Mindjack – Review

Getestet von | 13.02.2011 um 00:00 Uhr

Wir schreiben das Jahr 2031. Die Welt wird von Regierungen und High-Tech-Konzernen gleichermaßen im Würgegriff gehalten und diktatorische Machenschaften haben Freiheit und Menschenrechte nahezu ausgerottet. Das Kontrollieren fremder Gedanken ist möglich geworden und eröffnet den Machtinhabern völlig neue Möglichkeiten, ihre Interessen zu sichern. Square Enix und Koch Media präsentieren uns eine Story die viel verspricht und wenig hält. Wenn ihr euch für unsere Meinung über Mindjack interessiert, empfehlen wir euch diese Review.

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In einer fernen Zukunft

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind der Schauplatz des Abenteuers von Jim Corbijn. Mächtige High-Tech-Konzerne beherrschen die Welt. Als Geheimdienstagent kämpfen wir uns durch eine futuristische Welt. Der erste Auftrag von Corbijn ist die Überwachung der Umwelt-Terroristin Rebecca Weiss. Diese ist gerade am Flughafen angekommen und Jim soll das Subjekt observieren. Nach aber nicht einmal fünf Minuten steckt der Agent zusammen mit der Terroristen in der Falle. Soldaten eröffnen das Feuer und Jack und Rebecca kämpfen sich durch das Flughafen-Terminal. Auf der Flucht vor der Privatarmee der namenlosen Konzerne treibt es das Duo durch die ganze Stadt und ganz nebenbei decken sie natürlich ein Komplott auf, das bis in die höchsten Etagen der Regierung zu reichen scheint. Die Geschichte ist nicht gerade Oscar-verdächtig und auch nicht so wirklich interessant. Vieles bleibt unerklärt und so ist die Story einfach nur ein nettes Beiwerk zum Deckung-Suchen und Ballern.

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Mindhack

Aber da wäre doch noch etwas, dass Mindjack von anderen Shootern unterscheidet. Der Mindhack ist wesentlicher Bestandteil und taktisch angewendet, eine große Hilfe im Kampf gegen Regierung und Konzerne. Mit dieser Technologie ist es möglich, sich in die Körper anderer Spielfiguren zu hacken und die Kontrolle von ihnen zu übernehmen. Wenn ein Gegner kurz vor dem Exetus steht, kann ein Druck auf die Viereckstaste ihn zu unserem Mindslave machen. Mensch und Maschine kämfen von diesem Moment an für die Gute Sache. Die Idee ist nicht schlecht. Die Umsetzung ist allerdings nur mäßig gelungen. Im totalen Chaos der stetigen Gefechte ist es gar nicht so einfach, einen neuen Wirt für den Mindhack zu finden. Zwischen tot und Halbtot entscheidet meistens nämlich eine halbe Salve und so hängt es vom Zufall ab, wie viele der gegnerischen Söldner wir für unsre Sache rekrutieren können. Die KI sorgt dann für den Rest und dafür, dass uns die Jungs nicht zu sehr ans Herz wachsen. Ihr intelligentes Verhalten verhilft Jim und Rebecca nämlich nur für einen kurzen Zeitraum zu einem kleinen vorteil bevor ihre ehemaligen Kameraden ihnen den Garaus machen. Über dieses Manko kann man allerdings noch hinweg sehen. Was nämlich noch nervtötender ist, ist die KI der Gegner und der holden Schönheit, die unseren Feldzug versüßen soll. Verharrt Jim in einer Deckung, kommen die Gegner bis auf eine gewisse Entfernung an ihn heran. Bis zu dieser Stelle lassen sich die Feinde auch noch fein säuberlich ausknipsen. Wenn aber dann die ersten Gegner von uns gegangen sind, verschanzt der Rest sich einfach außerhalb der Reichweite unserer Waffen. Dabei gehen die Sturmtruppen nicht taktisch überlegt in Deckung und warten auf Verstärkung. Sie rennen einfach auf und ab, ohne Agent Corbijn auch nur ein Stück näher zu kommen. Wenn unser Held dann nicht die Initiative ergreift, kann sich das Spiel noch mehr in die Länge ziehen, als es die dröge Geschichte nötig macht. Also stürmt Jim dann doch irgendwann los. Hier sollte man sich nicht wirklich länger aufhalten, wie unbedingt nötig.

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Technisch eher 20. Jahrhundert

Dass Mindjack in einer futuristischen Zukunft spielt, lässt nur die Geschichte erahnen. Die Entwickler haben sich offensichtlich gedacht, dass nur die Story auf dem Stand der Gegenwart sein muss. Die Engine ist es definitiv nicht. Die Bewegungen laufen flüssig. Das ist dann aber auch der einzige Pluspunkt, den man dem Shooter anrechnen kann. Wenn Corbijn in Deckung geht, dann sind seine Handlungsalternativen eher begrenzt. ‚Eine todesmutige Kampfrolle in Richtung der nächsten Deckung ist auch schon das höchste der Gefühle. Die Zielerfassung hinter den hässlichen Blechtonnen ist nicht sehr exakt und das Blickfeld ist eher eingeschränkt. Die Level sind schlauchartig aufgebaut und rauben dem Spieler auch noch das letzte Quäntchen Freiheit.

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Kein Wort zur Grafik

Wenn etwas noch weniger gelungen ist, als Steuerung und KI, dann ist es die Grafik des Shooters. In ein paar Videosequenzen wirkt Mindjack PS3-würdig. Im Hauptteil des Spiels und insbesondere während der Missionen wirkt die Grafik wie ein PS2 Shooter der schlechteren Sorte. Tearing, Kantenflimmern und Treppchenbildung sind die bösen Worte, die wir in unseren Reviews eigentlich nicht verwenden wollen. Bei Mindjack passen sie alle. Die Grafik ist allerdings so mittelmäßig, dass es nicht einmal besonders auffällt. Die Krönung ist dann noch, dass Mindjack nicht einmal in unsere Muttersprache übersetzt wurde. Wenn das bei GTA mit eintausend Stunden Dialog nicht gemacht wird, ist das zu verstehen. Warum das hirnlose Geschwafel der Hauptfiguren in einer kurzen Geschichte nicht ins Deutsche synchronisiert wurde, ist nicht zu verstehen.

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Multiplaywer mal anders

Mindjack bietet die Möglichkeit, sich in andere Spiele einzuhacken. Allerdings ist das auch nur möglich, wenn der andere Spieler es zulässt. So wird man direkt beim Start des Spieles gefragt, ob man andere Zocker an seiner Kampagne teilhaben lassen möchte. Wer dem zustimmt, kann mit erhöhtem widerstand rechnen. Wenn andere Spieler die strunzdumme KI ersetzen, bekommt Mindjack etwas mehr Pfiff und Anspruch. Viel rausreissen kann das allerdings auch nicht mehr. So bleibt ein trauriges Fazit für Mindjack übrig. Mehr schlecht als recht trifft es hier wohl ganz gut. Wir brauchen jetzt etwas Zeit, um uns davon zu erholen. Wir hoffen, dass wir ein paar geneigten Käufern hier den richtigen Weg aufzeigen konnten. Square Enix und Koch Media haben hier etwas auf die Welt gebracht, was nicht mehr in die heutige Zeit gehört. Und erst Recht nicht ins Jahr 2031.

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Gutes

Mindhack ist mal was Neues
Hacking anderer Games

Schlechtes

Schlechte Story
Schlechte KI
Schlechte Grafik
Schlechtes Spiel

4.5 Schlecht!

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