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Persona 5 im Test – Eines der besten Rollenspiele seit Jahren

Artikel von | Freitag 14. April 2017 um 20:04 Uhr

Neben Final Fantasy und Dragon Quest gibt es eine weitere, auch sehr langlebige Rollenspiel-Reihe aus Japan. Wir reden von der Megami Tensei Reihe, die dieses Jahr 30. Geburtstag feiert. Die Reihe besteht aus mehreren, verschiedenen, Spielen. Neben Shin Megami Tensei und Devil Summoner gibt es noch weitere Ableger der Reihe. Die wohl bekanntesten und erfolgreichsten sind die Persona Spiele. Neun Jahre nach Persona 4, ist nun endlich Persona 5 im Westen erschienen. Die Lobpreisungen und Wertungen zum Titel gehen durch die Decke. Viele reden nicht nur von dem besten Rollenspiel des Jahres, sondern von einem der besten aller Zeiten. Wir haben den Titel ganz genau unter die Lupe genommen und verraten euch in unserem Test, ob er wirklich der Heilsbringer unter den Rollenspielen ist.

Da das Spiel über keinerlei deutsche Texte verfügt, wundert euch bitte nicht, wenn wir des öfteren englische Begriffe nutzen.

Schüler am Tag, Dieb bei Nacht

Das Spiel startet mit einer von vielen wunderschönen Anime Sequenzen. Man findet sich in einem Casino wieder, in dem gerade ein Dieb sein Unwesen treibt. Dieser Dieb wird von uns gespielt und mit seiner Flucht steigen wir direkt ins Geschehen ein. Sofort erkennt man, dass er nicht alleine unterwegs ist. Mithilfe unserer Freunde gelingt uns die Flucht, aber der Schein trügt. Jemand hat uns verraten und wir werden gefangen genommen. Als nächstes steht ein Verhör an, immerhin sind wir Teil der berüchtigten “Phantom Thieves”. Als erstes werden wir nach unserem Namen gefragt. Zwar heißt der Protagonist im dazugehörigen Manga Akira Kurusu, doch im Spiel bestimmen wir selbst seinen Namen. Kurz darauf startet auch schon das Verhör und unser Gegenüber scheint uns zu kennen. Hier startet das Spiel dann richtig, denn wir erzählen nun wie alles begonnen hat und wie es soweit kommen konnte.

