Plants vs. Zombies: Garden Warfare – Review

Getestet von | 01.09.2014 um 14:46 Uhr

Wir fangen mit der wichtigsten Information direkt auch an: Pflanzen vs. Zombies: Garden Warfare ist ein reines online Spiel. Es gibt keine Story, keine Kampagne oder sonst irgendeinen Modus der ohne Internetverbindung funktioniert. Wer also eine cineastische Story wie bei Call of Duty, eine packende Geschichte wie bei Battlefield oder etwas Tiefgründiges wie bei BioShock erwartet und nichts mit einem Multiplayer Shooter anfangen kann, für den ist das Spiel auch nur bedingt etwas. Doch was alles in dem Shooter von PopCap steckt und ob die Entwickler vielleicht über sich selbst hinaus gewachsen sind, das schauen wir uns genauer an.

Es fing alles mit einer Blume an….und einem Zombie

Hier würde im Normalfall der Text für den Story-Modus des Spiels stehen, da es diesen hier nun mal nicht gibt, erfährt ihr hier was tolles über die Geschichte von Pflanzen vs. Zombies (im Original: Plants vs. Zombies). Im Jahre 2009 erschien Plants vs. Zombies vom Entwickler PopCap erstmals für den PC. Seitdem finden sich immer mehr Plattformen für den Titel, nach Smartphones erschien der Titel auch im PlayStation Network. Das Spiel ist ein Tower Defence Titel mit einem einfachen Prinzip: Man muss die Zombies aufhalten. Man selbst spielt dabei Pflanzen (nur so nebenbei: daher der Name Pflanzen vs. Zombies) und darf die Zombies nicht durch seinen Garten und in sein Haus lassen. Dabei kommen die Gegner in Wellen und es gibt sowohl verschiedene Zombies mit Stärken und Schwächen, aber auch Pflanzen die sich in vielen Attributen unterscheiden. Darauf basiert jetzt auch Garden Warfare und man spielt entweder eine Pflanze oder eben einen Zombie. Die Pflanzen werden von Crazy Dave unterstützt, der Antagonist Dr. Zomboss führt die Zombies auf ihrem Weg zur Eroberung eines jeden Gehirns. Die Frage, ob zuerst die Pflanzen oder zuerst die Zombies da waren, wurde jedoch nie wirklich geklärt.

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Ein bisschen CoD, ein bisschen Battlefield und Pflanze?

Würde man mich mal spontan fragen, was Garden Warfare für ein Spiel ist, dann würde ich wohl sagen, dass man sich Call of Duty vorstellen sollte – nur mit Pflanzen. Wobei, ganz so einfach ist das nicht. Denn sowohl Grafik, als auch Gameplay und Sound sind nun mal weit davon entfernt, die Pflanzen sind aber wirklich da. Also Garden Warfare nimmt den Namen nicht umsonst aus CoD: Modern Warfare. Es übernimmt viele Elemente vom Spiel, ist selbst aber ein Third-Person Shooter. Man kann im Multiplayer anfangs wählen ob man als Pflanze oder Zombie spielen will – sofern das andere Team nicht voll ist. Zur Auswahl stehen dann jeweils vier Klassen. Bei den Pflanzen sind es die Erbsenkanone, die Sonnenblume, der Schnapper und der Kaktus. Bei den Zombies sind es der Fußsoldat, der Ingenieur, der Wissenschaftler und der All-Star. Diese spiegeln jeweils die vier klassischen Charaktere Soldat, Heiler, Tank und Sniper wieder. Jede Klasse hat bestimmte Fähigkeiten, die jedoch erstmal freigespielt werden müssen. Die Waffen sind aber nicht austauschbar, lediglich etwas anpassbar, aber eine Sonnenblume kann keine Sniper nutzen, sondern hat immer ihre eigene Attacke. Fähigkeiten wie Heilen, Riesensprünge, Minen legen oder betäuben geben jeder Klasse nochmal etwas mehr taktische Tiefe. Neben dem Spieler Level gibt es auch für jeden Charakter einen eigenen Level, der mit abgeschlossenen Herausforderungen steigt und einige Dinge freischaltet. Dazu gibt es mit Crazy Dave und Dr. Zomboss noch eine Boss-Klasse, doch diese hat lediglich eine taktische Natur und ermöglicht einen Blick auf die Karte und das Eingreifen in die Schlacht durch verschiedenste Mittel aus 2D Sicht. Zuletzt gibt es noch stationiere Pflanzen und Zombie Gräber, bei dem der Spieler durch gesammelte Karten einen besonderen Zombie oder eben eine Pflanze erstellen kann, um sich einen Vorteil zu schaffen.

