Need for Speed Rivals – Test der PlayStation 4 Version

Getestet von | 29.11.2013 um 19:37 Uhr

Auf der PlayStation 3 hatte uns Need for Speed Rivals ziemlich enttäuscht. Zwar waren die Ansätze gut, jedoch haperte es etwas an der Umsetzung bestimmter Gameplayelemente. In erster Linie aber trug die teils katastrophale Technik auf der PS3 zur Abwertung bei. Wir haben uns jetzt nochmal hinter das Next-Gen Steuer geschwungen und sagen euch, was die Variante für die neue PlayStation 4 besser macht.

Alles gleich?

Need for Speed Rivals ist prinzipiell sowohl auf der PlayStation 3 als auch der 4 das gleiche Spiel: Im frei befahrbaren Redview County liefern sich Racer und die Cops erbitterte Schlachten auf den Straßen. Ihr als Spieler dürft in beide Rollen schlüpfen und getrennt eine Karriere auf beiden Seiten absolvieren. In deren Verlauf absolviert ihr Events, um Speedpoints zu kassieren und damit neue Fahrzeuge, Upgrades für diese sowie Verfolgungstechniken wie EMP oder Schockwellen zu erwerben.
Eingebettet sind die Events in einen Hauch von Story, die die Geschichte rund um die Rivalitäten zwischen Racern und Cops näher beleuchtet und euch auch die Ansätze zeigt, wie die eine Seite versucht, der anderen eins auszuwischen. Dadurch ergeben sich ganz nette Abwechslungen, da ihr zum Beispiel in einem „Kapitel“ auch auf der Cop Seite in einem ganz „normalen“ Ferrari unterwegs seid, um die Racer zu stoppen. Insgesamt ist die Story aber eher belanglos und die Eventstruktur ist sehr zusammenhangslos und beliebig. Lediglich in der Polizeikarriere schaltet ihr je nach Fahrweise und damit Abarbeitung der Speedlists, die verschiedene Aufgaben umfassen, unterschiedliche Versionen eines Wagens frei, die zum Beispiel entweder eine höhere Robustheit oder eine bessere Beschleunigung haben. Need for Speed Rivals hat damit aber immer noch das Problem, dass man keine richtigen Erfolgserlebnisse hat, denn Wagen und alle anderen Gegenstände werden einem quasi automatisch nach und nach „geschenkt“. Es gibt kaum einen Moment, in dem man sich wirklich freut, etwas freigeschaltet zu haben.
Abgesehen davon seid ihr nicht gezwungen, der Story zu folgen, denn in der offenen Spielwelt könnt ihr spontan Kopf an Kopf Rennen gegen andere Racer starten (sofern ihr selbst als einer unterwegs seid) oder Racer verfolgen, wenn ihr gerade in der Copkarriere spielt. Zudem gibt es unzählige Sprünge zu absolvieren, Raderkameras auszulösen und Speedzones zu durchrasen, natürlich alles mit der Verknüpfung zu Autolog, damit ihr im Blick habt, wie gut ihr im Vergleich zu euren Freunden seid.
In eurer Spielwelt begegnen euch aber nicht nur KI-Fahrer, denn über das in Need for Speed Rivals erstmals implementierte AllDrive befindet ihr euch jederzeit in einer Lobby mit maximal sechs Spielern. Mit ihnen könnt ihr theoretisch alle Events absolvieren sowie ebenfalls spontane Kopf an Kopf Rennen und Verfolgungsjagden starten. Bei diesem Feature zeigte sich der erste große Fortschritt der Next-Gen Fassung, denn zwar hatten wir auch zwei Mal einen Verbindungsabbruch zu beklagen und die Lobbies sind immer noch etwas zu klein, es wären einige Spieler mehr wünschenswert, jedoch war die Performance insgesamt deutlich besser. Zudem kamen tatsächlich öfter Rennen mit anderen Spielern zustande. Das ist natürlich auch abhängig von euren Mitspielern, jedoch hatten wir den Eindruck, dass die bessere Leistung auch dafür sorgte, dass die Motivation, zusammenzuspielen, höher war.

