Plants vs Zombies Garden Warfare 2 im Test – Hirn oder kein Hirn?

Getestet von | 07.03.2016 um 15:01 Uhr

Pflanzen. Zombies. Krieg! Damit hätten wir schon einen wunderschönen Einstieg in den Test zu Plants vs Zombies Garden Warfare 2. Der Titel aus dem Hause Popcap geht in die nächste Runde und erneut sind wir in die Rolle von einer der beiden Fraktionen geschlüpft und haben den Third-Person-Shooter ausprobiert. Ganz klar möchte EA mit dem Titel Groß und Klein zusammenführen und einen Shooter bieten, der jedoch ohne große Gewaltdarstellung wie Blut auskommt, dafür aber auch das Gameplay möglichst nah an Anfänger heranbringt. Doch wie viel Casual und wie Groß darf man für den Titel sein, damit dieser begeistert? Findet es in unserem Test heraus.

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Was den Pflanzen das Licht, ist des Zombies Hirn… Ich will Hirn…

Fangen wir wie gewohnt mit der Story des Spiels an. Ganz klar liegt der Fokus natürlich im Krieg zwischen den Pflanzen und den Zombies. Zu der Grundlage des Vorgängers zählen vier spielbare Klassen auf beiden Seiten, hinzukommen in diesem Teil dann drei weitere, völlig verrückte, spielbare Charaktere. Damit ihr diese auch kennenlernt, geben sie euch einen Teil der Aufgaben der Geschichte. Eine epische Handlung sollte man hier nicht erwarten. Letztlich versucht man auf Seiten der Pflanzen, durch seine Taten zum L.E.A.F-Agenten zu werden, während man bei den Zombies zum Top Agenten werden könnte. Man stellt sich einigen unterschiedlichen Aufgaben, erkämpft sich somit Abzeichen und mit genug Talent, schafft man es auch zur Elite zu werden. Dabei ist das Schema relativ ähnlich. Ihr geht zum Auftragsgeber, führt einen kleinen Dialog mit diesem und müsst dann jeweils die Zombies, beziehungsweise die Pflanzen bekämpfen. Meist gibt es eine Mischung aus Missionen auf dem Hinterhof-Kampfplatz, zu dem wir gleich kommen, und mindestens eine Mission bei der man Wellen bekämpfen muss. Hinzu kommen dann noch besondere Missionen, wie Boss-Jagd oder dem Unendlichkeits-Modus, die besonders viel Spaß gemacht haben und auch diese werden wir später nochmal aufgreifen. Alles in allem ist es eine nette Möglichkeit in das Spiel rein zu kommen und sich mit Steuerung bekannt zu machen oder Missionen zu erledigen. Man sitzt da letztlich nicht lange daran, da es nur knapp 20 Missionen sind, aber hat doch seinen Spaß. Wobei das vor allem an den besonderen Charakteren liegt. Man bekommt einfach den komplett hohlen und dennoch lustigen Humor ins Gesicht geknallt und kann sich das schmunzeln nicht immer verkneifen. Für etwas jüngere Spieler ist so eine Art von Story bestimmt nochmal deutlich unterhaltsamer, als irgendein Kriegsszenario um die Weltherrschaft, wie bei Call of Duty.

