Menü

NieR: Automata im Test – Dieses Spiel ist anders als die anderen

Artikel von | 12.03.2017 um 20:38 Uhr

2010 erschien mit NieR ein Rollenspiel, dass leider nicht den Erfolg hatte, den es eigentlich verdient hat. Es hatte eine tolle Story mit vielen interessanten Ansätzen, ein spaßiges Gameplay und einen fantastischen Soundtrack. Die Frage bleibt also, warum ist es gefloppt? Zum einen lag es daran, dass es einen Monat nach Platzhirsch Final Fantasy XIII erschien. Der andere Grund war, dass das Spiel eine sehr dürftige Optik hat und auch der Stil sehr eigen war. Ebenso schlecht war das Marketing von Square Enix, welches quasi nicht existent war. Umso überraschender ist es deshalb, dass mit NieR: Automata eine Fortsetzung zum Titel angekündigt wurde. Wir haben den vermeintlichen Geheimtipp getestet und waren sehr überrascht.

Glory to Mankind

NieR: Automata spielt tausende Jahre nach dem Erstling, eine genauere Zeitangabe gibt es leider nicht. Nach all der Zeit wurde die Welt von Maschinen überfallen. Diese wurden von Aliens auf die Erde geschickt. Nur wenige Menschen haben überlebt und sich auf den Mond retten können. Dort planen sie schon lange, wie sie ihre Heimat zurück erobern können. Zur Hilfe nehmen sie sich da zahlreiche Androiden, deren einziger Sinn es ist, den Menschen zu dienen und die Maschinen zu vernichten, damit die Erde wieder bevölkert werden kann. Wir spielen einen dieser Androiden, 2B. Das Spiel beginnt mit einem Routine Einsatz. 2B und einige Kameraden sollen eine verlassene Fabrik erkunden und eine versteckte Maschine finden und zerstören. Viele kennen den Ablauf der Mission sicher bereits aus der Demo. Ohne näher ins Detail zu gehen, 2B wird während der Mission zerstört und erwacht danach im Bunker, einer Raumstation von der aus die Androiden agieren. Ohne große Umschweife bekommt 2B einen neuen Auftrag, bei dem sie in Kontakt mit Wiederstandskämpfer treten und ihnen helfen soll. Sie ist dabei auch nicht alleine unterwegs, denn der Scanner Android 9S begleitet sie und greift ihr unter die Arme. Während des Einsatzes treffen die beiden auf seltsame Maschinen, die scheinbar gar nicht kämpfen wollen und sogar Angst haben. Als wäre das nicht bereits seltsam genug, treffen sie noch eine besondere Maschine und von da an nimmt die Geschichte ihren lauf und viel mehr verraten wir auch nicht. Die Story fängt gemächlich an, wirft aber immer wieder neue Fragen auf. Dabei ist sie manchmal amüsant, kann aber auch sehr emotional sein und zum Nachdenken anregen. Eine Sache müssen wir noch anmerken. NieR: Automata erzählt seine Story manchmal auf seltsame Wege und das ist auch gut so, doch dazu kommen wir aus speziellen Gründen nochmal kurz vorm Fazit.

Noch ein kurzes Wort zu den Charakteren. Zwar spielt ihr nur 2B, doch trefft ihr natürlich auch auf andere Charaktere. Einige von denen wirken sehr interessant und haben auch einen speziellen Hintergrund. Leider gibt es auch ein paar 08/15 Charaktere, doch dabei handelt es sich fast immer um irgendwelche Nebenquest NPCs, die eher unwichtig sind. Hier sei jedoch angemerkt, dass NieR: Automata auch hier etwas andere Methoden einsetzt. Während es bei vielen anderen Spielen immer nach der bekannten Norm abläuft, werden hier teilweise sehr eigene, teilweise auch amüsante, Dialoge geboten. Nehmen wir als Beispiel eine kleine Theateraufführung. Die Roboter spielen hier Romeo und Julia nach, also die wohl bekannteste Liebesgeschichte der Welt. Wir verraten nicht zu viel, doch während der Aufführung fallen Sätze wie “stirb du Hure!” oder “friss den Dreck vom Boden!”. Solche Momente kommen öfters mal vor und sorgen für besondere Momente. Die Sprecher sind hierbei wahlweise auf englisch oder japanisch, wobei es auch oft Dialoge gibt, die nur über Text ablaufen. Von der Qualität her sind beide Optionen super. Wer jedoch gut englisch kann, dem empfehlen wir auch diese Tonspur. Den öfters wird während hitziger Gefechte ein Dialog abgespult und während man sich auf das Geschehen konzentriert, kann man nicht immer die Untertitel lesen. Was schade wäre, da die Dialoge sehr gut geschrieben sind und besonders zwischen 2B und 9S gibt es oft nette Unterhaltungen.

Platinum Games!

