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Mittelerde: Schatten des Krieges im Test

Artikel von | 22.10.2017 um 17:53 Uhr

Als 2014 Mittelerde: Mordors Schatten erschien, dachte die meisten erst, dass es sich mal wieder um den üblichen Lizenz Müll handelt. Umso größer war die Überraschung, als sich das Spiel als Hit herausgestellt hat. Kein Wunder also, dass es jetzt eine Fortsetzung gibt. Mittelerde: Schatten des Krieges bahnt sich an, seinen Vorgänger in allen Belangen zu übertreffen und sogar eine Brücke zur Herr der Ringe Trilogie zu schlagen. Grund genug, um den Titel einem gründlichen Test zu unterziehen.

Licht gegen Dunkelheit…….mal wieder

Am Ende des ersten Teils, haben Celebrimbor und Talion der schwarzen Hand Saurons die Lichter ausgepustet. Der dunkle Lord war aber noch immer am Leben und so kann das natürlich nicht weitergehen. Um gegen ihn ankommen zu können, erschafft Celebrimbor direkt zu Beginn von Mittelerde: Schatten des Krieges einen neuen Ring, welcher perfekt, rein und frei von Saurons Einfluss sei. Etwa 5 Minuten später dürfen wir den Ring auch schon wieder abgeben, denn die Spinne Kankra schnappt sich Celebrimbor und gibt ihn nur wieder her, wenn wir ihr den Ring überreichen. Da Talion ohne Celebrimbor dem Tode geweiht ist, zögert er natürlich nicht lange. Kurz darauf beginnt das Spiel dann auch richtig und wir haben ein neues Ziel, naja, genauer gesagt zwei. Zum einen müssen wir den Palantir finden, ein Gegenstand mit dem man auf lange Entfernungen miteinander kommunizieren kann und viel wichtiger noch, die Zukunft sehen kann. Zum anderen will Celebrimbor natürlich seinen Ring zurück, doch den gibt Kankra nicht so einfach her. Doch schon nach wenigen Spielstunden, halten wir den Ring schon wieder in unseren Händen und mit seiner Hilfe, wollen Celebrimbor und Talion dem dunklen Herrscher das Handwerk legen. So machen wir uns auf verschiedene Festungen zu erobern, unsere Armee aufzurüsten und genug Macht zu erhalten, um Sauron ein für alle mal zu vernichten. Wer die Herr der Ringe Trilogie kennt, weiß ja schon in etwa wie das Ganze ausgehen wird, nichtsdestotrotz, ist die Geschichte durchaus spannend, wenn auch behaftet mit Schwächen.

Bildergebnis für middle earth shadow of war cast

Es gibt zwar nette Momente und auch der ein oder andere Twist ist ganz ordentlich, doch gibt es zwischendrin auch viel blabla und unnötiges in die Länge ziehen. Auf unserer Reise, die übrigens etwa 30 Stunden dauert, treffen wir verschiedene Menschen, Orks und auch Elben. Hier gibt es aber leider zwei Seiten. Die einen Charaktere sind interessant und man möchte mehr von ihnen erfahren, die anderen wiederum könnten einem nicht egaler sein. Der Spielablauf selbst hilft da leider auch nicht sonderlich. So werden Charaktere öfters so plötzlich eingeführt, wie sie dann auch wieder weg sind. Des Weiteren bieten einige von ihnen auch eigene Sidequests, die aber auch nicht mehr sind. Statt Beziehungen aufzubauen und auch was aus den Charakteren zu machen, sind sie meist nur ein Vorwand für verschiedene Missionen. Glücklicherweise sind aber auch ein paar dabei, die wirklich Persönlichkeit haben und besonders die Orks sorgen für ein paar Lacher. Da kommt es natürlich sehr gelegen, dass diese auch eine gute deutsche Synchronisation spendiert bekommen haben. Zwar sind die Lippenbewegungen immer wieder mal etwas asynchron, doch das kann man verschmerzen. Was Hardcore Tolkien Fans jedoch sicher nicht verschmerzen können, sind gewisse Ungereimtheiten mit der eigentlichen Erzählung von Herr der Ringe. Besonders zeitlich gesehen passt hier einiges nicht, doch wir müssten nun spoilern um dies näher zu erklären. Es sei nur gesagt, es stört das Erlebnis in keinster Weise, Hardcore Fans könnte es jedoch sauer aufstoßen.

