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Nex Machina im Test – Effektfeuerwerk Deluxe

Artikel von | 25.06.2017 um 13:53 Uhr

Schon seit 21 Jahren beschert uns der finnische Entwickler Housemarque mit Shoot em Ups. Am bekanntesten ist sicher Super Stardust, welches sie schon auf verschiedenen Plattformen gebracht haben. Doch auch die Twin Stick Shooter Dead Nation und Alienation waren absolute Hits. Ihr neuestes Werk trägt den Titel Nex Machina und neben Aliens, werden hier auch Highscores gejagt.

Drei Modi, aber eigentlich doch nur einer

Die Story von Nex Machina ist…..äh…..eigentlich gibt es keine wirkliche Story. Man startet den Arcade Modus in einem von Aliens überfallenen Wald und kämpft sich dann durch verschiedene Welten, fertig. Das Spiel muss auch keine Story bieten oder sonderlich tiefgründig sein, denn darum geht es bei Nex Machina nicht. Hier geht es um schnelle und effektreiche Shoot em Up Action und Housemarque sind eine eigene Hausmarke in diesem Genre.

Geboten werden drei Modi: Arcade, Arena und Einzelne Welt. Hierbei können Arcade und Einzelne Welt auch im Koop gespielt werden, doch dazu später mehr. Arcade ist halt der klassische Shoot em Up Modus. Hier besucht ihr hintereinander verschiedenen Welten und versucht dabei so schnell wie mögliche alle Gegner zu pulverisieren und dabei noch Menschen zu retten. Wer Resogun mal gespielt hat, weiß eigentlich genau was ihn erwartet. Hierbei gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen. Zwar ist selbst die leichteste teilweise nicht ganz einfach, doch besonders auf den höheren werden wahnsinnige Reflexe und ein gutes Auge verlangt. Denn nicht nur werden die Gegner dann zahlreicher und schneller, sie bekommen auch neue Angriffe. Beim Modus Einzelne Welten spielt man eigentlich genau das gleiche, nur, dass man hier nicht eine Welt nach der anderen besucht, sondern aus den einzelnen Welten, von denen es übrigens sechs gibt, wählt. Bleibt die Arena und die ist im Kern eigentlich auch fast wieder das gleiche, aber nur fast. Hier müsst ihr beispielsweise in vier Minuten so viele Punkte sammeln wie möglich oder die Geschwindigkeit des Spiels wird einfach erhöht. In der Arena kann man auch Marken erspielen, mit denen man neue Bilder, Munitionsfarben und Ausrüstung für den Charakter freischalten kann. Diese sind aber ziemlich rudimentär und rein für die Optik. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nex Machina in allen drei Modi eigentlich fast genau das gleiche bietet. Selbst im Koop bekommt man nichts anderes geboten, es ist halt nur ein Spieler mehr dabei. Der Koop Modus ist übrigens nur offline spielbar, jedenfalls aktuell.

Was geht denn hier ab

Für Leute die nicht so darauf stehen, immer ewig nach den Highscores zu jagen, gibt es glücklicherweise noch etwas, dass sie länger an die Konsole fesseln könnte. So muss man in jeder Welt zahlreiche Menschen vor den Aliens retten und einige von denen sind auch versteckt unter der zerstörbaren Umgebung. Auch versteckt sind verschiedene Türme und geheime Level in den Welten selbst. Wer also alles finden und sammeln will, hat schon einen Grund die Welten immer wieder zu spielen.

Die Welten selbst bestehen immer aus 15 Abschnitten, wobei der letzte immer mit einem Boss daher kommt. Meist sind es kleine Arenen, doch ab und an geht es auch mal etwas weitläufiger zu. Eigentlich funktioniert das soweit super, gäbe es da nicht einen kleinen Haken. Sobald alle Gegner eines Abschnitts besiegt sind, fliegt unser Charakter automatisch in den nächsten. Falls also irgendwo noch ein Geheimnis versteckt ist oder ein Mensch frei rumläuft, habt ihr Pech gehabt und müsst die Welt von vorne beginnen. Das man dadurch die Geschwindigkeit und den Flow beibehalten will, ist klar, doch es kann manchmal nervig sein, wenn man in einem Durchgang alle Menschen retten will, den letzten aber verpasst, weil man direkt in den nächsten Abschnitt fliegt. Es gibt auch einen guten Grund, warum man ab und was übersehen kann. Teilweise geht einfach so viel Action auf dem Bildschirm ab, dass man schon mal die Übersicht verlieren kann.

