Menü

Nioh im Test – Samurai Souls

Artikel von | Donnerstag 02. Februar 2017 um 09:02 Uhr

Wenn eine Reihe in den letzten Jahren für Aufruhr gesorgt hat und immer mehr Fans gefunden hat, dann war es die Dark Souls Reihe. Kein Wunder also, dass viele Titel ein Stück vom Kuchen abhaben wollen und das Prinzip der Reihe kopieren. Bockschwere Kämpfe mit einem genialen Kampfsystem. Auch Nioh schlägt in diese Kerbe. Der Titel ist schon seit 2004 in Arbeit, damals noch bei Entwickler Koei, und durchlief dabei verschiedene Entwicklungsstadien und Probleme. Ende 2015 wurde der Titel dann erneut enthüllt und Team Ninja übernahm die Verantowrtungfür das Spiel. Nun steht der Release kurz bevor und man ist gespannt, ob Nioh dem großen Vorbild gerecht werden kann. Diese und weitere Fragen klärt unser Test.

Nioh Review Test PS4

Fremder in fremden Landen

Wir schreiben das Jahr 1598. Unser Protagonist, William, wird aus unbekannten Gründen in einem Londoner Gefängnis festgehalten und ist dem Tode nahe. Er bekommt aber unerwartet Hilfe. Ein Schutzgeist findet ihn und will ihm helfen zu entkommen. Während der Flucht wird Williams neue Freundin jedoch von Edward Kelley entführt. Er will mit ihr nach Japan reisen und mithilfe ihrer magischen Kräfte das dortige Amrita sammeln. Eine Geisteskraft, die einem unglaubliche Kräfte verleiht. Williams Ziel ist klar, Kelley in Japan aufspüren und den Schutzgeist, der sein Leben gerettet hat, befreien. Im Land der aufgehenden Sonne angekommen merkt er schnell, dass Krieg herrscht. Nach dem Tod von Hideyoshi Toyotomi, kämpfen Mitsunari Ishida und Ieyasu Tokugawa um die Herrschaft im Land. Mittendrin wüten noch die dämonischen Yokai, die aus noch unbekannten Gründen immer zahlreicher und mächtiger werden. Bereits kurz nach seiner Ankunft trifft William auf Hattori Hanzo, der rechten Hand von Ieyasu Tokugawa. Da dieser erkennt, dass William ein fähiger Kämpfer ist, will er ihn für Tokugawas Armee anwerben und ihm im Gegenzug bei der Suche nach Kelley helfen. Der Deal steht und Williams Abenteuer beginnt nun richtig. Soviel zur groben Rahmenhandlung. Bei den Namen kann man durchaus ein wenig durcheinander kommen, erschwerend kommt noch hinzu, dass das noch lange nicht alle Charaktere waren die William trifft. Wir haben uns bei manchen Gesprächen dabei ertappt, dass wir nicht sofort wussten, um wen es eigentlich geht. Glücklicherweise stellt das kein großes Problem dar, da die Handlung des Spiels zu großen Teilen eher schmückendes Beiwerk ist. Sie hält einen zwar durchaus bei der Stange und hier und da gibt’s auch mal ein paar kleine Überraschungen, doch die Stärken des Spiels liegen an anderer Stelle und dazu kommen wir jetzt.

Nioh Review Test PS4

Dark Souls + Diablo + Ninja Gaiden = Nioh

Wer die Alpha, Beta oder die letzte Demo von Nioh gespielt hat, weiß sicher schon in welche Richtung Nioh schlägt. Man hat sich ganz klar an Dark Souls orientiert, nichtsdestotrotz sollte man das facettenreiche Gameplay nochmal näher beleuchten. Im Kampf weiß sich William mit zahlreichen Waffen zu helfen, hier dazu eine kleine Übersicht:

