ModNation Racers – Review

Getestet von | 13.06.2010 um 00:00 Uhr

Im Jahre 2008 landete Sony mit LittleBigPlanet einen großen Erfolg und erfand ein neues Genre, dass Play Create Share Genre. Der Titel bot eine große Vielfalt, individuelle Level zu erstellen und sie mit der ganzen Welt zu teilen. Nun versucht Sony einen weiteren Erfolg in diesem Genre zu landen und schickt ModNation Racers auf die Strecke. Die Bedingungen sind klar: Hier wird die Fun-Racer Welt mit dem Play Create Share Prinzip gespickt, ob das Vorhaben Erfolg hat, lest ihr in dieser Review.

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Willkommen in der ModNation Welt

Der Traum eines jeden kleinen Jungen wird endlich wahr. Ein Kart-Racer, indem man seine eigenen Kurse, Karts und Charaktere bauen und diese dann auch mit der ganzen Welt teilen kann. Genau das versprechen die Entwickler von ModNation Racers, welches sich definitiv aus dem ganzen Fun-Racer Bereich abhebt, denn ein Spiel mit einem so umfangreichen Editor gab es noch nie.
ModNation Racers bietet eine Karriere eine große Community-Vielfalt und natürlich Actiongeladenen Onlinerennen oder mit Freunden im Splitscreen.
Doch bevor ihr überhaupt alles ausprobieren könnt, werdet ihr direkt nach dem ersten Start des Spiels, mit einem kleinem Einführungsrennen konfrontiert. Der Hintergrund des Rennens ist die Qualifikation der ModNation Racers Championchips. Diese Großveranstaltung ist ein Turnier, für das ihr als kleiner „Amateurfahrer“ euch qualifizieren wollt. Ihr fahrt dabei in der Haut des ‚Taggers‘ Tag, der zusammen mit einem alten Mechaniker als Teamchef an den Start geht. Das Rennen ist als eine Art Tuturial aufgezogen und soll euch einen kleinen Vorgeschmack geben auf das, was euch erwartet.
Nachdem ihr das Rennen gewonnen habt, kommt ihr dann in den Modspot.

Ein Menü der besonderen Art

Der Modspot ist das, was bei LBP das Raumschiff mit dem riesen Controller war, nämlich eure große Schaltzentrale, oder vielmehr ein befahrbares Menü, was gleichzeitig eine Online-Lobby ist.
Vom Modspot aus, habt ihr Zugriff auf sämtliche Areale des Spiels und natürlich auch auf sämtliche Funktionen, die natürlich alle von Anfang an frei wählbar sind. Es tummeln sich auch immer andere Fahrer in eurer Lobby, die ihr dann alternativ über ein Pop-Up Menü zu einem Onlinerennen einladen könnt. Natürlich könnt ihr euch auch einfach via PN unterhalten und sogar per HeadSet kann man sich im Modspot verständigen.
Der Spot ist in zwei unterschiedliche Bereiche aufgeteilt worden, einmal der Race-Bereich und dann den Create & Share Bereich.
Im Race-Bereich habt ihr die Möglichkeit auf sämtliche Rennmodi. Ihr könnt mit eurer Karriere weiter machen, oder eine Splitscreen Rennen veranstalten, oder aber ihr hostet ein Onlinespiel.
Im Create & Share Bereich findet ihr alles andere vor.
Hier könnt ihr euch die beliebtesten Mods und Karts ansehen, oder aber in den großen Create Bereich gehen, um dort Strecken, Karts und Mods zu erstellen und sie dann Online zu veröffentlichen. Außerdem könnt ihr euer Können bei der ‚Hot Lap‘ unter Beweis stellen, wenn ihr eine Runde so schnell wie möglich beenden müsst, oder aber ihr schaut euch die neusten Infos der Community an.
Es gibt also eine ganze Menge zu bestaunen und zu entdecken. Falls ihr übrigens keine Lust habt zu all den Dingen hinzufahren, kann man per Knopfdruck auch einfach ein Pop-Up Menü aufrufen, und dann so alternativ zu den Bereichen kommen.