Während andere Spiele hier eine Bombe zur Verfügung stellen, damit man mal das Feld klären kann, muss man bei Nex Machina auf so einen Aufräumer verzichten. Ihr habt eure Schusswaffe, deren Reichweite und Streuung verbessert werden kann, einen Dash zum Entkommen aus brenzligen Situationen und eine von sechs Spezialwaffen. Von letzteren gibt es sechs Stück: Laser, Raketenwerfer, Schwert, Power Schuss, Smart Bomb (sprengt nur die nahe Umgebung) und die Remote Bomb. An sich sind zwar alle nützlich, aber schon nach kurzer Zeit wird jeder seinen Favoriten gefunden haben. Leider bekommt man durch die Hektik und manchmale mangelnde Übersicht, nicht immer die Spezialwaffe, die man gerne hätte. Die normale Schusswaffe ist leider immer gleich und unterscheidet sich nicht von Schiff zu Schiff wie bei Resogun. Wie auch, man hat ja nur den einen Charakter zur Auswahl. Was aber gleich ist, sind die klassischen Upgrades der Waffe. Überlebt man länger und sammelt alle Powerups, so wird auch die Waffe stärker, bekommt Zusatzeffekte, man bekommt ein Zusatzleben oder einen höheren Multiplayer. Stirbt man, tja dann verliert man sowohl Waffenupgrade, Mutliplayer und logischerweise auch ein Leben. Rettet man einen von unzähligen Menschen, dann bekommt man kurzzeitig auch ein kleines Upgrade – also alles wie bei Resogun.

FEUERWERK!

Kommen wir noch kurz zur Optik und dem Sound. Grafisch wird eine verbesserte Version der Resogun Engine präsentiert und das sieht man auch. Es werden wieder viele Farben, Explosionen, Partikel und Effekte geboten, nur noch etwas mehr als schon bei Resogun. Das sieht zwar fantastisch aus und es ist immer wieder toll, wenn ein Boss in unzählige Würfel zerfällt, doch durch diese Effekt Vielfalt und die ganzen Farben, geht halt manchmal die Übersicht flöten. Schön ist aber, dass das Spiel mit butterweichen 60fps läuft und zwar immer. Ebenso schön ist der Sound. Die Explosionen sind wuchtig und auch alle anderen Soundeffekte wissen zu überzeugen. Highlight war aber der Soundtrack, der einfach wunderbar zur Optik passt und sehr treibend ist. Er hat ein wenig Synthie, ein wenig Retro, ein wenig Techno, einfach eine tolle Mischung, die passender nicht sein könnte.

Fazit – Housemarque in Bestform

Die Finnen haben es wieder geschafft. Man kann Housemarque zwar vorwerfen, dass ihre Spiele immer recht ähnlich sind, doch dafür sind sie auch immer richtig gut. Nex Machina ist definitiv eines ihrer besten, wenn nicht sogar das Beste. Grafisch und musikalisch wird hier wieder einiges geboten, auch wenn bei dem Effektfeuerwerk manchmal die Übersicht leidet. Etwas schade ist auch, dass die Modi sich untereinander sehr ähneln, doch dafür gibt es Geheimnisse in den Welten, die zum erneuten erkunden einladen. Wahlweise kann man Nex Machina dann noch auf der Couch mit einem Kumpel spielen, wodurch die Übersicht zwar nicht unbedingt profitiert, dafür aber definitiv der Spaß. Ganz klar fehlt hier der online Koop, aber so manch ein Shoot em Up hat kurz nach Veröffentlichung ein Update mit diesem bekommen. Wer also schon immer Spaß mit den Spielen von Housemarque, und besonders Resogun, hatte, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten. Ansonsten steht mit Matterfall schon das nächste Spiel des Studios in der Pipeline, das doch eher in eine etwas andere Richtung geht.

Nex Machina Testbericht

Nex Machina

  • Release: 20.06.2017
  • Genre: Action, Arcade-Shooter
  • Entwickler: Housemarque
  • Publisher: Housemarque

Gutes

- Top Soundtrack
- Effektfeuerwerk sondergleichen
- Geheimnisse in den Welten
- Schnelle, kompromisslose Arcade Action

Schlechtes

- Manchmal etwas unübersichtlich
- Nur offline Koop
- Modi sind sich recht ähnlich

8.6 / 10 Sehr gut

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