  • Nahkampf
    • Katana – Die ausgewogenste Waffenart. Schnell und stark, aber mit geringer Reichweite
    • Doppel-Katana – Die schnellste Waffenart. Zwar wird hier nicht so viel Schaden angerichtet, doch dafür kann man in kürzester Zeit zahlreiche Treffer landen
    • Speer – Perfekt für die etwas vorsichtigen Kämpfer. Hier hat man die höchste Reichweite von allen Nahkampfwaffen. Auf engem Raum bleibt die Waffe aber an den Wänden hängen
    • Axt/Hammer – Recht langsam und behäbig, doch dafür kann hiermit massiver Schaden ausgeteilt werden
    • Kusarigama – Hier geht es etwas spezieller zu. Neben dem schnellen Nahkampf, hat man durch die befestigte Kette auch die Möglichkeit entfernte Gegner zu treffen
  • Fernkampf
    • Bogen – Macht zwar weniger Schaden als Flinte und Kanone, doch dafür ist er lautlos
    • Flinte – Mehr Schaden als der Bogen, doch nach dem abfeuern weiß jeder in der Umgebung wo ihr seid
    • Kanone – Sehr ähnlich zur Flinte, nur noch stärker. Als Nachteil kommt hier noch hinzu, dass sie etwas schwerfällig ist und die Munition rar ist
  • Sonstiges
    • Verbrauchsgüter – Hier geht es hauptsächlich um Waffen die geworfen werden. Da hätten wir Wurfsterne, Granaten oder Steine, aber auch Zauber und Verzauberungen. Unter Zauber fallen Feuerbälle oder die kurzzeitige Beschwörung eines Schutzgeistes. Bei Verzauberungen handelt es sich um Verstärkungen eurer Waffen durch verschiedene Elemente oder Gift.

Zu den Nahkampfwaffen müssen wir nochmal etwas genauer kommen. So verfügt jede von ihnen über die 3 Haltungen – Hoch, Mittel und Tief. Diese sind einfach erklärt. Bei der hohen Haltungen wird mehr Ausdauer verbraucht, der Angriff ist langsamer, dafür jedoch kräftiger. Die tiefe Haltung stellt das genaue Gegenteil dar und die mittlere ist quasi der Mittelweg. Doch da hört es noch nicht auf, denn durch Fähigkeitenpunkte könnt ihr noch neue Angriffe und Techniken für die verschiedenen Waffenarten freischalten. Beispielsweise eine Parade mit dem Katana, einen Sprungangriff mit dem Doppel Katana oder einem großflächigem Angriff mit dem Speer. Diese Fähigkeitspunkte schaltet ihr durch das benutzen von Gegenständen, aufleveln von William oder das lange verwenden von Waffen frei. Wenn ein Speer beispielsweise eine Angriffskraft von 250 hat, könnt ihr diese steigern, in dem ihr die Vertrautheit mit der Waffe erhöht, was durch die häufige Nutzung passiert. Zeitgleich schaltet ihr einen Fähigkeitspunkt für die Waffenklasse frei, wenn die Vertrautheit das Maximum erreicht hat.

Nioh Review Test PS4

Neben neuen Techniken für eure Waffen, könnt ihr so auch Verbrauchsgegenstände freischalten. Anders als bei den normalen Gegenständen, werden so freigeschaltete Gegenstände an jedem Schrein nachgefüllt. Diese Schreine sind nicht nur dafür sehr wichtig, denn neben den verschiedenen Verbrauchsgegenständen, füllen sie auch eure Heiltränke auf und sorgen dafür, dass ihr nach eurem Ableben nicht den ganzen Level von vorne spielen müsst. Doch das ist noch nicht alles. Durch das besiegen der Gegner sammelt ihr Amrita und mit diesem wird William gelevelt und zwar an den Schreinen. Zusätzlich wählt ihr hier eure Schutzgeister aus. Im Verlauf des Spiels sammelt ihr einige von denen und neben verschiedenen Elementen und Verbesserungen, können dies auch für das erwecken der Waffen genutzt werden. Wenn ihr nämlich genug Gegner niedergestreckt habt, dann füllt sich eine Leiste und ihr könnt kurzzeitig eure Waffen in das Element des Schutzgeistes hüllen und dann ordentlich austeilen. Zu guter letzt könnt ihr an den Schreinen noch einen Kodama Segen auswählen, doch dazu müsst ihr die Kodama erstmal finden. Diese sind in den verschiedenen Leveln versteckt und sammeln sich nach dem auffinden an den Schreinen. Dort könnt ihr durch sie dann verschiedenen Boni wählen. So könnt ihr mehr Amrita erhalten, mehr Heilung bekommen oder dafür sorgen, dass Gegner öfters Waffen fallen lassen. Ihr habt sicher schon gemerkt, dass die Schreine das Nioh Equivalent zu den Leuchtfeuern aus Dark Souls sind.