Mehr Rollenspiel als zuvor

Wer den ersten Teil nicht kennt, dem kann man das Kampfsystem am einfachsten erklären, wenn man es mit den Gefechten aus der Arkham Reihe vergleicht. Genau wie Batman, kann auch Talion problemlos gegen mehrere Handlanger zur gleichen Zeit kämpfen und geht dabei gleichermaßen stylish, wie auch Brutal zur Sache. In den besten Fällen baut ihr eine lange Trefferserie auf, pariert alle Gegenangriffe mit einem gut getimten Konter und zwischendrin gibt es noch ein paar Hinrichtungen. Besonders bei letzteren fliegt euch immer wieder mal ein Kopf oder ein Arm um die Ohren, denn Talion geht mit den Orks und Uruks nicht gerade zimperlich um, doch das passt auch wunderbar in die allgemein dreckige und raue Welt von Mittelerde. Diese bietet wieder eine offene Welt. Diese ist in mehrere verschiedene Areale unterteilt, die ihr einzeln erkunden könnt. Jedes von diesen Gebieten, ist in etwa so groß wie die Areale aus dem ersten Teil und unterscheidet sich vom Look merkbar. Da wäre ein verschneites Gebiet, ein feuriges in der Nähe eines Vulkans oder aber ein Waldiges Gebiet. Diese Gebiete kommen mit zahlreichen Aufgaben daher, die sich von Gebiet zu Gebiet leider nicht wirklich unterscheiden. Womit wir wohl bei einem der größeren Kritikpunkte wären. Es gibt viel zu tun und auch wenn die Aufgaben so scheinen, als wären sie unterschiedlich, sind sie im Kern eigentlich immer gleich. Da das allgemeine Gameplay und die Kämpfe in Mittelerde: Schatten des Krieges sehr viel Spaß machen, ist das auch lange kein wirkliches Problem, doch umso näher man dem Ende kommt, umso mehr entfaltet sich die Monotonie. Eine andere Waffe außer Schwert und Bogen wären mal nett gewesen. Zwei Dolche oder eine Axt oder ein Speer, da wäre durchaus mehr drin gewesen.  Doch gehen wir nochmal genauer auf das Gameplay und die verschiedenen Aufgaben ein.

Die Hauptaufgabe in jedem Gebiet ist es, die hiesige Festung einzunehmen, um dadurch seine Armee zu vergrößern und Mordor zu Erobern. Bis wir das aber machen können, müssen wir erstmal stärker werden und nach und nach die Reihen der Feinde dezimieren. Stärker werden wir natürlich durch das Leveln von Talion, was uns neue Fähigkeiten bringt. Das erreichen wir, wer hätte das gedacht, durch das abschließen der verschiedenen Aufgaben. Beispielsweise gibt es Herausforderungen, bei denen wir verschiedene Ziele erfüllen müssen. Umso mehr Ziele wir da erfüllen, umso mehr XP und Belohnungen gibt es. Wenn ihr also 10 Gegner töten müsst, gibt es zusätzlich noch die Ziele, dies unentdeckt zu machen, dabei drei Kills mit dem Bogen zu machen und das am besten in unter zwei Minuten. Diese Ziele gibt es bei so ziemlich jeder Mission und auch wenn sie nicht zwingend erledigt werden müssen, bringen sie extra Belohnungen. Diese kommen in Ausrüstung, Juwelen oder inGame Währung daher, doch der Reihe nach. Bei der Ausrüstung gibt es diesmal mehr als noch im Erstling zu sammeln und zusätzlich bieten die meisten Ausrüstungsteile Herausforderungen. Mit unserem neuen Bogen müssen wir beispielsweise zwei Hauptmänner per Kopfschuss eliminieren, damit wir ihn dann verbessern können und er uns mehr Vorteile bringt. Diese Vorteile spiegeln meist ein äquivalent zur zugehörigen Herausforderung dar. Wenn wir also Kopfschüsse verteilen müssen, erhöht die Verbesserung unseren Schaden für Kopfschüsse. Müssen wir wiederum Gegner vergiften, kann unsere Rüstung uns besser gegen Gift verteidigen. Eine nette Dreingabe, die der Ausrüstung einen Mehrwert gibt. Am besten sind jedoch die verschiedenen Sets, die neben den normalen Verbesserungen, noch mehr bieten, wenn mal alle Teile des Sets trägt, was übrigens auch optisch viel hermacht. Weiter verbessert wird die Ausrüstung durch Juwelen. Diese sind anfangs klein, können aber verbunden werden, wodurch ihre Größe und ihr Effekt verbessert wird. Da gibt es Juwelen die Schaden erhöhen, eure Gesundheit maximieren oder mehr Erfahrung geben. Letzteres ist natürlich sehr nützlich, da wir ja fix leveln wollen, da wir so neue Fähigkeiten freischalten. Diese sind zahlreich und haben jeweils verschieden Verbesserungen. So könnt ihr, wenn ihr eine gute Kombo am laufen habt, eine Druckwelle auslösen. Diese kann durch Verbesserungen vergiften oder verbrennen. Ähnliches gilt für Fernangriffe mit Pfeilen. Hier werden viele Optionen geboten und diese sind auch wichtig für die Kämpfe gegen Hauptmänner.