Alles in allem spielt sich Garden Warfare jedoch als ganz normaler Shooter. Es gibt einige Elemente die sich eben von anderen Shooter unterscheiden. So gibt es wie gesagt keine große Waffenanzahl durch die vier vorbestimmten Klassen, die Fähigkeiten laden sich mit der Zeit auf und ähneln an sich den Perks aus Call of Duty, jeder Spieler hat unendlich Munition, man kann springen und dafür aber nicht rennen. Es sind eben die Kleinigkeiten die hier zusammen mit den ungewohnten Charakteren eben Garden Warfare ausmachen. Besonders gefallen hat uns hier der Gartenkommando Modus. Dieser ist dem normalen Plants vs. Zombies nachempfunden und die Aufgabe ist es als Pflanze den Garten vor Zombies zu beschützen. Man selbst kann mit bis zu vier Leuten im online Koop zusammen spielen, wenn die Spielvermittlung mal geklappt hat. Man muss dann die Zombies in Wellen abwehren, am Ende noch sicher die Abholzone erreichen und bis zum Ende überleben, um die Runde erfolgreich abzuschließen. Hier kommen verschiedene Aspekte zusammen. Jede Karte ist anders und man hat anfangs die Wahl zwischen mehreren Gärten auf der Karte und selbst hier fängt die taktische Finesse erst richtig an. Man muss als Team überleben, alleine hat man keine Chance und wenn das Team keinen Heiler hat, dann wird es hart für alle. Dazu gibt es noch stationiere Pflanzen die einem helfen können, Boss-Wellen mit besonders großer Schwierigkeit und die verschiedenen Klassen. – damit ähnelt keine Runde der anderen und eine Herausforderung ist stets gegeben. Wer also mal das klassische Plants vs. Zombies in einer 3D Welt als Pflanze erleben wollte und auch noch Freunde für den Multiplayer hat, der wird diesen Modus auch lieben.

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Eine Pflanze zum mitnehmen – wie, ich muss zwei mal zahlen?

Insgesamt bietet Plants vs. Zombies: Garden Warfare im Menü drei wichtige Unterpunkte: Den oben genannten Gartenkommando Modus, den Splitscreen Modus (bei dem man Gartenkommando zu zweit an einer Konsole spielen kann – ohne online Mitspieler) und den klassischen Multiplayer eines jeden Shooters. Im Multiplayer treffen maximal 24 Spieler online aufeinander in den verschiedensten Disziplinen. Es gibt insgesamt acht Modi, wobei nur fünf davon auch komplett einzigartig sind. Bei Garden Ops gewinnt das Team das als erstes 50 Abschüsse hat (nach dem Respawn hat der Spieler aber mehr HP), Gardens & Graveyards ist das klassische Capture the Flag und die Pflanzen müssen Gebiete vor den Zombies beschützen während die Zombies versuchen die Bereiche einzunehmen. Bei Team Deathmatch gewinnt das Team, dass als erstes 50 Abschüsse hat, bei Zwergenbombe muss ein Team den Zwerg finden, einsammeln, als Bombe scharf machen und danach verteidigen – die Feinde müssen diesen in einer gegeben Zeit entschärfen. Bei Abschuss bestätigt wird nach jedem Tod eines Spielers eine Kugel fallengelassen, diese muss man sammeln um einen Punkt zu bekommen – welches Team als erstes 50 hat, gewinnt. Dazu gibt es ein Mixed Modus und zwei Modi in der klassischen Version ohne jegliche Upgrades. Dies findet auf insgesamt acht Maps statt. Wer sich denkt, dass das etwas wenig ist, der hat damit auch Recht. Denn letztlich ist das wohl einer der größten Kritikpunkte des Spiels. Ein Multiplayer Shooter mit 4 Klassen, 8 Maps und im Prinzip nur 3-4 wirklich unterschiedlichen Modi? Zwar hat man anfangs bestimmt viel Spaß daran, doch kann daran schnell die Motivation fürs längere Spielen verloren gehen. Außer EA wird in nächster Zeit den ein oder anderen DLC nachreichen um das Spiel zu strecken, für einen Aufpreis versteht sich. Zwei Erweiterungen stehen dem PlayStation Spieler jedoch direkt zu Release bereit, kostenlos und bereits auf der Disk.

Und ich nutze meine eigene Steilvorlage um auf den größten Kritikpunkt des Spiels hinzuweisen. Nach jeder Spielrunde bekommt man nämlich Münzen nach dem Leistungsprinzip. Diese kann man aber nicht gezielt für Verbesserungen einsetzen, sondern lediglich im eigenen in-Game Geschäft ausgeben. Dieser funktioniert mit dem Yu-Gi-Oh/ Pokémon Sammelkarten-Prinzip, dass EA auch in FIFA mit Ultimate Team eingebaut hat. Man hat die Wahl eines von mehreren Packs zu kaufen und muss dafür seine gewonnen Münzen ausgeben. Die Karten, die man in den Packs bekommt sind aber zufällig. Die verschiedenen Packs bieten jedoch auch andere Karten für unterschiedliche Preise. Sei es ein Outfit, ein neues Design, Karten für Stationäre Helfer, Gesten, Fähigkeiten oder auch andere Gimmicks – alles bekommt man dort und ist auch gezwungen zum Kauf. Man kann sich bereits denken, dass das Sammeln von Münzen durchaus mühselig ist und was die mögliche Lösung ist. Mikro-Transaktionen geben für Geld einen Haufen Münzen und wer neben dem Vollpreis für das Spiel nochmal drauf zahlt, der wird hier nochmal belohnt. Denn nur die ersten drei Fähigkeiten kann man Freischalten in jeder Klasse, den Rest gibt es in den Packs, wo entweder Glück oder eben das bezahlte Geld zählt. Wer sich daran nicht stört und nicht zahlt, der hat zwar direkt kein Nachteil, muss jedenfalls viel mehr spielen um überhaupt mit einem bezahlenden Spieler mithalten zu können.

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Gutes

+ Plants vs. Zombies Stil perfekt eingefangen
+ Grafik sieht gut aus
+ Viel Platz zur Anpassung
+ Plants vs. Zombies in 3D spielt sich super

Schlechtes

- Mikro Transaktionen
- Selbst Splitscreen braucht Internet
- Könnte schnell eintönig und langweilig werden
- Wenig Inhalt (Klassen, Maps, Modi)

8.3 Sehr gut

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