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NHL 12 – Review

Artikel von | 13.09.2011 um 00:00 Uhr

Es wird Zeit! Nach einem unerträglich heissen Sommer in Zentraleuropa, sehnt sich der Gamer nach ein wenig Abkühlung. EA Sports ist zur Stelle und NHL 12 kommt wie gerufen. Der jährlich erscheinende Aufguss der Eishockey-Simulation muss erneut dem skeptischen Blick von PS3inside standhalten. Wir verraten euch, ob die Neuauflage mit neuen Features punkten kann oder ob sie uns letztendlich genauso kalt lässt, wie der Sommer 2011 in Zentraleuropa.

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Eiszeit

Seit Jahren gehört die NHL-Reihe aus der Schmiede von EA Sports zu einer der saubersten Sportsimulationen auf dem Markt. Ein dicker Sack voll Spielmodi, flüssiges Gameplay, gut aufgestellte Lizenzen und unzählige Einstellungsmöglichkeiten sind ein Qualitätsgarant, den sich nicht jedes Sportspiel von Electronic Arts auf die Fahne schreiben kann. Und so fragt sich der Spieletester jedes Jahr aufs Neue, wie man mit diesem aalglatten Spiel umzugehen hat. NHL 12 macht da keine Ausnahme und bevor wir ins Detail dieses Mammut-Spiels gehen, verschaffen wir uns erst einmal einen Überblick über die mehr als 300 angekündigten Neuerungen.

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Im Menü springt uns sofort das Winter Classics Match ins Auge. Bei Schneegestöber ist in der Heinz-Arena das Match zwischen den Pittsburgh Penguins und den Washington Capitols die erste Neuerung und ein richtiger Eyecatcher. Dieses Match macht gleich zu Beginn Lust auf mehr. Im Be a Pro Modus sind die Veränderungen ebenfalls sofort spürbar. Die Spielzeit läuft nun reale zwanzig Minuten pro Drittel und ist nicht mehr veränderbar. Das hört sich nach einem langen Weg bis zur Karrierespitze an, ist in Wahrheit aber halb so schlimm. Anfangs verbringt der Spieler eh die Hälfte des Matches auf der Bank und hat von dort aus die Option, dem Treiben auf dem Eis zuzusehen oder bis zum nächsten Einsatz zu simulieren. Zusätzlich bekommt der Pro ständig neue Aufgaben von der Trainerbank, um Extra-EP zu verdienen. Die Verbesserungen im GM-Modus sind nicht ganz so üppig ausgefallen. Bis auf ein paar Vereinfachungen beim Spielerhandel und Transfer ist nichts nennenswertes hinzugekommen. Im Gegensatz zu PGA Tour 12 hat es EA Sports bei NHL 12 allerdings geschafft, den prächtigen Umfang des Vorgängers nochmals aufzustocken.

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1. Drittel

Der Goalie wurde komplett überarbeitet und mit mehr Feintuning versehen. Der letzte Mann steht jetzt nicht mehr nur als bewegliches Hindernis im Weg sondern agiert realistischer. Bei Angriffen kann der Torwart von den Kufen geholt und sogar das Tor aus den Ankern gerissen werden. Als aktiver Goalie kann jetzt besser auf Attacken vom hinteren Torraum reagiert werden und wenn es dem Goalie einmal zuviel wird, kann er seinen Kasten verlassen und mit Fäusten auf den Gegner eindreschen. Die Überarbeitung ist gelungen. Als aktiver Goalie macht das Spielen dadurch sogar inzwischen Spass. Eine weitere Neuerung wird von EA Sports als „Antizipierende KI“ bezeichnet und soll nicht mehr oder weniger bedeuten, als dass die Gegner jetzt das Verhalten des Spielers lesen und sich darauf einstellen. Die Intelligenz der Mitspieler und Gegner scheint sich tatsächlich gegenüber dem Vorgänger verbessert zu haben. Ob die „Antizipierte KI“ jedoch dafür verantwortlich ist, mag dahingestellt bleiben. Am auffälligsten ist die völlig überarbeitete Physik-Engine. Mit massiven Checks können die Gegner über die Bande auf die Bank oder sehr anschaulich durch die Glasscheiben gefeuert werden. Das gab es zwar auch alles schon in NHL 11. Die Engine ist jedoch nochmals verbessert worden, sodass selbst das unterschiedliche Gewicht der Spieler berücksichtigt wird und dementsprechend zu immer neuen Überraschungen führt. Dieses Feature sorgt für richtiges Eishockey-Feeling und ist rundum gelungen. Jetzt aber genug der langen Vorrede. Ab aufs Eis!

