Nail’d – Review

Getestet von | 21.01.2011 um 00:00 Uhr

Offroad-Racer a lá Pure, Motorstorm, Mx vs ATV und weitere haben sich bereits in der Spieleszene erfolgreich etabliert. Mit dem neusten Offroad-Racer namens Nail’d, aus dem Hause Deep Silver, hat man nun eine Menge Staub aufgewirbelt, wortwörtlich genommen.

In Nail’d wirbelt der Spieler nämlich eine Menge auf, Staub, Dreck, Wasser, Schlamm und all das, was einem leidenschaftlichen Offroadfahrer das Herz höher Schlägen lässt. Wir haben uns für euch dreckig gemacht und durch etliche Strecken geschlagen um euch hier ein Feedback zu dem Spiel geben zu können.

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Gib Gas!
„Gib Gas!“ trifft auf das Spielprinzip von Nail’d eigentlich am besten zu. Sobald man an den Introanimationen der Entwickler und Publisher vorbeigekommen ist, wird man auch direkt gefragt ob man an einem Tutorial teilnehmen möchte um sich mit der Steuerung, dem Gashahn und dem Turboboost vertraut zu machen. Der erste Eindruck den man beim Spielen von Nail’d bekommt ist sehr positiv, die Optik ist wirklich gut gelungen, die Quads und MTX lassen sich enorm gut steuern und das Prinzip des Turboboost ist sinnvoll und leicht verständlich. Nachdem man das Tutorial beendet hat kehrt man wieder ins Menü zurück, welches einen einfachen und verständlichen Aufbau zeigt.

Und täglich grüßt das Murmeltier
Eine Story im Spiel Nail’d gibt es nicht, der Fahrer hat keinen Namen und man muss auch nicht um seinen Ruf kämpfen oder ähnliche wilde Veranstaltungen besuchen wie in diversen anderen Rennspielen. Es gibt einen Hauptmodus,Wettkampf, wo man sich auf verschiedenen Strecken und in verschiedenen Cups mit 11 weiteren Fahrern messen kann. Das ganze dort ist wie ein K.O. System aufgebaut. Ganz links findet man 4 Amateurliegen, erst wenn man diese absolviert hat kann man an den nächsten 4 Cups teilnehmen. Nachdem man dann diese auch absolviert hat, kann man an den nächsten Cups teilnehmen, und so weiter und so weiter. Insgesamt gibt es 14 Cups / Ligen in der Aufteilung 4 – 4 – 2 – 3 – 1. Die meisten Cups bestehen aus 6 Rennen die man fahren muss, oder aber aus einem Turnier, bestehend aus 3 Rennen. Insgesamt kann man auf 49 Rennen. Klingt eigentlich ganz ordentlich, ist es aber leider nicht. Viel Abwechslung bietet Nail’d einem nämlich nicht. Mit nur 3 Spielmodi, wirkt das Spiel gegenüber einem Need for Speed eher wie angefangen und nicht vollendet.

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Die Spielmodi sind „Normales Rennen“, „Checkpointrennen“ und „Stuntherausforderung“. Während man beim Checkpointrennen und dem normalen Rennen einfach die Strecke, beziehungsweise die Runden abfährt, muss man bei der Stuntherausforderungen mit dem Turboboost sogenannte Boosttricks ausführen. Jedoch kann man es nicht wirklich Tricks nennen, denn wirkliche Stunts wie bei den RedBull X-Fighter zum Beispiel bekommt man keinen einzigen zu sehen. Ein Trick wäre zum Beispiel einfach der Wheelie, das Fahren auf den Hinterrädern nach einem Boostsprung. Landet man zum Beispiel auf allen Rädern gleichzeitig nach einem Sprung, so gilt das auch als Boosttrick und wird mit einer kleinen Aufladung der Boostanzeige und Punkten honoriert. Wer am Ende dann mit den meisten Punkten die Ziellinie überquert gewinnt das Rennen. Jedoch werden allen anderen Fahrern, sobald ein Spieler die Ziellinie überquert hat, kontinuierlich Punkte abgezogen.

Bei den beiden anderen Spielmodi geht es einfach nur darum als Erster im Ziel zu sein, also sollte man den Gashahn bloß niemals zudrehen. Prinzipiell hält man den Beschleunigungsknopf während eines Rennens permanent gedrückt, frei nach dem Motto: Wer bremst, verliert.