Doch den kleinen Krieg gibt es hier schon, allem voran auf dem Hinterhof-Kampfplatz, wie es der Name wohl schon erahnen lässt. Das Ganze ist nämlich eine durchaus pfiffige Idee von Popcap. Statt von Menü zu Menü zu springen, gibt es hier einen riesigen Spielplatz mit jeweils einer Basis für die Pflanzen und den Zombies. Dass dies nicht ganz friedlich läuft, kann man sich ja denken und in der Mitte herrscht meist ein gnadenloses Aufeinandertreffen der beiden Fraktionen, mit euch mittendrin. Während man selbst die Rolle einer der sieben spielbaren Charaktere übernimmt, gibt es unzählige KI-gesteuerte Feinde, die sich sowohl optisch, als auch von der Spielweise unterscheiden. Inmitten des Kampfplatzes herrscht natürlich die große Schlacht, wer davon aber noch mehr möchte, kann die Fahne in der Mitte erobern. Damit startet dann ein Wellen-Modus bei dem ihr gegen unzählige Feinde bestehen müsst und natürlich die Mitte halten solltet. Damit wird auch die Schlacht für kurze Zeit unterbrochen und ihr kämpft vorerst alleine gegen die Feindeswellen. Durch Unterstützungskisten oder andere Spieler, sorgt ihr für weitere Chancengleichheit während ihr um Belohnungen kämpft. Doch das ist nicht alles, was ihr in der Stadt erledigen könnt. Wie oben erwähnt, gibt es von der Story auch hier einzelne Missionen. Sei es, einen bestimmten Feind zu erledigen, Spuren eben jenes Feindes zu verfolgen oder einen epischen Krieg zu führen. In diesem großen Gebiet ist einiges möglich. Hinzu kommen dann noch Kisten, die überall verteilt sind. Diese könnt ihr mit Sternen öffnen und neben der eigenen Spielwährung, können diese auch besondere Belohnungen erhalten, wie optische Veränderungen für euren Charakter.

Falls ihr euch gerade gefragt habt, was Sterne sind, dann folgt nun die Erklärung dafür. Wie man es bereits aus einigen Online Spielen kennt, gibt es auch bei Garden Warfare 2 tägliche Quests. Diese besonderen Aufgaben erfordern sowas wie „Besiege eine Super-Bohne“ oder „Werde bester Spieler in einem online Match“. Nach erfüllen dieser Aufgabe gibt es neben Sternen, auch einen Punkt auf euren XP-Bonus. Nach jedem fünften Punkt springt dann der Bonus von 1 auf 1.25, dann 1.5, dann 1.75 letztlich auf 2.0. Wer sich das nicht schon gedacht hat, dem erklären wir es gerne. Habt ihr also ein Erfahrungsbonus von 2.0, bekommt ihr doppelt so viel Erfahrungspunkte, yay. Doch wenn ihr auch nur einen Tag lang Plants vs Zombies nicht startet, dann ist dieser wieder bei 1. Und damit ihr auch täglich einen Grund für den Start des Spiels habt, gibt es einiges zu erledigen. Neben der Geschichte gibt es nämlich noch den Tower-Defense-Modus Gartenkommando, den Unendlichkeits-Modus und natürlich auch den Multiplayer. Fast alles davon lässt sich auch im Online-Koop, beziehungsweise Splitscreen erledigen. Es ist jedoch kein Drop-In/Drop-Out Splitscreen wie in anderen Spielen. Ihr müsst erst zum Splitscreen-Monitor in der Basis gehen und diesen dann startet. Danach lädt er erneut die Karte und dann beginnt ihr. Auch beim Austreten wird erstmal die Karte neu geladen. Das ist nicht ganz so schön, kennt man es in anderen Spielen auch anders. Nerviger ist jedoch, dass man zum Beispiel die Story wirklich nur alleine spielen kann, weder im online noch im offline Koop. Auch der Multiplayer lässt sich nicht im Splitscreen starten, außer man möchte offline ein Spiel machen. Was jedoch besonders cool ist, dass mehrere Leute online auch in einem Hinterhof-Kampfplatz zusammen spielen können und dann auch noch die Teams nach Lust und Laune wechseln können. Ihr wollt also eine epische Schlacht mit zwei Spielern als Zombie und einem als Pflanze? Kein Problem.

Plants vs Zombies Garden Warfare 2

Was war zuerst da? Das Ei, die Pflanze, das Huhn oder der Zombie?

