Mirror’s Edge Catalyst im Test – Laufen, Springen und Fallen

Getestet von | 20.06.2016 um 17:46 Uhr

Als der schwedische Battlefield-Entwickler, DICE, 2008 ein Spiel namens Mirror’s Edge veröffentlicht hat, war man ebenso überrascht wie fasziniert von diesem Spiel. Ein Spiel, mit einem sehr erfrischenden Gameplay und der Möglichkeit, keinen einzigen Schuss mit einer Pistole abzufeuern. Dazu noch die Möglichkeit sich stets zu verbessern und Speedruns zu machen. Über Jahre hinweg wurde ein Nachfolger gefordert und nun, acht Jahre später, hat DICE mit Mirror’s Edge Catalyst eben jenen veröffentlicht. Doch kann er das Erbe und die hohen Erwartungen nach dem ersten Ableger erfüllen – das erfahrt ihr in unserem Test.

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Ich lauf, lauf, lauf um mein Leben

Mirror’s Edge Catalyst fängt damit an, dass man Faith in einem Gefängnis sieht. Es ist der Tag ihrer Entlassung und schon bald darf sie wieder in Freiheit auf den Dächern dieser Welt Spaß haben. Denkt man zumindest, doch eigentlich wird man dazu gezwungen, sich den Regeln dieser Stadt zu beugen. Durch einen Chip im Körper muss man einige Voraussetzungen erfüllen. Dieser verfolgt jegliche Aktivitäten der Person und leitet sie an die Sicherheitsfirma Kruger Security (K-Sec) weiter. Geführt von Gabriel Kruger, ist K-Sec einer von 13 Firmen, welche das Konglomerat formen. Diese riesigen Firmen leiten die Geschicke in der Stadt, Glass und haben sie unter Kontrolle. Deswegen gibt es einige Untergrund-Organisationen, welche sich dem Konglomerat entgegenstellen. Eine dieser Organisationen wird von Noah geführt. Er hatte Faith aufgezogen, nachdem ihre Eltern in jungen Jahren ermordet wurden. Deshalb schickt Noah auch den Runner Icarus, welcher Faith aus dem Gefängnis abholen soll.

Was sie nicht wusste, dass sie gar nicht frei gelassen werden sollte, sondern in ein Arbeitslager geschickt werden würde. Der K-Sec Chip wurde umgehend entfernt und die Runnerin Faith darf wieder frei in der Stadt herumlaufen. Doch gänzlich frei ist sie nicht. Ihre vorgezogene Entlassung aus dem Gefängnis hat sie dem Untergrund-Boss Dogen zu verdanken. Diese Schuld muss Faith wieder zurückzahlen und deshalb einige Jobs erledigen. Gleichzeitig muss sie sich wieder in diese Welt einfinden und auch wenn sie nur für ein Jahr weg war, hat sich in ihrer Welt einiges verändert. Allem voran das Vertrauen an sie ist gewichen und sie muss es durch ihre Taten wieder neu aufbauen. Doch jeder Auftrag hat natürlich ein bestimmtes Risiko in sich und so kreuzen sich die Bahnen von Faith und K-Sec früher als gedacht.

Zusammenfassend sind die Ansätze von der Geschichte zwar interessant und vielversprechend, aber sie kommen nicht ganz zur Geltung. Das fängt schon damit an, dass man den Grund für Faiths Besuch im Gefängnis nicht innerhalb des Spiels erfährt, sondern einen Comic lesen muss. Somit ist schon der Beginn des Spiels ein kleines Rätsel und das gleiche gilt für die Schulden bei Dogen. Man steht in seiner Schuld, aber wieso das so ist, wird man nicht erfahren. Wir haben zwar oben erwähnt, dass er sie aus dem Gefängnis geholt hat, doch im Spiel bekommt ihr diese Info jedoch nicht. So spielen Charaktere eine Rolle, zu denen man keine Bindung hat. Der Spieler hat auch keine Wahl und ist somit, wie Faith auch, nur eine Person die größtenteils Aufgaben erfüllt, ohne eine Meinung dazu zu haben. Auch mit den Zwischensequenzen werden nur die nötigsten Dinge geklärt, der Rest wird beim Rennen geklärt. Man kann sich ja vorstellen, dass man während dem Laufen nicht die ganze Aufmerksamkeit auf die Untertitel konzentrieren kann, auch wegen der schlechten Sound-Abstimmung zu der wir später kommen. Alles in allem ist die Geschichte zwar eine schöne Hereingabe, doch kommt nicht ganz rüber und kann den Spieler nie komplett reinziehen, möchte man doch das Gameplay lieber genießen, anstatt dauernd auf die Untertitel zu gucken. Da die Entwickler aber in die Story Level am meisten Liebe und Zeit gesteckt hat, kann man natürlich durch das erklimmen besonders großer Gebäude auch die Story genießen, ohne der Geschichte folgen zu müssen.

