MotorStorm Apocalypse – Review

Getestet von | 25.03.2011 um 00:00 Uhr

Die MotorStorm Reihe hat sich im Laufe der Jahre zu einer Art Traditions-Spielereihe gemausert. Vor fünf Jahren als Releasespiel angefangen, stand die Serie immer für knallharte Rennaction in der Natur. Teil eins behandelte das Thema Wüste, Teil zwei entführte den Spieler auf eine idyllische Insel. Nun steht nach über 2 Jahren Pause der dritte Teil in den Startlöchern. Hierbei bekommt der Spieler es mit der Apokalypse zu tun, die in einer verlassenen Stadt wütet. Der Kampf ums nackte Überleben wird hier auf ein ganz neues Level angehoben. Kann der neuste Ableger der Rennspielserie überzeugen, oder wird es allmählich Zeit die Sachen zu packen? Dies lest ihr in unserer Review.

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Apokalypse Now!

Nach dem Monument Valley und der Fassetten-reichen Insel fragten sich sicherlich viele Spieler, was kann da denn noch kommen? Nun, die Antwort liegt uns hier vor, das MotorStorm Spektakel wird einfach in die Stadt verlagert. Doch so einfach ist das nicht, denn irgendwo muss Mutter-Natur ja mit mischen. Das tut sie auch und zwar gewaltig, denn im neusten Werk der Entwickler fahrt ihr in einer Stadt, die von einem starken Erdbeben heimgesucht wird. Starten wir jedoch ganz von Vorne, nämlich beim Start des Games. Hier gibt es erst mal eine nette Vorschau zu begutachten und danach müssen ein paar kleinere Einstellungen eingestellt werden. Wie etwa die Wahl der Steuerung, oder die Bildschirmgröße. Nun befindet sich der Spieler im Hauptmenü, welches sich wie schon bei Pacific Rift aus den vier Menüpunkten, Festival, Fahrspaß, Mein MotorStorm und Optionen ergibt. Der Festival Modus ist Herzstück des Games, da er die Karriere ist. Bei Fahrspaß dreht es sich, wie der Name bereits verrät, um Fahrspaß. Hier kann man ein Schnelles Spiel bestreiten, oder aber auch Mehrspieler-Modi auswählen. Unter Mein MotorStorm findet ihr allerlei Spielereien und nette Extras. Was Optionen sind sollte wohl jeder wissen. Fangen wir am besten mit dem Festival an. Dieses wurde erneut verändert und ist von Grund auf anders aufgezogen als der von Teil eins oder zwei. Zu aller erst startet ihr etwas ungewohnt, nämlich mit einer Comic-Sequenz. Hier seht ihr einige Leute auf einem Schiff, die gerade die verlassene Stadt erreichen. Diese Sequenzen sollen sozusagen eine kleine Story aufbauen. In der ersten Sequenz werden uns die Regeln für das Festival erklärt und wir bekommen ein paar Hintergrundinfos zum Austragungsort. Eine Stadt, die von der Regierung evakuiert wurde, da dort bald ein starkes Erdbeben herrschen soll. Die perfekten Bedingungen also für die MotorStormer ihr drittes Festival dort abzuhalten. Ihr startet nun in der Haut des jungen Fahres Mash. Dieser ist ein Frischling in Sachen Rennsport und fährt daher in der Anfänger Klasse mit. Doch bevor es überhaupt an die Rennen geht, müsst ihr erst einmal zu einer großen Bühne mitten in der Stadt fahren. Dies ist ein Prolog und gleichzeitig ein Tuturial. Einmal dort angekommen geht es auch schon los. Was nun folgt, wird für viele MotorStorm Fans sicherlich erst mal eine Umgewöhnung sein, denn anders als bei Teil eins und zwei, könnt ihr nun keine Rennen mehr auswählen, die ihr nach einander fahrt. Stattdessen habt ihr nun immer das Rennen vorgegeben und müsst eine bestimmte Platzierung erreichen. Dies ist jedoch kein Beinbruch und ihr fahrt immer viele unterschiedliche Strecken. Tatsächlich gibt es über 25 verschiedene Strecken die in viele Gebiete unterteilt sind. Vorstadt, Downtown, Skyline, oder Hafen, um nur ein paar der Gebiete zu nennen. Die Strecken belaufen sich immer auf 3-4 pro Gebiet und überlappen sich meist. Jedoch fühlt sich jede Strecke anders an, da das Ausmaß an Zerstörung immer anders ist. Dies ist ein geniales Feature und hängt mit der Story zusammen. Fahrt ihr mit einem Fahrer eine Strecke am ersten Tag gegen Mittag, ist diese noch nicht so zerstört, wie eine die ihr am zweiten Tag am Nachmittag fahrt. So ist extrem selten, auf die gleiche Strecke zu treffen, was im Verlauf der Story auch nur ganz selten passiert. Auch kommen die mittlerweile 13 Fahrzeugklassen gut zum Einsatz. Dadurch das euch das Fahrzeug immer vorgegeben wird, kommt hier auch keine Langweile auf und ihr bekommt in allen Routine. Neben Klassikern wie Buggys, Quads und Renntrucks, gesellen sich nun Supersportwagen, Muscle-Cars, Chopper und noch einige mehr dazu. Auch sind die beliebten LKW’s und Monstertrucks wieder dabei.