Kommen wir nun also zum Gameplay des Spiels. Mit sieben spielbaren Klassen auf beiden Seiten, haben wir natürlich viele Möglichkeit. Garden Warfare 2 selbst ist natürlich ein klassischer Third-Person Shooter. Doch jede Klasse steuert sich etwas anders und hat natürlich andere Fähigkeiten und Attribute. Letztlich kann man vieles auf die klassischen Charaktere wie Heiler, Scharfschütze, Unterstützer oder Sturmtrupp runterbrechen – wird dem aber nicht ganz gerecht. Durch die Fähigkeiten und auch den spezifischen Attributen ändert sich vieles, je nach gewähltem Charakter. Da man beispielsweise nicht rennen kann im Spiel, ist die Bewegungsgeschwindigkeit je nach Klasse unterschiedlich langsam. Hat man außerdem noch Fähigkeiten um schneller zu werden, ist man hier anderen Klassen deutlich überlegen. Gleiches Schema bei anderen Klassen. Ein Heiler, wie der Wissenschaftler, kann andere Klassen dementsprechend natürlich heilen, sich selbst aber nicht. Dazu kommt dann noch, dass er mit seiner Waffen recht wenig Schaden macht und nachladen muss. Das ist ganz besonders wichtig, weil es zum Beispiel mit dem Superhelden einen Charakter auf Seiten der Zombies gibt, der sich nicht nur schnell bewegt, sondern auch viele Lebenspunkte besitzt und neben dem Fernkampf auch Nahkampfangriffe durchführen kann. Dass man seine Fäuste nicht nachladen muss, sollte wohl jedem klar sein. Wenn man ihm also gegenübersteht und dieser seine Angriffe nacheinander ausführt, hat man einfach wenig Chance als dessen Feind. Es zieht sich teilweise durch das ganze Spiel. Eine Klasse ist einer Hinsicht so stark, dass man das genaue Äquivalent als Feind braucht, um diesen effektiv zu besiegen, fast wie bei Schere, Stein, Papier. Wenn man als Team gut zusammenarbeitet, kann man dem natürlich entgegenwirken, aber alles in allem sind die Charaktere nicht perfekt abgestimmt. Das kann womöglich auch daran liegen, dass ein Kampf zwischen zwei Spielern andere Attribute und Fähigkeit erfordert, wie es ein Kampf zwischen einem Spieler und einem KI-Gegner benötigt wird. Das hat teilweise so ein bisschen den Spaß aus dem Multiplayer vertrieben, da man in einigen Situationen einfach Chancenlos ist. Gleichzeitig muss man auch sagen, dadurch, dass alle Klassen anders spielen, man viele taktische Möglichkeit besitzt ein richtig gutes Team zu erstellen.

Doch was bietet der Multiplayer überhaupt alles? Nun, allem voran gibt es den Modus Türmatte. Somit auch den besten Ort für Einsteiger. Hier gibt es nur die vier Haupt-Charakterklassen (Sonnenblume, Kaktus, Erbsenkanone und Schnapper) zur Auswahl. Sobald man besiegt wurde, erhält man beim Wiedereinstieg mehr Gesundheit, was sich auch stapeln lässt. Teamsieg stellt das klassische Team-Deathmatch da. Suburbination ist hier das klassische Capture-The-Flag. Abschluss bestätigt funktioniert wie Team-Deathmatch, nur lässt bei jedem Abschuss eine Deppie-Kugel fallen. Sammelt der Gegner diese, bekommt er einen Punkt, sammelt es einer aus dem eigenen Team, behält man ihn. Bei Gartenzwergbombe geht um eine riesige, Vorsicht, Gartenzwergbombe. Die beiden Fraktionen kämpfen um die Kontrolle von drei Gebieten und wollen sie erobern, um den gegnerischen Garten, beziehungsweise Friedhof zu zerstören. Dann gibt es auch noch Revier-Übernahme. Auf einer größeren Karte kämpft man um die Gebiete und rückt nach erobern jeweils zurück oder eben vor. Als allerletzten Punkt gibt es mit dem Gemischten Modus noch eine Kombination mit allen Modi. Was man aber auf alle Fälle noch erwähnen sollte, ist, dass Garden Warfare 2 sich zu den Shootern einreiht, die auf eine Map verzichten. Man sieht also nicht genau die Wege die man laufen sollte. Gleichzeitig werden durch kleine Symbole die Mit- und Gegenspieler quer durch die Map angezeigt, was dann doch zur Orientierung dient.

Gutes

+ Hinterhof-Kampfplatz für Zwischendurch Action und Missionen
+ Viel freizuschalten und zu erledigen
+ Humor in großen Zügen mit dabei

Schlechtes

- Gameplay leider nicht genauso befriedigend
- Splitscreen und Koop lassen sich nicht mit jedem Modus spielen
- Charaktere nicht perfekt abgestimmt

8.5 Sehr gut

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