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Technische Erleuchtung

Rein vom Inhalt her bekommt ihr also auf der PlayStation 4 das gleiche Need for Speed Rivals wie auf der PlayStation 3, aber dennoch gibt es einen Aspekt, der die Next-Gen Fassung um einiges besser macht: Die Technik.
In diesem Bereich war die PlayStation 3 Version in einem teils beinahe schon katastrophalen Zustand. Ab der ersten Minute nervte das Spiel mit Framerateeinbrüchen, teils mehrere Sekunden langen Aussetzern sowie verspätete Reaktion auf Controllereingaben. Hinzu kamen teils derbe Grafikfehler wie das völlige Verschwinden von Texturen und Modellen, was uns in einer Art Rohform der Spielwelt zurückließ. Insgesamt wirkte die PS3-Fassung durch zahlreiche Ungereimtheiten einfach unfertig.
Um es kurz zu machen: Die Next-Gen Version bietet nicht nur die höhere 1080p-Auflösung und bessere Texturen, sondern auch nahezu alle Mankos existieren hier schlichtweg nicht. Auf den ersten Blick bereits sieht man, dass rein optisch auf der PS4 einiges mehr zu erwarten ist. Als nächstes fällt auf, dass das Spiel fast ohne Framerateeinbrüche und auf alle Fälle ohne die Aussetzer auskommt. Wenn man eine Weile unterwegs war, stellt man zudem erfreut fest, dass auch die aufploppenden Objekte verschwunden sind und man sogar den Gegenverkehr schon aus der Ferne sehen kann. Das Ergebnis ist ein nun doch sehr ansehnliches Red View County, das mit seinen vielen Partikeleffekten wie umherfliegenden Blättern oder der Gischt des Wassers begeistert, die auf der PS3 noch den Eindruck erweckten, lediglich dazu da zu sein, um die Performance runterzuziehen.
An einigen Stellen wurde zusätzlich noch verbessert, so sind die Wettereffekte etwas erweitert und es gibt sogar Gewitter mit Sturm (das ist uns auf der PS3 nie begegnet) und wenn es Nacht ist in Redview County, sind wir von der beeindruckenden Beleuchtung von Fahrzeugen und Umgebung begeistert.
Trotz aller Verbesserungen ist Need for Speed Rivals auch auf der PS4 nicht ganz perfekt: Wir hätten uns noch weniger Kantenflimmern gewünscht und an einigen wenigen Stellen kommt die Grafik trotzdem etwas ins Stottern, zudem kommt es noch zu zahlreichen Clipping-Fehlern beim Durchfahren von Objekten.
Durch die wesentlich flüssigere Performance macht sich jedoch auch die sehr gelungene Steuerung noch besser, sie ist ein schöner Mix aus Arcade und Anspruch, und insgesamt fühlt sich Need for Speed Rivals fast wie ein ganz anderes Spiel an. Im Gegensatz zur PS3 Fassung wirkt es fertiger, obwohl es sich des Eindrucks immer noch nicht ganz entziehen kann, dass noch deutlich mehr möglich gewesen wäre und Need for Speed Rivals wahrscheinlich nur die Basis für die folgenden Ableger ist.

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Ein neues Lebensgefühl

Need for Speed Rivals ist auf der PlayStation 4 dasjenige Spiel, das wir uns schon beim Spielen der PS3-Fassung gewünscht hätten. Es bietet uns unabhängig voneinander spielbare Racer- und Copkarrieren, die mit zahlreichen Events daherkommen, und durch das AllDrive Feature begegnet ihr nicht nur KI-Fahrern, sondern könnt euch jederzeit auch mit echten Mitfahrern Rivalenkämpfe liefern. Schade ist, dass die Lobbies für ein dauerhaft fesselndes Spielerlebnis mit nur sechs Spielern viel zu klein sind. Auf der technischen Seite wurden fast all die Macken, die uns auf der PS3 das Leben schwer machten ausgemerzt, und wir freuen uns über eine jetzt schicke Spielwelt, ein großartiges Geschwindigkeitsgefühl und grandiose Effekte. Getrübt wird der Gesamteindruck nur durch gelegentliche Ruckler und das etwas zu starke Kantenflimmern.
Durch viele kleine Verbesserungen in diesem Bereich verbessert sich das Spielgefühl von Need for Speed Rivals ungemein und es kann eine Eigenschaft für sich verzeichnen, um die die PS3-Fassung an manchen Stellen hart ringen musste: Es macht Spaß! Es bleibt jedoch immer noch die sehr lieblose Story- und Eventstruktur sowie der fehlende Belohnungscharakter, die insgesamt den Eindruck bestehen lassen, dass aus Need for Speed Rivals noch etwas mehr hätte werden können. So ist es einerseits das einzige, aber durchaus kurzweilige und spaßige Rennspiel zum PS4-Launch, andererseits aber die solide Basis für weitere Need for Speed Ableger, die in den nächsten Jahren wahrscheinlich noch kommen werden.

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Gutes

+ Vorwiegend flüssiger Spielablauf und gute Optik
+ Karriere als Racer und als Cop
+ Nahtlose Onlineverknüpfung mit AllDrive
+ Gelungener Soundtrack
+ Sehr gute Steuerung

Schlechtes

- Viel zu kleine Lobby in AllDrive
- Keine richtigen Erfolgserlebnisse
- Lieblose Eventstruktur
- Insgesamt noch sehr ausbaufähig

7.9 Gut

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