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Kreativer Kopf

Eines der Herzstücke des Spiels ist ohne Frage der große Create & Share Bereich, indem euch quasi keine Grenzen gesetzt sind.
Hier entstehen die neusten Karts, Mods und Strecken direkt aus eurer schöpferischen Hand. Die Mods sind eure Charaktere, die ihr mit ein paar einfachen Befehlen total schräg und sehr individuell gestalten könnt. Ob Haare, Kleidung oder ein Ganzkörpertatoo, alles ist hier möglich. Das Erstellen des Mods läuft über ein Pop-Up Menü, welches sehr einfach zu bedienen ist und gleichzeitig auch immer eine große Übersicht bietet. Wollt ihr gar keinen neuen Mod erstellen? Dann könnt ihr natürlich auch Kreationen von anderen Usern herunterladen, oder aber einen bereits gestalteten Mod der Entwickler bearbeiten.
Dasselbe Prinzip setzt sich auch bei den Karts und Strecken fort. Bei Karts wird zuerst die Karosserie gewählt. Danach könnt ihr die Farbe und Aufkleber eures Wagens bearbeiten und zu guter Letzt noch zusätzliche Teile wie Spoiler- oder das Lenkrad bearbeiten und neu montieren.
Bei Strecken sieht das ganze etwas anders aus. Hier wählt ihr zuerst ein Thema nach euren Wünschen aus und könnt nun mit einer Dampfwalze eine Strecke auf dem Gelände ziehen. Wie ihr den Kurs gestaltet ist euch selbst überlassen, einzige Bedingung ist, dass die Strecke da aufhört wo sie anfängt.
Danach könnt ihr unzählige Dinge eurer Strecke noch bearbeiten. So könnt ihr Beispielsweise Gegenstände oder ganze Häuser neben der Strecke platzieren. Ihr könnt natürlich auch das Gelände verändern indem ihr es anhebt oder senkt. So kann man beispielsweise Hügel oder auch Tunnel bauen. Aber das ist noch nicht alles. Geradezu alles lässt sich verändern. Ob es nun der Straßenbelag, das Wetter oder auch nur eine kleine Abkürzung in eurer Strecke ist. Hier hat der Spieler eine große Auswahl an Möglichkeiten seine eigene Fantasie freien Lauf zu lassen.
Positiv anzumerken ist in dem Fall die Einfachheit wie man Kurse erstellen kann. In weniger als 30 Minuten kann man die schönsten Kurse zaubern. Praktisch, dass man auch gleich eine Testfahrt machen kann, um sich so die Strecke noch einmal genau anzusehen. Ist euer Meisterwerk dann fertig, könnt ihr es, genauso wie eure Karts und Mods, online freigeben für Andere.
Bei der Teilen Station habt ihr auch vollen Überblick über all eurer Kreationen, die ihr online gestellt habt. Das Herunterladen neuer Dinge funktioniert auch reibungslos und geht sehr schnell, was man von den Ladezeiten leider nicht behaupten kann.

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Und ich warte, und warte, und warte

Der wohl größte Kritikpunkt im ganzen Spiel, wird dem Spieler höchstwahrscheinlich gleich beim ersten Start des Spiels auffallen.
Die Ladezeiten des Spiels sind unverschämt lange und lauern wirklich überall. Sei es der Ladebildschirm am Start, oder der Eintritt in den Karriere Bereich, überall muss das Spiel laden und setzt euch in einen Ladebildschirm, der nicht so schnell wieder verschwindet. Besonders wenn ihr wieder in den Modspot wollt, oder ein Rennen startet, dauert es extrem lange, bis ihr wieder das Steuer übernehmt.
Ausgerechnet in einem Spiel wie ModNation Racers macht sich sowas natürlich nicht gerade gut, vor allem, da man oft von Station zu Station „switcht“. So ärgert man sich quasi schon immer wenn man etwas falsch ausgewählt hat und erst mal warten darf. ModNation Racers zählt wahrscheinlich zu einem Titel mit den längsten Wartezeiten und das hätte doch nun wirklich nicht sein müssen.