Unser Protagonist musste seine alte Heimat verlassen, da er fälschlicherweise für ein Verbrechen verantwortlich gemacht wurde. Nun ist er in die Obhut eines Freundes der Familie, Sojiro Sakura, übergeben worden. Dieser zeigt uns prompt unser neues Zuhause und prägt uns immer wieder ein, dass wir quasi auf Bewährung sind. Sollten wir nur einmal Mist bauen, ist es vorbei mit dem schönen Leben. Am Tag darauf geht es in die neue Schule und da unser Ruf uns voraus eilt, sind die Mitschüler sehr voreingenommen und sehen einen Problemmacher in uns. Nur einer freundet sich schnell mit uns an, Ryuji, welcher auch nicht sonderlich beliebt ist. Als die beiden dann auf dem Weg zur Schule auf einmal vor einem Schloss stehen und von Rittern gefangen genommen werden, schlägt das Spiel plötzlich eine andere Richtung ein. Wir befinden uns nämlich im Metaverse. Dieses wird durch die Gedanken und Gelüste der Menschen dargestellt. Ein Lehrer namens Kamoshida ist eigentlich nur ein Sportlehrer, doch im Metaverse sieht man sein wahres Gesicht. Dort sieht er sich als König, daher wird die Schule hier auch als Schloss dargestellt. Auch wenn er in der echten Welt nach außen hin wie ein netter Kerl wirkt, ist er ein Sadist, der die Schüler foltert und sexuell Missbraucht, wenn es ihm danach beliebt. Aus Angst sagt aber keiner etwas. Jedenfalls stehen wir in seinem Schloss kurz davor hingerichtet zu werden, als eine Macht im Protagonisten erwacht, die Macht der Personas. Diese stellen in gewisser Weise Geister dar und schenken uns ihre Kraft. Mit der Hilfe eines weiteren Gefangenen, Morgana, entkommen wir aus dem Schloss und kehren zur normalen Welt zurück. Wie Morgana erklärt, ist es möglich Kamoshida dazu zu bewegen alles zu gestehen, indem wir ihm im Metaverse sein Herz stehlen. So wird der Weg zum ersten Diebstahl geebnet und mit der Zeit werden aus dem Protagonisten und seinem Freund Ryuji die Phantom Thieves. Doch lange sind sie nicht allein und bekommen immer mehr Mitglieder für ihre Gruppe. Sie machen es sich zur Aufgabe, die Bösen zu bekehren und so die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Soviel nun zur groben Prämisse. Doch wir haben nur einen Bruchteil der Handlung angerissen. Im Verlauf kommen natürlich noch weitere Aspekte hinzu und es wird nicht mit Überraschungen gegeizt. Auch die zahlreichen Charaktere auf die man trifft, bringen durchaus sehr spannende Geschichten mit sich. Schön hierbei ist, dass sowohl die Haupthandlung, als auch die Nebenhandlungen sehr gut durchdacht, spannend und  facettenreich sind, gleichzeitig aber auch erwachsen daherkommen. Gleiches gilt für die meisten Charaktere, die größtenteils sehr interessant geschrieben sind. Kleines Manko hierbei ist, dass man oft auf die üblichen Klischees trifft und gewisse Punkte der Handlung etwas vorhersehbar sind. Doch das fällt hier nicht sonderlich ins Gewicht, da der Rest einfach zu gut ist. Ein zweischneidiges Schwert bei der Handlung ist auch, dass sie unglaublich Text Intensiv ist. So bekommt man zwar eine sehr ausführliche und ausschweifende Geschichte präsentiert, doch ab und an wird man auch durch etwas unnötiges blabla gelangweilt, da oft jedes kleine Ereignis oder Detail für eine Konversation sorgt. Dies passiert auch recht oft, da die Entwickler durch die Dialoge alles haarklein erläutern wollen, immerhin muss man ja mit der Unfähigkeit mancher Spieler rechnen. Was manch einen auch stören könnte ist, dass der Protagonist mal wieder ein sehr schweigsamer ist. Zwar kann man oft Wählen was er sagt, doch nur sehr selten hört man ihn auch. Wobei es oft egal ist, was man wählt, da der Ablauf der Gespräche dadurch kaum oder gar nicht beeinflusst wird. Doch es gibt auch Gespräche, wenn man sich mit seinen Freunden trifft. Hier muss man genau schauen was man antwortet, da man so die Beziehungen besser ausbauen kann, doch dazu kommen wir später nochmal genauer. Im großen und ganzen kann man aber sagen, dass Persona 5 bei Story und Charakteren ganz klar punkten kann. Doch wie sieht es mit dem Gameplay aus?

I am thou …Thou art I

Wenn es in Persona 5 zum Kampf kommt, was sehr oft passiert, dann geht es eher klassisch zur Sache. Im rundenbasierten Ablauf kommt es zum Schlagabtausch mit den Schatten. Diese Schatten sind die Wächter der Paläste. Das bereits erwähnte Schloss von Kamoshida ist einer dieser Paläste. Da wir die Phantom Thieves sind, müssen wir natürlich aufpassen nicht entdeckt zu werden. Daher werden die Kämpfe nicht einfach so gestartet, sondern meist durch Hinterhalte aus der Deckung. Dadurch bekommen wir einen netten Vorteil im Kampf. Falls es jedoch mal passiert, dass der Gegner uns unvorbereitet erwischt, haben wir natürlich einen Nachteil und bekommen gleich zu Beginn des Kampfes ordentlich auf den Sack. Wenn ein Gefecht dann startet, hat man die Wahl zwischen verschiedenen Aktionen. Neben dem normalen Nahkampfangriff, kann man auch auf Schusswaffen und die Personas zurückgreifen. Während der Nahkampf jederzeit möglich ist, hat man für die Schusswaffen nur begrenzt Munition zur Verfügung. Auch die Personas kann man nicht unendlich nutzen, da ihre zahlreichen Fähigkeiten SP oder HP brauchen. Wofür HP steht ist klar, SP steht für Skill Points. Beides lässt sich zum einen durch Items nachfüllen und zum anderen wenn man den Palast verlässt und am nächsten Tag zurückkehrt. Während jeder unserer Mitstreiter ein Persona mit sich führt, kann der Protagonist gleich mehrere an den Start bringen. Deren Fähigkeiten reichen von Physische, über elementare Angriffe, bis hin zu Buffs und Debuffs. Im späteren Verlauf kommen auch passive Skills dazu, die permanent aktiv sind, wie eine prozentuale Heilung in jedem Zug. Des Weiteren gibt es auch noch ein paar spezielle Angriffe. So kann man die Schwachstellen von Gegnern angreifen und sie dadurch niederwerfen. Wenn alle Gegner am Boden sind, kann man entweder mit ihnen reden, wozu wir noch genauer kommen, oder einen Gruppenangriff starten. Im Verlauf des Spiels werden noch andere Angriffe freigeschaltet, bei dem beispielsweise einer eurer Kameraden euch unter die Arme greift, wenn ihr erfolglos angegriffen habt. Während die normalen Kämpfe hierbei mit der Zeit zur Routine werden, können die Bosse besonders überzeugen und haben meist einen netten Kniff mit dabei. Zusätzlich übertreffen sie einander immer wieder an Absurdität.