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Adrenalin-Rausch

Die Karriere ist zudem nun in drei Schwierigkeitsgraden unterteilt. Ihr startet als Anfänger, danach geht’s als Profi weiter und zum Schluss kommt der Veteran. Als Anfänger sind die Gegner noch recht lasch, gehen kaum gegen euch vor und ihr müsst mindestens fünfter werden. Als Profi müsst ihr schon dritter werden und die Gegner werden härter. Dieser Schwierigkeitsgrad ist etwa der aus dem Vorgängern. Veteran wird dann noch härter und um dritter zu werden, müsst ihr nun fasst perfekt fahren. Hier kann die KI auch für ganz schön Frust sorgen. Nicht selten nämlich schieben diese euch gerne in Objekte und rammen euch, fahren euch ins Heck und kurz vorm Ziel setzen sie noch miesere Tricks ein. Durch die KI wird aber der Adrenalinpegel weit oben gehalten. Durch die vielen Ereignisse um euch herum ist das Ganze ein großer Augenschmaus. Um euch herum krachen Häuser ein, Fahrzeuge explodieren, Wege werden aufgerissen und ganze Objekte werden einfach weggeweht. Das sieht nicht nur gut aus, es spielt sich auch so. In MotorStorm Apocalypse überzeugt die Technik auf ganzer Linie. Die Grafik wurde sehr verbessert und was hier alles abgefackelt wird, lässt einem immer wieder die Kinnlade nach unten fallen. Das ganze läuft natürlich ruckelfrei und Grafikfehler sucht man vergebens. Die Strecken weisen zudem sehr viele Details auf, die man oft gar nicht mal alle auffassen kann. Dies liegt auch daran, dass ständig eine ganze Menge Leute auf der Strecke und daneben stehen und eine fette Party feiern. Nicht selten werden also die Menschen unsanft mit euren Wagen beiseitegeschoben. Das sieht zwar harmlos aus, erklärt jedoch die Hohe Einstufung seitens der USK. Wo man Evolution Studios jedoch sehr loben muss ist die Gestaltung der Strecken. Diese wurden alle sehr hübsch gemacht und es gibt wieder viele Routen, die ihr alle erst mal finden müsst. Außerdem sind die Strecken jetzt nicht mehr so verwirrend. Waren gerade die Strecken aus Pacific Rift ein wenig irreführend was die Streckenführung angeht, so ist das mit Apocalypse nicht mehr der Fall. Auch der Sound ist wieder gut gemacht und so hören sich die Zerstörungen super an. Der Soundtrack unterscheidet sich jedoch. Diesmal wurde der Star-Komponist Klaus Badelt engagiert. Seine Stücke wurden von drei Top Electro-DJ’s neu abgemixt und zwar von Noisia, DJ Shadow und Elite Force. Der Soundtrack passt in jedem Fall gut in das Spiel rein, wird jedoch der guten Auswahl aus früheren Teilen nicht gerecht. Doch das stört nur minder, immerhin kann man seine eigene Musik on- wie offline hören.

