Okami HD – Review

Getestet von | 31.10.2012 um 18:51 Uhr

Okami hatte seine Zeit eigentlich auf der PlayStation 2. Leider fand diese Spielperle kaum die Beachtung der Spielerschaft. Etliche Jahre später veröffentlichte Capcom das Abenteuer im neuen HD-Gewand. Wir haben nochmals der Geschichte von Okami HD gelauscht und sind weiterhin begeistert.

 

Ein Spiel, dich zu knechten

Im Jahre 2007 erschien ein Action-Adventure, das seiner Zeit leider nicht groß beachtet wurde. Doch die kleine Fanbase, die das Spiel hatte, vermochte über die Jahre hinweg das Spiel im Munde zu halten und auf einem Nachfolger zu hoffen, obwohl das Glover Studio Insolvenz anmelden musste. Als kleiner Trost wurde das Abenteuer rund um die Göttin Amaterasu auf HD poliert.

Die Geschichte fängt in Nippon, in einem kleinen Dorf an. Durch ein, sagen wir, Missgeschick wurde ein 100 Jahre alter Fluch aufgehoben. Der Böse Orochi hat sich die Welt von Nippon einverleibt. Doch wo das Böse waltet, ist das Gute nicht weit. Um das Gleichgewicht der Welt zu erhalten, erwachte die Göttin Amaterasu aus ihrem Steinschlaf. Denn durch das (lange) Intro erfährt der Spieler die Vorgeschichte zu Okami.

Nach gut 15 Minuten Warterei darf man endlich selbst Hand ans Pad legen und das Abenteuer starten. Amaterasu schafft es, das Dorf von der Starre zu befreien und einen Wächterbaum wieder zum Blühen zu bringen. Darauf wird sie mit neuen Aufgaben konfrontiert, die sich hinaus in das große weite Land Nippon ziehen. Überall findet die Gottheit das Böse, das vertrieben werden muss. Amaterasu ist zwar flink, aber ohne wirkliche Waffen kann auch sie nicht viel ausmachen. So darf sie schon nach kurzer Zeit göttliche Waffen benutzen, die sie gegen Orochis Schergen einsetzt. Doch ihr wichtigstes Instrument ist der sogenannte magische Pinsel. Mit der R1 Taste lässt man alles einfrieren, während man mit dem erscheinenden Pinsel gewisse Striche oder Zeichen auf das Bild zeichnen und dadurch göttliche Kräfte walten lässt. Hat Amaterasu gewisse Magien (wieder) erlangt, dürfen diese fortan auch im Kampf wie auch außerhalb benutzt werden. Und dies muss sie mehrmals machen. Amaterasu, die Göttin aller, hat Kräfte, die die Nacht zum Tag machen oder umgekehrt. Sie lässt die Natur erblühen, kann den Wind leiten, Feuer und Wasser beherrscht sie ebenfalls. Restaurieren und sogar an senkrechten Wänden kann die Gute hinauflaufen.

Kommt man nach gut 13 Stunden endlich zum bösen Orochi und besiegt man den Boss in einem nervenzerreißendem Bosskampf, stellt sich heraus, dass das Spiel nicht zu Ende ist. Es kommt schlimmer. Die ersten 12 Stunden Spielspaß waren sozusagen nur die Aufwärmphase zur eigentlichen Geschichte. Erst jetzt fängt das richtige Abenteuer an. Amaterasu und ihr stetiger kleiner Begleiter müssen noch schwerer Aufgaben erledigen, um hinter das Geheimnis dieses Fluches zu kommen.

Okami 07

Mit Pinsel und Gebell !

Die Technik wurde gekonnt auf HD poliert. Was aber auf den ersten Blick nicht wirklich zu sehen ist, da der Grafikstil eher einem Kaligrafiebild entspricht. Es sind die kleinen feinen Sachen, die bei dieser Portierung auf die PlayStation 3 Einzug gehalten haben. Da es keine echte Sprachausgage gibt (nur Genuschel), muss man die ganze Geschichte per Textblöcke erleben. Auf der PlayStation 2 konnte man solche Diskussionen nicht wegklicken, man musste warten bis auch der letzte Buchstabe erschienen ist. Jetzt darf man das Gequake der Spielfiguren überspringen, in den meisten Konversationen auf jeden Fall. Aber sonst wurde an dem Ableger nicht viel herumgespielt. Weiterhin steuert sich Amaterasu ein bisschen schwammig. In den Kämpfen, die in Arealen stattfinden, bockt die Kamera. Und auch der gefeierte magische Pinsel funktioniert zwar einwandfrei, aber es kommt schon mal vor, dass das Gezeichnete nicht erkannt wird. Die ganze Saga kann man wahlweise auch mit PlayStation Move erleben. Leider verstärkt die Move-Steuerung die Kriterien. Wobei das Malen leider noch schlimmer ausgefallen ist.

Okami 05

He, du vollbusige Braut!

Okami HD wartet nicht nur mit einer epischen Geschichte rund um die Historie von Japan auf. Es gibt auch haufenweise Nebenmissionen zu erledigen. Sei es Bedürfnisse einzelner Bewohner zu befriedigen oder spezielle Monster zu suchen und zu bekämpfen. Überall in Nippon sieht man kleinere Statuen, Tiere und offensichtliche Aufgaben die förmlich nach dem Lösen schreien. Doch nicht alle Nebenmissionen sind so einfach zu finden. Genretypisch findet man einige nur schwer und dann auch noch nur in einer bestimmten Reihenfolge. Und die kleinen Minispiele wie Wasser buddeln oder Fische angeln dürfen ebenfalls nicht fehlen. Die man auch machen sollte. Die Fische kann man verkaufen, um an mehr Geld ranzukommen, das man postwendend in den Trainingsdojos ausgibt. Und der Erlös bei allen Aufgaben im Spiel kommt als Glück daher. Von allen Himmelsrichtungen saugt es Amaterasu auf. Mit diesem Glück erhöht man so die Attribute der Gottheit. Es dürfen auch Sammelaktionen gestartet werden. Solche großen Aufgaben bergen als Belohnung weitere göttliche Waffen. Zwar gibt es im Spiel 13 magische Pinselfertigkeiten, doch nicht alle findet man einfach so auf dem Weg.

Okami HD bietet Vieles, was in der heutigen Spielbranche verloren gegangen ist. Nebst der langen Geschichte. ist auch der Humor an vorderster Stelle, wie auch die Innovation. Kaum eine Zwischensequenz vergeht, in der man nicht ein bisschen schmunzeln muss oder über die Bilder staunen kann.

Okami 06

Fazit

Okami HD ist eine gelungene Portierung. Viel musste man auch nicht machen. Leider hat das Spiel zu seiner Erstveröffentlichung kaum Beachtung erhalten. Und wurde in die Kategorie Geheimtipp abgestellt. Capcom gibt dem Spiel nochmals eine Chance, schon nur deswegen, um die langlebigen Fans zu befriedigen. Okami HD ist ein bisschen eigenwillig und der japanische Touch ist nicht weg zu lügen. Trotzdem und vielleicht deswegen ist Okami HD eine Spielperle, die gespielt und erlebt werden muss.

Gutes

- Lange epische & humorvolle Geschichte
- Spezieller Grafikstiel, der zum Spiel passt
- Viele Nebenmissionen und Minispiele
- Zeitloser Klassiker dank Cell-Shading Grafik

Schlechtes

- Keine „echte“ Sprachausgabe
- Kamera hin und wieder störrisch
- Move Eingabegerät ein bisschen störrisch

9.0 Must Have

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