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One Piece: Pirate Warriors – Review

Artikel von | 10.11.2012 um 00:00 Uhr

‚“Reichtum, Macht und Ruhm – All das hat sich der Piratenkönig Gol D. Roger erkämpft. Als er hingerichtet wurde, waren seine letzten Worte: „Ihr wollt meinen Schatz, den könnt ihn haben. Sucht ihn doch! Irgendwo hab ich den größten Schatz der Welt versteckt.“ Dieser Schatz ist das One Piece und er liegt irgendwo auf der Grandline.”

Mit diesem Spruch begann nicht nur das große Piratenzeitalter, sondern auch einer der bekanntesten und beliebtesten Animes der Welt: One Piece. Und nun bekommt der Anime mit One Piece: Pirate Warriors auch endlich ein Videospiel für die PlayStation 3. Wie sich das Abenteuer rund um den jungen Piraten Monkey D. Ruffy und dessen Strohhutbande spielt, haben wir für euch getestet.

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Ich werde zum neuen König der Piraten!

Am Anfang der Geschichte finden wir uns direkt in einem Kampf auf dem Sabaody Archipel wieder. Das Videospiel fängt also nicht dort an, wo der Anime einst seinen Anfang fand. Keine Sorge, der Kampf gegen Bartholomäus Bär fungierte lediglich als Einleitung und sollte euch die Steuerung erklären. Nach dem Kampf springen wir nämlich genau zwei Jahre zurück in die Vergangenheit. Angefangen bei Buggy dem Clown dreht sich die Geschichte nun um die Abenteuer, die die Strohhutbande in den letzten zwei Jahren erlebt hat. Im Spiel erlebt man dann die wichtigsten Ereignisse des Mangas/Animes. Für One Piece Fans ist dies sicherlich etwas Tolles, da man mal selbst Hand anlegen darf und alles aus einer anderen Perspektive erlebt. Wer sich davor aber nicht mit One Piece beschäftigt hat, der könnte recht schnell den Faden in der Geschichte verlieren, da diese doch recht kompakt erzählt wird und natürlich nicht jede Szene aus dem Anime im Spiel zu finden ist.

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Werde der meistgesuchte Pirat der Welt!

One Piece: Pirate Warriors kommt nicht nur von den Entwicklern der Dynasty Warriors Serie, im Prinzip spielt es sich auch genauso wie eines dieser Spiele. Im Klartext heißt das: Man kämpft in Massenchlachten gegen hunderte von Gegnern. Die Feinde sind jedoch mehr Dekoration als eine Herausforderung. Auch wenn es einige Gegner-Arten zum Besiegen gibt, kann man die normalen Feinde oft nur mit wenigen Treffern ausschalten. Im Spielverlauf wird es dann nicht nur mehr, sondern auch noch stärkere Gegner geben, die man ausschalten muss. Man kann dabei auf die verschiedensten Kombos zurückgreifen, diese dann mit extra starken Spezialattacken und Team-Angriffen kombinieren. Diese Tasten-Klopperei kann aber schon schnell seinen Charme verlieren, spätestens nachdem man seine Lieblings Kombo gefunden hat, greift man oft nur noch auf diese zurück und schickt Gegner in Windeseile ins Jenseits.
Neben den Kämpfen gibt es natürlich noch die verschiedensten andere Dinge in One Piece: Pirate Warriors zu erledigen. Für etwas Abwechslung und Entspannung (zwischen all den Kämpfen) sorgen die Kletter- und Rätselpassagen im Spiel. Hier muss man entweder verschiedene Objekte bewegen, ein Quick-Time Event bestehen oder sein Gefühl für Timing beweisen, um weiterzukommen. Besonders anspruchsvoll sind diese Bereiche zwar nicht, Fingerspitzengefühl ist hier trotzdem gefordert. Am Ende eines jeden Levels erwartet einen dann der bekannte Boss aus dem Anime. Begleitet werden diese Kämpfe mit sehr gut aussehenden Zwischensequenzen, die eine gute Atmosphäre schaffen. Diese Begegnungen bieten auch mehr Abwechslung als die normalen Kämpfe und sind mit einem Quick Time Event ausgestattet, bei dem der Spieler den Bösewicht durch eine von Ruffys Spezialattacken ausschalten kann.

