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NeverDead – Review

Artikel von | 12.02.2012 um 00:00 Uhr

Wirft man einen Blick auf den Spielemarkt und die neuesten Releases, dann wird eines schnell klar: Es fehlt an Innovation. Einige Entwickler vertrauen lieber auf ihre Zugpferde und spendieren einen Nachfolger, während die Anzahl an Neuerungen an einer Hand abgezählt werden können. Shinta Nojiri von Konami, verantwortlich für die Metal Gear Acid Reihe, wagt zusammen mit den Entwicklern von Rebellion, den Schritt etwas mehr Innovation auf den Markt zu bringen. Der Actiontitel NeverDead steht in den Startlöchern und hier erfahrt ihr, ob ihr ein Auge auf das Game werfen solltet oder nicht.

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Niemals tot, nicht untot!

Mit welcher Musik würdigt man ein Spiel, bei dem es um die Dämonenjagd und um Unsterblichkeit geht? Genau, mit den Heavy Metal Urgesteinen von Megadeth! Und wie könnte wohl der Titel lauten? Richtig, Never Dead. Dieser Sound empfängt uns als wir das Spiel starten. Im Titelbidschirm stehen zur Auswahl der Storymodus und der Multiplayer. Auch DLC Inhalte können hier bezogen werden. Zu dem Multiplayer und den DLC Inhalten kommen wir später, denn vorerst beleuchten wir die Story. Bryce Boltzmann, seines Zeichens Dämonenjäger, wurde vor 500 Jahren mit einem Fluch belegt. Im Kampf gegen den Dämonenlord Astaroth, wurde die Mitstreiterin von Bryce getötet und der Lord belegte ihn mit dem Fluch, auf ewig in Reue und Hass zu leben. In der heutigen Zeit ist Bryce weiterhin als Jäger der Dämonen unterwegs, nur depressiver, rauchend, trinkend und immer mit einem lockeren Spruch auf den Lippen. Das ewige Leben hat Spuren an seinem Körper und an seiner Psyche hinterlassen. Bryce arbeitet an der Seite der sterblichen, hübschen Lady namens Arcadia Maximillie. Beide jagen im Namen der Regierung Dämonen, was auch bitter nötig ist, denn die Welt wird gerade von einer Flut aus Dämonen überschwemmt. Unter anderem verfolgt Bryce immer noch den Auftrag, den Dämonenlord zur Strecke zu bringen, der ihm das ewige Leben „geschenkt“ hat. Alles beginnt mit einem harmlosen Auftrag in der Psychiatrie.

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Schatz, hast du meine Körperteile gesehen?

