nun auch für die PS3 und Vita bieten. Ein dreister Klon will das Spiel aber auch nicht sein. Kann die erste Produktion aus dem Hause SuperBot Entertainment halten, was sie verspricht? Wir sind mit unseren Lieblingshelden und -schurken aufs Ganze gegangen und erzählen euch, was der Titel für PS3 und Vita parat hält.

Screenshot

Unsere Lieblinge steigen in den Ring

Wir haben mit vielen von ihnen jahrelang vor der Playstation gesessen. Jetzt können wir sie in den Ring schicken und in spannenden Kämpfen mitfiebern. Der muskelbepackte, dauerlaunige Kratos trifft auf die Kuchen-liebende Fat Princess. PaRappa The Rapper wirft mit fiesen Reimen um sich, sein Gegenüber ist der knuffige Sackboy. Ratchet & Clank ziehen die Waffen, doch Jak & Daxter sind genauso gut gewappnet. Die Riege der All-Stars kommt mit den berühmtesten Vertretern der Playstation Geschichte daher. Mit an Bord sind nicht nur Figuren aus Sony-eigenen Studios, sondern auch Charaktere von Third Party Studios sind dabei. Altbekannte Protagonisten sind unter Anderem Sir Daniel Fortesque (MediEvil), Toro Inoue (Mainichi Issho), Spike (Ape Escape), Sweet Tooth (Twisted Metal), Heihachi Mishima (Tekken) oder Sly Cooper aus der gleichnamigen Serie. Auch Helden und Schurken der aktuellsten Generation sind mit von der Partie. Big Daddy (Bioshock), Nathan Drake (Uncharted), Cole MacGrath (inFamous), Colonec Radec (Killzone) und Nariko (Heavenly Sword) formen das Kämpfer Lineup. Mit Dante aus Devil May Cry und Raiden, bekannt aus der Metal Gear Solid Reihe, stehen zwei aus PS2-Zeiten bekannte Figuren bereit. Die Publisher entschieden sich jedoch dafür, die Charaktere nur im Gewand der neusten PS3-Ableger der jeweiligen Serien anzubieten. Zugegebenermaßen sind wir etwas enttäuscht von der vorhandenen Kämpferriege. Bei solch einem Party-Brawler ist die Charakterauswahl mit der wichtigste Aspekt, aber 20 spielbare Kämpfer sind einfach zu wenig. In Super Smash Bros. Brawl für die Wii sind 35 Charaktere vorhanden – aufgrund des ähnlichen Spielprinzip ist der unangenehme Vergleich leider angebracht. Auch finden wir, dass die aktuelle Konsolengeneration zu unrecht überwiegt. Viele junge Spieler mögen vielleicht nur mit Charakteren der PS3-Ära bekannt sein. Denkt man aber an wahre Playstation Veteranen, kommen viele PS1 und PS2 Lieblinge zum Vorschein. Wo bleiben Crash Bandicoot, Spyro, Lara Croft oder Abe? Auch Figuren der Final Fantasy Serie wie Cloud, Sephiroth, Tidus oder Squall sind uns im Gedächtnis geblieben. Ob es an Lizenzproblemen liegt, können wir leider nicht wissen. Trotzdem muss sich SuperBot vorwerfen lassen, dass beim Lineup der Kämpfer definitiv mehr drin gewesen wäre. Wir sind gespannt, welche Figuren per DLC nachträglich hinzugefügt werden. Mit Kat aus dem Vita-Titel Gravity Rush und Emmett Graves, bekannt als Protagonist von Starhawk, werden die ersten Kämpfer kostenlos nachgereicht. Eins muss man SuperBot aber definitiv lassen. Die Gestaltung der vorhandenen Figuren ist wunderbar gelungen. Die Modellierungen sehen zumeist genauso gut wie im Original aus. Figuren älterer Jahre wurden gekonnt in das heutige Zeitalter geholt und auch das Miteinander von Comicähnlichem und Realistischem wurde exzellent gelöst. In Bewegung sieht das Spiel super aus!