Bevor es weitergeht, noch ein paar Worte zu den Personas. Diese Leveln gesondert vom Spieler und schaltet durch den Aufstieg neue Fähigkeiten frei. Ab und an bekommt ihr aber auch ein Item, mit dem ihr einem Persona eine Fähigkeit direkt beibringen könnt. Dann wäre da noch die Fusion. Im bekannten Velvet Room, der bei Persona nicht fehlen darf, trefft ihr auf Igor, Caroline und Justin. Diese geben uns die Möglichkeit, Personas zu fusionieren und zu registrieren, dazu kommen wir gleich, doch eins nach dem anderen. Im Spiel gibt es mehr als 200 Personas, die in mehrere verschiedene Klassen unterteilt sind. Jeder Charakter hat ein Initial Persona, welches sein inneres Selbst darstellt. Dann gibt es noch die ultimativen Persona, die ihr erhaltet, wenn ihr die Beziehung eines Mitstreiters maximiert habt, dazu kommen wir später noch. Der Großteil der Persona wird jedoch in den Palästen gefunden oder fusioniert. Wir erwähnten ja bereits, dass ihr mit niedrig geworfenen Gegnern reden könnt. Ihr habt dann die Wahl – entweder sie geben euch Geld oder Items, damit ihr sie verschont oder ihr überzeugt sie, euch beizutreten. Hierbei stellen diese euch Fragen und je nachdem wie zufrieden sie mit eurer Antwort sind, habt ihr dann ein Pokemon mehr, ein Persona mehr, Persona. Ihr könnt zwar nicht unendlich mit dabei haben, doch die Anzahl steigt mit weiterem Fortschritt im Spiel. Nun aber zur Fusion. So könnt ihr Persona miteinander vereinen, um noch stärkere zu erschaffen. Anfangs nur zwei, später auch mehr. Je nach Stärke und Menge der vereinten Persona, richtet sich die Stärke des Ergebnisses. Danach könnt ihr dann noch wählen, welche Fähigkeiten übernommen werden. Je nach Klasse, bzw. zugehörigem Confidant, gibt es bei der Fusion noch extra Erfahrung und das Persona steigt gleich noch ein paar Level. Zu den Confidants kommen wir gleich, erstmal noch ein Wort zum registrieren der Persona. Wenn ihr beispielsweise Persona A und Persona B zu Persona C fusionieren wollt, dabei Persona A unbedingt behalten wollt, könnt ihr es vorher registrieren. Dabei wird es quasi gespeichert und gegen ein wenig Kleingeld könnt ihr es dann erneut beschwören.

Nun noch zu den Confidants. Zu vielen der Leuten die ihr im Spiel trefft, könnt ihr eine Freundschaft aufbauen und alle stellen hierbei eine Klasse dar. Da wären die Lover, Fools, Justice, Death und und und. Durch gelegentlich Treffen und Unternehmungen mit ihnen steigt eure Freundschaft. Mit jedem neuen Level steigt die bonus Erfahrung bei einer Fusion des jeweiligen Elements. Wenn ihr die Freundschaft mit dem Death Kameraden also richtig hochgelevelt habt, gibt es bei einer Fusion von Personas der Death Klasse ordentlich extra Erfahrung. Zeitgleich werden alle paar Freundschaftslevel auch besondere Fähigkeiten freigeschaltet. Diese geben mehr Erfahrung im Kampf oder schalten neue Items in Shops frei. Das alles mag ein wenig kompliziert klingen, doch es ist eigentlich recht simpel. Weniger simpel ist hingegen die Gestaltung der Freizeit in Persona 5.

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Persona 5 Testbericht

Persona 5

  • Release: 04.04.2017
  • Genre: Adventure, Rollenspiel
  • Entwickler: Atlus
  • Publisher: Atlus, Deep Silver

Gutes

- Spannende und erwachsene Handlung
- Facettenreiche und interessante Charaktere
- Tolles Kampfsystem mit mehr als 200 Persona zum sammeln
- Genialer Stil gepaart mit stimmigen Soundtrack
- Spielspaß und Inhalte für zahlreiche Stunden

Schlechtes

- Teilweise zu ausschweifende Dialoge
- Gegen Ende ein wenig unfair

9.2 / 10 Must Have

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