Auf dem Weg zu der Psychiatrie unterhalten uns die Sprüche zwischen Arcadia und Bryce. Ein dummer Spruch hier, ein blöder Satz unterhalb der Gürtellinie da, es ist eine Art Hass-Liebe zwischen den Beiden. Schwarzer, kranker Humor ist an der Tagesordnung. Grafisch ist der Third- Person Shooter im Comic Look getaucht. Sieht gut aus und beides trägt zur Stimmung bei. Die Steuerung wird vermittelt und da geht es auch schon los. Die ersten Dämonenhunde greifen an. Bryce wehrt sich mit seinen Schusswaffen und er trägt in jeder Hand eine. Abgefeuert werden Diese mit R1 und L1. Es gibt eine Vielzahl an Ballermänner, angefangen vom Sturmgewehr, bis hin zur Schrotflinte, aber zu Beginn stehen uns nur Pistolen zur Verfügung. Auch Handarbeit wird bei Bryce groß geschrieben. Neben der Benutzung von Schusswaffen, schnetzelt er sich auch gern mit seinem Butterfly- Schwert durch die Gegnerhorden. Das erfordert ein wenig Übung, denn die Steuerung ist etwas kompliziert. Aber nach ein paar Übungshieben sitzt auch das. Nahkampfangriffe, wie Kopfnüsse, Tritte und Fausthiebe, sind auch in seinem Repertoire. Um Gegner noch effizienter auszuschalten, benutzt ihr am besten auch die zerstörbare Umgebung. Bringt z.B. höher gelegene Plattformen zum Einsturz und zerquetscht die Dämonen. Jagt mit Gasflaschen Wände in die Luft und die Gegner werden unter dem Schutt begraben. Bis jetzt ist Never Dead ein durchschnittlicher Shooter, wenn da nicht die besondere Fähigkeit von Bryce wäre. Wird er angegriffen verliert Bryce, je nach Schwere des Angriffs, seine Körperteile. Tot ist er aber dann noch lange nicht. Selbst wenn nur noch der Kopf übrig ist, wehrt Bryce sich noch gegen die Angreifer. Wird der Kopf aber gefressen erscheint ein Minispiel. Wenn ihr es erfolgreich beendet, spuckt euch das Vieh wieder aus. Wenn nicht, dann ist Bryce endgültig verloren. Die Gegner erscheinen immer in Horden. Da kann es schnell hektisch werden und ihr verliert den Kopf öfters als gewollt. Am besten ist es, seine Körperteile so schnell wie möglich wieder einzusammeln oder ihr wartet ein paar Sekunden für eine komplette Regeneration. In dem Moment wachsen Bryce auf Knopfdruck wieder alle Gliedmaßen nach. Unser Antiheld steht aber auch auf Selbstverstümmelung. Er reißt sich gern mal einen Arm aus und wirft ihn als Ablenkung in die Gegnermassen. Die Waffe an dieser Hand lässt sich abfeuern und sorgt zusätzlich für die Dezimierung der Gegner. Ist der Weg mal versperrt und nur ein schmaler Luftschacht führt zum Ziel, muss auch mal der Kopf daran glauben. Bryce reißt ihn sich ab und wirft ihn dann in den Schacht. So lassen sich höher gelegene und auch versteckte Orte erreichen. Das Spiel bringt auch ein Erfahrungspunktesystem mit sich und mit jedem bezwungenem Gegner erhaltet ihr XP. Mit den gewonnen Punkten lassen sich Fähigkeiten kaufen, so wird z.B. die Feuerkraft von Schusswaffen, oder die Durchschlagskraft des Schwertes erhöht. Die Kämpfe mit den normalen Dämonen sind eintönig. Es gilt immer erst den Produktionsort zu zerstören und dann die restliche Brut. Mehr Taktik verlangen die Bosskämpfe. Diese besitzen in den meisten Fällen einen Schwachpunkt den es freizulegen gilt. Der Metalsound unterstreicht die Fights.

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Multipler Körperteilverlust

Der Multiplayer ist eigentlich ein Ko-op Modus mit bis zu vier Spielern. Gegnerwellen müssen abgewehrt werden und wer die höchste Punktzahl hat gewinnt. Auch hier kann der Charakter mit den gewonnen XP zusätzliche Fähigkeiten erwerben. Der DLC Inhalt bezieht sich auf neue Charaktere und Bekleidung für den Multiplayer. Alles in allem ein netter Zeitvertreib.

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Verlier nicht den Kopf

Schade, das Spiel hatte Potenzial. Leider stellt sich auf den zweiten Blick heraus, dass es sich nur um einen etwas über durchschnittlichen Shooter mit dunklem Humor handelt. Der Sound und der Comic Look passen, aber die kaum vorhandene Abwechslung trübt die Stimmung. Die zerstörbare Umgebung wurde gut umgesetzt und auch die Spielerei mit dem Verlust der Körperteile tröstet ein wenig, aber durch die Masse an Gegner kommt das oft vor und Hektik breitet sich aus. Der Schwierigkeitsgrad ist fordernd. Selbst auf Normal ist Taktik gefordert. Alles in allem macht das Spiel Spaß und unterhält bis zum Schluss. Die Story ist gut und die Charaktere passen in das Setting. Wir brauchen genau die Art an Innovation, aber das nächste Mal mit mehr Abwechslung, bitte.

NeverDead Testbericht

NeverDead

  • Release: 02.02.2012
  • Genre: 3rd Person Action, Action
  • Entwickler: Rebellion
  • Publisher: Konami

Gutes

+ Der Körperteilverlust ist spaßig und eröffnet neue Wege
+ Die zerstörbare Umgebung ist gut umgesetzt
+ Der Humor ist super

Schlechtes

- Keine Abwechslung in den Gefechten
- Die Kämpfe mit mehreren Gegnern fallen hektisch aus
- Schwierigkeitsgrad im hohen Frustbereich
- Der Multiplayer besitzt keine Langzeitmotivation

7.5 / 10 Gut

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