Screenshot

Patapon meets God of War

Die Kampfarenen halten genau das, was man von einem Prügler, der allerlei Spiele zusammenwürfelt, erwarten kann. Die Schauplätze beinhalten Umgebungen der vertretenen Titel. Zunächst werden bekannte Ausschnitte eines Spiels präsentiert, so zum Beispiel das zerstörte San Fransisco aus Resistance 2. Im Laufe der Runde verändert sich die Arena: Objekte werden zerstört, neue Elemente werden eingeführt und ganze Umgebungen ausgetauscht. Aus der Resistance Stage wird zum Beispiel ein Weltall-Level aus Ratchet & Clank. In insgesamt 14 Arenen gibt es beeindruckende Abläufe zu bestaunen. Genau wie bei den Figuren ist SuperBot die Mischung aus comichaften und realistischeren Ansätzen sehr gelungen. Der Volksstamm aus Patapon hat einen Auftritt, Buzz stellt den Spielern knifflige Fragen und der riesige Hades aus God Of War 3 greift die Kämpfer an. Die Umgebungen sind interaktiv und greifen in das Geschehen ein. Die Präsentation der Arenen ist wirklich faszinierend und beeindruckt visuell. Vereinzelt kann die tolle Inszenierung aber auch zu schlechter Übersicht führen. Besonders wenn die Kamera bei vier teilnehmenden Spielern so weit es geht zurückfährt, kann die übermäßige Action dazu führen, dass man seine eigene Figur aus den Augen verliert. Ebenso kann man sich leider recht schnell an den Schauplätzen satt sehen. Mehr Stages hätten nicht geschadet; zum Glück wird demnächst bereits eine neue Arena kostenfrei bereitgestellt. Über den akustischen Aspekt können wir uns zum Glück nicht beschweren. Die musikalische Untermalung ist an die jeweilige Arena gekoppelt und repräsentiert die Umgebungen gut.

Screenshot

Offlinegedöns und Onlinezauber

Die Kämpfer spielen sich allesamt verschieden und weisen unterschiedliche Vor- und Nachteile auf. Während Charaktere mit kräftigem Auftritt viel Schaden anrichten, sind sie nicht so flink wie schmächtige Kämpfer. Weiterhin gibt es Figuren, die mit Fernangriffen überzeugen können, dadurch aber im Nahkampf schwächeln. Das Balancing der Grundattacken ist gut gelungen, doch es ist nicht perfekt gestaltet. Das liegt an den möglichen Super-Angriffen. Durch erfolgreiche Spielweise lässt sich eine Leiste füllen, die 3 Stufen aufweist. Jede gefüllte Stufe steht für eine mächtige Attacke, die beim Treffen die Gegner sofort tötet. Level 1 Angriffe haben keine großflächige Wirkung und sind verhältnismäßig leicht zu blocken/auszuweichen. Level 2 ist stärker, Level 3 verheerend. Leider sind nicht alle Level 3, nicht einmal Level 2 Angriffe gleich gut. Manche Charaktere können mit ihrem ultimativen Angriff alle vorhandenen Gegner mit etwas Geschick zwei mal erledigen. Andere wiederum müssen sich bei selbiger Level 3 Attacke wirklich bemühen, überhaupt einen Kontrahenten auszulöschen. Das führt dazu, dass Kämpfer mit wirkungsvollen Level 2 und 3 Angriffen deutlich öfters gewählt und in Online Kämpfen bevorzugt werden. Dadurch kommt es nicht selten vor, dass in einem Match 2 oder 3 der selben Figuren vorhanden sind. Auch etwas ungünstig finden wir das Fehlen sämtlicher Lebensanzeigen. Sowohl der Gesundheitsstand der Gegner als auch der des eigenen Charakter werden nicht angezeigt. Deshalb bleibt verborgen, wer auf dem Bildschirm dem Tod nahe ist. Anders als in der Super Smash Bros. Serie ist es nämlich nicht nötig, seine Gegner durch die Beförderung vom Ring zu besiegen. Die präsenteste Aufgabe ist die Ausschaltung der Kontrahenten. Wer am Ende die meisten Kills hat, geht als Sieger aus der Schlacht hervor. Weiterhin gibt es die Zielsetzung, 3 Kills am schnellsten zu erreichen. Im Arcade-Modus gilt es bei zunehmender Gegnerzahl mehrere Kämpfe nach beschriebenem Schema zu besiegen. Jeder Charakter hat hierbei eine eigene Story, die überflüßiger nicht hätte sein können. Wenige Schnipsel erzählen eine Story durch Standbilder. Das wirkt aufgezwungen und hätte getrost weggelassen werden können. Abgeschlossen wird der Arcade-Modus durch einen Boss-Kampf, der auf höheren Schwierigkeitsstufen durchaus fordernd ist. Wer dem Ganzen noch nicht gewachsen ist, kann in Tutorials oder im Trainingsmodus sämtliche Kombos erlernen. In gewissen Prüfungen lässt sich das Erlernte anweden. Individuell für jeden Charakter gibt es diverse Aufgaben, so kann zB nur ein bestimmter Kombo-Typ Schaden anrichten. Die Prüfungen motivieren und bieten nette Abwechslung zum herkömmlichen Gameplay. Das wahre Herzstück des Spiels ist der Mehrspielerteil. Online gibt es viele Möglichkeiten, seine Kräfte zu messen. Reguläre Rangmatches, tagelange Turniere oder Spiele nach eigenen Regeln lassen sich absolvieren. Mit bis zu drei Freunden kann sich virtuell gekloppt werden. Besonders viel Spaß machen Duelle in Zweierteams. Die Kämpfer lassen sich in zwei Gruppen aufteilen, sodass ein 2 gegen 2 möglich wird. So lassen sich wirklich spannende Kämpfe erleben, die dank dem tollen Network-Code ohne Unterbrechung oder Bugs ablaufen. Mit dem Arcade Modus und den Prüfungen lassen sich so einige Stunden totschlagen, doch die richtige Action verspricht erst der Multiplayer.