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Spielerreihen

Neben dem Festival bietet MotorStorm Apocalypse viel drum herum. So natürlich das Quickrace, indem ihr eure Strecke, Fahrzeug und Gegner bestimmt und dann einfach drauf losfahrt. Wie auch im Vorgänger können hier insgesamt vier Leute an einer Konsole spielen. Auch im Multiplayer macht das Spiel eine gute Figur und es gibt nichts zu beklagen. Neben den Quickraces könnt ihr auch Time Trial Events spielen. Dies war mal eine netter Gratis-Zusatz für Teil 1, der nun ein fester Bestandteil des Spiels ist. Hier könnt ihr jede Strecke auswählen und jedes Gefährt. Ihr versucht nun die schnellste Rundenzeit zu fahren, die dann online gespeichert wird. Ihr könnt euch dann mit Freunden vergleichen und mit der ganzen Welt. Aufgrund der Katastrophen in Japan, sind sämtliche Online-Funktionen des Games jedoch zu dem Zeitpunkt des Erstellens der Review nicht verfügbar, was den Modus momentan eigentlich unnütz macht. Da kann man sich lieber an den Hardcore Events probieren. Diese sind exakt die Events aus der Kampagne. Um das jeweilige Rennen fahen zu können, müsst ihr das Entsprechende im Festival gewinnen. Ihr müsst nun versuchen eine Zeit zu unterbieten. Die Gegner sind jedoch nur darauf fixiert, euch und alle anderen fertig zu machen, was das Ganze erheblich erschwert. Gewinnen tut ihr hier leider nichts, jedoch sind diese Events eine nette Herausforderungen für alle, die schon Pro’s in MotorStorm sind. Anders als in Teil eins und zwei habt ihr jeden Wagen im Karriere-Modus verfügbar, da sie ausgewählt werden. Jedoch für online und offline Rennen im Qucikrace, habt ihr vorerst von jeder Klasse nur einen Wagen zur Verfügung. Die anderen schaltet ihr frei, indem ihr online mit dem Wagen davor bestimmte Ziele erfüllt. Das sind einige Dinge wie bestimmte Zeiten in der Luft verbringen, Siege holen, lange Drifts machen und, und, und. Von jeder Klasse gibt es drei Wagen. Es gibt ein paar alte Klassiker aus den früheren Teilen, jedoch sind fast nur neue Wagen dabei. Diese haben natürlich eine Leistungseinteilung. Das Beste kommt jedoch erst jetzt und zwar kann jeder Wagen in einem Fahrzeugeditor komplett bearbeitet werden. Hier bekommen alle Spieler die Möglichkeit, das Aussehen des Wagens nach ihren Wünschen frei zu gestalten und zu verändern. Wir waren überrascht, was alles verändert werden kann. Von Reifen, über neue Bodykits, bis hin zum Spoiler und Rücklicht kann alles verändert werden. Neue Gegenstände werden auch über kleine Challenges freigespielt, die online zu holen sind. Auch kann man Lack und Beklebung des Fahrzeugs völlig neu gestalten. Noch schnell eine Rennnummer hinzugefügt und schon ist das eigene Design fertig. Dies könnt ihr zudem noch online für andere bereit stellen und auch gleich andere Designs von Spielern aus aller Welt herunterladen. Auch bricht mit MotrStorm Apocalypse das Sammelfieber aus. Nicht nur das ganz viele Challenges gibt, mit der ihr Medaillen holen könnt, ihr könnt im Festival Modus auch insgesamt 150 Karten sammeln. Diese Karten sind auf allen Strecken gut verteilt. Auf ihnen befinden sich kleine Infos aus der MotorStorm Welt. Charakter-Infos, alte Wagen und Strecken aus früheren Teilen sind hier zu finden. MotorStorm ist in jedem Fall ein sehr auf online ausgelegter Titel. Online gibt es auch wieder Rangaufstiege. Dies gibt es durch Pokerchips. Durch erreichen von Chellenges, gute Platzierungen und Wetten mit anderen Spieler sahnt man richtig ab. Wie gut das Ganze dann tatsächlich aussieht können wir leider noch nicht sagen.

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Fazit:

Mit MotorStorm Apocalypse liefern die Entwickler ihren bisher besten Teil ab. Die Technik wurde deutlich angehoben, der Umfang wurde mit vielen tollen und guten Neuerungen, wie der Fahrzeuganpassung und den unzähligen Challenges um ein vielfaches Größer und die Strecken und das Gameplay überzeugen auf ganzer Linie. Offline macht MotorStorm fast nichts verkehrt, nur die langen Ladezeiten haben die Entwickler noch nicht ganz im Griff. Die momentan fehlende Onlinefunktion kommt dem Spiel leider nicht gelegen, denn so muss man noch viele Einschnitte hinnehmen, doch wenn der Online-Part erst mal verfügbar ist, ist MotorStorm Apocalypse ein Muss für alle Fans der Serie, sowie von Rennspielen. Auch Leute die skeptisch gegenüber der Serie waren, währen mit dem Titel als Einstieg gut beraten.

Gutes

+ Neues Szenario mit neuem Festival-Mode
+ Viele Strecken
+ Tolle Mehrspieler-Ideen
+ Neuer Fahrzeug-Editor

Schlechtes

- Lange Ladezeiten
- Noch kein Online-Part
- Kann manchmal frusten

8.5 Sehr gut

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