Mühsam ist der Weg zur Legende

Die Steuerung ist für Neueinsteiger erst einmal eine nicht zu unterschätzende Hürde, die es zu überwinden gilt. Das Tutorial ist zwar vorhanden aber nicht unbedingt das, was man einen gelungenen Trainingsmodus nennt. Der Sprung ins kalte Wasser bleibt also als einzig wahre Alternative, um NHL zu lernen. Immerhin gibt es vier verschiedene Einstellungsmöglichkeiten für die Steuerung inklusive des klassischen Handlings von NHL 94. Wir raten allerdings dringend zu einer Controller-Belegung des 21. Jahrhunderts. Die präzise Steuerung über beide Analog-Sticks bietet die umfangreichsten Möglichkeiten. Der Nachteil ist, dass das Handling doch recht trainingsintensiv ist. So bleiben sowohl im klassischen Spiel und im Be a Pro Modus der eine oder andere Frustmoment dem Neueinsteiger garantiert. Allerdings lohnt sich das Training. Die Steuerung ist sinnvoll und anhand der vielen Möglichkeiten auf dem Eis gibt es wohl auch keine vernünftige Alternative.

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Hardware

Was die technische Seite von NHL 12 angeht, so bleibt das Spiel ebenfalls blitzsauber. Die Animationen laufen flüssig und die digitalen NHL-Stars sehen ihren Ebenbildern aus Fleisch und Blut erschreckend ähnlich. Die Spiele im Freien bei Schneeschauer und Einlauf-Szenerie gleichen dem Super-Bowl und machen den optischen Eindruck nahezu perfekt. Das war NHL zwar auch schon die letzten Jahre und die Änderungen sind insgesamt nicht so auffällig. Aber für eine fotorealistische Darstellung scheint diese Konsolengeneration in diesem Genre wohl noch nicht geeignet zu sein. Der Sound ist ebenfalls grandios und unterstreicht die Atmosphäre, die bekanntermaßen jedes Fussballspiel alt aussehen lässt. Dieses Vorurteil hat EA Sports gut eingefangen. Stadionsprecher, Fans und Musikeinlagen sind vom Live-Spektakel kaum zu unterscheiden. Da können wir auch drüber hinweg sehen, dass natürlich wieder einmal keine deutsche Sprachausgabe vorhanden ist (und vermutlich auch niemals sein wird). Die technischen Neuerungen fallen zwar insgesamt etwas mager aus. Die neuen Bewegungsanimationen des Goalies und die gut gelungene Physik-Engine belegen aber, dass NHL nicht auf der Stelle tritt.

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Abpfiff

NHL 12 knüpft nahtlos an die weisse Weste des Vorgängers an. Gameplay und Multiplayer sind tadellos. Es gibt eigentlich auch sonst nichts zu bemängeln. Beim genaueren Hinsehen wird dem Kenner klar, dass die Serie gut gepflegt wird und mit sinnvollen Neuerungen versehen wurde, die den Realismus und die Atmosphäre nach vorne bringen. Dazu sollte man noch erwähnen, dass der Umfang tatsächlich noch gewachsen ist und das überrascht uns jedes Jahr aufs Neue. NHL 12 ist somit ein heisser Anwärter auf die Krone der besten Sportsimulationen des Jahres 2011.

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NHL 12 Testbericht

NHL 12

  • Release: 08.09.2011
  • Genre: Sport
  • Entwickler: EA Sports
  • Publisher: Electronic Arts

Gutes

Geniale Physik Engine
Realistischer Goalie
Tolle Atmosphäre

Schlechtes

Wenige Verbesserungen
Sound only in english

9.0 / 10 Must Have

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