Screenshot

Wie schlägt sich die Vita?

Playstation All-Stars ist ebenfalls für die Vita erhältlich und Teil des noch mauen Cross-Feature Programms. Wer die PS3-Version kauft, kann sich ebenfalls die Vita Version kostenlos herunterladen. Das funktioniert einmalig, da das Spiel an den Account gebunden werden muss, um an die Vita Fassung zu gelangen. Weiterhin ist Cross-Play möglich; Vita Spieler können sich gegen Konsoleros behaupten. Das funktioniert ebenso gut wie zwischen PS3-Spielern – lobenswert! Für die Vita bietet SuperBot im Grunde genommen genau das, was auch für PS3 geboten wird. Die selben Modi, Kämpfer und Arenen sind vorhanden. Es sieht fantastisch aus und gehört zu dem optisch Besten auf der Vita. Ebenfalls spielt es sich genau so locker und präzise wie mit einem PS3-Controller. Auf der portablen Konsole gibt es trotzdem etwas zu bemängeln. Das Aufheben interaktiver Gegenstände wird auf dem PS3-Controller per Tastendruck problemlos ausgeführt. Auf der Vita hingegen werden Items per Touchkontrolle aufgenommen. Das stört den Spielfluß, da ein Umgreifen der Handhaltung erforderlich ist. Weiterhin ist der Aspekt der Unübersichtlichkeit auf der Vita ein weitaus größeres Problem. Auf der PS3 noch verkraftbar, häufen sich dank dem kleinen Bildschirm unterwegs die Charakterverwechslungen, da die Kamera bei vier Beteiligten nach ganz außen fährt. Trotzdem müssen wir die Entwickler dafür loben, dass die Vita Version der PS3 Fassung nahezu identisch ist.

Screenshot

Fazit

Es gibt einige Balancing Probleme, es hätten deutlich mehr Charaktere und Arenen sein dürfen und wer den Online Modus nicht schätzt, wird schnell an seine Grenzen kommen. Trotzdem liefert SuperBot Entertainment mit Playstation All-Stars einen durchaus spaßigen Einstieg in die Videospielwelt. Das Kämpfen macht Laune und das Konzept, wenn auch abgekupfert, hat auf der PS3 noch gefehlt. Besonders im Multiplayer entfaltet das Spiel seine Stärke und sorgt für spannende Matches. Die Vita Fassung macht eine sehr gute Figur, auch wenn es durch den vergleichsweise kleinen Bildschirm zu mangelnder Übersicht kommen kann. Wer schon immer mit der Super Smash Bros. Serie geliebäugelt hat, bekommt hier die Möglichkeit, eine eigenständige Version zu spielen, die vor Liebe für Sonys Konsolen nur so sprudelt.

Gutes

+ Arenen sind wunderbar inszeniert
+ vielfältige Charakter
+ tolle Onlinemöglichkeiten inkl. Cross-Play mit Vita
+ spaßige Prügelaction

Schlechtes

- teils unübersichtliche Szenarien (besonders auf der Vita)
- Singleplayer kann nur kurz fesseln
- Balancing Probleme bei Super-Attacken

8.0 Sehr gut

Kommentare

Das könnte dich auch interessieren