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Drunter und drüber

Aber Ladezeiten hin oder her, was zählt sind die Rennen und hier habt ihr eine große Auswahl, was ihr denn gerne machen möchtet.
Online kann mit bis zu 12 Mann gefahren werden. Wenn ihr EP Rennen fahrt, steigt ihr im Rang auf, wenn ihr allerdings kein EP Rennen fahrt, wird das Rennen nicht gewertet. Natürlich könnt ihr auch ein Solospiel offline fahren. Habt ihr einen Kumpel der mitzocken will? Kein Problem, denn ModNation Racers bietet euch auch einen Splitscreen.
Zu guter Letzt, gibt es natürlich noch die Karriere, für die ihr euch qualifiziert habt. Eure Karriere ist eine Story, die von Hollywood Autoren geschrieben wurde und eines ist mal sicher, die Story ist sehr komisch aufgezogen und trotzdem gut gemacht. Während des Rennens wird sich immer wieder euer Einsatzleiter melden, denn gerade bei den ersten Rennen werden euch noch kleinere Dinge gezeigt, die für spätere Rennen wichtig sind.
Bei den Rennen in der Karriere gibt es auch allerhand freizuschalten für den Createbreich. Ob nun neue Karosserien, Teile für die Karts und neue Gegenstände für eure Strecken, hier kann alles gewonnen werden. Um die begehrten neuen Sachen zu bekommen, müsst ihr Herausforderungen absolvieren. Für jedes Rennen gibt es immer drei Herausforderungen.
Die Erste ist immer gleich und verlangt von euch mindestens dritter zu werden, was ihr auch immer werden müsst, um zum nächsten Rennen zu gelangen. Dann gibt es zusätzlich noch zwei weitere Aufgaben, die immer zwei Bedingungen haben. Ihr müsst erster werden und immer eine Aufgabe absolvieren und irgendjemanden in einer bestimmten Zone der Strecke erledigen.
Erledigen könnt ihr Gegner mit den unzähligen Waffenkugeln die überall auf der Strecke zu finden sind. Es gibt zwar nicht so viele Waffen, aber man kann sie bis zu drei Stufen aufleveln, dazu müsst ihr bloß weiter Waffenkugeln einsammeln.
Leider ist dies gar nicht so einfach, da die Steuerung des Spiels recht gewöhnungsbedürftig ist. Zu Anfang ist das Spiel von der Spielgeschwindigkeit noch sehr fair, aber dann zieht das Spiel die Spielgeschwindigkeit extrem schnell an, so dass ihr in manchen Situation einfach mal überlenkt oder untersteuert. Leider machen es eure Gegner auch nicht einfach denn der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist für einen Fun-Racer eindeutig zu hoch.
Die ersten paar Rennen sind noch leicht zu meistern, aber später muss man wirklich zusehen, dass man überhaupt mal dritter wird, denn komischerweise scheinen sich die Gegner immer gegen euch zu verbünden und haben auch immer die passenden Waffen parat, um euch das Leben zur Hölle zu machen.
Zum Glück kann man, während man driftet oder in der Luft ist, Punkte sammeln, die dann in einer Anzeige gespeichert werden. Diese Energie könnt ihr als Turbo oder aber als Schutzschild benutzen, um Angriffe abzuwehren, das ganze will aber auch erst mal gelernt sein.

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Biff und Garry

Begleitet durch die Rennen werdet ihr immer von zwei Moderatoren, die immer vor dem Rennen mit einer kleinen Sequenz in Szene gesetzt werden. Hier sieht man wirklich den Einsatz von Autoren, denn die zum Teil sehr verletzenden Witze sind wirklich ein wahrer Hochgenuss.
So ist Biff der alteingesessene Hase und Garry mehr oder weniger ein nerviges Anhängsel für ihn. Es vergeht keine Situation wo Biff Gerry nicht einen Spruch reindrückt und das verleiht dem Spiel noch eine sehr lustige Note. Natürlich gibt es noch Sequenzen, wo ihr Werbespots von einem Namenhaften Autohersteller zu sehen bekommt, oder ihr erfahrt was alles so mit Tag während der Tour passiert. All das zusammengenommen, bietet ModNation wirklich eine gut gemachte kleine Story, die von Humor nur so strotzt.

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Fazit:
ModNation Racers ist das LittleBigPlanet der Racer Welt und bietet den wohl größten Rennspieleditor den es bisher gegeben hat. Zusammen mit den vielen Spiel- und Community Möglichkeiten, bietet das Spiel viel Neues und Spaß.
Der wird leider durch drei Dinge massiv beeinträchtigt, nämlich den Ladezeiten, die wohl mit knapp einer Minute zu eine der längsten überhaupt gehören, dem Schwierigkeitsgrad, der wohl für viele einfach zu hoch angesetzt ist, gerade für kleinere Kinder, für die das Spiel in erster Linie ja gedacht ist und der doch recht komischen Steuerung und Spielgeschwindigkeit. Diese Dinge sind nicht zu verachten und können einen schon den ein oder anderen Nerv kosten. Leider bietet das Spiel auch keine große Langzeitmotivation, da viele Sachen nach ein paar mal doch recht monoton werden.
So verdirbt sich ModNation Racers eine solide 80er Wertung, denn die Idee ist in keiner Weise schlecht.

Gutes

Schlechtes

8.0 Sehr gut

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