Mittelerde: Mordors Schatten – Review

Getestet von | 08.10.2014 um 19:54 Uhr

Unsere Reise nach Mittelerde beginnt. Zwar müssen sich Besitzer einer PlayStation 3 noch bis zum 20. November auf Mittelerde: Mordors Schatten warten, wir testen aber schon einmal die PlayStation 4 Version des Spiels von Warner Bros.. Doch wie viel steckt wirklich drin? Kann der Titel über seinen Schatten springen und beweisen, dass es mehr als nur der übliche Lizenzmüll ist?

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Treffen sich ein Waldläufer und ein Geist in Mordor, überall tote Orks

Die Handlung spielt vor den Ereignissen der Herr der Ringe Trilogie und gleichzeitig auch nach der Geschichte „Der Hobbit“. Ihr spielt Talion, einen Waldläufer den es nach Mordor verschlägt aus Gründen die wir hier nicht spoilern wollen. Begleitet werdet ihr von einem namenlosen Geist, der mit eurer Hilfe versucht, seine Vergangenheit und seinen Namen zu erfahren. Auf eurer Reise trefft ihr auch auf alte Bekannte aus dem Herr der Ringe Universum, aber auch auf viele neue Charaktere die aber größtenteils eher blass sind. Denen müsst ihr meist bei ihren Problemen helfen, was des Öfteren auch euren eigenen Zwecken dient, um etwas mehr über den Geist zu erfahren oder Talions Ziel näher zu kommen. Das alles klingt an sich gar nicht so schlecht. Hier kommen wir auch schon zum ersten Problem des Spiels, denn leider klingt es nur interessant. Zwar bietet die eigentliche Prämisse der Handlung recht viel Potenzial, aber dieses wird nicht sonderlich gut umgesetzt. Zum einen liegt das teilweise an dem sprunghaften Fortschritt der Handlung, zum anderen an der schlechten Präsentation. Die Story ist natürlich keineswegs schlecht, aber man hätte manch einem Abschnitt einfach viel mehr Zeit schenken müssen, da sie teils zu schnell abgehakt werden. Besonders in der zweiten Hälfte des Spiels wirkt die Geschichte weniger fokussiert und abgehetzt. Es gibt zwar noch einige Sammelgegenstände die mehr zur Handlung beitragen, aber diese sind eher nebensächlich. Auf Details der Handlung gehen wir lieber nicht genauer ein, um spoiler zu vermeiden.

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Mittelerde: Arkham’s Creed

Jetzt kommen wir zum Kampfsystem, welches jedem, der einmal die Arkham-Reihe gespielt hat, bekannt vorkommen sollte. Denn es ist nicht nur ähnlich zu dem des dunklen Rächers, sondern nahezu identisch. Eine Taste zum Angreifen, eine Taste zum Kontern, eine zum Greifen und wenn man eine hohe Kombo am Laufen hat, kann man durch drücken von zwei Tasten gleichzeitig Spezialangriffe nutzen. Auf der einen Seite ist es gut das es kopiert wird, da es genauso gut funktioniert wie bei Batman, auf der anderen Seite ist es schade, da es nicht wirklich was neues bietet. Dafür geht es in Mittelerde deutlich blutiger zu, als bei Batman. Des Öfteren Platzen Köpfe oder werden gezielt abgetrennt, hier geht es nicht ums außer Gefecht setzen, sondern ums töten. Dafür nutzt ihr ein Schwert, einen Dolch und einen Bogen. Später erhält man noch Wurfmesser, diese werden aber eher selten gebraucht. Das Schwert ist logischerweise für den direkten Nahkampf, wohingegen der Dolch hauptsächlich beim Schleichen und lautlosen Vorgehen genutzt wird. Der Bogen ist jedoch universell einsetzbar, sogar mitten im Kampf. Beim Benutzen des Bogens wird die Zeit verlangsamt und ihr könnt genau Maß nehmen um Gegner gezielt auszuschalten oder die Umgebung zu eurem Vorteil zu nutzen. Denn da ihr keine gewöhnlichen, sondern verzauberte Pfeile nutzt, könnt ihr damit auch Lagerfeuer zum explodieren bringen, Köder abschießen, um gefährlich Tiere anzulocken oder anderen Nutzen aus der Umgebung ziehen. Manche könnten sich aber daran stören, dass es diese Waffen nur in einer Form/Art gibt und ihr keinerlei Variationen im Spiel findet. Eure Waffen werden durch, jeweils bis zu 5 Runen verbessert, die ihr durch das Ausschalten von Hauptmännern erhaltet Die Runen erhalten ihr durch das Ausschalten von Hauptmännern, zu denen kommen wir später. Es gibt mehrere verschieden Typen von Runen, die sich desweiteren auch durch verschiedene Stufen unterscheiden. So gibt es eine Rune für euer Schwert, die euch bei einem Kill eine 30% Chance gibt, euer Leben etwas aufzufüllen und mit einer höheren Stufe steigt auch die Wahrscheinlichkeit des Effekts. Die Stufe der Rune, richtet sich nach dem Rang des Hauptmanns. Aber auch Talion selbst kann verstärkt werden und zwar auf Zwei Wege. Zum einen durch das Leveln mit EXP, die ihr durch so gut wie alles im Spiel erhaltet. Bei jedem Levelaufstieg erhaltet ihr einen Fähigkeitspunkt, den ihr auf einen neuen Angriff, das schnellere erreichen von hohen Kombos, neue Spezial-Fähigkeiten oder viele anderen Möglichkeiten nutzen könnt. Dann gibt es noch Geld, dass es auch für so ziemlich jede Aktivität gibt, mit dem ihr eure Gesundheit erhöht, eure Pfeilzahl oder die Anzahl der möglichen Runen eurer Waffen.

Unbenannt

Wenn ihr nicht gerade mit kämpfen beschäftigt seid, klettert ihr recht häufig, schleicht herum oder lauft durch die Gegend und sucht nach Aufgaben. Diese Elemente erinnern ziemlich stark an eine andere bekannte Reihe und zwar Assassin’s Creed. Obwohl es die gleichen Stärken wie bei Assassin’s Creed besitzt, hat es auch die gleichen Schwächen. So kommt es öfters mal vor, dass ihr irgendwo hochklettert, wo ihr gar nicht hoch wolltet oder irgendwo runterspringt, wo ihr das auch nicht wirklich wolltet. Das kann manchmal recht frustrierend sein, besonders bei Schleichmissionen wenn man auf einmal vor dem Gegner steht und entdeckt wird, obwohl man das eigentlich vermeiden wollte. Ähnlich wie bei den Assassinen, müsst ihr auch bei Mittelerde Türme erklimmen um neue Bereiche zu erkunden und aufzudecken. Wenn ihr dann in einem Sprung von diesem Turm herunterstürzt, hört ihr fast aus Gewohnheit einen Falkenschrei, auch wenn er nicht wirklich da ist. Als wäre das nicht genug, gibt es auch noch eine besondere Art Dinge zu sehen. Wenn ihr nämlich die Geistersicht aktiviert, wodurch ihr durch Wände sehen könnt, Gegner markiert oder besondere Punkte hervorgehoben werden.

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Gutes

-Spaßige Kämpfe
-Geniales Nemesis-System
-Viele Runen, Faehigkeiten und Upgrades
-Ein richtig gutes Herr der Ringe Spiel

Schlechtes

-Grafisch etwas mau
-Sehr viele Elemente abgeguckt
-Story verschenkt Potenzial

8.7 Sehr gut

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