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Eine helfende Hand ist immer gut

Durch das Ausschalten eines Gegners bekommt man natürlich auch Erfahrung, die für das Erreichen eines höheren Levels genutzt wird. Dadurch wird automatisch der Angriff, die Verteidigung und die Ausdauer verbessert, man erlernt neue Angriffe oder bekommt ein neues Münzenfeld. Diese Münzen bekommt man durch das Ausschalten eines bestimmten Gegners oder das Abschließen eines Levels. Jede Münze spiegelt dabei einen Charakter oder ein Objekt aus dem Anime wider und hat ihren eigenen Effekt, um die Strohutbande noch stärker zu machen. Natürlich kann man diese ebenfalls im Multiplayer verwenden, der durchaus spaßig ist. So kann man via Splitscreen oder dem Onlinemodus mit einem Freund zusammen spielen, mehr als zwei Charaktere sind dabei jedoch nicht möglich. Man kämpft hier aber nicht gegeneinander, sondern spielt zu zweit die Level aus der Geschichte nach. Auch wenn die auswählbaren Orte gleich sind, unterscheiden sich die Level vom Aufbau ein wenig voneinander, der Stil bleibt aber gleich. Für etwas mehr Abwechslung im Spiel sorgen die Herausforderungen – in diesen wird das Können des Spielers bis auf die Grenzen abverlangt, da hier der Schwierigkeitsgrad enorm hoch ist und es oft zu Konfrontationen von mehreren Bossen kommt.
Wer bei One Piece: Pirate Warriors jedoch ein Grafikwunder erwartet, der hat weit gefehlt. Das Spiel hat zwar einen bestimmten Charme, da es versucht den Stil des Animes auf ein Videospiel zu übertragen, entspricht grafisch aber nicht den Möglichkeiten der aktuellen HD-Konsolen und könnte durchaus als PlayStation 2 Titel durchgehen. Was aber viel mehr stört, das ist die eher schlecht umgesetzte Kameraführung im Spiel. Oft ist irgendeine Wand im Blickfeld oder man wird von einer Seite angegriffen, die man nicht sehen kann. Gerade bei den Kletter-Passagen ist diese nervig, da man nicht sofort erkennt, was man jetzt machen soll oder durch diese oft das Rätsel erneut probieren darf. Insgesamt dauert das Durchspielen der Geschichte so um die sieben Stunden, dazu kommen die Herausforderungen, der Multiplayer und die weiteren Logs, bei denen man jedes Level nochmal mit anderen Charakteren durchspielen kann. Wer also Gefallen am Spiel findet, der hat auch lange etwas zu tun. Dass One Piece: Pirate Warriors keine deutsche Sprachausgabe besitzt, sollte die wenigsten Spieler überraschen. Fans sollte es hingegen freuen, da es zum größten Teil die originalen Sprecher aus dem Anime sind, die hier den Charakteren ihre Stimme leihen. Ärgerlich wird es aber, wenn man einen Kampf bestreitet und die Charaktere plötzlich anfangen zu sprechen. Da bestimmt nur die wenigsten Japanisch sprechen können, muss man entscheiden, ob man dem Dialog durch die Untertitel verfolgt oder doch lieber kämpft. Die Soundkulisse während den Kämpfen ist durchaus gelungen und kann überzeugen.

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Ist das Gericht gelungen?

One Piece: Pirate Warriors ist das, was man von einem Anime Spiel erwarten konnte, in einigen Bereichen sogar durchaus gelungen. Denn Fans der Serie werden erneut die Geschichte erleben, mit solidem Gameplay und ohne viel Schnickschnack dazwischen. Neueinsteiger werden von der Geschichte möglicherweise überfordert sein und sich dadurch auch recht schnell am Gameplay langweilen. Wenn man dem Spiel aber eine Chance gibt und es möglicherweise sogar mit einem Freund spielt, dann wird man für viele Stunden eine Menge Spaß haben. Für One Piece Fans ist das Spiel natürlich ein Muss, für alle anderen zumindest einen Versuch wert.

One Piece: Pirate Warriors Testbericht

One Piece: Pirate Warriors

  • Release: 21.09.2012
  • Genre: 3rd Person Action, Action, Hack & Slay
  • Entwickler: Tecmo Koei
  • Publisher: Namco Bandai

Gutes

- Viele Charaktere zur Auswahl
- Guter Mehrspieler-Modus
- Guter Sound mit originalen Stimmen

Schlechtes

- Gameplay recht eintönig
- Grafik nicht auf dem neusten Stand
- Kein Versus Modus im Mehrspieler
- Kameraführung führt öfter zu Fehlern

8.0 / 10 Sehr gut

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