Nioh Review Test PS4

Das waren jetzt viele Infos mit einmal und auch wenn es vielleicht etwas verwirrend klingen mag, ist es im Spiel schnell verstanden und erlernt. Zum aufleveln von William wollen wir aber kurz noch einmal kommen. Wie gewohnt in Rollenspielen, gibt es verschiedene Attribute. Da wären zum Beispiel Stärke, Geschicklichkeit, Ausdauer oder Körper. Zusätzlich zu den Verbesserungen eurer Attribute, bekommt ihr auch Fähigkeitspunkte durchs aufleveln. Für manche Waffen oder Rüstungen braucht ihr auch ein bestimmtes Level an Stärke oder Geschicklichkeit, um diese so gut wie möglich zu nutzen. Neben dem aufsteigen im Level, gibt es noch andere Möglichkeiten eure Attribute zu verbessern. Eure Waffen und Rüstungen haben nämlich oft nette Effekte oder kommen sogar im Set daher. Wenn ihr ein ganzes Set zusammen habt und anlegt, bekommt ihr besonders starke Boni auf Fähigkeiten oder Attribute. Doch es gibt noch eine weitere Möglichkeit für Verstärkungen – euren Ruf und Titel. Da der Ruf noch andere Nutzen hat, kommen wir erstmal zu den Titeln. Wenn ihr beispielsweise 50 Gegner mit Kopfschüssen tötet, bekommt ihr den Titel „Scharfschütze“. Dieser bringt gibt euch Punkte, die ihr auf verschiedene Boni verteilen könnt – mehr Amrita erhalten, mehr Schaden gegen Menschen oder mehr Glück beim finden von Gegenständen.

Nioh Review Test PS4

Nun zum Ruf. Verteilt in der Spielwelt findet ihr öfters Gräber. Diese stehen für andere Spieler, stellenweise auch NPCs, die an dieser Stelle gestorben sind. Die Gräber verraten euch den Level der Spieler, die Qualität ihrer Ausrüstung und die Todesursache. Letzteres ist manchmal hilfreich um Gefahren frühzeitig zu erkennen. Bei den Gräbern habt ihr nun die Möglichkeit den Geist des Spielers zu beschwören. Dieser wird dann von der KI gesteuert, hat aber die Ausrüstung des Spielers. Wenn ihr den Kampf gewinnt, bekommt ihr ein Teil seiner Ausrüstung und euer Ruf wird erhöht. Den Ruf nutzt ihr dann für Fraktionskriege. Ab einem bestimmten Punkt im Spiel habt ihr die Möglichkeit euch einer von vielen Fraktionen anzuschließen. Diese sind in Rote und Blaue unterteilt und geben euch auch wieder verschiedene Boni auf eure Attribute. Deren Sinn ist jedoch ein anderer. Wenn ihr einen anderer Spieler besiegt, bekommt eure Fraktion dafür Rufpunkte und die Fraktion, die am Ende einer gewissen Zeit die meisten Rufpunkte hat, bekommt Belohnungen und einen haufen extra Rufpunkte. Nutzen könnt ihr die Rufpunkte dann um neuen Gesten, Gegenstände, Outfits oder Waffen freizuschalten.

Neben dem Ruf Shop und dem, was die Gegner fallen lassen, gibt es noch mehr Möglichkeiten an Ausrüstung zu kommen. Da wäre einmal der Händler. Dieser bietet gegen Gold verschiedene Dienste an. Neben dem normalen Kaufen von Ausrüstung, könnt ihr diese auch Schmieden lassen, gesetzt dem Fall, ihr habt die nötigen Materialien. Auch das verstärken von vorhandener Ausrüstung ist hier möglich. Dazu kombiniert ihr zwei Gegenstände und schafft quasi einen neuen. Wenn ihr möchtet, könnt ihr auch das Aussehen eurer Ausrüstung ändern, dies ist jedoch rein kosmetisch. Als letztes bringt euch das abschließen der verschiedenen Missionen auch Belohnungen ein. Diese sind vorgegeben und vor dem Beginn einer Mission seht ihr auch was ihr bekommt.

Nioh Review Test PS4

Seiten 1 2
Nioh Testbericht

Nioh

  • Release: 07.02.2017
  • Genre: Action, Hack & Slay
  • Entwickler: Team Ninja
  • Publisher: Tecmo Koei

Gutes

- Toll designte Areale und Gegner
- Viele, abwechlungsreiche Missionen
- Fordernde und spannende Bosskämpfe
- Facettenreiches Kampfsystem
- Man kann gegen gestorbene Spieler kämpfen und deren Ausrüstung bekommen

Schlechtes

- Ständiges durchforsten des Inventars wegen zu viel Loot
- Es gibt keine wirklich einzigartige Ausrüstung
- Story etwas mau

8.5 / 10 Sehr gut

Deine Meinung? Let's Chat!

Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

Anmelden