Die essentiellsten Aufgaben werden durch die feindlichen Hauptmänner gestellt. So müsst ihr diese entweder töten oder auf eure Seite ziehen, damit es leichter wird, die feindliche Festung einzunehmen. Doch einen Hauptmann zu besiegen, ist manchmal gar nicht so einfach, da keiner dem anderen gleicht. Nicht nur gibt es verschiedene Gegnerklassen, auch deren Stärken und Schwächen unterscheiden sich. Wenn ein Hauptmann mit einem dicken Schild daher kommt, dann noch immun gegen Angriffe von hinten ist und euch permanent kontert, kann das sehr schnell, sehr nervig werden. Doch sobald man einen “Wurm” verhört hat und erfährt, dass er eine Schwäche gegen Kopfschüsse hat, reicht ein einzelner Pfeil in die Birne und der Gegner der bis eben unbesiegbar erschien, ist ruck zuck Geschichte. Umso höher der Rang eines Hauptmanns ist, umso mehr Stärken hat er und umso weniger Schwächen. Besonders die Oberherren, welche die Festungen beherrschen und ganz oben auf der Leiter stehen, stellen meist eine ordentliche Herausforderung dar. Auch, weil sie so gut wie nie alleine da stehen, sondern immer zahlreiche Handlanger am start haben. Das alles könnt ihr euch auch dadurch vereinfachen, dass ihr die Gegner auf eure Seite bringt. Wenn ihr sie nämlich genug geschwächt habt und sie “gebrochen” sind, könnt ihr ihnen eine Gehirnwäsche geben und sie wenden sich gegen Sauron und schließen sich dem Hellen Herrscher, Celebrimbor, an. Dadurch könnt ihr sie zur Hilfe rufen oder, was noch besser ist, sie auf ihre Häuptlinge ansetzen. Diese stellen die nächste Stufe in der Rangfolge dar und sind, wenn ihr nix dagegen tut, nie alleine, sondern haben gleich mehrere Hauptmänner zur Verteidigung dabei. Ihr solltet es also vermeiden einem Häuptling mit drei Hauptmännern gegenüber zu stehen. Wenn ihr die drei Hauptmänner aber vorher auf eure Seite zieht, hat der Häuptling natürlich nix zu lachen. Während er euch nämlich erklärt, wie er euch zerstückelt und fertig macht, hat er auf einmal den Dolch seines Hauptmanns im Rücken und die anderen beiden wetzen schon ihre Klingen um auch noch ein Stück von ihm zu bekommen.

Wenn die ganze Arbeit dann getan ist und ihr euch bereit fühlt, könnt ihr euch aufmachen, die Festung zu erstürmen. Hierbei seht ihr, was euer Gegner euch entgegenstellt, was im besten fall nichts ist, sofern ihr alle Hauptmänner erlegt habt. Dann stellt ihr eure Hauptmänner zusammen und gebt ihnen noch ein paar Truppen zur Seite. So kann Bob der Schlächter noch eine Gruppe Bogenschützen dabei haben oder aber einen paar Bombenleger, die mal eben die Mauer sprengen. Dann geht es los und ihr müsst verschiedene Plätze in der Festung einnehmen. Hierzu müsst ihr einfach in der markierten Zone stehen und alle Gegner niedermachen. Wenn alle Plätze eingenommen sind, geht es gegen den Oberherr und wenn auch der gefallen ist, gehört die Festung euch. Diese Eroberungen machen durchaus Spaß, doch wenn eure Truppen, die gegnerischen Truppen und auch noch Hauptmänner aufeinander treffen, kann die Übersicht manchmal ganz schön darunter leiden und ehe man sich versieht, liegt man tot am Boden und weiß nicht mal warum. Doch wenn es dann geschafft ist und ihr die Festung erobert habt, müsst ihr einen eurer Orks als Oberherrn einstellen und auch die Häuptlinge könnt ihr wählen. Später habt ihr auch die Möglichkeit, Orks zwischen den verschieden Gebieten zu tauschen, falls ihr einen bestimmten an eurer Seite haben wollt. Desweiteren habt ihr die Möglichkeit, die Orks in Arenen gegeneinander antreten zu lassen, wodurch sie ihren Rang erhöhen können. Wenn ihr jedoch Pech habt, verlieren sie und ihr seid euren Verbündeten los. Das kann natürlich auch während einer Eroberung passieren, was auch online möglich ist. Ihr könnt nämlich auch die Festungen anderen Spieler online überfallen. Was ganz cool klingt, ist eigentlich genau das gleiche wie bei der normalen Eroberung, nur das ihr halt gegen die Orks anderen Spieler kämpfen müsst. Hier wäre sicher mehr drin gewesen. Neben online Eroberungen, gibt es auch online Blutrachen, doch um die zu erklären, müssen wir zum Highlight des Spiels kommen.

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Mittelerde: Schatten des Krieges Testbericht

Mittelerde: Schatten des Krieges

  • Release: 10.10.2017
  • Genre: 3rd Person Action, Stealth
  • Entwickler: Monolith
  • Publisher: Warner Bros. Interactive

Gutes

- Geniales Nemesis System sorgt für einzigartige Momente
- Kampfsystem sehr spaßig
- Erobern und Verteidigen von Festungen ist gut gelungen
- Massig verschiedene Orks, die verschiedene Stärken und Schwächen haben

Schlechtes

- Story und Charaktere hätten besser sein können
- Mikro-Transaktionen die das Gameplay beeinflussen
- Gegen Ende wirds etwas Monoton
- Grafik schwankt teilweise stark

8.5 / 10 Sehr gut

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