Mirror's Edge Catalyst

Und ich spring, spring, spring um mein Leben

Der wichtigste Punkt, das Gameplay. Im Großen und Ganzen ist man sich treu geblieben und hat das Erfolgsrezept aus dem Vorgänger gut übernommen. Man läuft und läuft und wird somit immer schneller, dazu noch das springen und klettern. Bis dahin kennt das sicherlich jeder, auch das umdrehen und in die andere Richtung springen, ist mit dabei und für besonders hohe Objekte gut gemacht. Hinzu kommt dann noch der Fokus. Dieser lädt sich bei hoher Geschwindigkeit und Kletteraktionen auf und ermöglicht eine kurze Verlagerung um Gegner beispielsweise einfach von hinten zu überraschen. Der Kampf kommt aber noch und erst einmal konzentrieren wir uns auf die Neuerungen, wie das Mag Seil. Dabei handelt es sich um eine Mechanik in eurem Handschuh, mit der ihr euch an festen Orten von einer Seite zur anderen schwingen könnt. Das funktioniert auch super und ermöglicht besonders weite Abhänge schnell zu überqueren. Man kann sich aber auch nach oben ziehen lassen und dann ganz schnell nach oben gelangen. Natürlich gibt es dann auch noch das abrollen, um selbst nach größeren Sprüngen, auch sanft zu landen. In Sachen Bewegung wäre es das auch schon. Man sieht also, dass man nicht zu viel vom Original Mirror’s Edge verändert hat und dies mit sinnvollen neuen Funktionen erweitert hat – was in der neuen offenen Welt auch notwendig ist. Aber Grundfunktionen wie das abrollen oder die schnelle Drehung sind nicht zu Beginn im Repertoire von Faith.

Hat jemand offene Welt gesagt? Diese Überleitung nehme ich direkt an und gehe weiter darauf ein. Das ist wohl die größte Veränderung. Es gibt jetzt nicht mehr diesen linearen Story Verlauf, da man zwischendurch unendlich viele kleine Aufgaben erfüllen kann. Neben eindeutigen Nebenmissionen mit Charakteren aus dem Spiel, gibt es auch noch von DICE erstellte Speedruns, ebenso wir von Spielern erstellte Runs. Durch eine Rangliste werdet ihr bei den Speedruns auch dazu getrieben euch ständig zu verbessern. Wer möchte nicht seinen Usernamen an der Spitze sehen, sei es auch nur durch die Info „Top 5% der Welt“. Habt ihr aber keine Lust auf fremde Challenges, dann macht einfach eure eigenen. Im Menü könnt ihr ganz einfach das Erstellen starten, Checkpoints setzen und diesen Run mit der Welt teilen. Man erlernt durch die Geister von guten Spielern auch wie man sich verbessern kann und was etwas Übung und Erfahrung wirklich ausmachen können – außer ihr seid selbst der beste in eurem Run. Wenn euch das nicht genug ist, gibt es auch jede Menge Sammelgegenstände. Seien es die klassischen Sammelobjekte (Hier Gridleaks) oder kleine Wettrennen bei denen ihr ein Objekt innerhalb einer bestimmten Zeit zu einem anderen Ort transportieren müsst. Hier und da müsst ihr auch mal irgendwo Hochklettern, um beispielsweise einen Server zu hacken, quasi die klassischen Aussichtstürme. Ihr habt also neben der Geschichte einiges zu tun und entdecken.

Mirror's Edge Catalyst

Gutes

- Parkour Kernelemente können Spaß machen
- Motivierende Ranglisten
- Offene Welt mit vielen Nebenaktivitäten, ...

Schlechtes

- … die sich aber auch selbst im Weg steht
- Story leider nicht wirklich interessant
- Kampfsystem wenig berauschend
- Dialoge oft zu leise

7.1 Gut

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