Wer NieR: Automata bereits länger verfolgt, weiß sicherlich, dass Platinum Games am Titel mit gewerkelt hat und das merkt man auch. Die Kämpfe sind schnell und stylisch, wie gewohnt von dem Studio. Teilweise erkennt man auch Parallelen zu anderen Spielen des Entwicklers. So kann man später im Spiel die Fähigkeite erhalten, beim Ausweichen kurz die Zeit anzuhalten, kennt man ja aus Bayonetta. Es sei aber auch gleich gesagt, dass die Kämpfe nicht so einen Tiefgang bieten wie bei der Lack und Leder Hexe. Während diese zahlreiche verschiedene Kombos mit ihren Waffen drauf hatte, hat 2B meist nur Zugriff auf 2 Angriffsmuster, welche sich durch leichte und schwere Angriffe unterscheiden. Einen besonderen Kniff gibt es hier aber noch. Man ist immer mit zwei Waffen unterwegs und je nachdem welche man wählt, gibt es einen einzigartigen Angriff. Wenn man beispielsweise ein Katana und ein Großschwert dabei hat, wirft man das Großschwert auf die Gegner und bearbeitet sie weiter mit dem Katana. Wechselt man das Großschwert gegen ein weiteres Katana, nimmt man eines in jede Hand und macht eine Kombo mit beiden. Wenn dann ein Speer dabei ist, rammt man diesen in den Boden und dreht sich mit seiner Hilfe im Kreis und schadet allen Gegnern in der Umgebung. Also auch wenn die eigentlich Kombo Vielfalt eher dürftig ist, sind die speziellen Waffen Kombination durchaus abwechslungsreich. Dabei gibt es aber nicht nur 5-6 Waffen, sondern mehr als 20, es gibt also viele Möglichkeiten. Da ab und an auch Fernkampf von Nöten ist, gibt es noch eine weitere Möglichkeit, sich der Gegner zu entledigen, euren Pod. Dieser kleine Roboter ist immer an eurer Seite und wird neben dem Einsatz als Kommunikator, auch als Schusswaffe, bzw. Magie genutzt. So gibt es mehrere verschiedene Pods, der eine schießt quasi wie eine Gatling Gun, ein anderer verschießt Raketen und so weiter. Jedem der Pods kann man noch ein Programm geben, wobei es sich um besondere Angriffe handelt, die aufgeladen werden müssen. Hierbei kann man einen starken Laser verschießen, Lanzen aus dem Boden beschwören oder versteckte Gegenstände suchen. Ein weiterer Nutzen des Pods ist, dass man mit ihm Angeln kann, darf ja in keinem Rollenspiel fehlen. Pods und Waffen haben eine Gemeinsamkeit, diese können nämlich aufgewertet werden. Dadurch werden diese natürlich stärker, aber auch gewisse Effekte werden verstärkt. So werden die Kombos der Waffen um einen Schlag verlängert oder wenn diese auf Angriffsgeschwindigkeit ausgelegt sind, wird diese erhöht. Um das zu erreichen, braucht ihr nur genug Kleingeld und die nötigen Materialien. Beides gibt es durch das besiegen von Gegnern oder verschiedene Quests.

Die Gegner gegen die ihr eure Waffen nutzt, sind leider der erste Kritikpunkt den wir ansprechen müssen. Abseits der Bosse, sind diese leider sehr arm an Ideen. Meist handelt es sich immer um die gleichen Maschinen, nur mit Veränderungen im Detail. So gibt es die Standard Maschinen als Nahkämpfer, Fernkämpfer oder mit Schutzschild, doch im Kern sind sie immer gleich. Ähnliches gilt für die etwas stärkeren Kollegen, die oft einfach nur etwas größer sind. Der Vergleich ist vielleicht etwas weit hergeholt, doch wenn man vor kurzem erst gegen die fantastisch designten Maschinen aus Horizon Zero Dawn gekämpft hat, sind die langweiligen Maschinen aus NieR: Automata gleich noch etwas enttäuschender. Doch wie bereits erwähnt, gilt dies nicht für die Bosse, die immer anders sind und auch oft spezielle Herangehensweisen erfordern. Ein besonderes Merkmal haben die Bosse auch noch, doch darauf müsst ihr noch ein wenig warten, darauf kommen wir auch vorm Fazit nochmal zurück.

Seiten 1 2
NieR: Automata Testbericht

NieR: Automata

  • Release: 10.03.2017
  • Genre: Action, Hack & Slay, Rollenspiel
  • Entwickler: Platinum Games
  • Publisher: Square Enix

Gutes

- Tolle Story und Charaktere mit Witz und Emotionen
- Phänomenaler, dynamischer Soundtrack
- Kurzweilige Kämpfe die öfters Genre und Perspektive wechseln
- Sehr hoher Wiederspielwert
- Tolle Ideen und nette Überraschungen

Schlechtes

- Nebenquest teilweise nervig
- Altbackene Optik mit gelegentlich Rucklern

9.1 / 10 Must Have

Deine Meinung? Let's Chat!

  1. User Avatar

    Stimme dem ganz zu! Geniales Spiel! Die Ruckler sind zwar nervig aber zerstören zum Glück nicht das Spielgefühl. 😀

  2. User Avatar

    Also ich habs auch eher zufällig spielen können und hätte nicht gedacht, dass es doch so spaßig und zufriedenstellend ist. Habs jetzt schon zwei mal durchgespielt und auf jedenfall noch weiterspielen, macht laune und kann ich jedem jrpg fan empfehlen.

    Gäbe es ne Möglichkeit auf der PS4, dann würde ich das erste Nier wohl nachholen. 😀

Jetzt einloggen oder registrieren um ein Kommentar zu schreiben

Anmelden