Teeparty im Ziel
Eigentlich sollten die Entwickler darauf achten, dass ein Spiel einen gewissen Anspruch an die Spieler stellt, einen gewissen Reiz ausübt und die Spieler bis an ihre Grenzen fordert. Das tut Nail’d leider nicht. Während man selber auf dem Quad oder dem MTX immer sehr flott unterwegs ist, scheint es als würden die anderen Fahrer mit einem Tempomat fahren. Das erste Rennen das von uns gefahren wurde, wurde mit 20 Sekunden Vorsprung gewonnen, trotz 4 Respawns. Bei einem Respawn ist man entweder während eines Sprunges gegen ein Objekt gesprungen, aus der Rennbahn gesprungen, oder man ist mit zu viel Tempo gegen Hindernisse gefahren. Bei einem Respawn wird man ungefähr 2 Sekunden später wieder auf die Strecke gesetzt. Manche Objekte sind jedoch so schlecht platziert, wie zum Beispiel nach einem Sprung ein in die Flugbahn ragender Baum, dass man bei den ersten Rennen solange man die Strecke noch nicht kennt, immer wieder Probleme mit demselben Objekt bekommt. Zwar sind die Strecken sehr vielseitig und machen wirklich Spaß zu fahren, jedoch vermissen wir die Herausforderung und die spannenden Kopf an Kopf Rennen die ein Racer eigentlich mit sich bringen sollte. Hat man nun mehrere Rennen abgeschlossen, belohnen die Entwickler einen mit neuen Teilen für sein Gefährt, mit denen man sich individuell ausstatten kann. Manche ziehen eine sensiblere Lenkung vor und bauen ihre Teile dahingehend an, manche wollen mehr Boost haben. Mit den Tuningoptionen lassen die Entwickler dem Spieler einiges an Freiheiten, die man auch nutzen sollte, denn immerhin werden die Rennen bei zunehmendem Fortschritt immer schwerer, aber mit dem passenden Tuning stellen auch die neuen Rennen kein Problem dar, die meisten Rennen am Anfang gewinnt man sogar als Einsteiger in die Offroadszene mit ungefähr 10 Sekunden, die Rennen nachher jedoch werden etwas knapper, aber sobald man sich recht früh von der Gruppe gelöst hat bleibt immer ein ungefährer Zeitabstand von ca. 4 – 8 Sekunden zum Hintermann.

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Balsam für das Auge
Wo Nail’d einige Punkte aufgrund des Gameplays und der Eintönigkeit verliert, holt es auf jeden Fall bei der Grafik wieder zurück. Die Strecken sind mit enorm viel Liebe entwickelt worden und man sieht immer wieder neue Sachen die einen positiv Überaschen. Die visuellen Effekte lassen einem gelegentlich die Kinnlade runterfallen. Brettert man gerade mit seinem Quad oder MTX durch das Wasser spritzt fast das ganze Bild voll und man hat das Gefühl das man gerade selber die Person auf dem Quad ist die gerade das Wasser vor die Rennbrille im Helm bekommt. Dahingehend ist Deep Silver das ganze wirklich gelungen. Ebenso läuft das mit Schlamm im Wald. Manche Stellen schleudern einem einen großen, dunkelbraunen Matschklumpen vor die Scheibe, und das nicht gerade zu knapp. Die Sicht ist für einige wenige Sekunden etwas behindert, was das Ganze aber nur noch realistischer gestaltet. Etwas unrealistischer hingegen sind die Turbosprünge. So fliegt man doch gerne mal mehrere hundert Meter weit und hoch, aber genau das macht Nail’d so klasse. Während des Sprunges sieht man förmlich wie der Wind um einen rumpeitscht und pfeift und man hat einen enormen Weitblick um das gesamte Areal und die Umgebung. Es kommt auch vor das man manchmal einem Flugzeug, einem Heißluftballon oder einem Hubschrauber ausweichen muss, die gerade zufällig die eigene Flugbahn kreuzen, doch auch das macht die Flugphase noch um einiges spannender. Gelegentlich muss man sich auch vor den Rotorblättern eines Windrades in acht nehmen. Das Aussehen der Karten ist den verschiedenen Cups angepasst, fährt man gerade im Griechenland Cup, so sind die Karten natürlich auch sehr griechisch angehaucht, dasselbe gilt für alle anderen Cups und Ligen und ermöglicht somit auch eine weitere Vielseitigkeit der Karten

Rock it!
Der Soundtrack zu Nail’d passt atmosphärisch gesehen sehr gut zu dem eigentlich Spiel. Auch wenn Metal nicht jedermanns Geschmack ist und sicherlich auch abschrecken würde, unterstützt der Soundtrack die Hektik und das rasante Fahren was einem in Nail’d geboten wird. Mit Songs von Slipknot, Backyard Babies, Rise Against, Slaves of Dope, Aggressive Chill und Queens oft he Stone Age hat man eine Menge Abwechslung für die Ohren im Spiel. Die Soundeffekte der Quads und MTX fallen dagegen jedoch etwas schwach aus, die Motorengeräusche sind sehr standardmäßig und weitere Soundeffekte wie der Turboboost haben eine recht normale Akustik.

Tote Hose
Den Mutliplayer konnten wir leider nicht für euch testen, da es kein einziges Spiel auf den Servern gab und scheinbar niemand mehr Interesse an Onlinerennen hat.

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Fazit
Alles in allem bietet Nail’d dem Spieler einiges an Fahrspaß, der nicht unbedingt von von Dauer sein muss. Das Spiel überzeugt mit einer sehr ansehnlichen Grafik und einem gelungenen Soundtrack, ebenso wie einer sehr hohen Geschwindigkeit und einer schnellen Spieldynamik, schwächelt jedoch bei der Vielseitigkeit und den mangelnden Spielmodifikationen. Auch das der Multiplayer gar nicht mehr besucht wird ist ein großes Minus, wir hätten den Multiplayer nämlich gerne für euch getestet.

Gutes

+ Sehr schöne Grafik
+ Sehr schöner Soundtrack
+ Schnell und rasant

Schlechtes

- Zu wenig Spielmodi
- Zu leichte Rennen
- Zu wenige Freiheiten (Tuning, etc.)
- Niemand spielt mehr Online

7.0 Gut

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